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MobileGo - Smartphone-Manager für Android im Test

Smartphones kamen in den letzten fünf Jahren absolut in Trend. Egal ob man ein iPhone 5, ein Samsung Galaxy S3 oder ein HTC One X bevorzugt, die mehr oder weniger kleinen Computer für die Hosentasche bieten dank ausgereiftem Betriebssystem und zahlreichen Apps unheimlich viele Funktionen. Eine bieten sie in der Regel jedoch nicht: Intelligente Verwaltung der Daten am Computer.

MobileGo

Zwar bieten unter anderem Apple, Samsung und HTC eigene Programme für ihre Geräte an, mit denen man Kontakte, Musik und Dateien verwalten kann, diese erhielten in zahlreichen Testen jedoch nicht selten negative Bewertungen, weshalb wir uns nach einer Alternative für Samsung Kies und den HTC Sync Manager umgesehen haben. Die Anwendung, die wir getestet haben, nennt sich „MobileGo“ und wird von Wondershare entwickelt.

MobileGo ist ein Verwaltungsprogramm für sämtliche Android-Smartphones, die auf Android 2.0 oder einem neueren Android basieren. Es besteht aus zwei Teilen: Es gibt eine App für das Smartphone, die den Zugriff per USB oder per WLAN gewährt, und ein Programm für Windows, über das Dateien synchronisiert werden können.

In Googles PlayStore hat die App mit dem Namen „Wondershare MobileGo“ zum Zeitpunkt des Tests im Durchschnitt 4,1 Sterne erhalten, was aus insgesamt 645 Nutzerrezensionen hervorgeht. Ob wir ebenfalls ein positives Fazit ziehen können und was an den Bemängelungen der Nutzer dran ist, das erfahrt ihr in diesem Bericht.

MobileGo ist außerdem auch für Geräte mit iOS und für Computer mit Apples Mac OS X erhältlich.

Das System, auf dem MobileGo installiert und verwendet werden soll, muss auf Windows 2003, Windows XP, Windows Vista, Windows 7 oder Windows 8 basieren. Möchte man sein Android-Smartphone über Apples Mac OS X verwalten, dann sollte es mindestens in Version 10.6 vorliegen. Für Windows-Systeme werden ein Prozessor mit mindestens 750 MHz, 200 MB Festplattenspeicher und 256 MB Arbeitsspeicher oder mehr vorausgesetzt.

Es ist so, dass man sowohl Android- als auch iOS-Geräte mit dem entsprechenden Programm über Windows verwalten kann. Allerdings können iOS-Geräte mit MobileGo lediglich mit einen Windows-Computer synchronisiert werden, nicht aber mit einem Mac-System. Eine Alternative für Mac OS X, um sein iPhone, iPod oder iPad zu verwalten, ist MobileGo also nicht. Dies ist jedoch auch nicht notwendig, da diese Aufgabe sowieso von iTunes übernommen wird.

Das Smartphone, das mit dem Computer synchronisiert werden soll, muss mindestens auf Android 2.0 oder einem neueren Android basieren. Das Gerät kann dabei gewöhnlich über ein USB-Kabel oder über das hauseigene WLAN mit dem Computer verbunden werden. Eine Liste der unterstützten Geräte könnt ihr auf der Homepage der Entwickler finden. In der Regel sollten aber alle Android-Smartphones, die frühestens Ende 2009/Anfang 2010 auf den Markt kamen, unterstützt werden.

Während der Testphase nutzten wir unser Acer Aspire 7750G Notebook, das mit einer Intel i5-2450M CPU mit bis zu 2,5 GHz je Kern ausgestattet ist. Außerdem standen uns rund 4 GB Arbeitsspeicher und eine AMD Radeon HD 7670M zur Verfügung, was jedoch keinen signifikanten Unterschied gegenüber schwächeren Systemen ausmachen sollte. Als Smartphone diente ein gerootetes HTC One S mit Android 4.0.4 „Ice Cream Sandwich“ und der Benutzeroberfläche HTC Sense 4.1. Außerdem testeten wir die Funktion auf einem Samsung Galaxy S3 mit Android 4.1.2, das ebenfalls gerootet war sowie auf einem ungerooteten Samsung Galaxy Ace.

Wer lediglich ein Android-Tablet besitzt, kann MobileGo ebenfalls verwenden. Die Funktionen werden in Anbetracht der fehlenden Anruf- und SMS-Funktionen auf dem Tablet etwas eingeschränkt sein. Filme, Bilder, Musik, Kontakte sowie Apps sollten sich dennoch verwalten lassen.

Man kann sein Smartphone bzw. Tablet mit MobileGo in verschiedenen Bereichen verwalten. Zu diesen Bereichen zählen: Musik, Videos, Bilder, Kontakte, SMS und Apps. Es ist möglich, Musik zu synchronisieren, diese vom Handy aus zu streamen und anschließend am PC wiederzugeben oder Musik hinzuzufügen und zu entfernen. Das war jedoch noch nicht alles: Damit Musik und Videos nicht allzu viel Speicher verbrauchen, konvertiert MobileGo die Musik bzw. das Video automatisch in ein Dateiformat, das für das Smartphone am besten geeignet ist. Darüber hinaus können Playlists aus iTunes auf das Gerät geladen werden bzw. Musik in iTunes exportiert werden.

Es können auch Fotos verwaltet werden. Benutzt man kein Verwaltungsprogramm für sein Smartphone, dann ist es in der Regel so, dass man auf den Smartphone-Speicher via USB zugreift und die geschossenen Fotos im Ordner „DCIM“ findet – zumindest war das bei unserem HTC der Fall. Andere Hersteller können andere Einstellungen vorgenommen haben, sodass Bilder beispielsweise unter „Pictures“ oder „Camera“ abgespeichert werden.

MobileGo sammelt alle Fotos, die auf dem Gerät abgespeichert sind, und reiht sie chronologisch absteigend in Form einer Miniaturansicht auf. Es besteht von hier an die Möglichkeit, ein Bild hinzuzufügen, es als JPEG-Datei zu exportieren oder es zu löschen. Das Programm ist in dieser Hinsicht wirklich sehr schlicht gehalten, da es hauptsächlich das kann, was es soll: Dateien verwalten. Erdenkbare Zusatzfunktionen, wie z.B. das Bearbeiten oder Zurechtschneiden von Fotos, überlässt MobileGo dann doch anderen Programmen.

Wer viele oder auch doppelte Kontakte auf seinem Smartphone hat, der könnte mit MobileGo ebenfalls ab und an glücklich werden. MobileGo ermöglicht es, Kontakte zu verwalten. Es lassen sich problemlos neue Kontakte erstellen und alte Kontakte löschen bzw. bearbeiten. Mit einem Klick auf „Doppeltes entfernen“ wird man sämtliche Doppelgänger los, die beispielsweise durch falsches Kopieren der Kontakte von der SIM-Karte auf das Gerät entstanden sind.

Zwar ist das Schreiben von SMS dank Messengern wie WhatsApp oder Viber nicht mehr so populär wie es einmal gewesen ist, dennoch bietet MobileGo eine Funktion an, über sämtliche Textnachrichten zu verwalten. Als wäre das noch nicht genug, lassen sich über das Programm Apps installieren und auch deinstallieren. Alles, was dazu benötigt wird, ist die jeweilige App im .apk-Format, die man z.B. online herunterladen kann.

Beim Versuch, das Programm mit unserem HTC One S via USB zu verbinden, schien zuerst alles reibungslos zu verlaufen. MobileGo hat das Gerät erkannt und wir konnten einige Sekunden auch darauf zugreifen. Auf einmal erhielten wir jedoch die Meldung, dass der Verbindungsversuch gescheitert sei. Uns wurde zudem vorgeschlagen, wie wir weiter verfahren sollten, damit das Handy ordnungsgemäß erkannt werden kann. Trotz Neuverbindung und Neustart schlug die Verbindung weiterhin fehl.

Ähnliches geschah mit dem Samsung Galaxy Ace. Dieses wurde für einen kurzen Moment erkannt, ehe wir die Meldung erhielten, dass es im Ruhemodus sei. Allerdings befand es sich nicht im Ruhemodus. Auch ein zweiter Versuch blieb erfolglos. Wir testeten das HTC One S unter Windows 8 und das Samsung Galaxy Ace unter Windows 7.

Wir spielten eine andere ROM auf unser HTC One S auf, mit der es dann endlich funktionierte. Hier kann man den Entwicklern keinen Vorwurf machen, da MobileGo für die Herstellerversion des jeweiligen Geräts konzipiert wurde. Mit anderen ROMs könnte es deshalb Schwierigkeiten beim Verbindungsaufbau geben. Außerdem ist man auf der sicheren Seite,wenn das Gerät gerootet ist, da man nur so vollen Zugriff auf das Gerät hat. Normalerweise muss das Gerät jedoch nicht gerootet werden.

Wer jedoch nicht auf seine Custom ROM verzichten möchte, der kann sein Smartphone oder Tablet auch einfach über WLAN mit der Software verbinden. Dazu muss einfach die App gestartet und der Zielcomputer ausgewählt werden. Beide Geräte müssen im selben Netzwerk sein. Man erhält eine Anfrage am Laptop, in der man die Verbindung bestätigen muss. Ist das getan, kann man – wie über USB – auf das Gerät zugreifen. Beachten sollte man jedoch, dass es über WLAN bei großen Dateimengen deutlich länger andauern kann, bis z.B. die gewünschten Fotos auf den Laptop kopiert sind.

Insofern macht MobileGo einen absolut komfortablen Eindruck. Im Zweifelsfall kann man sich problemlos die Testversion des Programms herunterladen und überprüfen, ob das Smartphone erkannt wird. Sollte das der Fall sein, dann ermöglicht MobileGo eine bequeme Verwaltung des Smartphones oder des Tablets vom PC aus. Es ist vor allem nützlich, falls man Geräte von verschiedenen Herstellern besitzt. Ist diese Voraussetzung gegeben, so kann man sich die Installation von Samsung Kies und HTC Sync sparen und auf ein einziges anstatt auf zwei Programme setzen, die das System höchstens unnötig belasten.

Wir haben uns zu Beginn des Tests gefragt, warum man überhaupt ein Programm zur Datenverwaltung benutzen sollte, wenn man doch auch alles manuell handhaben kann? Ausschlaggebend war für uns, dass auch die breite Masse verstehen sollte, wie man Bilder von seinem Gerät auf den Computer verschiebt bzw. kopiert, gerade jetzt, wo die neue Technik in allen Altersklassen angekommen zu sein scheint.

Nutzer, die technisch versiert sind, dürften mit der manuellen Verwaltung ihres Smartphones ohnehin kein Problem haben. Es gibt viele Möglichkeiten, dies zu tun. MobileGo ist eine davon. Das Programm bietet nahezu dieselben Funktionen wie Samsung Kies und HTC Sync. Doch wie kommt es nun, dass MobileGo durchweg bessere Bewertungen erhält als die beiden anderen Programme?

Ein großer Vorteil von MobileGo ist, dass man sämtliche Geräte – unabhängig vom Hersteller – anschließen kann, sollten die Geräte dann auch reibungslos erkannt werden. Das Menü ist deutlich übersichtlicher gestaltet, sodass sich wirklich jeder zurechtfindet. Wer Kontakte bearbeiten möchte, klickt links auf „Kontakte“, wählt den zu bearbeitenden Kontakt aus und klickt anschließend auf „bearbeiten“. Viel einfacher geht es wirklich nicht.

Das Smartphone liegt bereit, man möchte Fotos vom letzten Konzert auf den Computer kopieren, hat das USB-Kabel aber verlegt und findet es nicht? Dann lassen sich die Daten mit der App auch über WLAN auf den Computer transferieren. Das Beste daran ist, dass alles aus einer Hand kommt und man nicht das Programm des Herstellers für die USB-Verbindung und ein alternatives Programm wie AirDroid für die WLAN-Verbindung benötigt.

Allerdings muss man MobileGo negativ anrechnen, dass es zwar für die Masse an Geräten ausgelegt ist, es jedoch immer zu Verbindungsproblemen kommen kann. HTC stellt mit HTC Sync dagegen sicher, dass alle Geräte, die das Unternehmen produziert und an den Mann gebracht werden, auch unterstützt werden. Wie sich bei uns zeigte, erkennt MobileGo unser Gerät nicht direkt ohne Probleme, was bei HTC Sync keinerlei Problem gewesen ist.

In den Punkten Benutzerfreundlichkeit, Übersicht und Funktion hat MobileGo die Nase zur Herstellerkonkurrenz etwas vorne. Es stellt in dieser Hinsicht eine gute Alternative dar, wenn man etwas unabhängiger sein möchte, als man es sonst mit der Herstellersoftware ist. Das Design der Programme ist dagegen Geschmackssache – jeder sollte für sich entscheiden, womit er sich besser zurechtfinden kann.

Im Test hat sich gezeigt: MobileGo tut das, was es verspricht. Wenn auch mit einigen Stolpersteinen. Bevor man in Erwägung zieht, das Programm für 39,99 Euro zu kaufen, sollte man mit der kostenlosen Testversionen testen, ob es auch zu dem Smartphone kompatibel ist und alles reibungslos funktioniert. MobileGo eignet sich dabei sowohl für Smartphones als auch für Tablets mit Android. Nicht zu vergessen ist auch der hohe Preis. Bei rund 40 Euro sollte man sich gut überlegen, ob einem das Programm überhaupt so viel Wert ist.

Die Verwaltungssoftware richtet sich an alle Menschen, die im Umgang mit dem PC nicht besonders vertraut sind und die meiste Arbeit mit Hilfe eines Programms erledigen wollen. MobileGo sammelte im Test alle notwendigen Daten und listete sie übersichtlich auf, sodass die Verwaltung zum Kinderspiel wurde. Allerdings hatten wir große Schwierigkeiten, das Programm via USB mit unserem Samsung Galaxy Ace zu verbinden. Auch das gerootete HTC One S wollte sich nicht direkt mit MobileGo anfreunden.

MobileGo überzeugt mit einer übersichtlichen und schlichten Menüführung, mit Funktionalitäten, die die der Herstellersoftware sehr ähneln und mit einer – in der Regel – guten Kompatibilität zu nahezu allen Smartphones und Tablets, die den Anforderungen entsprechen.


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