NVMe SSD Test - SSD-Vergleich 2023

NVMe SSD Test - Der SSD-Vergleich 2024

Der Markt für NVMe-SSDs ist stark gewachsen und es gibt eine Fülle an SSDs von vielen namenhaften Herstellern. Wir haben uns insgesamt 16 SSDs ausgesucht, die wir in diesem Vergleichstest genauer anschauen. Darunter sind 14 NVMe SSDs, die auf den PCI-Express 4.0 Standard setzen. Von manchen haben wir Varianten mit integriertem Kühler und eine Variante ohne Kühler, die getrennt betrachtet werden. Dabei kann man sehen, was der integrierte Kühler gegenüber einem Standardkühler von Mainboards ausmacht. Manche Mainboards haben auch keine Kühler, und da wird es zur Pflicht, denn die SSDs drosseln ihre Leistung schnell aufgrund von Überhitzung!

Crucial T700 Pro

PCIe Gen 5 NVMe SSDs

Außerdem haben wir auch zwei PCI-Express 5.0 Modelle getestet, da unser Biostar X670E Valkyrie Mainboard den neuen Standard ab Werk unterstützt. Wie sich die Leistung gegenüber PCIe Gen 4 NVMe SSDs verhält klären wir in dem Test unten.

Crucial P5 Plus NVME

Was ist M2. NVMe?

Der „M.2 NVMe“ bezeichnen einen Teil des eines Formfaktor bzw. Standard. Man erkennt die Solid State Sticks am M-Key-Design. Sie sind die erste Wahl für alle, die auf der Suche nach Spitzenleistung bei Solid-State-Laufwerken sind. Diese SSDs verwenden das NVMe-Protokoll, das speziell für SSDs entwickelt wurde und optimale Geschwindigkeit und Funktionalität gewährleistet.

Die NVMe-Laufwerke werden über den PCIe-Express-Bus direkt mit Chipsatz und/oder CPU verbunden und nutzen damit die schnellste Schnittstelle des Mainboards. So erreichen Sie höchste Leistung und Geschwindigkeit, die auf dem Markt erhältlich ist. Auf diese Weise kann der Flash-Speicher direkt über die PCIe-Steckplätze betrieben werden und umgeht den SATA-Controller, der deutlich langsamer ist als NVMe.

NVMe-SSD-Vergleich

Sind NVMe schneller als SATA M.2 SSDs?

Im Vergleich zu SATA M.2 SSD Festplatten übertreffen NVMe-Varianten die Leistung. Während SATA M.2 SSDs eine Geschwindigkeitsobergrenze von 6 Gbps haben, können NVMe M.2 SSDs, die PCI-Express nutzen, über 20 Gbps erreichen. Der PCIe-Bus selbst kann mehrere Lanes unterstützen, z. B. 1x, 4x, 8x und 16x. PCIe 3.0 kann zum Beispiel eine effektive Übertragungsgeschwindigkeit von fast 985 MB/s pro Lane erreichen. PCI-Express 4.0 erreicht 1,90 GB/s pro Lane und schafft damit bei 4 Lanes bis zu 7,6 GB/s. Bei Pcie-Excpress 5 ist es noch mehr: 3,90 GB/s pro Lane und bei 4 Lanes ist ein Durchsatz von bis zu 15,6 GB/s (in der Theorie) möglich.

NVMe SSDs im Vergleich

Für einen bessere Vergleich haben wir alle relevanten Daten der hier getesteten NVMe-SSDs zusammengetragen.

Sabrent Rocket 4 Plus Crucial P5 Plus Samsung SSD 980 PRO Samsung SSD 990 PRO with Heatsink Samsung SSD 990 PRO Kingston Fury Renegade Lexar NM800 Pro with Heatsink Lexar NM800 Pro Lexar NM710 Lexar NM790 MSI SPATIUM M480 Viper Gaming VP4300 Viper Gaming VP4300 Lite
Formfaktor M.2 2280
Schnittstelle PCIe 4.0 x4
Speicher 1 TB 2 TB 1 TB 2 TB 4 TB 2 TB
Lesendurchsatz (mb/s) 6.600 7.100 7.000 7.450 7.300 7.500 4.850 7.400 7.400
Schreibdurchsatz (mb/s) 5.000 6.600 5.000 6.900 7.000 6.500 4.500 6.500 7.000 6.800 6.400
IOPS 4K (lesen/schreiben) 720k/
700k
650k/
700k
1.000k/
1.000k
1.000k/
1.000k
1.400k/
1.550k
1.000k/
1.000k
1.300k/
1.200k
1.300k/
1.200k
n/a 1.000k/
900k
1.000k/
900k
1.000k/
1.000k
800k/
800k
n/a
Speichermodule 3D-NAND TLC,
br>Micron, 176 Layer
3D-NAND TLC,
Micron, 96 Layer
3D-NAND TLC,
Samsung, 128 Layer
3D-NAND TLC,
Samsung, 176 Layer
3D-NAND TLC 3D-NAND TLC,
Micron, 176 Layer
3D-NAND 3D-NAND TLC,
YMTC, 232 Layer
3D-NAND TLC,
Micron, 176 Layer
3D-NAND 3D-NAND TLC,
YMTC, 232 Layer
Protokoll NVMe 1.4 NVMe 1.3c NVMe 2.0 NVMe 1.4 NVMe 2.0 NVMe 1.4 NVMe 2.0
Controller Micron DM02A1,
8 Kanäle
Phison PS5018-E18,
8 Kanäle
Samsung Elpis
(S4LV003), 8 Kanäle
Samsung Pascal Phison PS5018-E18,
8 Kanäle
InnoGrit Rainier
(IG5236), 8 Kanäle
n/a Maxiotek MAP1602A,
4 Kanäle
Phison PS5018-E18,
8 Kanäle
InnoGrit Rainier
(IG5236), 8 Kanäle
Maxiotek MAP1602A,
4 Kanäle
TBW 1,2 PB 1,4 PB 600 TB 1,2 PB 2 PB 1,2 PB 1,5 PB 3 PB 1,4 PB 2 PB 1,6 PB
Preis Ab 249€ (Affiliate) Ab 109€ (Affiliate) Ab 125€ (Affiliate) Ab 171€ (Affiliate) Ab 141€ (Affiliate) Ab 125€ (Affiliate) Ab 137€ (Affiliate) Ab 127€ (Affiliate) Ab 91€ (Affiliate) Ab 97€ (Affiliate) Ab 195€ (Affiliate) Ab 238€ (Affiliate) Ab 137€ (Affiliate) Ab 106€ (Affiliate)

Testsystem

Als Testsystem haben wir unser altbewährtes System mit Ryzen 9 7950X genommen und dazu das Biostar X670E Valkyrie. Damit gehen wir sicher, dass die Leistung nicht durch PCIe 4 limitiert wird, da wir im PCie 5 Slot testen.

Ryzen 7000 Testaufbau

  • Mainboard: Biostar X670E Valkyrie
  • Grafikkarte: MSI GeForce GT 730
  • SSD: Samsung SSD 840 PRO 256 GB, Samsung 850 EVO 500 GB
  • m.2 SSD: Sabrent Rocket 4 Plus 1 TB
  • RAM: Kingston FURY Beast DIMM Kit 32GB, DDR5-5200, CL40-40-40 (KF552C40BBK2-32)
  • Netzteil: be quiet Pure Power 11 FM 1.000 W
  • Gehäuse: HYTE Y60
  • Betriebssystem: Windows 11 21H2

NVMe SSD Benchmarks

Für den Vergleichstest haben wir unseren Benchmark-Parcours erweitert. Für einen realistischeren Test, der auch wiederholbare Ergebnisse liefert, nutzen wir neuerdings noch zusätzlich den 3DMark Storage Benchmark, der unterschiedliche Szenarien testet, wie Spieleverhalten und das Kopieren von Spieledaten.

Außerdem haben wir auch PCMark aufgenommen, der wiederum das System als Ganzes betrachtet und beim Kopieren die Durchschnittswerte ermittelt.

CrystalDiskMark Storage Benchmark

3DMark Storage Benchmark

Beim Gesamtwert Setzen sich die PCIe Gen 5 NVMe Laufwerke deutlich von den anderen ab. Die PCIe Gen 4 Solid State Laufwerke haben größere Unterschiede. So ist die Kingston Fury Renegade am weitesten vorn, gefolgt von der Lexar NM790.

Gerade das Kopieren von vielen kleinen und großen Spieledaten ist spannend. Hier haben die PCIe Express 5.0 die Nase vorn. Bei PCIe Gen 4 führen Samsung SSDs, gefolgt von Kingston Fury Renegade und MSI M480.

PCMark Drive Performance Consistancy

PCMark setzt auf eine sehr lange Last beim Schreiben, die konstant und über längere Zeit ausgeübt wird. Darum sind die Peak-Werte einfach niedriger, weil die SSD und der Cache an die Grenzen gebracht werden. So soll der Einsatz bei einem Power-User simuliert werden.

ATTO Disk Benchmark (64 MB)

Benchmark-Rating

Wir haben aus den Benchmarks einen Mittelwert für Schreib- und Leserraten ermittelt, der einen etwas gelevelten Wert hervorbringen will. Dabei sieht man wieder, dass PCIe Gen 5 NVMe SSDs schneller sind, aber wir bewegen uns in diesem Fall weit von den Leistungsspitzen entfernt bei Werten um 4.400 MB/s herum.

Bei den vielen PCIe Gen 4 Modellen sieht man aber auch starke Unterschiede.

NVMe SSD-Kühlung

Das Thema der Kühlung ist spätestens seit der Einführung der PCIe Gen 4 Generation aktuell. Die Controller und Speicher werden bei andauernder Last immer wärmer und müssen gekühlt werden.

Werden NVMe SSDs zu heiß?

Für diesen Vergleichstest haben wir den großen Alu-Kühler des Biostar X670E Valkyrie Mainboards im NVMe Slot 2 verwendet. Dieser wird von der Grafikkarte nicht direkt blockiert und wird in diesem Test auch nicht aktiv gekühlt. Manche Modelle kamen mit einem vorinstallierten Kühler. In diesem Fall haben wir diesen auch direkt verwendet. In dem Diagramm haben wir entsprechende Hinweise platziert: Falls ein integrierte Kühler zum Einsatz kam, ist nach dem Namen ein „IK“ (für integrierter Kühler) angehängt.

Bei den Messwerten handelt es sich um Delta-Werte, bei denen die Raumtemperatur herausgerechnet wurde. Damit ist ein besserer Vergleich zwischen den SSDs möglich. Bei den Messungen waren die Lexar NM790 auffällig heißer, doch sie zählen auch zu den leistungsstärksten im Roundup. Die MSI M480 war ebenfalls heißer als der Rest. Mit dem BIOSTAR Kühler waren die Temperaturen aber im Rahmen.

Bei zu langer Auslastung der SSD gingen die Temperaturen aber auch weit höher, als diese Messungen. Damit sind es nicht die Peak-Werte und man muss dafür sorgen, dass man ausreichenden Luftdurchfluss im PC hat!

Wir haben als Stresstest den CrystalDiskMark mit 9 Wiederholungen genutzt.

m2 SSD Kaufberatung

Nachdem die Leistungsdaten der SSDs erfasst wurden, versuchen wir in diesem Kapitel die SSDs voneinander abzugrenzen und für unterschiedliche Nutzerszenarien die passende SSD herauszusuchen.

Wir haben uns hierbei primär auf 2 TB und 4 TB Varianten konzentriert, die sich alle im Grunde über der 100€ Marke bewegen.

NVMe SSD Test - SSD-Vergleich 2023

Welche NVMe SSD kaufen?

Nachfolgend findest Du die Empfehlungen, basierend auf untershciedlichen kriterien.

PCIe 5.0 M.2 NVMe mit bester Leistung

Bei den NVMe SSDs mit PCI Express 5.0-Unterstützung haben wir bisher nur zwei Modelle im Test, weil die anderen Hersteller keine Muster versenden, bis Phison die Controller optimiert hat, damit diese Datentransferraten von über 10.000 MB/s erreichen können.

Aus diesem Grund können wir basierend auf den Benchmarks vor allem die Crucial T700 Pro empfehlen, da sie mit 305€ (Affiliate) genauso viel kostet wie die Seagate FireCuda 540. Außerdem wird die T700 Pro direkt mit einem großen Kühler ausgeliefert, was einen weiteren mehrwert bietet. Die Seagate FireCuda 540 kostet 320€ (Affiliate) und erreicht etwas geringe Datentransferraten, ist dennoch sehr schnell und mit 2 TB für die meisten Nutzer ausreichend groß dimensioniert. Unsere Empfehlung gilt aber der Crucial T700 Pro.

PCIe 4.0 M.2 NVMe mit bester Leistung

Bei der Wahl der besten NVMe-SSD, die auf dem PCIe Gen 4-Interface basieren, gibt es drei Empfehlungen:

  • Besonders gut hat die Lexar NM790 abgeschnitten, die wir als 2 TB als auch 4 TB-Variante getestet haben. Die SSD ist etwas schwächer beim Schreibdurchsatz, aber der Lesedurchsatz war überraschend gut. Damit setzt sich Lexar mit einem kleineren Vorsprung an die Spitze. Hinzu kommt, dass die NM790 als 2 TB-Variante nur 96€ (Affiliate) kostet. Die NM790 mit 4 TB-Speicher kostet aktuell 195€ (Affiliate), was für so großen Speicher ein echt guter Preis ist.
  • Die Viper VP4300 Lite hat zwar ein „Lite“ im Namen, doch sie schneidet erstaunlich gut ab. Der Lesedurchsatz ist super und der Schreibdurchsatz ist etwas schwächer. Sie wird ohne Kühler ausgeliefert und braucht, wie viele andere auch, einen Kühler auf dem Mainboard. Die Patriot Viper VP4300 Lite 2TB gibt es schon ab 106€ (Affiliate) und sie ist bei vielen Shops lagernd. Damit macht man wenig falsch mit dieser SSD.
  • Als dritte SSD hat sich die Kingston Fury Renegade besonders gut geschlagen. Bei ihr fällt auf, dass der Schreibdurchsatz den Lesedurchsatz übersteigt. Es gibt mehrere SSDs, die das Verhalten aufgezeigt haben, das im CrystalDiskMark gemessen wurde. Die Kingston Fury Renegade ist mit 125€ (Affiliate) etwas teurer als die anderen beiden, hat aber den höheren Schreibdurchsatz als Plus.

M.2 NVMe mit bester Preis-Leistung

Wenn es um Preis-Leistung geht, sehen die Empfehlungen nur geringfügig anders aus:

  • Die Lexar NM790 sticht durch gute Leistung aus dem Feld heraus und auch der Preis ist sehr attraktiv! Die NM790 als 2 TB-Variante ist für 93€ (Affiliate) erhältlich und ist damit die beste Wahl bei Preis-Leistung. Die NM710 ist zwar minimal günstiger, aber auch deutlich schwächer. Aus diesem Grund ist die NM790 eine klare Empfehlung in diesem Vergleich.
  • Außerdem ist in Sachen Preis-Leistung die Crucial P5 Plus 2TB eine Empfehlung wert. Die SSD bewegt sich Leistungstechnisch im unteren Mittelfeld, kann aber durch ihren Preis 109€ (Affiliate) gut positionieren.
  • Die Patriot Viper VP4300 Lite 2TB ist leistungstechnisch wirklich gut, hat aber auch einen super Preis von 106€ (Affiliate). Damit können wir diese NVMe SSD bedenkenlos empfehlen, denn sie vereint Preis- und Leistung gleichermaßen gut. Auch die fünfjährige Garantie ist bei ihr wie bei allen anderen Herstellern relativ lang.