XPG MARS 980 Blade NVMe SSD Test Review (Bild © PCMasters.de)
ADATA XPG MARS 980 BLADE im Detail
XPG ist als Submarke von ADATA unterwegs und liefert Komponenten, die Gamer ansprechen sollen. Im Portfolio von XPG finden wir neben preiswerteren Modellen auch High-End-NVMe-SSDs. Die XPG MARS 980 BLADE ist Teil des High-End-Portfolios und setzt auf das superschnelle PCI-Express-5.0-Interface als Grundlage. Damit wird sie zur direkten Konkurrenz zu den Flaggschiffmodellen wie der T705 von Crucial und der FireCuda 540 von Seagate sowie der Lexar Professional NM1090. XPG stellt die Mars 980 Blade SSD breit auf, denn es gibt sie in den Kapazitäten von 1 TB, 2 TB und sogar 4 TB. Die besonders preiswerten Modelle mit 512 GB lässt der Hersteller weg, was im Jahr 2026 durchaus Sinn macht.
Das uns bereitgestellte Exemplar der MARS 980 BLADE hat eine Kapazität von 1 TB. Die Spezifikationen variieren etwas je nach Speicherkapazität. Die von uns getestete SSD hat auf dem Papier einen maximalen sequenziellen Lesedurchsatz von 14.000 MB/s und einen Schreibdurchsatz von 10.000 MB/s. Die 2-TB-Variante hat dagegen einen deutlich höheren Schreibdurchsatz von 13.000 MB/s. Damit sind die Schreiboperationen bei der SSD deutlich langsamer als das, was man lesend erreicht.
Verbaut wird die SSD, wie gewohnt, in einem freien M.2/M-Key mit 2280-Formfaktor. Was die Lebensdauer angeht, soll die MARS 980 BLADE 740 TB aushalten und für 2 Mio. Stunden (MTBF) ausgelegt sein. Der Hersteller bietet Käufern außerdem mit 5 Jahren eine durchaus lange Garantie.
Eine Besonderheit der MARS 980 BLADE ist, dass sie mit einer separaten Kühlplatte aus Kupfer geliefert wird. Diese ist auf der einen Seite mit einem selbstklebenden Wärmeleitpad versehen. Auf der Außenseite ist sie mit einem sehr schicken, weiß-goldenen Aufdruck bedeckt, der die SSD sehr edel aussehen lässt. Bei High-End-Boards wird man diese Kühlplatte in den meisten Fällen nicht anbringen, da hier große Kühler der Mainboards verwendet werden, die deutlich mehr leisten und für eine PCIe-Gen-5-SSD die bessere Wahl sind.
SM2508G-Controller
Das Herzstück der NVMe-SSD ist der SM2508G-Controller von Silicon Motion. Dieser wird von TSMC im 6-nm-Prozess hergestellt und beherbergt einen Quad-Core Arm Cortex R8 Prozessor, der für die eigentliche Rechenleistung verantwortlich ist. Der Controller ist für vier PCIe Gen-5-Lanes mit jeweils 32Gb/s Datentransferraten ausgelegt. Er ist in der Lage bis zu acht NAND Channels mit bis zu 3.600 MT/s pro Kanal zu bedienen.
Silicon Motion positioniert seinen SM2508 als High-Performance-Modell in seinem Portfolio. Der Controller ist für maximal 14,5 GB/s Transferraten beim sequenziellen Lesen und 14 GB/s bei sequenziellem Schreiben ausgelegt. Diese Werte liegen damit über denen, die XPG für diese SSD angibt. Weiterhin gibt Silicon Motion 2,5 Mio. bzw. 2,5 Mio. IOPS bei Random Read/Write an.
Der Controller unterstützt außerdem DDR4- und LPDDR4-Speicher. Auf dem PCB finden wir den passenden DRAM-Speicher mit der Kennung SEC 422 K4A4616. Dabei handelt es sich um einen Samsung DDR4-SDRAM-Chip mit 4-Gb-(Gigabit-)Dichte. Laut Spezifikation soll dieser mit 1,2 V arbeiten und in der Revision der 2. Generation ("A" in K4A4616) sein.
ADATA 3D NAND
Für den eigentlichen, nicht-volatilen Speicher greift XPG auf NAND von ADATA zurück, der wohl dennoch zugekauft wird. Die Kennung lautet 600799AE 6305989155. Zu dem Flash lässt sich bei ADATA nichts finden. Es soll sich laut Geizhals um 3D-NAND-TLC-Flash handeln, der über 232 Layer (B58R) verfügt.
XPG MARS 980 BLADE Verpackung und Lieferumfang
Bei der Verpackung setzt XPG den Fokus auf ein starkes Rot und verwendet einen weiblichen Charakter, der Gamer ansprechen soll. Dies funktioniert vor allem in Asien sehr gut und verleiht der MARS 980 BLADE-Verpackung einen netten Touch. Lobenswert ist, dass die Verpackung sowohl außen als auch innen aus Pappe hergestellt ist und damit besonders umweltfreundlich ist.
Die NVMe-SSD wird in der Mitte durch Pappe gehalten und so beim Transport geschützt. Auch das Kühlplättchen ist zusammen mit der SSD in einer Plastiktüte eingepackt. Es ist ansonsten nichts mehr in der Verpackung enthalten.
Testsystem
Als Testsystem haben wir unser altbewährtes System mit Ryzen 9 7950X genommen und dazu das Biostar X670E Valkyrie. Damit gehen wir sicher, dass die Leistung nicht durch PCIe 4 limitiert wird, da wir im PCie 5 Slot testen.
Ryzen 7000 Testaufbau
- CPU: AMD Ryzen 9 7950X
- Mainboard: Biostar X670E Valkyrie
- Grafikkarte: MSI GeForce GT 730
- RAM: Kingston FURY Beast DIMM Kit 32GB, DDR5-5200, CL40-40-40 (KF552C40BBK2-32)
- Netzteil: be quiet Pure Power 11 FM 1.000 W
- Gehäuse: HYTE Y60/Open Testbench
- Betriebssystem: Windows 11 21H2
XPG MARS 980 BLADE in Benchmarks
Für den NVMe-SSD-Vergleichstest haben wir unseren Benchmark-Parcours erweitert. Für einen realistischeren Test, der auch wiederholbare Ergebnisse liefert, nutzen wir neuerdings noch zusätzlich den 3DMark Storage Benchmark, der unterschiedliche Szenarien testet, wie Spieleverhalten und das Kopieren von Spieledaten.
Außerdem haben wir auch PCMark aufgenommen, der wiederum das System als Ganzes betrachtet und beim Kopieren die Durchschnittswerte ermittelt.
CrystalDiskMark Storage Benchmark
3DMark Storage Benchmark
PCMark Drive Performance Consistancy
PCMark setzt auf eine sehr lange Last beim Schreiben, die konstant und über längere Zeit ausgeübt wird. Darum sind die Peak-Werte einfach niedriger, weil die SSD und der Cache an die Grenzen gebracht werden. So soll der Einsatz bei einem Power-User simuliert werden.
ATTO Disk Benchmark (64 MB)
Benchmark-Rating
Die Ergebnisse im Durchschnitt zeigen, dass die XPG MARS 980 BLADE im Ranking auf dem vierten Platz landen kann. Die SSD hat bei Last nicht gedrosselt und konnte konstante Leistung liefern. Da sie aber einen geringeren Schreibdurchsatz bietet, landet sie auf dem sechsten Platz beim Vergleich der Schreibwerte. Damit sollte sie eine solide und zuverlässige SSD in jedem System darstellen.
XPG MARS 980 BLADE Kühler und Temperaturmessungen
Die SSD wird ohne vorinstallierten Kühler verpackt, auch wenn dieser enthalten ist. Wir haben den Kühler nicht gesondert betrachtet, jedoch bietet er eine höhere Kühlfläche und leitet die Abwärme von den Chips und dem Controller ab. Vor allem wenn man keinen Mainbaord-Kühler hat, sollte man diesen aufkleben.
Für diesen Vergleichstest haben wir den großen Alu-Kühler des Biostar X670E Valkyrie Mainboards im NVMe Slot 2 verwendet. Dieser wird von der Grafikkarte nicht direkt blockiert und wird in diesem Test auch nicht aktiv gekühlt. Manche Modelle kamen mit einem vorinstallierten Kühler. In diesem Fall haben wir diesen auch direkt verwendet. In dem Diagramm haben wir entsprechende Hinweise plaziert: Falls ein integrierter Kühler zum Einsatz kam, ist nach dem Namen ein „IK“ (für integrierter Kühler) angehängt.
XPG MARS 980 BLADE Wärmebildaufnahmen
Auf den Wärmebildaufnahmen ist zu sehen, dass der Kühler über der SSD um die 56 °C erreicht hat und die SSD darunter nochmals heißer ist. Darum die Empfehlung, für ordentlichen Airflow im Gehäuse zu sorgen, damit die Abwärme schneller transportiert werden kann. Sie hat nicht gedrosselt und wir haben die volle Leistung über den Test hinweg gemessen.
Fazit zur XPG MARS 980 BLADE
In unserem NVMe-Test mit Vergleich hat sich die XPG MARS 980 BLADE gut positioniert und sich im Ranking weit oben platziert. Bei unseren Benchmarks übertrifft die SSD die angegebenen Daten auf der Herstellerseite bei sequenziellem Lesen mit 14.397 MB/s minimal und beim sequenziellen Schreiben mit 11.352 MB/s deutlich. Die MARS 980 BLADE NVMe-SSD erreicht damit zwar nicht das mögliche Maximum von PCI-Express Gen 5 mit 4 Lanes, jedoch arbeitet sie effizient und wird nicht zu heiß. Auch wenn XPG eine schicke Kühlplatte aus Kupfer mitliefert, die man mittels des selbstklebenden Wärmeleitpads anbringen kann, würden wir Käufern zur Nutzung von größeren Kühlern raten (als eine generelle Empfehlung für PCIe-Gen-5-NVMe-SSDs).
Die Verarbeitungsqualität der MARS 980 BLADE ist hervorragend. Lobenswert ist auch die aufwendig gestaltete Verpackung aus Pappe sowie der geringe Einsatz von Plastik. Die Herstellergarantie von 5 Jahren fällt keinesfalls zu kurz aus und ist positiv. Bei der generellen Preisentwicklung der letzten Monate sind alle SSDs im Preis gestiegen und so ist auch nicht verwunderlich, dass der Preis von ca. 115 € auf 222 € angestiegen (Affiliate) ist. Die Beurteilung des Preises ist damit etwas schwierig, da sie noch immer stark schwanken und höher als gewohnt liegen.
Pro
- PCIe-5.0-Schnittstelle
- Effizienter SM2508G-Controller von Silicon Motion
- Gute Leistung
- Effizient und damit kühl (drosselt die Leistung nicht)
- Kühlplatte im Lieferumfang enthalten
- Hochwertige Verarbeitung
- Minimalistische Verpackung mit wenig Müll
- 5 Jahre Herstellergarantie
Contra
- Schreibdurchsatz geringer der Lesedurchsatz
- Preis










