Corsair HS 80 RGB Wireless Test

Corsair wurde 1994 gegründet und stellte Anfangs im oberen Preissegment Speichermodule her. Mit Einführung der Value Select Produktsparte erweiterte sich das Segment auch auf die unteren Preissegmente. Um das Geschäftsfeld zu vergrößern, wurde das Unternehmen auch auf anderen Schauplätzen rund um den PC aktiv. So ist der Hersteller heute in vielen Segmenten und Preisklassen vertreten, das Angebot reicht unter anderen von Netzteilen, SSDs, USB-Sticks, Tastaturen, Mäusen bis hin zu Headsets. So ist es kaum verwunderlich, dass das Unternehmen 2020 an die Börse ging und weiterhin wächst und gedeiht. Das HS 80 RGB Wireless Headset zeigt heute, was Corsair 2021 zu bieten hat.

Technische Daten (Herstellerangaben)
Treiber 50mm Neodym
Frequenz 2.4Ghz Wireless Reichweite bis zu 30 Metern
Frequenzbereich 20Hz – 40kHz
Impedanz 32 Ohms @ 2.5kHz
Sensitivity 109 dB (± 3 dB)
Mikrofon Typ Omni-directional broadcast-grade
Mikrofon Impedanz 2.2k Ohms
Mikrofon Frequenzbereich 100Hz – 10kHz
Maße 205mm(L) x 97mm(W) x 183mm(H)
Gewicht 411g
Preis 149€ (Stand: 19.08.2021)

Corsair HS 80 RGB Wireless Lieferumfang

Der Lieferumfang

Das HS 80 RGB Wireless Headset (im weiteren Text als HS 80 bezeichnet), kommt in einem gelb schwarzen Karton zu euch. Dieser Karton ist recht steif und schützt das Headset gut vor Transportschäden und kann auch nach dem Öffnen als Transportbox/Aufbewahrungsbox für das Headset weiterverwendet werden. Als Lieferumfang kommt natürlich das HS 80 Headset zu euch, dazu kommt noch ein Dongle, der die kabellose Übertragung zum Headset herstellt, ein USB auf USB-Typ-C Kabel, zum Laden des Headsets und als alternative Direktverbindung zum Rechner, ein kleines Benutzerhandbuch und eine Beschreibung, wie man zur Software für die Dolby Atmos App kommt, liegen dem Karton bei.

Corsair HS 80 RGB Wireless Bügel

Verarbeitung

Der Bügel besteht aus einem leider sehr fingerabdruckempfindlichen Plastik, der direkt aus der Verpackung edel wirkt und das Headset biegsam macht, um es mit Hilfe des elastischen Kopfbandes jeder Kopfform anzupassen. Das Headset besteht an den kritischen Verbindungsstellen zwischen Bügel und den Ohrmuscheln aus Aluminium. Die Verarbeitung des Aluminiums ist sauber und die Farbbeschichtung gleichmäßig und ohne Fehler. Die Lager zum drehen der Ohrmuscheln laufen sauber und haben kein Spiel, was für eine hohe Verarbeitungsqualität des Headsets spricht. Die Polsterung der Ohrmuscheln besteht aus Plüsch und sind sehr präzise am Kopfhörer verarbeitet worden. Alles in allem ist das Headset hervorragend verarbeitet und es gibt keine Qualitätsmängel zu beanstanden.

Corsair HS 80 RGB Wireless Polsterung

Tragekomfort

Beim ersten Aufsetzen des HS 80 fällt einem das leichte Gewicht des Headsets auf, was schon nach kurzer Zeit vergessen lässt, dass man überhaupt eins trägt. Das Plüsch der Ohrmuscheln liegt bequem am Ohr an. Da Plüsch recht gut die Wärme hält, gibt es einen Satz warme Ohren. Was gut im Winter ist, kann aber im Hochsommer nach längerem Tragen etwas unangenehm werden. Die Außengeräusche kommen nur leicht gedämpft ans Ohr, so dass man während des Spielens noch ansprechbar bleibt. Allerdings dringen so auch Lüftergeräusche ans Ohr, was in ruhigen Passagen etwas stören kann. Das Kopfband stellt sich sozusagen „automatisch“ und ohne Zutun des Benutzers, den Druck des Headsets auf die Ohren ein. Was in der Redaktion auch mit verschiedenen Kopfformen gut funktionierte. Wie elastisch das Band über die Lebensdauer bleibt, kann hier nicht bewertet werden, könnte aber bei sehr großen Köpfen ein Problem auf lange Sicht darstellen.

Auch wenn es nicht sofort ersichtlich ist, Corsair hat dafür gesorgt, dass die Ohrmuscheln austauschbar sind. Den Einsatz für die Plüsch-Ohrmuscheln kann man später direkt im Corsair-Shop nachbestellen.

Wird das HS 80 per Dongle angesprochen, kam beim Test in einer Wohnung nach 2 Wänden und ca. 7 Metern im Altbau zu kurzen reproduzierbaren Aussetzern. Ohne Wände blieb die Verbindung im gesamten ca. 10 Meter umfassenden Testbereich ohne Aussetzer.

Corsair HS 80 RGB Wireless Knöpfe/Steuerung

Bedienbarkeit

Der HS 80 macht es sich einfach, wenn es um Bedienbarkeit geht. Ein ausreichend großer Knopf fürs Ein und Ausschalten und ein Drehrädchen für die Lautstärke, das war‘s schon. Hier ist weniger das Mehr, denn mehr braucht es auch nicht an einem Headset für den Gamer.

Corsair HS 80 RGB Wireless Headset 2

Klang

Das Headset kann über USB oder per Dongle betrieben werden, es gibt so gut wie keinen Unterschied bei der Wiedergabe, egal ob per USB oder per Dongle. Wir haben jedoch festgestellt, dass Software von alten Headsets durchaus negativen Einfluss auf die Wiedergabe als USB -Kabel Wiedergabegerät haben kann. Wir empfehlen daher die saubere Deinstallation alter nicht mehr benötigter Software.

Im Reviewers Guide von Corsair werden ein erweiterter Frequenzgang von 20 bis 40.000 Hz angepriesen. Dass das menschliche Gehör nur bei jungen Menschen bis ca. 20.000 Hz reicht, wird dabei unterschlagen. Wir verlassen uns da eher auf unser Gehör und verlassen das Marketing um euch eine Einschätzung der realen, aber subjektiven Eindrücke, zu geben.

Beim ersten Probehören mittels Musik bekommen wir einen Eindruck von den Eigenschaften des verbauten 50 mm Neodym Treibers. Fangen wir im Bassbereich an. Dort bekommen wir Bass geboten. Dieser ist nicht übertrieben prominent, aber er kann sich doch hören lassen. Wir haben jedoch das ein oder andere Lied gefunden, in dem er unterrepräsentiert ist. So ist z.B. bei bestimmten Dub Step Liedern der Bass unserer Meinung nach zu schwach bzw. nicht präsent genug. Dies ist uns jedoch nur in Einzelfällen aufgefallen, sodass es hier Erwähnung finden soll, aber im Großen und Ganzen kommen alle Liebhaber der tiefen Töne in Standardabmischung auf ihre Kost.

Wir trieben es auf die Spitze und erhöhten im Equalizer die tiefen Bassfrequenzen. Dort zeigt sich allerdings, dass es anfängt zu dröhnen und es werden andere Töne verschluckt. Eine Basserhöhung um 2-3 dB bringen den HS 80 nicht aus der Ruhe. Je nach Lautstärke, kann man auch weiter erhöhen. Jedoch kommt es danach auf das Lied an, ob das HS 80 es mitmacht. Bass ist nicht die Paradedisziplin, jedoch Spielt er passabel mit und auch das ist positiv zu bewerten, er übertüncht die anderen Soundbereiche nicht. Die mittleren Töne sind über jeden Zweifel erhaben, sind sauber gespielt und machen richtig Lust auf Vocal Sounds, egal ob Rock oder Techno, hier kann das HS 80 zeigen, was es kann, nämlich richtig sauber Spielen. Das macht im Zusammenspiel mit einem nicht übertriebenen Bass richtig Spaß. z.B. die Titelmelodie vom Mission Impossible, der Bass und die Melodie sind deutlich und vermatschen nicht zu einem Brei. „So muss dat“.

Die hohen Töne macht der HS 80 auch gut mit, so wird z.B. Violine von Lindsay Stirling in Cristallize gut dargestellt und kann sauber herausgehört werden. Ein sehr schönes Beispiel für „das kann er“ ist die Titelmelodie von „The good the bad and the ugly“, dort kommt das Flötenspiel herrlich zum Einsatz und wird sauber gespielt.

Corsair HS 80 RGB Wireless Headset

Klang in Spielen

Beim Einsatz im Spielebereich muss sich das HS 80 verschiedenen Szenarios stellen, in dem verschiedene Thematiken dargestellt werden. Die Testspiele sind: Ori and the will of the wisps, Battlefield V, Control, War Thunder (Fliegerischer Part).

Bei Ori and the will of the wisps fühlt sich das HS 80 zu Hause, hier kann es seine Stärken voll ausspielen. Alle Töne werden getroffen und der Sound zieht einen sehr gut mit ins Geschehen ein und lässt keine Wünsche offen. So soll es sein. Auch bedrohlichere Passagen werden durch das nicht übertriebene Bassfundament sehr gut eingefangen.

Bei Battlefield V hat uns sehr gut das Zusammenspiel aller Bereiche gefallen. Es ist nicht so, dass der Bass nun das alleinige sagen hat, sondern auch während einer Explosion, kann man noch Schüsse wahrnehmen, ob das im Real Life auch so ist, sei mal dahin gestellt, aber es zeigt doch wie der HS 80 auch mit stressigen Situationen umgeht.

Bei War Thunder fehlte uns der Bass, der Wums hier war einfach nur Peng und Puff, statt Krawall und Donner. Hier mussten wir per Equalizer den Bass hervorkitzeln, aber dann war er zufriedenstellend und auch ein Bombermotor klang wie einer und nicht überspitzt gesagt, wie ein 50er Motorradmotörchen. Auch der MG-Sound kam erst nach der Bassanhebung richtig an. Die Ortbarkeit der einzelnen Flieger wurde positiv bewertet.

Bei Control gelingt es hervorragend die düstere Stimmung und das „Geplapper“ der Schwebenden darzustellen. Man kann sich voll und ganz ins Geschehen einziehen lassen. Besonders hervorzuheben ist die Ortbarkeit der einzelnen Sounds, wenn man z.B. einen Gegenstand an sich heranzieht, kann man das näherkommen des Gegenstandes gehörtechnisch gut nachvollziehen und auch die Schüsse des Gegners werden Präzise dargestellt. Hier kann der HS 80 Trumpfen, hier macht ihm keiner so schnell was vor.

Corsair HS 80 RGB Wireless Software 1

Software und die RGB-Beleuchtung

Die Software kann bei Corsair herunter geladen werden. Es ist die iCUE Software, die alle Corsair Produkte miteinander „verbindet“ und noch Überwachungsprogramme für den PC beinhaltet. Sie bietet halt den Vorteil, dass die gesamte Corsair Beleuchtung von einer Zentrale bedient werden kann. Einen Haken hat die Software, sie ist mit 750 MB überraschend groß. Wir betrachten hier jedoch nur den Teil der Software, der das HS 80 betrifft, da es sonst zu umfangreich werden würde.

Ist das Headset per USB Kabel oder der Dongle angeschlossen, wird das von der iCUE-Software erkannt und es werden diese in der Software angezeigt. Klickt man auf das HS 80 Headset, so kann man die RGB Beleuchtung nach den eigenen Vorlieben einstellen oder auch deaktivieren, um Akku zu sparen. Die RGB Beleuchtung kann man auch mit anderen Corsair Produkten verknüpfen, so dass man z.B. gleichmäßiges Farbbild am Arbeitsplatz hat. Die RGB Elemente am HS 80 sind überschaubar, es ist an den Ohrmuscheln je ein Corsair Symbol und am Mikrofonarm ein kleines umlaufendes Band angebracht. Diese lassen sich nicht separat steuern, sondern werden immer als Ganzes angesprochen. Wir für unseren Teil hätten auf das Mikrofonleuchtelement verzichten können, da es sich im Peripheren-Sichtfeld befand und dann immer wieder ablenkte. Letzten Endes haben wir die komplette RGB Beleuchtung deaktiviert. Auch der Dongle hat ein Corsair Logo, welches sich einzeln ansteuern lässt oder in Verknüpfung mit dem Headset gebracht werden kann.

Corsair HS 80 RGB Wireless Software 3

Als zweiten Punkt haben wir noch einen handelsüblichen Softwareequalizer, der ein paar vorgefertigte Profile mitbringt und in dem sich auch eigene Profile anlegen lassen.

Corsair HS 80 RGB Wireless Software 2

Die letzte Einstellung ist die Geräteeinstellung, hier kann man nach Firmwareupdates suchen lassen oder Dinge einstellen, wie z.B. nach wie vielen Minuten ohne Benutzung sich der HS 80 deaktivieren soll oder ob es Statusansagen geben soll z.B. wenn das Mikrofon stumm geschaltet ist.

Corsair HS 80 RGB Wireless Headset mit Mikro

Das Mikrofon

Das Mikrofon befindet sich fest verbaut an der linken Seite (vom Benutzer aus gesehen) des HS 80, es kann mittels hochklappen Stumm geschaltet werden. Der Mikrofonarm ist bis zu einem gewissen Grad flexibel, geht jedoch nach dem man es wieder los lässt, in die Ursprungsstellung zurück. Am Ende des Microfonarms ist ein RGB-Leuchtelement angebracht. Dieses Element lässt sich auch ausschalten und dann geht die Beleuchtung nur an, wenn das Mikro eingeschaltet ist.

Corsair HS 80 RGB Wireless Mikro_eingeklappt

Das Mikrofon nimmt die Stimme recht warm auf und man ist hervorragend zu hören für die Tägliche Kommunikation per Skype, Teamspeak usw. ist das Mikrofon sehr gut geeignet. Wir würden sogar soweit gehen und es auch Anfängern, die Streamen wollen, es zu empfehlen. Falsch macht man damit nichts. Sicher ein leichtes Grundrauschen ist vorhanden, jedoch lässt sich das per Software stumm schalten, wenn man nichts sagt. Und sobald man etwas sagt, ist es so gering, dass es nicht ins Gewicht fällt.

Fazit

Corsair ist hier mit dem HS 80 Wireless ein in fast allen Lebenslagen gutes Headset gelungen.

Kontra:

In ein paar wenigen Fällen könnte der Bass noch etwas stärker zum Tragen kommen. Der größte von den kleinen Fehlern ist, dass das Bassfundament bei bestimmten Situationen etwas zu flau ist. Ein Nachregeln über den Equalizer ist auch nur in Maßen möglich. Das Fingerabdruckanfällige finish des Bügels bedarf einer Materialüberarbeitung, denn nach kurzer Zeit sieht dieser nicht mehr so chic aus, wie direkt aus der Verpackung.

Pro:

Corsair HS 80 RGB Wireless Award Auf der Habenseite stehen ein sauberes Klangbild im mittleren und Höhenbereich, die sich sehen, pardon hören lassen kann. Die Ortbarkeit von Sounds ist hervorragend umgesetzt. Man bekommt eine solide Akkulaufzeit mit ca. 15 - 23 Stunden, je nach Lautstärke. Hier wäre eine kontaktlose Ladestation noch ein richtig gutes Gimmick gewesen, welches leider verpasst worden ist. Ein gutes Mikrofon, welches die Stimme recht warm überträgt und nur ein niedriges Grundrauchen hat, ist in der Welt der Headsets nicht oft anzutreffen und hat uns sehr gut gefallen. Der sehr gute Sitz und die hohe Verarbeitungsqualität möchten wir an dieser Stelle noch einmal hervorheben. Und last but not least, eine Software die mehr kann als andere sind hier die Stärken des HS 80. Das HS 80 Wireless gibt es ab sofort für can 149€.

Daher können wir dem HS 80 RGB Wireless hiermit eine 86% Bewertung geben.