Rheinmetall Aktie bricht um über 15 ein  Bild © SmartbrokerRheinmetall Aktie bricht um über 15 ein (Bild © Smartbroker)

Die Entscheidung, aus dem F126-Projekt auszusteigen, ist auf untragbare Kostensteigerungen zurückzuführen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hat die Übertragung der Rolle des Generalunternehmers an Naval Vessels Lüssern – das mittlerweile zu Rheinmetall gehört – die veranschlagten Kosten für sechs Schiffe auf über 18 Milliarden Euro getrieben. Darin enthalten war ein spezifischer Vertrag mit NVL, dessen Wert auf 15,2 Milliarden Euro geschätzt wurde.

Trotz eines Vorschlags von Rheinmetall vom Mai, das Projekt für 12,8 Milliarden Euro zu übernehmen, entschied sich die Regierung für einen kompletten Kurswechsel. Die Streichung erfolgt, nachdem seit 2020 bereits mehr als 2 Milliarden Euro in das F126-Programm investiert worden waren.

Umstieg auf Fregatten der Meko-Klasse

Die Deutsche Marine wird nun den Schwerpunkt auf die Anschaffung von Fregatten der Meko-Klasse legen, die speziell für die U-Boot-Bekämpfung konzipiert sind. Das Ministerium beabsichtigt, insgesamt acht Schiffe zu kaufen. Für die ersten vier Schiffe sind 6,3 Milliarden Euro veranschlagt, während eine zweite Option für weitere vier Schiffe mit 5,3 Milliarden Euro bewertet wird, sofern diese Option bis Ende 2026 ausgeübt wird.

TKMS hat bereits mit den Vorarbeiten für das Projekt begonnen; die Auslieferung der ersten Fregatte der Meko-A-200-Klasse ist für 2029 geplant. Das Unternehmen hat zudem angedeutet, dass möglicherweise auch andere deutsche Werften einbezogen werden könnten, sollte die Regierung die Option für die verbleibenden vier Schiffe ausüben.

Instabilität bei der europäischen Rüstungsbeschaffung

Diese Verlagerung bei der Beschaffung ist Teil eines breiteren Trends der Volatilität innerhalb europäischer Verteidigungsinitiativen. Deutschland und Frankreich haben kürzlich ihr gemeinsames FCAS-Kampfflugzeugprojekt gestrichen, und das MGCS-Panzerprogramm liegt weiterhin etwa ein Jahrzehnt hinter dem Zeitplan zurück. Inmitten dieser systemischen Verzögerungen und Stornierungen hat der deutsch-französische Panzerhersteller KNDS Pläne für eine Doppelnotierung an den Börsen in Frankfurt und Paris angekündigt. Marktquellen schätzen den Unternehmenswert auf etwa 15 Milliarden Euro.