Linux Kernel Updates (Bild © DALL-E)
Hardware-Integration und Prozessoroptimierungen
Der 7.1-Zyklus bringt wichtige Updates für Hardware der nächsten Generation. Intel hat „Auto Counter Reload“ für Xeon Diamond Rapids aktiviert und Intel FRED als Standard für „Flexible Return and Event Delivery“ festgelegt. Diese Änderung kommt insbesondere Panther-Lake-Systemen sowie den kommenden Diamond-Rapids- und AMD-Zen-6-Prozessoren zugute.
Die AMD-Unterstützung wurde ebenfalls erweitert, unter anderem durch die Einbindung des AMD-SBI-Treibers und neuer SMCA-Banktypen als Vorbereitung auf EPYC-Venice-Prozessoren. Zudem verarbeitet der Kernel nun die AMD-CPPC-Leistungspriorität und dynamisches Raw-EPP effizienter.
Für andere Architekturen bringt Linux 7.1 Echtzeit-Kernel-Builds (RT) für 32-Bit-ARM, wodurch Out-of-Tree-Patches überflüssig werden. Die Version bietet außerdem Unterstützung für 12 neue SoCs auf ARM- und RISC-V-Plattformen und implementiert Highmem-Unterstützung für LoongArch.
Verbesserungen bei Grafik und Dateisystem
Ein Haupt-Highlight von Linux 7.1 ist die Einführung eines neuen NTFS-Treibers. Diese Implementierung soll Linux-Nutzern im Vergleich zu bestehenden NTFS-Optionen überlegene Leistung und einen robusteren Funktionsumfang bieten.
Im Grafikbereich hat Intel damit begonnen, Unterstützung für Nova Lake P-Grafikkarten zu aktivieren, während der Intel Xe-Treiber eine neue User-Space-Schnittstelle erhält, um den Druck auf den Videospeicher und das Out-of-Memory-Verhalten (OOM) besser zu verwalten. AMD-Nutzer werden feststellen, dass GCN 1.1-APUs wie Kaveri standardmäßig auf den AMDGPU-Treiber umgestellt werden. Außerdem ermöglicht der AMDXDNA-Treiber nun Abfragen zum Speicherverbrauch pro Prozess und Berichte zur Leistungsabschätzung für Ryzen-AI-NPUs.
Code-Bereinigung und Entfernung veralteter Komponenten
Um die Kernel-Effizienz aufrechtzuerhalten und die Anzahl der Fehlerberichte für veraltete Hardware zu reduzieren, entfernt Linux 7.1 mehrere veraltete Komponenten. Dazu gehören die Entfernung von ISDN- und anderen veralteten Netzwerktreibern sowie die Einstellung der Unterstützung für Bus-Mäuse und verschiedener PCMCIA-Treiber.
Der Kernel hat zudem damit begonnen, die Unterstützung für die Intel 486-CPU auslaufen zu lassen, indem die anfänglichen Build-Optionen entfernt wurden. Zudem wurde die Unterstützung für Baikal-CPUs und UDP-Lite entfernt.
Sicherheit und Kerninfrastruktur
Die Sicherheit wird durch die Integration von Intel LASS gestärkt, einer Funktion für die lineare Adressraumtrennung (Linear Address Space Separation). Im Bereich der Virtualisierung führt der Kernel experimentelle Unterstützung für pKVM-geschützte Gäste ein. Die Kernleistung wurde durch Verbesserungen am erweiterbaren Scheduler (sched_ext) in Bezug auf inaktive SMT-Siblings sowie durch die Einführung von WQ_AFFN_CACHE_SHARD weiter verfeinert, um die Workqueues für CPUs mit einer hohen Anzahl von Kernen pro Last Level Cache (LLC) zu optimieren. Einige Updates können jedoch zu Leistungseinbußen bei 32-Bit-Systemen führen, da der Kernel 64-Bit-Funktionen priorisiert.
