Hardware Testbericht Eingabegeräte Hardware

Steelseries 6Gv2 im Test

Blickt man zurück in die 90er-Jahre, wird man sich beim Thema PC sicherlich an eine Sache besonders stark erinnern - an die langweilige und trostlose graue Farbe sowie das öde Design; sowohl bei den Gehäusen als auch bei der Peripherie. Mit Beginn des 20.Jahrhunderts wurde dann der Umschwung eingeläutet; bunte Lüfter, Kaltlichtkathoden oder UV-Lichter, mit denen Nutzer ihren Rechner individualisieren konnten. Auch die Eingabegeräte änderten sich, denn sie wurden auffälliger und bekamen LEDs und Makros hinzu. Allerdings können nicht alle Anwender diesem etwas abgewinnen. Daher haben wir heute eine Tastatur ohne jegliches Schnickschnack im Test, die Steelseries 6Gv2.

Steelseries 6Gv2 3

Die 6Gv2 von Steelseries ist eine mechanische Tastatur, die keinerlei Beleuchtung oder Makrotasten besitzt. Was die Tastatur aber dennoch interessant macht und wie sie sich im Detail schlägt, erfahrt ihr in diesem Test. Doch bevor wir beginnen, ein dickes Dankeschön an die Firma Steelseries und die Animo Agency, die uns netterweise ein Testexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Steelseries 6Gv2 1

Der Lieferumfang beschränkt sich bei der 6Gv2 auf die Tastatur, eine Schnellstartanleitung sowie einigen Aufklebern. Da die Tastatur auch über PS/2 angeschlossen werden kann, legt Steelseries gleich einen passenden Adapter mit dazu. Eine Treiber-CD ist für die Installation nicht von Nöten, denn die Tastatur wird bloß angestöpselt, bevor es auch schon losgehen kann. Ähnlich minimalistisch wie der Lieferumfang ist auch die Verpackung, denn hier gibt es nur einen schlichten, schwarzen Karton mit dem Aufdruck der Tastatur, dem Namen und einigen technischen Details in mehreren Sprachen.

  • Cherry MX Black Switches
  • N-Key-Rollover
  • Innenleben aus Metall
  • Steelseries Media-Taste
  • Nicht höhenverstellbar
  • Sehr massiv

Steelseries 6Gv2 4

Wie auch an den Details bereits erkennbar ist, hat Steelseries die Tastatur sehr einfach gehalten. Dennoch braucht sich die 6Gv2 nicht vor der Konkurrenz zu verstecken. Die MX Black Switches haben über den gesamten Anschlag einen sehr gleichbleibenden Widerstand, zudem liegt der Druckpunkt weit oben. Wie bereits angesprochen, lässt sich die Tastatur wahlweise über USB oder PS/2 anschließen. Wählt man den USB-Port, kann die 6Gv2 bis zu sechs Tastenanschläge gleichzeitig verarbeiten (N-Key-Rollover). Technisch bedingt lassen sich aber nur über den PS/2-Anschluss mehr als sechs Tasten gleichzeitig ansteuern. Bereits beim ersten Auspacken fällt auf, wie schwer und massiv die Tastatur ist.

Was jedoch ein wenig fehlt, sind die höhenverstellbaren Füße. Zwar besitzt die Tastatur eine gewisse Neigung, dennoch sind solche kleinen Füße ein „Nice-to-have“. Was ebenfalls sofort ins Auge sticht, wenn die Tastatur vor einem liegt, ist die fehlende Windows-Taste auf der linken Seite. Diese musste einer Steelseries-Symbol-Taste weichen, welche es ermöglichen die Tasten F1-F6 doppelt zu nutzen und können so die Lautstärke regeln, die Musikwiedergabe starten/pausieren und auch Lieder vor- und zurück springen. Diese Doppelbelegung findet man auf mechanischen Tastaturen häufig, um den Geldbeutel zu schonen.

Befassen wir uns nun mit dem nicht vorhandenen Treiber. Ja, ihr habt richtig gelesen, die Steelseries 6Gv2 bietet keinerlei Treiber oder sonstige softwareseitige Einstellungsmöglichkeiten; sprich keine Profile, keine Makros, keine Beleuchtung. Die Devise des Herstellers ist simpel: einfach anstöpseln und loslegen.

Gute vier Wochen haben wir die Tastatur jetzt schon im Praxis-Test und dabei sind uns sowohl positive als auch negative Dinge aufgefallen. Beginn wir mit dem Design und der Verarbeitung: Wie bereits erwähnt, ist die 6Gv2 sehr schlicht gehalten, sie bietet ein simples Tastatur-Design in mattem Schwarz, welches uns sehr gefällt. Die Verarbeitung ist hochwertig, was sich auch im Gewicht der 6Gv2 niederschlägt. Dieses hat jedoch auch seine Vorteile, so liegt die Tastatur stabil auf dem Tisch; ein verrutschen ist so gut wie unmöglich. Das einzige Feature, sofern man es so nennen möchte, ist die nicht vorhandene Win-Taste auf der linken Seite, die einem Steelseries-Pendant weichen musste. Im Alltag macht sich das Fehlen des Windows-Knopfes leider negativ bemerkbar, denn häufig genutzte Kurzbefehle, etwa wie Win+Tab oder Win+1, 2 oder 3 können nicht mehr mit einer Hand ausgeführt werden. Ebenfalls problematisch: die Umgewöhnung von linker zu rechter Win-Taste, um aus Spielen auf den Desktop zurückzukehren. Es wäre in jedem Fall besser gewesen, wenn Steelseries der 6Gv2 eine separate Multimedia-Taste spendiert hätte.

Steelseries 6Gv2 5

Pluspunkte kann die Tastatur beim Schreibgefühl einheimsen, denn das ist jederzeit angenehm. Die MX Black Switches haben zwar kein typisches Klackern wie die MX Blue-Modelle und besitzen zudem einen anderen Druckpunkt, doch die Steelseries 6Gv2 kann hier voll überzeugen. Natürlich bleibt es jedem Anwender selbst überlassen, ob er lieber zu Blue-, Black-, Brown- oder Red-Switches greift; hier spielt das persönliche Empfinden eine große Rolle. Manche Nutzer bleiben schließlich auch dauerhaft lieber bei Rubberdomes. Der Druckpunkt sowie das Schreibgefühl der getesteten Steelseries-Tastatur ist jedenfalls sehr gut und steht in puncto Schreibgefühl selbst teureren Modellen, etwa der Razer Black Widow Ultimate, in nichts nach.

Die Steelseries 6Gv2 ist eine Tastatur für Anwender, die viel schreiben und denen der Komfort des Eingabegerätes wichtiger ist, als unendlich viele Sonderfunktionen. Natürlich eignet sich die 6Gv2, dank des N-Key-Rollover-Features, auch zum Spielen. Letzten Endes ist es Geschmackssache, ob man viele Extras benötigt oder eher dem Minimalismus verfallen ist, in Sachen Schreibkomfort - dem eigentlichen Aufgabenfeld einer Tastatur - kann die Steelseries 6Gv2 jedoch locker mit höherpreisigen Modellen mithalten. Für einen Preis von 80€ (Stand 21.08.2013 /Geizhals.de) bekommt man eine solide und hochwertige Mechanische Tastatur mit schlichtem Design und ohne jeglichen Schnörkel.


Welovetech