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Gaming-Maus Roccat Lua im Test

Früher hat man noch behauptet, die Maus sei das wichtigste Eingabegerät bei einem PC. Zugegeben, eigentlich stimmt das auch. Genau wie auch die Tastatur, setzen diese beiden Geräte den Maßstab für die Rechnersteuerung. Auch wenn Touchpads und Co. immer weiter in den Vordergrund rücken, wird die Maus unserer Meinung nach nie zu ersetzen sein. Doch so weit wollen wir uns aktuell gar nicht aus dem Fenster lehnen. Auf jeden Fall ist die Maus, seit vielen Jahren mit unterschiedliche Funktionen und in unterschiedlichen Formen bzw. Aufmachungen in unseren Leben, sei es als einfache Kugel an einem Terminal oder als Touch-Maus auf unserem Schreibtisch, zu finden.

Ein Bereich ist bei dem Thema Maus am meisten vertreten. Hersteller versuchen mit immer neueren Möglichkeiten und Funktionen, den Gaming Markt weiter für sich zu erschließen. So auch das Unternehmen Roccat. Die neue Lua Gaming Maus will diesmal nicht mit viel Prunk und Tasten punkten, vielmehr stehen ein schlichtes, edles Design sowie Größe und Leistung im Vordergrund.

Doch kann die nun doch einfach anzusehende Lua alleine durch diese Merkmale punkten, oder gibt es grundlegende Dinge, auf welche Roccat lieber nicht verzichten sollte?

 

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei Roccat für die gute Zusammenarbeit und das Lua Testmuster.

Lieferumfang - Roccat Lua Viele namenhafte Hersteller gehen bei der Verpackung einem Standard nach. Jedes Unternehmen spendiert die meisten seiner Produkte eine einheitliche Schachtel. Bei Roccat ist diese schwarz-blau mit einer abgeschrägten Kante. Die Front zeigt die eigentliche Lua inklusive ersten Vorabinformationen. Hier erfährt man beispielsweise schon, dass wir es mit einer 3-Tasten-Maus für Links- und Rechtshänder zu tun haben. Dazu dann aber mehr. Auf der Schrägkante steht wie üblich der Roccat-Schriftzug in Klavierlackoptik. Wenn wir unseren Blick weiter schwenken, lassen sich seitlich und auf der Rückseite Informationen bezüglich Packungsinhalt und Systeminformationen erkennen. Außerdem zeigt uns Roccat hier die technischen Daten der Maus. Alles in allem wirkt die Verpackung auf uns Endverbraucher einfach, aber sehr edel. Beim Lieferumfang ist Roccat sehr sparsam. Ganz im Inneren und extra nochmal eingeschweißt, finden wir neben einer Schnellstartanleitung lediglich die Roccat-ID-Card. Die Card ist für den Online-Login auf der Roccat-Homepage einsetzbar. Außerdem gibt es einige Prozent Rabatt im Online-Store. Beim genaueren Betrachten der Schnellstartanleitung fällt auf, dass diese bereits alles sehr gut und ausführlich erklärt. Weitere Anleitungen sind wirklich nicht nötig gewesen und Roccat hat vollkommen richtig gehandelt, nur dieses eine Dokument zu drucken. Natürlich befindet sich im Inneren der Verpackung auch die Lua selbst, um die es in diesem Review eigentlich geht. Diese ist unter Klarsichtkunststoff vor dem Verrutschen gesichert und optisch schick anzusehen. Doch genug geredet, werfen wir nun einen genaueren Blick auf die Lua.

 

Roccat Lua im Detail Wie schon anfangs erwähnt, will Roccat bei der Lua weniger auf viel Schick-Schnack bauen, sondern das Hauptaugenmerk auf edles, schlichtes Design, Größe und Leistung legen. Aus diesem Grund besitzt die Maus auch nur drei Tasten. Viele Mäuse prahlen immer wieder mit ihren fünfzehn Tasten oder mehr. Roccat versucht, mit der Lua einen anderen Weg zu gehen. Weniger ist mehr, und genau wie auch im richtigem Leben so oft, trifft dies bei der Lua genauso zu. Die ganze Maus designt Roccat in einem dunkelgrauen / schwarzen Farbton. Die Oberseite ist mit einer Softtouch Oberfläche überzogen, was sich sehr gut in der Hand anfühlt. Dafür ist dies natürlich empfindlicher, was Kratzer anbelangt. Seitlich davon sind die Schalen aus Kunststoff hergestellt. Allerdings so gut und edel verarbeitet, dass es sich auch gut und gerne um Aluminium handeln könnte. Die Betonung liegt auf "könnte", es ist und bleibt Kunststoff. Das Roccat-typische Katzenlogo, welches auch bei der Lua den Mausrücken ziert, fängt im Betrieb zu blinken oder leuchten an. Ob es nun etwas Leuchtendes sein muss oder lieber etwas ohne Licht, das liegt immer im Auge des Betrachters. Wenn wir vom Katzenlogo etwas weiter Richtung Kabel gehen, finden wir neben dem DPI-Button auch das Mausrad vor. Dieses ist mit einem Gummiüberzug überzogen und schön griffig. Wenn wir unseren Blick auf die Rückseite werfen finden wir wenig, was für uns im Betrieb ausschlaggebend ist. Die Maus hat zwei große Teflonfüsse anstatt mehreren kleinen und das Roccat-Logo ist schön im Kunststoff eingeprägt. Das schwarze Kabel ist leider nicht umflochten, aber wirkt dennoch hochwertig, genauso wie auch der beigefügte USB-Stecker, welcher dank Prägung das Gerät eindeutig am Rechner identifizieren lässt. Optisch ist die Maus also recht simpel aufgebaut, aber hinterlässt bei uns einen sauberen, edlen und positiven Eindruck. Natürlich kann die Maus alleine rein gar nichts bewirken. Ohne Treiber wäre die Lua wie ein Fallschirm ohne Schirm oder Schnur. Deshalb schweift unser Blick nun in diese Richtung und wir richten die Augen auf die Treibersoftware. Technische Eigenschaften
  • 2000 DPI optischer Sensor
  • 60 ips maximale Geschwindigkeit
  • 20 G Beschleunigung
  • 1000 Hz Polling-Rate
  • 1,8 m USB Kabel
  • 6,4 cm x 11,5 cm (B x L)
  • Gewicht: 70 g plus Kabel
  • für Windows XP, Windows Vista, Windows 7
  • USB 2.0 Schnittstelle
  • Lieferumfang: Roccat Lua Gaming Mouse, Quick-Installation Guide

Treibersoftware Wie heutzutage üblich, und das zu unserer großen Freude, sind keine CDs mehr im Lieferumfang. Diese Treiber waren doch meist schon bei der Auslieferung veraltet und jeder hat sich eh die aktuellste Treiberversion aus dem Netz gezogen. Nachdem wir also alles installiert haben, starten wir im Anschluss den Treiber direkt. Wir erblicken ein Roccat-typisches schwarz-blaues Fenster, welches auf dem ersten Blick bekannt aussieht. Im Main Control Bereich finden wir verschiedene Optionen, die wir bereits aus dem Windows-Treiber kennen. Sei es die Zeigergeschwindigkeit oder die Doppelklickgeschwindigkeit. Aber auch andere Dinge wie die Zwischenwerte des DPI-Buttons lassen sich hier definieren. Auch die Mausradgeschwindigkeit und die Polling-Rate kommen nicht zu kurz. Hat man etwas verstellt und ist unzufrieden, ist es in dem Bereich auch möglich, den kompletten Treiber zu resetten, was sehr nützlich sein kann.

 

Im zweiten Tab "Advanced Control" befinden wir uns in der Zentrale der Knöpfeverwaltung. Insgesamt sechs verschiedene Buttons können wir programmieren und anpassen. Neben den beiden Haupttasten, dem Mausrad und dem DPI-Button, können wir natürlich auch noch Mausrad-vor und -zurück individuell belegen. Der linke Bereich der Software ist für das Licht verantwortlich. Das Katzenlogo auf dem Mausrücken kann komplett ausgeschaltet werden, blinken oder dauerhaft leuchten. Diese Option hat ihre Vorteile. Erinnern wir uns zurück, früher konnte man irgendwelche Blink-Logos gar nicht deaktivieren und auf Dauer hat das schon ein klein wenig genervt. Der Bereich Update/Support bietet lediglich einen Link zur Roccat Homepage an, um aktuelle Treiber zu downloaden. Außerdem wird der User über die aktuell installierte Version informiert und per Online Support Hilfe angeboten.

 

Handling - Roccat Lua Roccats Ziel mit der Lua ist es nicht, in Bereichen wie beispielsweise dem MMO-Gaming vorzudringen. Dafür fehlen ihr vorrangig die Zusatztasten. Nichtsdestotrotz hinterlässt die Lua bei uns positive Erfahrungen in der Handhabung. Der kleine Nager fühlt sich trotz des Kunststoffs sehr edel an und selbst nach stundenlangem Spielen hat man nicht das Gefühl, irgendetwas Ekeliges in der Hand zu haben. Bei der Optik setzt Roccat wieder alle Mittel ein, möglichst schick, aber trotzdem dezent zu bleiben. Mit dem Katzenlogo trifft man unserer Meinung nach genau ins Schwarze. Es müssen nicht zig LEDs sein oder gar 16 Millionen Farben. Wer brauch die auch schon beziehungsweise nutzt diese effektiv? Die Lua kommt "nur" mit 2000 DPI daher. In der heutigen Zeit muss man ehrlich gestehen, dass dies nicht viel ist. Doch es kommt nicht immer darauf an, viel zu besitzen. Die Anzahl der DPI reicht locker für aktuelle Games aus. Sei es nun eine Auswahl aktueller Shooter, Actionspiele oder Rollenspiele. Niemals haben wir Einbußen aufgrund der DPI-Einstellung feststellen können. Sie gleitet immer sehr präzise und punktgenau auf das festgelegte Ziel. Und das sehr leise, fast unhörbar könnte man sagen. Nur bei dem Untergrund Holz machen die großen Gleitfüße leider Probleme und heben die Lautstärke etwas an. Einen ganz großen Pluspunkt hat die Lua aber auch und das ist die Form. Relativ wenige Mäuse der namenhaften Hersteller werden heute so hergestellt, dass sie beidhändig verwendbar sind. Es gibt Ausnahmen, aber in den meisten Fällen ist die rechte Hand bevorteilt. Aus diesem Grund hat Roccat wohl auch auf die Seitentasten verzichtet, weil diese ja sonst an beiden Seiten vorhanden sein müssten. Allerdings hätte Roccat zumindest ein 4-Wege-Mausrad einbauen können. Leider wurde darauf verzichtet und alles bleibt beim Alten. Alles in allem lässt sich das Handling als gut beurteilen. Eine Maus, mit der man definitiv vernünftig arbeiten kann. Also können wir jetzt zum Fazit übergehen.

 

Fazit Roccat treibt mit der Lua Gaming Maus den Markt der Linkshänder wieder ein kleines bisschen nach vorne. Käufer bekommen hier für einen Preis von aktuell nur 28,89€ (Stand: 17.10.2012 / Geizhals) eine kleinflächige Maus, die nicht zu groß aufträgt, die aber alle wichtigen Funktionen bietet, zudem optisch sehr gut aussieht und sauber verarbeitet ist. Für den doch relativ geringen Preis verzichtet man auf den sonstigen Schnick-Schnack, aber bekommt dafür etwas Handfestes. Roccats Ziel war es, eine preiswerte Maus zu kreieren, mit der man trotzdem sehr gut spielen kann. Unserer Meinung nach ein voller Erfolg und die kleinen Ungereimtheiten, wie das fehlende Vierwege-Mausrad oder die großen Teflonfüße, sind bei dem Preis schnell "vergessen". Wer bereit ist, auf Zusatztasten zu verzichten, der sollte sich auf jeden Fall die Lua näher betrachten. Alle anderen müssen sowieso zu Alternativen greifen. Die Lua wird aber definitiv Freude machen. Dank der sehr guten Griffigkeit, der doch geringen Größe und des Fliegengewichts von nur 70 Gramm eignet sie sich auch optimal fürs Gaming an einem Laptop unterwegs. Alles in allem muss jeder selbst wissen, ob die Lua seinen Ansprüchen genügt und am besten vor dem Kauf testen, da jede Hand unterschiedlich in der Größe ausfällt.


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