DDR5 MRDIMMs DDR6 Leistung (Bild © @intelfabs auf X)
Dies funktioniert durch die Integration eines Multiplexers direkt in das Speichermodul. Diese Komponente verwaltet Daten über verschiedene Ranks hinweg, was die Übertragung zwischen Prozessor und Speicher beschleunigt. Intel hat dies bereits mit seinen Xeon 6 Granite Rapids-Chips in die Praxis umgesetzt.
Die Leistungslücke ist groß. Standard-DDR5-RDIMMs erreichen in der Regel maximal 6.400 MT/s. Die erste Generation der MRDIMMs steigert diesen Wert auf 8.800 MT/s und bietet damit eine Bandbreitensteigerung von 37,5 % sowie Kapazitäten von bis zu 256 GB.
Die Roadmap deutet auf noch steilere Steigerungen hin. Module der zweiten Generation sollen 12.800 MT/s erreichen. Bis 2030 soll die dritte Generation 17.600 MT/s erreichen. Das ist fast das Dreifache der Geschwindigkeit der schnellsten derzeit verfügbaren Standard-DDR5-RDIMMs.
Dieser Wandel vollzieht sich zu einer Zeit, in der KI und rechenintensive Workloads die bestehende Infrastruktur stark belasten. DDR6 könnte diese Bandbreitenengpässe zwar lösen, bringt jedoch eigene Probleme mit sich. Insbesondere erfordert es andere Pin-Konfigurationen und ist in der Implementierung kostspieliger.
Eine Analyse von Bernstein legt nahe, dass MRDIMMs ähnliche Übertragungsraten wie die entsprechenden Generationen von DDR6 bieten können. Dies ermöglicht es Unternehmen, ihre aktuellen Servergehäuse beizubehalten und gleichzeitig von Hochgeschwindigkeitsspeicher zu profitieren.
Die Branche bewegt sich zügig auf diesen Standard zu. Intels „Diamond Rapids“ Xeon-7-CPUs, die auf dem 18A-P-Prozess basieren, sollen MRDIMMs der zweiten Generation verwenden. Von AMD wird erwartet, dass das Unternehmen bei seiner auf Zen 6 basierenden EPYC-Venice-Reihe ebenso verfahren wird. Allerdings wird AMD für seine Verano-Chips wahrscheinlich LPDDR5X verwenden, da diese speziell für KI-Inferenz ausgelegt sind.
Beide großen Chiphersteller unterstützen den MRDIMM-Standard, da er offen ist. Diese Zusammenarbeit dürfte dazu führen, dass sich diese Hochgeschwindigkeitsmodule in den kommenden Jahren auf verschiedenen Serverplattformen weiter durchsetzen werden.

