Linux Kernel Updates (Bild © DALL-E)
Stabile Rust-Integration und Entwicklungsrichtlinie
Ein wesentliches Highlight der Version 7.0 ist die Umstellung der Rust-Unterstützung auf den stabilen Status. Im Anschluss an den Linux-Kernel-Maintainer-Gipfel 2025 ist die Phase der experimentellen Implementierung abgeschlossen, wodurch die Rolle von Rust in der zukünftigen Entwicklung des Kernels gefestigt wurde.
Neben dieser technischen Veränderung hat das Projekt eine offizielle Richtlinie bezüglich von Tools generierter Inhalte eingeführt. Diese Dokumentation bietet Mitwirkenden spezifische Leitlinien zur Nutzung von KI-Codierungsassistenten und anderen Entwicklungstools, um Codequalität und Konsistenz sicherzustellen.
CPU und Hardwarearchitektur
Linux 7.0 erweitert die Unterstützung auf mehrere CPU-Architekturen. ARM64 umfasst nun atomare 64-Byte-Lade- und Speicheroperationen, während RISC-V die Erweiterungen Zicfiss und Zicfilp erhält. Für die LoongArch-Architektur wird nun 128-Bit-Atomic-Cmpxchg unterstützt.
Die Virtualisierung wurde zudem über die Kernel-based Virtual Machine (KVM) verbessert, die nun Unterstützung für ERAPS auf AMD Zen 5 und neueren Prozessoren bereitstellt. Darüber hinaus ermöglichen neue x2APIC-Funktionen die Steuerung von „Suppress EOI Broadcasts“ innerhalb von KVM.
Das Update enthält aktualisierte Treiber für mehrere Hardwarekomponenten, insbesondere für den Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 2 und verschiedene PHYs für Apple- und Google-Tensor-Chips. Außerdem wurde Unterstützung für Mediatek Dimensity 6300- und 9200-DMA-Controller hinzugefügt.
Optimierungen bei Dateisystemen und Speicher
Es wurden wesentliche Änderungen an der Dateisystemebene des Kernels vorgenommen. Das XFS-Dateisystem verfügt nun über autonome Selbstheilung, und Btrfs wurde aktualisiert, um direkte E/A für Blockgrößen zu unterstützen, die größer sind als die Seitengröße. Ein neues unveränderliches Root-Dateisystem namens nullfs wurde in das Ökosystem eingeführt.
Weitere Speicher-Updates umfassen die standardmäßige Aktivierung der LZMA-Komprimierung für EROFS und die Hinzufügung großer Folios zu F2FS. Das zram-Subsystem unterstützt nun das Zurückschreiben komprimierter Daten, und das NTFS3-Dateisystem sowie der NFSD-Daemon wurden leistungsmäßig optimiert.
Verbesserungen bei Netzwerk und Sicherheit
Im Bereich Netzwerk bietet Linux 7.0 eine erste Implementierung von Wi-Fi 8 (802.11bn) und aktiviert standardmäßig das NFS 4.1-Protokoll. Außerdem wird die Unterstützung für das AccECN-Überlastungsbenachrichtigungsprotokoll und Netzwerk-Namespaces für VSOCK-Sockets eingeführt.
Zu den Sicherheitsupdates gehören die Einführung der ML-DSA-Post-Quantum-Signaturüberprüfung und der BPF-Token-Zugriffskontrolle für SELinux. Außerdem wurde ein kritischer Sicherheitspatch integriert, um eine seit drei Jahren bestehende Sicherheitslücke im X.509-Zertifikatcode zu beheben, die durch einen Zugriff außerhalb des zulässigen Bereichs verursacht wurde.
Linux-Roadmap und Verfügbarkeit
Linux 7.0 steht auf der offiziellen Website kernel.org und im Git-Repository von Linus Torvalds zum Download bereit. Der Release-Zyklus setzt sich in Richtung Linux 7.1 fort, wobei der erste Release Candidate (RC) für den 26. April 2026 erwartet wird und die vollständige Veröffentlichung für Mitte Juni 2026 geplant ist.
