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Razer Raiju Ultimate im Test

Mit dem Raiju Ultimate sowie dem Raiju Tournament Edition hat Razer bereits im Sommer zwei neue Modelle des bewährten Razer Raiju Controllers für die PlayStation 4 bzw. den PC vorgestellt. Wir haben das mit Razers Chroma Beleuchtung ausgestattete Modell Razer Raiju Ultimate getestet.

Das Layout des Razer Raiju Ultimate folgt dem gängigen Schema eines PlayStation Controllers. Zwei innenliegende Sticks, ein an der linken Schulter angeordnetes Steuerkreuz und vier am rechten Rand angeordnete Aktionstasten. In der Mitte befinden sich seit der aktuellen Konsolengeneration das klickbare Touchpad mit dem Chroma beleuchteten Rand sowie die Options- und Share-Buttons sowie die Home-Taste mit dem PlayStation-Logo.

Razer Raiju Ultimate

Razer Raiju UltimateZusätzlich befinden sich am unteren Rand des Controllers oberhalb des 3,5mm Klinkenanschlusses vier kaum sichtbare Tasten wobei drei von Ihnen mit je einer Status-LED ausgestattet sind. An der Stirnseite des Controllers finden sich die vier obligatorischen Schultertasten sowie die mit M1 und M2 beschrifteten zusätzlichen Tasten.

Razer Raiju UltimateDie Unterseite des Controllers wird durch zwei Paddles, die mit M3 und M4 gekennzeichnet sind, sowie die gummierten Griffflächen dominiert. Zusätzlich befinden sich hier die Arretierungshebel für die analogen Schultertasten L2 bzw. R2 sowie der Wählschalter für den Verbindungsmodus, mit dessen Hilfe zwischen kabelgebundenem Betrieb sowie kabelloser Verbindung mit der PlayStation 4 bzw. einem beliebigen Bluetooth-Gerät gewählt werden kann.

Im Lieferumfang befinden sich ein alternatives D-Pad das eher einem durchgehenden Steuerkreuz entspricht statt der vier standardmäßig montierten Pfeile, ein kurzer Analogstick mit konvexer Daumenauflage sowie ein längerer Stick der ebenso wie die beiden Standard-Sticks mit konkaver Daumenauflage abschließt.

Diese Zusätzlichen Bauteile lassen sich ähnlich wie beim Xbox One Elite Controller mit wenigen Handgriffen austausche, da sie auch hier mittels magnetischer Anziehung auf ihrem Sockel gehalten werden. Abgerundet wird der Lieferumfang durch ein hochwertig gesleevtes angenehm langes USB Kabel das an beiden Enden durch eine Stecker-Kappe geschützt wird und ein Transportcase mit dem Controller, Bauteile und das Kabel sicher und komfortabel verstaut und transportiert werden können. Auch das Case weckt Erinnerungen an den Highend-Controller von Microsoft.

Razer Raiju Ultimate

Bevor wir auf den nachfolgenden Seiten mit dem eigentlichen Test beginnen, möchten wir uns herzlich bei Razer für die Bereitstellung des Controllers bedanken!

Zu den großen Verkaufsargumenten teurer Controller gehört in der Regel die Möglichkeit, den Controller an die eigenen Bedürfnisse und Wünsche anzupassen. Mit einem alternativen D-Pad und zwei austauschbaren Sticks bietet Razer hier einige Möglichkeiten um die Hardware anzupassen.

Sowohl die ab Werk montierten Bauteile als auch die mitgelieferten Alternativen sind hochwertig verarbeitet und passen perfekt auf den Controller. Der Stick mit der konvex gewölbten Daumenauflage hat die gleiche Länge wie die Standard-Sticks, der andere mitgelieferte Stick mit konkaver Daumenauflage ist deutlich länger. Hier entscheidet letztlich der persönliche Geschmack, welche Sticks man verwenden möchte.

Razer Raiju Ultimate

Schade ist allerdings, dass nur ein langer und ein konvexer Stick mitgeliefert werden, so kann man die Sticks nicht paarweise ersetzen.

Razer Raiju UltimateEin weiteres Feature durch das Gaming-Peripherie in der Vergangenheit immer wieder auf sich aufmerksam machen will ist die Verwendung von Profilen. Auch der Razer Raiju Ultimate bietet die Möglichkeit zwischen vier Profilen zu wechseln. Der Wechsel des Profils lässt sich mit der Profil-Taste, das ist die erste Taste von links unterhalb der Sticks, erledigen. Dass das Profil gewechselt wurde, erkennt man daran, dass die LED über der Profil-Taste und die Umrandung des Touchpads in der Profil-Farbe aufleuchten.

Hält man die Profil-Taste einige Sekunden gedrückt beginnt die LED zu leuchten, dann kann eine der konfigurierbaren Tasten mit einem Tastendruck einer anderen Taste belegt werden. Dafür muss der Profil-Button gehalten werden, dann wird der zu belegende Knopf, also eins der Paddles oder eine der zusätzlichen Schultertasten, gehalten werden und dann wird der Knopf der darauf abgebildet werden soll gehalten bis der Controller vibriert. Danach ist die Belegung der Zusatztaste abgeschlossen. Jede der Zusatztasten kann für jedes Profil entsprechend belegt werden.

Razer Raiju Ultimate

Über die kostenlos für Android und iOS erhältliche Razer Raiju App können die Tastenbelegungen und auch die Chroma-Beleuchtung nach Wunsch konfiguriert werden wenn der Controller per Bluetooth mit dem entsprechenden Gerät gekoppelt ist. In der App können auch neue Profile erstellt oder von Standardprofilen abgeleitet werden.

Die Verwendung an der PlayStation 4 ist mit USB oder Bluetooth möglich, auch am PC stehen beide Anschlussvarianten zur Verfügung. Für die Kopplung mit einem Mobilgerät steht Bluetooth ebenfalls zur Verfügung.

Razer Raiju UltimateVorsicht ist allerdings beim Anschluss mit einem beliebigen USB-Kabel, bzw. dem Versuch dieser Anschlussmethode, geboten. Da Razer den Port beim Plastik rund um den USB-Port einen eigenen Formfaktor verwendet hat, kann nicht jedes beliebige USB-Kabel angeschlossen werden.

Razer Raiju Ultimate

Für die Verwendung an der PlayStation 4 kann dann in vergleichbarem Umfang mit den Standard-Controllern an der Konsole konfiguriert werden.

Für die Verwendung am PC lag aus unserer Sicht eine Unterstützung des Controllers in Razer Synapse nahe, diese ist jedoch nicht gegeben. Für eine komfortable Konfiguration des Controllers empfehlen wir dringend, diese über die App durchzuführen und den Controller dann nur noch an PC oder PlayStation 4 anzuschließen.

Die Analogsticks bieten guten Griff und einen angenehmen Bewegungsspielraum. Sie bieten ordentlichen aber nicht übertriebenen Widerstand, sodass man auch in hektischen Situationen die Kontrolle behält. Die Trigger lassen sich dank eines gewissen Wiederstands gut dosieren und lassen sich mit den Sperrhebeln problemlos in Schnellfeuertasten verwandeln. Auch die oberen Schultertasten sind gut zu bedienen. Die Paddles an der Unterseite sind groß gestaltet und durch leichte Wölbung auch gut zu betätigen. Die Gefahr sie aus Versehen zu bestätigen ist nach kurzer Eingewöhnung nur noch theoretisch. Alle nicht dosierbaren Tasten überzeugen durch einen klaren Druckpunkt mit leisem aber angenehmem Klickgeräusch, sodass man ein wenig an Gaming-Tastaturen mit mechanischen Schaltern erinnert ist. Im Zusammenhang mit den Aktionstasten spricht Razer von Mecha-Taktilen Buttons.

Razer Raiju UltimateMit dem Raiju Ultimate hat Razer einen hochwertigen, robusten und vielseitigen Controller vorgelegt, der zurecht im oberen Preissegment platziert wurde. Die Haptik und Verarbeitung des Razer Raiju Ultimate sind erstklassig. Auch das Kabel und die mitgelieferten Teile zur Individualisierung sind optimal umgesetzt. Dass die Alternativ-Sticks nicht paarweise dabei sind trübt diesen großartigen Eindruck ein kleines Bisschen. Gut gefällt uns allerdings, dass Razer dem Kabel eine Fixier-Hilfe in Form eines Gummibands spendiert hat, so neigt das Kabel nicht dazu sich ungefragt selbst zu entfalten. Controller und Zubehör finden in einem hochwertigen stabilen Case platz, auf dessen Oberseite ebenso wie auf dem Touchpad das Razer-Logo in einer edlen Schwarz-auf-Schwarz Optik prangt.

An der PlayStation 4 zeigt der Razer Raiju keine Schwächen, einzig das gegenüber dem DualShock 4 erhöhte Gewicht von 352 Gramm (DualShock 4: 210 Gramm) könnte bei sehr langen Gaming-Sessions irgendwann auffallen. Wer einen hochwertigen und anpassbaren Controller für die PlayStation4 sucht, sollte den Razer Raiju Ultimate auf jeden Fall in die Auswahl aufnehmen.

Razer Raiju Ultimate

Razer Raiju Ultimate AwardAuch die Verwendung mit dem PC ist problemlos möglich, ohne Treiberinstallation ist der Controller unter Windows 7, 8 und 10 sofort mit Steam kompatibel (jedoch sind so keine Belegungen der Sondertasten möglich), ein Treiber für Spiele ohne Steamsupport kann bei Bedarf heruntergeladen werden. Als reinen oder hauptsächlichen PC-Controller können wir den Razer Raiju Ultimate nicht empfehlen, der fehlende Treiber-Support macht die Konfiguration umständlicher als sie, insbesondere in dieser gehobenen Preisklasse, sein müsste.

Positiv bleibt anzumerken, dass der Controller bei Bedarf als USB-Soundkarte agiert, sodass man ein Headset mit Klinkenanschluss bequem an den Controller anschließen kann.

Insgesamt macht der Razer Raiju Ultimate, der gegenwärtig für rund 200€ erhältlich ist, einen sehr guten allerdings noch nicht perfekten Eindruck. Mit Treiber-Support, der Möglichkeit jedes Kabel nach USB-Norm anzuschließen und paarweise einsetzbaren Alternativ-Sticks wäre er perfekt. Wir geben dem Razer Raiju Ultimate eine Bewertung von 89%.


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