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Counter-Strike: Global Offensive im Test

Der Titel Counter-Strike sollte im Jahr 2012 im Bereich des E-Sports kaum einem Spieler unbekannt vorkommen. Es ist schliesslich einer der erfolgreichsten Taktik-Shooter aller Zeiten.  Wenn man sich dazu mal die Spielerzahlen von Plattformen wie der ESL ansieht wird schnell klar, dass selbst nach über zehn Jahren das Spiel für viele nicht den Reiz verloren hat. Immerhin geht es im Bereich des Pro-Gamings immer noch um Unsummen von Preisgeldern und das ist nicht nur in der ESL so, auch viele Turniere wie die World Cyber Games oder die Intel Extreme Masters schreiben immer noch hohe Preisgelder aus.

Am 8.November 2000 wurde erstmals Version 1.0 von Counter-Stike veröffentlicht, damals noch über den Publisher Sierra Games. Entwickler des Spiels war und ist Valve, in Kooperation mit Hidden Path. Nach der Version 1.0 folgten diverse Updates bis hin zur finalen Version 1.6. Am 1. November 2004 erschien dann der Nachfolger Counter-Strike:Source. Counter Strike Global Offensiv Dieser kam mit einer neuen Engine, welche den meisten der 1.6 Spieler gar nicht gefiel, so bildete sich bei Source schnell eine eigene Fanbase um das Spiel und die beiden Titel laufen nun seit über sechs Jahren parallel in allen großen Ligen und auf Turnieren recht erfolgreich.

Counter-Stike Global Offensive war ursprünglich eine Portierung von Counter-Strike: Source auf die Xbox 360. Als der Publisher jedoch gemerkt hat, wie viel Potential dahinter steckte begann man im Jahr 2010 mit der Programmierung für ein eigenständiges Spiel. Die offizielle Ankündigung diese neuen Spiels erfolgte jedoch erst im Mai 2011. Kurz darauf, im November 2011 öffnete schon die Closed Beta und unmittelbar nach der Gamescom 2012 erreichte die fertige Version des Spiels den Markt.

Anforderungen und Performance

Wie bei allen neuen Spielen ist auch bei Counter-Strike: Global Offensive die Frage „läuft es auf meinem Rechner“ für viele Spieler von Bedeutung. Wir haben den neuen Shooter auf zwei Rechnern unterschiedlicher Leistungsklassen getestet um einen Überblick über den tatsächlichen Hardwarebedarf zu ermitteln.

Counter Strike Global Offensiv

Bevor wir zu unseren Ergebnissen und unserem Testverfahren kommen, hier die offiziellen Systemanforderungen:

Mindestanforderungen Test-System 1 Test-System 2
Prozessor (CPU) Intel Core 2 Duo mit 2,4 GHz oder äquivalente AMD CPU Intel Core i3-2350M mit 2,30 GHz Intel Core i5-2500K mit 4 GHz
Arbeitsspeicher (RAM) 1 Gigabyte 4 Gigabyte 8 Gigabyte
Grafikkarte (GPU) Direct X 9.0c, Pixel Shader 3.0 &256 MB VRam AMD Radeon HD 7470M AMD Radeon HD 6970
Betriebssystem (OS) Windows XP Windows 7 64-Bit Windows 7 64-Bit
Festplattenspeicher (HDD) 7,6 Gigabyte 7,6 Gigabyte 7,6 Gigabyte

Der aufmerksame Leser hat festgestellt, dass es sich bei System 1 um ein Notebook handelt. Damit die Leistungswerte nicht durch die Beschränkungen des integrierten Bildschirms verzerrt werden haben wir auf System 2 die gleiche Auflösung von 1366 x 786 Pixeln verwendet. Counter Strike Global Offensiv So konnten wir das Spiel auf beiden Rechnern mit maximalen Details und einer gleichen Auflösung spielen. Wir haben 30 Runden mit Bots auf der Map Dust 2 gespielt und die Leistung in Bildern pro Sekunde (Frames per Second, FPS) gemessen. Als zusätzliche Vergleichsgröße für höhere Auflösungen haben wir auf System 2 auch einen Test in Full HD Auflösung (1920 x 1080 Pixel) durchgeführt.

Diese Zahlen zeigen, wie gut sich Valve darauf versteht, eine frische Optik und jede Menge Spielspaß auch auf schwächeren Systemen zum Laufen zu bekommen. Hier kommt vermutlich die jahrelange Optimierung der Source Engine zum Tragen. Damit sollte niemand, der ein halbwegs aktuelles System besitzt, Probleme mit der Spielbarkeit auf seinem Rechner haben.

Angefangen bei der Engine kann man sagen, dass Global Offensive die Source Engine vom gleichnamigen Vorgänger beibehält. Dennoch gibt es große Unterschiede zum Vorgänger. So tragen die Models zwar noch die gleichen Namen, sind aber im Vergleich optisch viel Detailreicher geworden. Das gleiche gilt für die Maps von Counter-Strike:Global Offensive. So wurden wesentlich mehr Texturen in die Maps eingebracht die das Ganze optisch noch ansprechender machen. Man kann schon sagen, dass Valve einiges aus der Source Engine raus geholt hat.

Counter Strike Global Offensiv

Die Waffensounds in Counter-Strike:Global Offensive haben nur kleine Updates erhalten, sie klingen gut und die einzelnen Waffen sind auch akustisch gut unterscheidbar. Vergleicht man Counter-Strike: Global Offensive mit anderen aktuellen Shootern muss sich Valve jedoch ein wenig Kritik gefallen lassen: der Platzhirsch Battlefield 3 kann mit realistischeren Sounds punkten. Dies ist jedoch kein besonderes Problem, da sämtliche Counter-Strike Titel ein ganz anderes Konzept verfolgen als die Battlefield-Reihe.

Counter Strike Global Offensiv

Abgesehen von den Waffensounds hat sich in Global Offensive aber noch etwas anderes geändert. Nämlich die Genauigkeit mit der man den Gegner durch Sounds wie Laufgeräusche oder das abfeuern der Waffe lokalisieren kann. Jeder Spieler kann durch die Optionen sein Sound so anpassen wie es ihm am besten gefällt beziehungsweise so wie er am besten zurechtkommt. Die Präzision ist dadurch gestiegen und bietet dem Spieler so besser als sein Gegenüber zu sein.

Im Direktvergleich zu Counter-Stike 1.6 braucht man nach unserer Auffassung keine großen Worte über die Grafik verlieren. Hierbei geht es mehr um Feineinstellungen wie die Flugbahn von Granaten, das Recoil der Waffen oder die Hitboxen der Gegner. Einige Funktionen sind im Vergleich zu Source wieder hinzugekommen, andere jedoch auch verschwunden oder haben sich drastisch geändert. Counter Strike Global Offensiv Das Recoil für ehemalige 1.6 Spieler ist wohl mit eins größten Änderungen. Gerade bei Waffen wie der AK-47 oder der AWP merkt man das. So war es in 1.6 noch möglich durch den "Quick-zoom" Gegner zu treffen ohne sie vorher groß anzuvisieren. Dies ist in Global Offensive nicht mehr möglich.

Durch den neu hinzugekommen Molotov-Cocktail bzw. Die Brandgranaten, je nach Auswahl ob man Terrorist oder Anti-Terrorist wählt, ergeben sich viele neue Taktiken und Strategien. So ist man beispielsweise auf der Map de_Inferno als Anti-Terrorist ziemlich im Sandkasten gefangen sofern ein Terrorist aus der erhöhten Position des Hauses einen Molotov-Cocktail in diesen schmeißt. Für die Anti-Terroristen ist dieser jedoch ebenfalls sehr nützlich um schnellen Spielzügen entgegen zu wirken und sich somit neu zu positionieren.

Counter Strike Global Offensiv Um das Thema Maps anzusprechen muss man als 1.6 Spieler wirklich mit viel Umgewöhnung kämpfen. Maps wie de_Train oder de_Inferno, die in Ligen zum Standart Map Pool gehören, können einem alt eingesessen Spieler ungewohnt vorkommen und brauchen eine gewisse Phase zur Eingewöhnung. Mit den Jahren kommt die Erfahrung, so auch bei Valve. Bugs wie der sogenannte „Russenduck“, der „Bunnyhop“ oder „Edge-bug" auf de_Nuke sind gänzlich aus dem Spiel verschwunden. Was geblieben ist, ist die Möglichkeit seine Spielerconfig je nach Wunsch anzupassen. Seien es nun die Netsettings, das Fadenkreuz oder die Haltung der Waffe in der linken bzw. rechten Hand. Ob sich dadurch in Counter-Stike Global Offensive Vorteile verschafft werden wird man sicherlich mit der Zeit noch herausfinden.

Vergleicht man Counter-Strike: Global Offensive mit seinem direkten Vorgänger, Counter-Strike: Source fallen die grafischen Unterschiede natürlich deutlich geringer aus als im Vergleich  zwischen CS:GO und CS 1.6.

Counter Strike Global Offensiv

Auch die akustischen Unterschiede zwischen den beiden Spielen, die zumindest im Ansatz auf der gleichen Engine basieren, sind überschaubar. Wie wir bereits dargelegt haben, sind die Sounds von Counter-Strike: Globe Offensive aktuell, ohne dabei das äußerste der heutigen Spielentwicklung auszureizen.

Deutlich spürbarer sind die Unterschiede im Gameplay. Counter-Strike: Global Offensive weist eine besondere Eigenschaft auf, die man im Zeitalter von Casual Games und Animationsverzögerungen oft vergebens sucht: es ist schnell. Genauer gesagt fühlt sich Counter-Strike: Global Offensive deutlich schneller an als Counter-Strike: Source. Wir sind uns in unserer Redaktion nicht ganz einig ob es sich dabei um eine gute oder schlechte Entwicklung handelt.

Counter Strike Global Offensiv

Ansonsten hat sich die Spielphysik in einem überschaubaren Maß weiter in Richtung Realismus entwickelt ohne dabei den Spielspaß aus den Augen zu verlieren. So sind z.B. die Flugkurven von Granaten deutlich realistischer als beim unmittelbaren Vorgänger..Counter-Strike: Global Offensive macht, auch wenn dies nicht wirklich der Entwicklungsgeschichte (die wir in der Einleitung vorgestellt haben) entspricht, im Vergleich mit CS:S den Eindruck einer ausgewogenen und mit Bedacht entwickelten Fortsetzung der Reihe ohne dabei wirkliche Neuerungen zu bieten.

Auch wenn die Überschrift dieser Seite dies suggeriert haben wir es in Counter-Strike: Global Offensive nicht mit wirklich neuen Spielmodi zu tun. Dennoch bietet das Spiel clientseitig mehr Spielmodi als die Vorgänger. Der Client von Counter-Strike: Source bietet z.B. ausschliesslich die Möglichkeit Spiele im fest mit der Map verbundenen Modus zu eröffnen. Handelt es sich bei einer Karte um eine de_ bzw. cs_ Map muss man dementsprechend die Bombe legen bzw. entschärfen oder die Geiseln bewachen bzw. sie aus der Hand der Terroristen retten.

Counter Strike Global Offensiv

Das hat sich zwar auch mit Counter-Strike: Global Offensive nicht wirklich geändert, denn nach wie vor ist der grundsätzliche Spielmodus fest an die Map gebunden. Dennoch hat man die Spielmodi modifiziert und erweitert. Ein einfaches Endlosspiel auf einer Karte gibt es nun nicht mehr. Eine Runde in den klassischen Spielmodi endet wenn ein Team mindestens 16 und damit die Mehrheit von 30 Runden gewonnen hat. Nach der 15. Runde wechseln die Teams die Seiten.

Counter Strike Global Offensiv

Neu unter den vorgefertigten Spielmodi ist „Wettrüsten“. Dieser Spielmodus ist eine fest eingebaute Variante des früher nur über zusätzliche Maps verfügbaren Gungame-Modus. Hier müssen die Spieler der Reihe nach Gegner mit bestimmten Waffen eliminieren. Der Spieler der zuerst alle Waffen erfolgreich benutzt hat gewinnt die Runde.

Der Spielmodus „Zerstörung“ stellt eine abwechslungsreiche und spaßige Mischung aus den klassischen Spielvarianten und Gungame dar.

Eine weitere Neuerung, neben den veränderten Spielmodi stellt das veränderte Belohnungssystem für den Spielmodus „Klassischer Wettkampf“. Ab sofort bekommt man für einen Kill mit bestimmten Waffen mehr und mit anderen weniger Geld als es „normal“ wäre. So werden beispielsweise Kills mit der P90 mit 300% der eigentlichen Belohnung, also 900$ belohnt. Umgekehrt wird man, wenn man einen Gegner mit Hilfe der AWP ausschaltet, nur mit 50$ belohnt. Diese Veränderung beeinflusst natürlich das taktische Verhalten der Teams zu Beginn des Spiels. Man sollte die Information, welche Waffe wie viel Belohnung einbringen kann, beim kaufen der Waffen und der Abstimmung im Team berücksichtigen. Die Informationen über die unterschiedlichen Belohnungen erfährt man aus dem Buymenü.

Counter Strike Global Offensiv

Counter-Strike: Global Offensive ist ein gutes Action-Spiel. Sowohl längere Spielesessions als auch kurze Runden zwischendurch sind problemlos möglich und bringen reichlich Spaß. Counter Strike Global Offensiv Man muss natürlich das gewohnte Gameplay der Vorgänger und das Genre an sich mögen, dann jedoch kann Counter-Strike: Global Offensive lange unterhalten.

Das Spiel hat zwar die eine oder andere Schwäche, hier wäre nicht zuletzt der Mangel an Innovation zu nennen, aber die Stärken die vor Allem in der leichten Zugänglichkeit des Gameplays liegen gleichen dies ohne Probleme aus.

Counter-Strike: Global Offensive ist gegenwärtig für 13,99€ über Steam erhältlich. Unserer Ansicht nach ist dies ein fairer Preis, für ein Vollpreis-Spiel bietet CS:GO nicht genug, dennoch merkt man den Aufwand den Valve in die Entwicklung gesteckt hat. Und stundenlanger Spielspaß darf durchaus auch etwas kosten.

Nach Berücksichtigung all dieser Aspekte erhält Counter-Strike: Global Offensive von uns die folgende Wertung:

Counter Strike Global Offensiv

Counter Strike Global Offensive Award

Wir können Counter-Strike: Global Offensive vorbehaltlos für Actionfans empfehlen. Anbei die Stärken und Schwächen noch einmal im Überblick:

Stärken:

  • Ansprechende Grafik bei guter Performance auch auf schwächeren Rechnern
  • Ordentlicher Sound
  • Jede Menge Spielspaß ohne große Lernphasen dank bewährtem Spielprinzip
  • Günstiger Kaufpreis

Schwächen:

  • Die Kommentare der Bots
  • Kein technischer Bereich des Spiels kann sich mit aktuellen Highend-Spielen messen
  • Wenig bis gar keine Innovation

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