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DAC mit schönem Klang

Creative Sound Blaster X3 - externe USB-Soundkarte mit A/D-Wandler im Test

Früher waren Soundkarten Zusatzkarten, das, was jeder haben wollte. Seit dieser Zeit ist Creative Labs vielen im Gedächtnis geblieben. Heute hat jeder PC und jedes Notebook eine integrierte Soundkarte und so lassen sich Hersteller deutlich mehr einfallen, um dedizierte Geräte zu verkaufen. In wie weit ein DAC bzw. externe Soundkarte einen Vorteil bietet, möchten wir mit dem Test der Creative Sound Blaster X3 klären.

Creative Sound Blaster X3

Einleitung

Auch wenn man sich an die integrierten Soundkarten gewöhnt hat, kommt dennoch der Wunsch nach mehr Flexibilität und Vielfalt auf. Im Gegensatz zu integrierten Lautsprechern, erscheinen die integrierten Soundkarten vermlutlich für viele Nutzer als ausreichend. Mit der Creative Sound Blaster X3 schauen wir uns eine externe Lösung an, die einen integrierten D/A-Wandler (DAC) hat und auch als Kopfhörerverstärker fungiert.

Die 129 x 129 x 40 mm große Box sieht vom Design her sehr ansprechend aus und ist wie gemacht für den Einsatz auf dem Arbeitstisch. Dabei muss sie sich keinesfalls verstecken. Die integrierte LED-Beleuchtung dient dabei als hilfreicher Signalgeber für ausgewählte Kanäle und das derzeitig ausgewählte Profil.

Creative Sound Blaster X3

Regler mit guter Haptik

Der Mittelpunkt der Sound Blaster X3 ist der große Regler in der Mitte. Der gestufte Regler fühlt sich sehr hochwertig an und ist durch die indirekte Beleuchtung toll in Szene gesetzt. Der Ring um den Regler signalisiert beim Einschalten des Mikrofons durch rote Beleuchtung, dass man gerade live ist. Beim blauen Leuchten ist die Soundkarte aktiv und eingeschaltet. Im Bluetooth-Pairing-Modus blinkt er weiß. Das Gesamtbild wird durch die Beleuchtung maßgeblich geprägt.

Creative Sound Blaster X3

Anschlüsse

Die Sound Blaster X3 wird per USB an den PC, Notebook, Nintendo Switch oder Playstation 4 angeschlossen. Auf der Rückseite der Sound Blaster X3 ist dafür eine USB-C Buchse vorgesehen. Damit kann man sie auch mit einem USB-C-zu-USB-C-Kabel mit modernen Notebooks und PCs verbinden. Da das Signal digital ist, hat man so oder so keine Einschränkungen, Interferenzen oder Leistungsverluste - solange das Kabel hochwertig genug und nicht zu lang ist. Der Anschluss des USB-Kabels ist Pflicht, weil die Soundkarte darüber gespeist und gesteuert wird.

Creative Sound Blaster X3

Man kann dazu noch ein optisches SPDIF-Kabel anschließen, um das digitale Signal aus der Soundkarte weiter zu speisen. Vier weitere Ausgänge sind für den Anschluss von 7.1 Lautsprechern vorgesehen. Das obligatorische 3,5 mm Klinke-Kabel für Line-in ist hier auch vorzufinden.

An der Front schließt man dann Kopfhörer und das Mikro per Klinke an. Beide sind weit voneinander entfernt und symmetrisch angeordnet.

Spezifikationen:

Creative Sound Blaster X3
Kompatibität
Windows, Mac, PS4, Nintendo Switch
Max. Qiedergabequalität
Playback Resolution (Stereo): PCM 16/24/32-bit / 48.0, 96.0, 192.0 kHz, Playback Resolution (Optical Out): PCM 16/24-bit / 48.0, 96.0, 192.0 kHz, Surround 7.1: PCM 16/24/32-bit / 48.0, 96.0, 192.0 kHz, Dolby Digital Live: 16-bit, 48.0 kHz
Max. Aufnahmequalität
Line-in: 16/24-bit, 48.0, 96.0, 192.0 kHz
Mic-in: 16/24-bit / 48.0, 96.0, 192,0 kHz
What-U-Hear: 16/24-bit, 48.0, 96.0, 192.0 kHz
Vertigung
12 nm
Blockierte Slots
2
Stromversorgung
USB Typ C
ADC
Dynamikbereich: 104 dB, THD+N: 0.0017%
DAC
Dynamikbereich (Stereo): 115 dB, THD+N (Stereo): 0.0004%
Audiotechnologien
CrystalVoice
Kopfhörerverstärker
Kopfhörerimpedanz: 32 – 600Ω, Niedrig-Verstärkung: 32 - 149Ω (1.2V RMS @ 32Ω, 1.5V RMS @ 150Ω), Hohe Verstärkung: 150 - 600Ω (2.3V RMS @ 150Ω, 2.9V RMS @ 600Ω)
Eingangsoptionen
1 x 3,5 mm Ausgang vorne, 1 x 3.5 mm Buchse (Line-Eingang), 1 x 3.5 mm Buchse (Side Out), 1 x USB Type-C port for PC / Mac, 1 x 3.5 mm Klinke (Hinten), 1 x 3.5 mm Ausgang für Center-Lautsprecher/Subwoofer, 1 x 3.5 mm Kopfhörer-/Headsetbuchse, 1 x 3.5 mm Ext. Mic Eingangsbuchse, 1 optischer TOSLINK-Ausgang
Dynamikbereich (DNR)
115 dB
Abmessungen
129 x 129 x 40.6 mm
Gewicht
330g
Preis
Stand: 21.03.2020
110€

Wir haben unser Testmuster der Soundkarte von der PR-Agentur von Creative gestellt bekommen. Die Bereitstellung hatte keinen Einfluss auf die Bewertung und Objektivität des Tests genommen.

Creative Sound Blaster X3

Lieferumfang und Verpackung

Bei der Sound Blaster X3 fällt der Lieferumgang nicht sonderlich üppig aus, wie man es auch erwarten würde. Neben der Haupteinheit gibt es Handbücher und das für den Betrieb notwendige USB-C-Kabel. Die Kartonverpackung ist dick genug und außen ansprechend bedruckt. Sie bietet genügend Schutz beim Transport und wird nicht durch unnötige Folie überzogen.

Creative Sound Blaster X3

Testumgebung

Wir haben den Test auf einem Windows 10 PC und iMac 27“ 5k gemacht. Auf beiden lief alles auf Anhieb, ohne dass irgendwelche Treiber geladen werden mussten. Getestet wurde mit Spotify auf höchster Qualität und mit iTunes WAVE und MP3-Dateien sowie in Spielen. Als Kopfhörer sind die audio-technica ART-Monitor ATH- A900 Kopfhörer (40 ohms, 101 dB/mW, 5 – 40,000 Hz, 53 mm Driver) verwendet worden.

Creative Sound Blaster X3

Klangbild und Soundqualität

Wo es wirklich drauf ankommt bei einer Soundkarte, ist der Klang. Beim Einschalten ist der Super X-Fi-Modus (SXFI) an und der hat es echt in sich! Die Stimmen hören sich klarer an und auch Musik klingt deutlich zentrierter und präziser. Es klingt keinesfalls wie ein einfacher Equalizer. Jegliche Art von Musik klingt besser und auch in Spielen wollte man nicht zu dem normalen Modus wechseln. Was dieser Modus im Grunde macht, ist es den räumliche Klang Kopfhörern deutlich zu verbessern.

Bei dem Spiel Escape from Tarkov, wo es auf präzisen Klang ankommt, konnte man merkbare Verbesserung feststellen. Man kann viel besser orten, aus welcher Richtung die Gegner genau kommen (schleichen oder rennen). Es war angenehmer in dem Super X-Fi Modi zu spielen, da es auf räumlichen Klang ankommt.

Super X-Fi

Die personalisierte Soundoptimierung des Raumklangs kann über das Smartphone mittels einer App vorgenommen werden. Dafür meldet man sich in der App an, dann wird das rechte Ohr, die Gesichtsfront und das linke Ohr "gescannt". Die Form und Größe soll dann zur Optimierung genutzt werden. In der Sound Blaster Command Desktop-App wird das Profil herunter geladen und anschließend auf die Sound Blaster X3 geladen.

Nach diesem Schritt sucht man dann noch seine Kopfhörer aus. Bei uns ging das Aufspielen des Profils auf den X3 nicht. Bei 22% scheiterte der Vorgang, auch nach vielen Versuchen. Aus dem Grund haben wir das über den Umweg über die App gelöst.

Creative Sound Blaster X3 Super X-Fi

Sound Blaster X3 Bluetooth Pairing

Man kann die Sound Blaster X3 Soundkarte auch in einen Bluetooth Pairing Modus versetzen, in dem man den Lautstärkeregler länger als 3 Sekunden gedrückt hält. Dann blinkt der Ring weiß. Über die iOS App konnten wir dann pairen und auch unser Profil auf das Gerät laden.

In der App kann man dann die Kopfhörer auswählen. Unser Modell gab es nicht, aber das ATH-AD700 war am ähnlichsten. Der räumliche Klang ist dadurch nochmals deutlich besser geworden.

Creative Sound Blaster X3 Super X-Fi

Sound Blaster Command

In der Software Sound Blaster Command kann man auf Wunsch diverse Equilizer und Modi auf den eigenen Geschmack anpassen. Auch Mikro-Einstellungen sind hier zu finden. Firmware-Updates der Soundkarte kann man auch nur hier durchführen. In der aktiven Testphase von über zwei Monaten hatten wir zweimal die Firmware aktualisiert. Unter Playback kann man die Bitrate und Filter einstellen. Dazu kann man die Lautsprecher hier konfigurieren.

Creative Sound Blaster X3 Super X-Fi

Über die Software holt Creative wirklich viel raus aus dem Digital-/Analog-Wandler.

Creative Sound Blaster X3

Fazit

Creative zählt zu den Veteranen der IT-Branche und vielen sollte der Hersteller durch seine Sound Blaster Serie in Erinnerung geblieben sein. Mit dem Sound Blaster X3 115 dB DAC vereint der Hersteller eine Soundkarte mit einem Kopfhörerverstärker. Auf den ersten Blick ist nicht ersichtlich, was alles in dem Gerät steckt. Sobald man den X3 in Betrieb genommen hat und ordentliche Kopfhörer angeschlossen hat, haut einen der räumliche Klang förmlich um.

Creative Sound Blaster X3 Award Egal, ob an einem PC oder Mac, man schließt den Sound Blaster X3 sehr schnell ins Herz. Der kleine Kasten ist schön unauffällig und setzt das in Szene. Der große Regler ist super und die durchdachte LED-Beleuchtung sagt dem Nutzer, in welchem Modus das Gerät sich befindet. Steuerung per Software oder App ist toll und die Super X-Fi Funktion ist wirklich beeindruckend. Neben Kopfhörern kann man auch ein Mikro direkt ansteuern. Auch an der PS4 und der Nintendo Switch kann man den X3 anschließen.

Auf Wunsch kann man dann auch seine 7.1 Lautsprecher anschließen, aber nur über Klinke. Es ist also kein Lautsprecherverstärker. Für einen Preis von knapp 110€ bekommt man hier unserer Meinung nach wirklich viel. Speziell für Besitzer von guten Kopfhörern und höheren Anforderungen an das räumliche Klangbild, können wir den Sound Blaster X3 als Verstärker und Alltagsgerät wärmstens empfehlen.


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