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Preiswerte M.2 NVMe

Crucial P1 NVMe SSD im Test

Als Tochter des Chipherstellers Micron, bringt auch Crucial eine eigene NVMe SSD auf den Markt. Die P1 Serie weist gute Spezifikationen und Werte auf Papier auf. Wir schauen uns in diesem Test die Crucial P1 NVMe SSD genauer an und zeigen auf, wie sie sich gegen die Konkurrenz schlägt.

Crucial P1 SSD

Wer ein modernes und flottes System aufbauen oder sein bestehendes upgraden möchte, der wird um eine M.2 NVMe SSD als Systemplatte nicht herumkommen. Zum einen sind sie super schnell und anderen können sie direkt auf Mainboards, in Notebooks oder auf Erweiterungskarten ohne jegliche Kabel einfach eingebaut werden und sind dabei per PCIe direkt am System dran. Die Vorteile liegen ganz klar auf der Hand, denn die Bandbreite, die eine M.2 NVMe SSM erreicht, lassen jegliche SATA Festplatte und SSM weit hinter sich!

Mit den MX500 SSD deckt Crucial zwar auch herkömmliche SSDs ab, die per M.2 B-M-Key angebunden wird. Diese erreicht aber nur Transferraten von 500 bis 560 MB/s. Die P1 schafft das drei bis vierfache auf dem Papier und wir schauen uns an, ob die Daten in der Realität an diese herankommen.

Crucial P1 im Detail

Die P1 kommt ohne jegliche Kühler und sieht auf den ersten Blick nicht besonders aus. Sie passt in einen M.2 Slot mit M-Key und wird damit per vier PCIe Gen 3 Lanes angebunden. Die Länge entspricht mit „2280“ Format 80 mm, was inzwischen Standard ist. Das NVMe 1.3 Protokoll ist ebenfalls gängig. Realisiert wird das alles über den Silicon Motion SM2263ENG] Controller.

Crucial P1 SSD

Crucial greift wie nicht anders zu erwarten, zu Speicherchips von Micron. Dabei handelt es sich um 3D-NAND QLC Chips, die in 64 Layer aufgebaut sind. Unser Muster wies eine Kapazität von 500 GB (CT500P1SSD8) und es werden zwei „8QA2D NW946“ BGA-Chips verlötet. Der durch das System real nutzbare Speicherplatz beträgt 465 GB.

Die P1 mit 500 GB Kapazität soll einen Lesedurchsatz von 1.900 MB/s erreichen und beim Schreiben mit SLC-Cache 950 MB/s. Die IOPS 4K liegen beim Lesen 90k und 220k beim Schreiben.

Crucial P1 SSD

Auf der Rückseite hat unser Muster Platzhalter für mehr Chips, die nicht bestückt sind. Diese sind wohl für die 1 TB oder 1 TB Varianten vorgesehen. Alles ist sehr sauber verlötet und ordentlich verarbeitet worden.

Crucial P1 SSD

Spezifikationen der Crucial P1

Bei den Spezifikationen sieht man, dass es beim Lesedurchsatz keinen großen Unterschied gibt, jedoch beim Schreiben. Die 500 GB hat im Vergleich zur 1 TB Variante nur die Hälfte der Leistung.

P1 SSD 500 GB
P1 SSD 1 TB
P1 SSD 2 TB
Kapazität
500 GB
1.000 GB
2.000 GB
Seq. Lesegeschw.
1.900 MB/s
2.000 MB/s
2.000 MB/s
Seq. Schreibgeschw.
950 MB/s
1.700 MB/s
1.750 MB/s
IOPS 4k Lesen
90k
170k
250k
IOPS 4k Lesen
​220k
​240k
​250k
Cache
512 MB
1 GB
2 GB
Formfaktor
M.2 2280
Controller
Silicon Motion SM2263EN
NAND
Micron 64-Layer QLC
Verschlüsselung
Keine
Lebensdauer (MTBF)
1,500,000 Stunden
Herstellergarantie
5 Jahre
Preis
(Geizhals.at)
117€
234€
499€

Lieferumfang

Crucial P1 SSD Die P1 Serie wird in einer SSD-großen Verpackung geliefert. Diese bietet einige Informationen über die NVMe SSD und dient auch als Sicherheitspuffer für die SSD im Inneren. In der Verpackung findet man ein Handbuch und die P1 NVMe SSD in einer Blister-Packung. Zusätzlich bekommt man Zugriff auf die Acronis True Image Software, mit dem Kauf des Solid State Modules. Das Tool ist sehr hilfreich, um Laufwerke zu klonen und Backups zu erstellen.

Wir haben unser Testmuster von der PR-Agentur von Crucial erhalten. Die Bereitstellung hatte keinen Einfluss auf die Bewertung und Objektivität des Tests genommen.

Das Testsystem

Die Tests werden erneut in unserem ITX-Testsystem durchgeführt. Der Aufbau sieht wie folgt aus:

  • CPU: AMD Ryzen 5 2600 @ 3,7GHz 1,27850v
  • Mainboard: Asrock AB350 Gaming-ITX/ac
  • Grafikkarte: KFA2 GeForce RTX 2080 EX
  • RAM: Patriot Viper 4 16GB Kit, DDR4-3000, CL16-16-16-36 (PV416G300C6K)
  • CPU-Kühler: CRYORIG C7
  • Netzteil: Corsair TX550M - 550 W
  • Lüfter: 1 x 80 mm Lüfter
  • Gehäuse: Fractal Design Define S2

Benchmarks

In den Benchmarks soll sich zeigen, ob die Crucial P1 die Herstellerwerte erreicht. Dabei wird sie mit den beiden Samsung SATA SSDs EVO 840 und EVO 850 sowie der Samsung M.2 NVMe EVO 970 Evo verglichen. Zum Benchen nutzen wir CrystalDiskMark und HDTach. Die SSDs/SSMs sind auf ca. 83% mit Daten voll geschrieben worden.

Bei CrystalDiskMark überschritt die P1 die Werte minimal, für die sie spezifiziert war.

Es gab keinen gravierenden Leistungsunterschied zwischen der gefüllten und relativ leeren P1 500 GB SSD. ### HD-Tach 8 MB

Crucial P1 SSD HDTach 8-MB

HD-Tach 32 MB

Crucial P1 SSD HDTach 32-MB

Die Leistung geht bei vielen kleinen Dateien schnell in den Keller, aber bei größeren Dateien, können hohe Datentransferraten erreicht werden. Beim Cold-Cache Sequential I/O Benchmark sieht man erstmals einen starken Einbruch in den Schreibdatentransferraten.

Cold-Cache-Sequential I-O-Benchmark - Erster Durchlauf

Dies passiert nur beim ersten Durchlauf und ist auch beim weiteren Durchlauf noch spürbar.

Cold-Cache-Sequential I-O-Benchmark - Erster Durchlauf

Wärmeentwicklung und Temperaturen

Die meisten M.2 SSMs werden nicht aktiv gekühlt und stecken manchmal, wie in unserem Fall, hinten auf dem Mainboard. Das bedeutet, dass es noch weniger Luftfluss gibt und dass das Laufwerk sich schnell aufheizt. In dem Fractal Design Define S2 gibt es eine große Öffnung auf der Rückseite, wodurch die P1 etwas vom Luftfluss auf der Rückseite profitieren kann. Mit der Flir One Pro konnten wir unter längerer Schreib-Belastung (Steam Spiele-Ordner) 65 Grad Celcsius auf der P1 SSD und 92 Grad auf dem SM Controller messen. Eine aktive Kühlung der SSD wäre in diesem Szenario also angebracht.

Crucial P1 SSD Wärmebildaufnahme

Fazit

Crucial P1 SSD

Wer sich heute ein neues System zusammenbaut, sollte auf jeden Fall zu einer M.2 NVMe Platte für das Betriebssystem und wenn möglich auch für die Spiele greifen. Die Ladezeiten sind spürbar kürzer, als bei einer herkömmlichen SSD. Auch der Einbau ist simpel und man muss keine Kabel durch das Gehäuse verlegen. Zudem haben alle modernen Mainboards mindestens einen M.2 NVMe Slot und dieser sollte auch genutzt werden.

Crucial P1 Award Die Crucial P1 ist sicher nicht die schnellste NVMe Lösung auf dem Markt, liefert aber solide und gute Ergebnisse im Test. Die Wärmeentwicklung sollte auf jeden Fall im Auge behalten werden, was auch für andere NVMe Module gilt. Wenn möglich, sollte man die P1 bei Mainboards in der Front und nicht auf der Rückseite installiert werden, da die Module so besser von der aktiven Belüftung im Gehäuse profitiert und nicht überhitzt.

Durch den Preisverfall in den letzten Monaten, sind speziell die großen M.2 SSMs sehr spanned geworden. Die Crucial P1 (CT500P1SSD8) mit 500 GB Speicherkapazität gibt es bei Crucial für 72€ und bei equipper bereits ab 66€.

Die P1 gibt es nicht nur mit 500 GB Kapazität, sondern auch mit 1 TB und sogar als 2 TB Variante. Das kleinste Modell wird den meisten locker reichen. Wer das nötige Budget über hat, sollte lieber zur 1 TB-Version greifen. In Anbetracht der erbrachten Leistung und der mitgelieferten Acronis True Image Softwareizenz, kommt man bei der Crucial P1 auf ein wirklich gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Crucial P1 ab 66€


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