Was ist ein KI-Prompt?
In KI-Tools, vor allem wenn es sich um Chat-Oberflächen wie ChatGPT oder Google Gemini handelt, musst du dem Tool immer sagen, was du von ihm willst. Je genauer deine Anweisungen sind, desto besser werden die Ergebnisse sein. Einfache Wissensfragen, die du früher per Google erledigt hast, erledigst du jetzt vielleicht mit ChatGPT und bekommst gute Ergebnisse. Aber wenn du komplexere Dinge von der KI erledigen lassen willst, steigt die Bedeutung deiner Eingabe. Eine Eingabe muss auch nicht nur ein Satz oder eine Frage sein, es ist durchaus möglich komplexe Aufgaben als längere Texte zu verfassen und die KI dann die eigentliche Arbeit machen zu lassen. Diese Anweisungen für die KI nennt man einen Prompt.
Dieses Tutorial beschränkt sich auf generative KI, also Tools, die Inhalte wie Text oder Bilder generieren. Wir werden uns das Thema in zwei Abschnitten anschauen:
- Wie ChatGPT "denkt" und wie du mit der C-R-E-A-T-O-R Formel Prompts erstellen kannst
- Startbereite Vorlagen für Prompts (Master Prompts) inklusive Erklärungen warum du sie genau so schreiben solltest.
Die C-R-E-A-T-O-R-Formel
Generative KI-Tools für Text wie ChatGPT, Claude oder Gemini sind (vereinfacht ausgedrückt) darauf ausgelegt, basierend auf ihren Trainingsdaten das wahrscheinlichste nächste Wort oder das wahrscheinlichste nächste Textstück vorherzusagen. Wenn du also eine ungenaue Frage stellst, erhältst du mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auch nur eine ungenaue Antwort. Je nach Thema kann das gut genug sein. Fragst du ChatGPT „Wie hoch ist der höchste Berg“ erhältst du eine Antwort über die Höhe des Mount Everest – wenn du den Mount Everest gemeint hast, ist das gut genug.
Wenn du den höchsten Berg einer bestimmten Region gemeint hast, ist diese Antwort aber nicht ausreichend. Das liegt daran, dass ChatGPT denkt du meinst den höchsten Berg der Erde weil du keine weitere Einschränkung gegeben hast. Für ChatGPT kommt nach „Der höchste Berg“ besonders oft „der Erde“ oder „der Welt“, und nach „der höchste Berg der Welt“ kommt besonders oft der Mount Everest. In diesem Fall solltest du also z.B. nach den höchsten Bergen auf den verschiedenen Kontinenten fragen.
Du siehst, schon bei diesem sehr einfachen Beispiel macht deine Formulierung einen Unterschied. Verwende am besten für deine Formulierungen die bei Profis weit verbreitete C-R-E-A-T-O-R-Formel bzw. das System dahinter:
- C – Context (Kontext): Verrate dem Tool: In welcher Situation befindest du dich? Welche Hintergrundinformationen sind zwingend erforderlich?
- R – Role (Rolle): Welches Expertenprofil soll das Modell annehmen? (z.B. Erfahrener Programmierer, Marketing-Spezialist, Fachanwalt oder vielleicht Professor an einer Uni)
- E – Explicit Task (Explizite Aufgabe): Was genau ist das konkrete Endprodukt das du sehen willst? (Schreibe nicht „Erzähl mir was über...“, sondern besser „Erstelle eine Checkliste mit...“).
- A – Audience (Zielgruppe): Für wen ist das Ergebnis bestimmt? Vorstand, Fachpublikum, Anfänger oder Kinder? Stelle eine logische Brücke zum Expertenprofil her.
- T – Tone & Style (Tonalität & Stil): Wie soll der Text klingen? Soll es eine Sachliche Abhandlung werden, möchtest du einen humorvollen Aufsatz oder brauchst du eine Gesprächsgrundlage mit deinem Chef? Sei präzise.
- O – Output Format (Ausgabeformat): Wie soll das Ergebnis strukturiert sein? Willst du Informationen als Text, willst du eine Excel-Tabelle, brauchst du Programmcode oder doch ein Word-Dokument?
- R – Restraints (Einschränkungen/Negative Constraints): Was darf die KI nicht tun? Du solltest der KI sagen, welche Rahmenbedingungen sie einhalten soll. Schreibst du nur einen Gastbeitrag für die Schülerzeitung musst du vielleicht die Anzahl der Wörter begrenzen. Vielleicht gibt es da wo du KI gerade brauchst noch andere Regeln wie ein Verbot von Gender-Sprache oder eine Vorgabe sie zu benutzen? Dann musst du auch diese Regeln mitteilen.
Programmieren mit KI
Warum Standard-Prompts scheitern: Zu einfach gestellte Prompts wie „Schreibe mir ein Script für X“ führen meist zu Code, der veraltete Syntax nutzt, Sicherheitslücken enthält, sogenannte Edge Cases nicht beachtet oder andere Schwachstellen aufweist.
Die Lösung: Sag welche Sprache und Sprachversion genutzt werden soll, verlange strenge Typisierung, defensive Fehlerbehandlung und verbiete Platzhalter ausdrücklich.
Der Master-Prompt:
Rolle & Kontext: Du bist ein Senior Fullstack Engineer mit Spezialisierung auf moderne Webarchitekturen und sauberen Code.
Aufgabe: Schreibe eine vollständig funktionale Komponente für ein Authentifizierungs-Middleware-Modul in Node.js mit JWT-Validierung.
Technische Anforderungen: Nutze Node.js v22 und halte dich strikt an die Prinzipien für Clean-Code. Typisiere ausnahmslos alle verwendeten Parameter, Rückgabewerte und Interfaces. Implementiere eine vollständige Fehlerbehandlung für Edge Cases (z. B. abgelaufene Tokens, fehlende Header oder ungültige Formate).
WICHTIG (Constraint): Kürze den Code niemals durch Kommentare wie '//Hier eigene Logik einfügen' oder Auslassungszeichen ab. Gib den vollständigen, ohne Anpassungen lauffähigen Code aus.
Ergänze am Ende drei Unit-Tests die sowohl den Erfolgs- als auch den Fehlerfall abdecken.
E-Mails & Business-Kommunikation
Warum Standard-Prompts scheitern: Ohne Vorgabe klingen KI-generierte E-Mails oft hölzern und nutzen starre Floskeln wie „Ich hoffe, diese E-Mail erreicht Sie wohlbehalten“ oder „In der heutigen schnelllebigen Welt“. Sie wirken unnatürlich, oft weil sie in der entsprechenden Sprache unüblich sind, und so sieht der Empfänger schnell, dass er einen KI-Text bekommen hat.
Die Lösung: Definiere genau die Beziehung zwischen dir und dem geplanten Empfänger deiner E-Mail, verbiete der KI, typische KI-Floskeln zu verwenden und setze ein Wortlimit.
Der Master-Prompt:
Rolle & Ziel: Du bist ein erfahrener Kommunikationsberater. Verfasse eine E-Mail an einen wichtigen B2B-Kunden, um eine unvorhergesehene Projektverzögerung von zwei Wochen transparent zu kommunizieren.
Hintergrund: Die Verzögerung entsteht durch Lieferengpässe beim Server-Hoster, aber das neue Go-Live-Datum ist fest abgesichert.
Regeln & Tonalität: Tonfall: Sei professionell und verbindlich, formuliere lösungsorientiert und direkt.
Negativ-Filter: Verwende auf keinen Fall abgedroschene Phrasen wie 'Ich hoffe, es geht Ihnen gut', 'Hiermit möchte ich Sie informieren' oder 'Wir bitten die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen'.
Struktur: Halte Betreffzeile: Kurz, prägnant und informativ.
Kernbotschaft: Du musst direkt in den ersten beiden Sätzen auf den Punkt kommen.
Lösung & Alternativen: Nenne konkrete Maßnahmen zur Abfederung für diesen Kunden.
Call-to-Action (CTA): Formuliere einen klaren nächsten Schritt und frage nach einem Termin für ein kurzes Abstimmungsgespräch.
Länge: Beschränke dich auf maximal 150 Wörter.
Zusammenfassung & Synthese komplexer Dokumente
Warum Standard-Prompts scheitern: Ein Prompt wie „Fasse diesen Text zusammen“ führt oft nur dazu, dass der Text gekürzt wird, wobei Unwichtiges erhalten bleibt und zentrale Punkte verloren gehen.
Die Lösung: Fordere besser eine hierarchische Strukturierung (wie TL;DR, Kernaussagen oder Implikationen) und weise ChatGPT an, Vermutungen von harten Fakten zu trennen.
Der Master-Prompt:
Rolle: Du bist ein Strategieanalyst für das Firmen-Management.
Aufgabe: Analysiere den untenstehenden Text und erstelle daraus eine hochstrukturierte Entscheidungsvorlage für den Abteilungsleiter.
Ausgabeformat: Formuliere als Executive Summary (TL;DR): Das absolute Kernproblem und die Gesamtaussage in maximal zwei Sätzen.
Die fünf wichtigsten Kernerkenntnisse lieferst du als Bullet Points mit fetter Hervorhebung des zentralen Begriffs. Lege deinen Fokus auf Zahlen, Daten und Fakten die für den Adressaten wichtig sind.
Kritische Implikationen & Risiken: Welche direkten Auswirkungen hat der Inhalt dieses Texts auf unser Business.
Konkrete Action Items: Benenne klar, welche drei nächsten Schritte sollten auf Basis dieser Informationen eingeleitet werden?
Constraint: Ignoriere rhetorische Ausschmückungen, Einleitungen und Beispiele. Halte dich ausschließlich an verifizierbare Fakten aus der Quelle.
Text: [Hier würdest du deinen Text einfügen]
Content Creation & Copywriting (LinkedIn, Blogs, Marketing)
Warum Standard-Prompts scheitern: KI-Content leidet oft unter austauschbaren Textbausteinen. Begriffe wie „revolutionär“, „Meilenstein“, „Gamechanger“ oder „Tauche ein“ entlarven den Text für deine Leser sofort als KI-Output. Es fehlen außerdem die in diesem Bereich üblichen Hooks, die den Leser beim Scrollen unterbrechen.
Die Lösung: Verwende in deinem Prompt das AIDA-Modell (Attention, Interest, Desire, Action), gib visuelle Zeilenabstände vor und erstelle eine Liste verbotener Wörter.
Der Master-Prompt:
Rolle: Du bist ein erstklassiger Copywriter und Social-Media-Strategist.
Aufgabe: Verfasse einen leistungsstarken LinkedIn-Post zum Thema „Warum 90% aller KI-Projekte in Unternehmen am Change Management scheitern“
Zielgruppe: Führungskräfte, HR-Manager und Digital-Decider.
Struktur & Stil: Hook (erste zwei Zeilen): Ein konträrer Gedanke, eine überraschende Statistik oder ein prägnantes Zitat. Hier muss Neugier geweckt werden, ohne dass es Clickbait ist.
Hauptteil: Kurze, knackige Sätze. Maximal zwei Zeilen pro Absatz (optimiere den Text für das Lesen auf dem Smartphone). Verwende visuelle Anker wie Pfeile oder Zahlen.
Call-to-Action: Stelle eine spezifische Frage am Ende, die zur Diskussion in den Kommentaren anregt.
Verbotene Wörter (Strict Constraint): Verwende unter keinen Umständen folgende Begriffe: 'revolutionär', 'Gamechanger', 'Tauche ein', 'In der heutigen digitalen Welt', 'Meilenstein', 'Synergie', 'ganzheitlich'.
Länge: Mindestens 200 und maximal 250 Wörter.
Komplexe Themen lernen & erklären (Feynman-Methode)
Warum Standard-Prompts scheitern: Wenn du ChatGPT nach einem Fachkonzept fragst, greift es oft auf akademischen Fachjargon zurück, den du in Wikipedia genauso nachlesen könntest. Das bringt dich dann nicht weiter.
Die Lösung: Setze die Feynman-Methode (benannt nach dem berühmten Physiker) ein: Erkläre komplexe Ideen und Zusammenhänge anhand einfacher Alltagsanalogien, strukturiere den Denkprozess dabei schrittweise und fordere eine Verständnisprüfung ein.
Der Master-Prompt:
Rolle: Du bist ein ausgezeichneter Hochschullehrer, der dafür bekannt ist, selbst die kompliziertesten Themen absolut anschaulich und unterhaltsam zu erklären. Aufgabe: Erkläre mir das Konzept der Funktionsweise von neuronalen Netzen.
Vorgehen & Methodik: Grundidee: Erkläre das Prinzip in einem einzigen Satz so einfach, dass es ein 10-jähriges Kind versteht.
Die Alltagsanalogie: Nutze eine ausführliche Metapher aus dem täglichen Leben, mit der das Kind auch etwas anfangen kann (denke hierfür z.B. an Kochen oder Sport), um die Funktionsweise bildhaft zu verdeutlichen.
Tiefgang ohne Jargon: Breche die drei wichtigsten Fachbegriffe herunter. Wenn ein Fachbegriff zwingend nötig ist, definiere ihn sofort in einfachen Worten. Häufiges Missverständnis: Welcher Denkfehler wird bei diesem Thema am häufigsten gemacht?
Verständnis-Check: Stelle mir am Ende exakt eine gezielte Frage, mit der ich prüfen kann, ob ich das Prinzip wirklich verstanden habe. Warte mit der Auflösung auf meine Antwort!
Bewerbungsunterlagen & Karriere (CV & Anschreiben)
Warum Standard-Prompts scheitern: Erstellte Anschreiben klingen meist wie: „Mit großer Freude habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen...“ Das führt bei Personalverantwortlichen direkt zur Absage.
Die Lösung: Nutze das STAR-Prinzip (Situation, Task, Action, Result). Lass die KI dein Profil direkt mit den Anforderungen der Stellenanzeige abgleichen (Gap-Analyse & Matching).
Der Master-Prompt:
Rolle: Du bist ein Headhunter und Senior HR-Consultant.
Aufgabe: Erstelle ein individuell zugeschnittenes Anschreiben auf Basis meiner Qualifikationen und der Zielstelle.
Eingabedaten: Stellenanzeige: [Hier den Text der Stellenanzeige einfügen]
Mein Lebenslauf / Profil: [Hier deinen eigenen CV oder Stichpunkte einfügen]
Vorgaben für das Anschreiben: Verwende keine Standard-Einleitung sondern starte direkt mit meinem stärksten Mehrwert für das Unternehmen.
Matching: Greife die drei wichtigsten Anforderungen aus der Stellenanzeige auf und belege sie mit konkreten Erfolgen aus meinem Lebenslauf.
STAR-Methode: Formuliere meine bisherigen Leistungen nach dem Schema Situation -> Aufgabe -> Meine konkrete Handlung -> Messbares Ergebnis (inklusive Zahlen bzw. Prozentwerte).
Tonalität: Schreibe selbstbewusst, modern und kompetent – verzichte auf Bittsteller-Formulierungen.
Länge: Du sollst punktgenau auf eine DIN-A4-Seite mit maximal 300 Worten kommen.
Ideengenerierung, Innovation & Brainstorming
Warum Standard-Prompts scheitern: Beim gewöhnlichen Brainstorming liefern KIs normalerweise oberflächliche und schnell verfügbare Ideen, du bekommst also 08/15-Konzepte auf die du in fünf Minuten auch selbst gekommen wärst oder die bei der Konkurrenz bereits genutzt werden.
Die Lösung: Zwinge das Sprachmodell, durch Rollenwechsel und ungewöhnliche Methoden (z. B. „Advocatus Diaboli“ oder „Reverse Brainstorming“), seine Komfortzone zu verlassen.
Der Master-Prompt:
Rolle: Du bist ein Innovationsberater und Creative Strategist.
Aufgabe: Wir suchen innovative Ansätze für die Reduzierung von Plastikmüll im Online-Handel.
Methode & Ausgabestruktur: Die sicheren Pfade (fünf Ideen): Nenne fünf konventionelle, bewährte Branchenstandards (um diese danach bewusst auszuschließen).
Die radikalen Ansätze (fünf Ideen): Generiere fünf Ideen, die gezielt gegen etablierte Branchenregeln verstoßen oder verrückt klingen. Denk in Extremen!
Reverse Brainstorming (drei Ideen): Wie könnten wir das Problem garantiert noch schlimmer machen? Wandle diese Negativ-Ideen anschließend in konstruktive Lösungen um.
Der Advocatus-Diaboli-Check: Übernehme nun die Rolle eines feindseligen Kritikers. Nenne für die drei besten Ideen jeweils den Hauptgrund, warum sie in der Praxis scheitern könnten, und wie man dieses Risiko minimiert.
Datenanalyse, Datenbereinigung & Tabellen
Warum Standard-Prompts scheitern: Unstrukturierte Textwüsten als Ergebnis von Datenabfragen sind schwer lesbar und lassen sich nicht oder nur mit viel manueller Arbeit in Excel oder andere Systeme übertragen.
Die Lösung: Definiere präzise Eingabe- und Ausgabeformate (z.B. Markdown-Tabellen oder CSV) und fordere klare Analysekriterien.
Der Master-Prompt:
Rolle: Du bist ein Data Analyst und Business-Intelligence-Experte.
Aufgabe: Verarbeite die untenstehenden unstrukturierten Rohdaten und erstelle eine übersichtliche Datenanalyse.
Schritte: Bereinigung: Filtere Duplikate heraus, korrigiere offensichtliche Tippfehler und vereinheitliche Datums- sowie Währungsformate zum in Deutschland üblichen Format (TT.MM.JJJJ).
Strukturierung: Gib das Ergebnis als sauber formatierte und zu Excel kopierbare Markdown-Tabelle mit folgenden Spalten aus: Datum, Kundennummer, Kundenname, Produktkategorie, Umsatz in €, Status.
Erkenntnisse: Erstelle unter der Tabelle eine Sektion 'Key Insights' mit: Dem Gesamtumsatz. Der stärksten Produktkategorie. Den beiden auffälligsten Ausreißern oder Anomalien im Datenmaterial.
Rohdaten: [Hier ungeordnete Daten, E-Mails, Notizen oder Zahlen einfügen]
Rollenspiele, Simulationen & Verhandlungstraining
Warum Standard-Prompts scheitern: Wenn du ChatGPT darum bittest, eine Verhandlung (z.B. mit deinem Chef) zu simulieren, schreibt es oft das komplette Skript inklusive deiner Antworten in einem Rutsch. Dann hast du aber keinen Trainings- oder Übungseffekt.
Die Lösung: Gib strikt vor, dass die KI im Turn-by-Turn-Modus arbeiten und immer auf deine Eingabe warten soll, bevor sie wieder reagiert.
Der Master-Prompt:
Rolle & Szenario: Du spielst ab sofort einen hart feilschenden Chefeinkäufer eines Großkonzerns. Ich bin ein Unternehmensgründer und möchte eine neue Software-Lizenz verkaufen. Wir befinden uns in der finalen Preisverhandlung.
Deine Persönlichkeit: Sei skeptisch und preissensibel, du bist geschult in Verhandlungstaktiken und lässt dich nicht leicht mit Standard-Argumenten abspeisen.
STRIKTE REGELN: Bleibe durchgehend in deiner Rolle. Steige unter keinen Umständen aus der Simulation aus. Ganz wichtig: Gib immer nur eine kurze Antwort (niemals mehr als vier Sätze, besser drei) pro Durchgang und warte danach zwingend auf meine Reaktion. Mach es mir nicht zu leicht. Bringe realistische Einwände wie einen günstigeren Wettbewerber oder beschränktes Budget vor. Starte das Gespräch JETZT direkt mit deinem ersten Eröffnungssatz im Verhandlungsraum.
Strategische Entscheidungshilfe & Business-Analysen
Warum Standard-Prompts scheitern: Bei Vor- und Nachteils-Abwägungen neigen KI-Modelle zu Oberflächlichkeit und sagen am Ende oft sowas wie „Es kommt darauf an, was Ihnen wichtiger ist.“ Das hilft bei harten Business-Entscheidungen nicht weiter.
Die Lösung: Setze etablierte Frameworks ein (z. B. SWOT-Analyse, Pre-Mortem-Methode oder gewichtete Entscheidungsmatrix).
Der Master-Prompt:
Rolle: Du bist ein Senior Management Consultant einer führenden Strategieberatung.
Aufgabe: Analysiere folgende strategische Entscheidung systematisch: Sollen wir unser Softwareprodukt auf ein Abomodell (SaaS) umstellen oder beim Einmalkauf bleiben?
Struktur der Analyse: SWOT-Analyse: Erstelle eine saubere Gegenüberstellung von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken für BEIDE Optionen.
Die Pre-Mortem-Methode: Szenario A: Wir entscheiden uns für das SaaS-Modell und das Projekt ist in 18 Monaten krachend gescheitert. Was waren die drei zentralen Gründe für das Scheitern? Szenario B: Wir bleiben beim Einmalkauf und verlieren in 18 Monaten dramatisch Marktanteile. Warum?
Gewichtete Entscheidungsmatrix: Erstelle eine Markdown-Tabelle mit fünf Bewertungskriterien (denke z.B. an Umsatzerwartung, Kundenakzeptanz, Umsetzungsrisiko, Skalierbarkeit, Zeitaufwand), gewichte diese und vergib Punkte von mindestens 1 bis maximal 10.
Empfehlung: Sprich auf Basis der erstellten Matrix eine klare Handlungsempfehlung aus und begründe diese.
Fazit: So schreibst du bessere Prompts
Behandele deine KI wie einen hochintelligenten Praktikanten. Was heißt das? KI weiß extrem viel und kann auf dieses Wissen enorm schnell zugreifen, KI braucht aber exakte Anweisungen, welchen Ausschnitt ihres Wissens sie wie anwenden soll. Gib ChatGPT alle Informationen die für die Aufgabe nötig sind, genau wie du es mit einem Praktikanten oder neuen Kollegen auch machen würdest.
Nutze Einschränkungen (Constraints): Gute Prompts definieren nicht nur, was das Modell tun soll, sondern vor allem, was es nicht tun darf (keine Platzhalter, keine Füllwörter, bestimmte Längen). So wie du einem neuen Kollegen, einem neuen Mitspieler oder einem Praktikanten die Aufgaben oder Spielregeln erklären würdest.
Verfeinere deine Prompts schrittweise und fang nicht immer von vorne an: Wenn du mit dem Ergebnis schon 80% zufrieden bist, starte nicht von vorne. Gib der KI klares und zielgerichtetes Feedback: „Das war ein guter Ansatz. Behalte diese Struktur bei, aber formuliere den Hauptteil deutlich prägnanter und verwende im zweiten Absatz eine Analogie. Ändere sonst nichts.“
Nochmal kurz zurück zur Frage nach den höchsten Bergen: Ein etwas verfeinerter Prompt würde dir jetzt einen relativ flüssigen Text mit Zusatzinformationen erzeugen:

