WhatsApp Web (Bild © WhatsApp)
WhatsApp liegt mit über zwei Milliarden Nutzern weit vorne. In letzter Zeit geriet die App jedoch aufgrund ihrer Verbindung zu Meta ins Kreuzfeuer der Datenschutzbedenken. Die Kontroverse begann, als die App Pläne ankündigte, mehr Nutzerdaten an ihre Muttergesellschaft weiterzugeben.
Es ist wichtig, zwischen dem, was man sagt, und dem, mit wem man spricht, zu unterscheiden. Der eigentliche Inhalt der Nachrichten ist durch End-to-End-Verschlüsselung sicher geschützt. Weder Meta noch Dritte können vermutlich Texte beim Transport weder lesen noch Anrufe abhören. Bei den Metadaten, also den Protokollen darüber, wem du Nachrichten schickst, wie oft und von wo aus, sieht die Sache jedoch anders aus. Diese Daten werden an Facebook weitergegeben. In der Europäischen Union bieten die DSGVO-Vorschriften ein Sicherheitsnetz, das verhindert, dass diese Verhaltensdaten für gezielte Werbung genutzt werden. Wenn du den neuesten Aktualisierungen nicht zustimmst, kannst du die App weiterhin nutzen, ohne deinen Zugriff zu verlieren.
Facebook Messenger
Für diejenigen, die bereits fest im Meta-Ökosystem verankert sind, ist Facebook Messenger die naheliegende Wahl. Aus Sicherheitssicht hält es sich jedoch nicht an dieselben Regeln wie WhatsApp.
Zwar ist eine End-to-End-Verschlüsselung verfügbar, sie ist jedoch nicht standardmäßig aktiviert. Man muss dieses Maß an Sicherheit erst aktiv einrichten. Es gibt noch weitere Hürden. Man kann sich nicht anonym anmelden; ein Facebook-Konto ist zwingend erforderlich. Da der Quellcode geschlossen ist, gibt es für unabhängige Prüfer keine Möglichkeit, genau zu überprüfen, was mit Ihren Daten geschieht. Die App bietet nützliche Tools wie Gruppenumfragen, doch diese gehen auf Kosten der Transparenz.
Signal
Signal ist zur ersten Empfehlung für Datenschützer geworden. Die App ist kostenlos und basiert auf einem Open-Source-Protokoll – einem so effektiven, dass WhatsApp es sogar für seine eigene Verschlüsselung übernommen hat.
Für die Registrierung benötigst du eine Telefonnummer, was für manche ein Streitpunkt ist. Es herrscht zudem eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der in den USA ansässigen Gerichtsbarkeit; die Nutzungsbedingungen sind in Bezug auf konkrete Datenverarbeitungszwecke etwas vage. Technisch gesehen ist Signal durchaus leistungsfähig. Es ermöglicht Dateiübertragungen von bis zu 100 MB und unterstützt riesige Gruppenchats mit 1.000 Teilnehmern. Für diejenigen, die ihre Spuren löschen möchten, gibt es einen Selbstzerstörungstimer, der Nachrichten nach einer festgelegten Zeit löscht.
Threema
Wenn man bereit ist, für Privatsphäre etwas zu zahlen, ist Threema der stärkste Anwärter. Dieser in der Schweiz ansässige Dienst umgeht die Fallstricke kostenloser Apps, indem er eine einmalige Gebühr erhebt. Da er nicht auf Werbung oder Datenerfassung angewiesen ist, gibt es keinen Anreiz, Sie zu verfolgen.
Threema nimmt Anonymität ernst. Du kannst ein Konto erstellen, ohne eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse anzugeben. Der Quellcode ist öffentlich einsehbar, und die Verschlüsselung ist bei der gesamten Kommunikation standardmäßig aktiviert. Diese Strenge hat jedoch auch ihre Nachteile. Gruppen sind auf 256 Mitglieder begrenzt, und Datei-Uploads dürfen maximal 50 MB groß sein. Außerdem wirst du hier kaum „lustige“ Extras wie Bildfilter finden; es ist ein Tool, das auf Nützlichkeit ausgelegt ist, nicht auf Unterhaltung.
Telegram
Telegram vermarktet sich als sichere Alternative, doch die Realität ist alles andere als sicher. Es bietet einen unglaublichen Funktionsumfang. Nutzer können Dateien mit bis zu 2 GB teilen und Communities mit 200.000 Mitgliedern aufbauen. Es unterstützt sogar automatisierte Bots für verschiedene Aufgaben. Aber diverse Staaten haben wohl Zugriff auf die Nachrichten, unter anderem Russland.
Die Gefahr liegt in den Standardeinstellungen. Standard-Chats sind nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Sie werden auf Servern in Dubai gespeichert, wo sie möglicherweise für Werbezwecke genutzt werden. Um tatsächlichen Datenschutz zu gewährleisten, müssen Sie manuell einen „Secret Chat“ starten. Solange Sie dies nicht tun, liegen Ihre Nachrichten im Klartext auf der Hardware des Anbieters vor. Darüber hinaus ist das Unternehmen hinsichtlich seines Geschäftsmodells undurchsichtig und hält seinen Quellcode geheim.
Andere Kommunikationsmöglichkeiten
Neben diesen Giganten gibt es noch einige andere Möglichkeiten. Apps wie Wire oder Element bieten unterschiedliche Ansätze für dezentralen oder verschlüsselten Chat.
Manche Nutzer halten sich einfach an traditionelle Methoden. iPhone-Nutzer haben iMessage, um Medien und Text über Datennetzwerke zu versenden. Android-Nutzer setzen auf RCS (Rich Communication Services), das als moderner Ersatz für den alten SMS-Standard dient. Diese sind praktisch, bieten jedoch oft nicht die strengen Datenschutzgarantien, die man bei Apps wie Signal oder Threema findet.


