Einleitung:
Mobilität und geringes Gewicht gewinnen bei den Usern immer mehr an Bedeutung, doch bisher war die Auswahl auf Notebooks und Shuttle-PCs beschränkt. Mit dem X-Qpack hat man nun die Freiheit beinahe alle beliebigen Komponenten zu verbauen und trotzdem mobil zu bleiben. Die X-Qpack-Serie gibt es in den Farben silber, schwarz, blau, grün, rot und gelb. Wahlweise gibt es die Gehäuse mit oder ohne Fenster in den Seiten und dem Deckel, so ist für jeden etwas dabei.
Bei Caseking.de gibt es das X-Qpack z.B. für 119.90 €. Wir bedanken uns recht herzlich bei Aspire, die uns ein Testexemplar in Grün und mit Seitenfenstern bereitgestellt haben.

Lieferumfang:
Geliefert wird das Gehäuse in einem Pappkarton, geschützt durch Styropor und einer Plastikhülle. Die Fenster in den Seiten und dem Deckel, sind beidseitig durch Folien geschützt, die sich leicht abziehen lassen. Ebenso wird das LCD-Thermometer in der Front beim Versand vor Kratzern geschützt. Die Folien lassen sich leicht abziehen.
Nach dem Abnehmen des Deckels findet man im Gehäuse ein Netzteil und ein Stromkabel, einen blau beleuchteten 120mm Lüfter, eine Tüte mit 20 Schrauben für das Mainboard, 5.25" Einbauten und acht Schrauben für die Befestigung der Festplatten. Es sind für die maximale Bestückung des Gehäuses genau abgezählt Schrauben dabei, falls jedoch eine verloren gehen sollte, können natürlich auch Ersatzschrauben anderer Gehäuse genommen werden.

Technische Daten:
Inkl. Netzteil wiegt das Gehäuse 4kg und ist 23cm (Höhe) x 28,5cm (Breite) x 35cm (Tiefe) groß.
In diesem Gehäuse können 2x5.25“ Laufwerke und 1x3.5“ Laufwerk extern und 2x3.5“ Laufwerke, z.B. Festplatten, intern eingebaut werden.

Lüftung:
Zur Be- und Entlüftung befinden sich im Netzteil ein geregelter, blau beleuchteter 80mm Lüfter und ein beleuchteter 120mm Lüfter an der Hinterseite, beide leider ohne Tachosignal. Sie blasen die Luft aus dem Gehäuse raus, kühlere Umgebungsluft wird durch die Luftschlitze in den beiden Seitenwänden und unterhalb des 3.5“ Schachtes angesogen. Diese Luft streicht dann unter anderem über die seitlich eingebaute(n) Festplatte(n). Die Lüfter und das Thermometer, welches mit 2 ultraflachen Temperaturfühlern für die Anzeige der CPU- und HDD-Temperatur ausgestattet und ebenfalls blau beleuchtet ist, richten sich in erster Linie an designorientierte User, aber auch an Casemodder.
Strom beziehen das Thermometer und der 120mm Lüfter mittels einem durchgeschliffenem Molex-Stecker, wobei das Thermometer an 5V und der Lüfter an 12V angeschlossen sind. Der Anschluss an eine Lüftersteuerung oder direkt an 5V oder 7V sind eine gute Lösung, um den doch recht lauten Lüfter ruhig zu stellen, jedoch nimmt die Helligkeit der LED's mit Reduzierung der Spannung ebenfalls ab.

Front:
An der Frontseite befinden sich neben den 2x5.25" und dem 3.5" Schacht ein An-/Ausschalter, ein Resettaster, ein Piepser, eine Power-, sowie eine HDD-LED. Diese werden mit üblichen Steckern mit dem Mainboard verbunden. So ebenfalls bei den zwei USB 2.0 Buchsen, der Firewireschnittstelle, dem Kopfhörerausgang und dem Mikrofoneingang. Neben dem Diskettenschacht ist ein blau beleuchtetes Display positioniert, welches, wenn die Temperaturfühler entsprechend angebracht sind, die Temperatur der CPU und der Festplatte anzeigt. Für das Anbringen der Temperaturfühler sind leider keine doppelseitigen Klebepads mitgeliefert, was aber nicht weiter stört. Für Leute, die ihr Gehäuse oft transportieren, z.B. zu einer LAN-Party, wurde noch ein ausklappbarer Tragegriff in die Front integriert. Dieser sieht nicht so aus, als ob er einen Transport lange standhält und fühlt sich auch so an, jedoch hielt er den Test mit eingebauter Hardware (7kg) stand.


Einbau der Komponenten:
In der X-Qpack-Serie lassen sich nur microATX-Mainboards einbauen, was Einige an der Anschaffung des Gehäuses abhält, da die Mehrheit StandardATX-Mainboards besitzt. (Jedoch ist es möglich ein solches trotzdem einzubauen, wenn man handwerklich etwas begabt ist. Dazu muss das Mainboard um 90° gedreht werden, in den Boden müssen neue Löcher für die Montage gebohrt und in die Seitenwand ein Loch für die Blende gesägt werden.)

Eingeschränkt in der Wahl des CPU-Kühler ist man leider 1. durch den meistens kleinen Abstand der CPU zum Gehäuse und 2. durch die über dem Mainboard verlaufende Schiene und 3. durch die Schiene, auf der das Mainboard befestigt wird, da diese nur ca. 8,5cm hoch ist. Zu hohe Kühler könnten eingebaut werden, wenn man entweder die Schiene über dem Mainboard entfernt, wobei jedoch die zwei HDD-Slots verloren gingen oder wenn man die Schiene an den störenden Stellen verkleinert.

Bei dem ersten Blick in das Gehäuse fällt sofort das Netzteil auf: es ist deutlich kürzer als ein Standard-Netzteil, bietet aber trotzdem ausreichende 420 Watt. Alle Kabel an dem Netzteil sind gesleeved, d.h. mit Geflechtsschlauch ummantelt und sehr kurz, was aber der Ordnung im Gehäuse zugute kommt. Es bietet einen 24pol.-ATX-Stecker, ein 4pol.-Mainboard-Stecker, 4x4pin.-Molex-Stecker, 2xFloppy-Stecker und einen S-ATA-Anschluss. Leider gibt es bereits bei ausgeschaltetem PC ein leises, hochfrequentes Klackern von sich, welches im eingeschalteten Zustand noch lauter wird und stört. Gekühlt wird es durch einen sehr leisen, temperaturgeregelten 80mm Lüfter, welcher außerdem die an der Grafikkarte entstehende Hitze absaugt und sie nach außen abführt. Hier fällt außerdem auf, dass man auch die Möglichkeit hat, das Netzteil um 180° gedreht, also mit dem Lüfter nach oben, einzubauen. Aufgrund der Größe kann der 80mm Lüfter nicht durch einen größeren getauscht werden, es sei denn dieser wird außen an dem Netzteil befestigt. Die Eingangsspannung kann leider nicht verändert werden und ist auf 230V eingestellt. Ein anderes Netzteil kann nur eingebaut werden, wenn es entweder kurz genug ist und nicht mit den optischen Laufwerken kollidiert oder wenn keine optischen Laufwerke oder ähnlich große 5.25" Einschübe eingebaut werden.

Um das Mainboard einzubauen, löst man hinten am Gehäuse zwei Schrauben, woraufhin sich der Mainboardschlitten herausziehen lässt. Der Schlitten ist einerseits notwendig, da der Einbau des Boards aufgrund des doch geringen Platzes zu einer ganz schönen Fummelei werden würde und andererseits sehr bequem, wenn etwas im Innenleben verändert wird. Nachdem man das Mainboard montiert hat, schiebt man die Schiene wieder ins Gehäuse und verschraubt alles.
Hier fällt auf, dass schon mit dem Boxed-Kühler kaum noch Platz beim Einschieben der Schiene ist. Eine Montage anderer und größerer Kühler braucht dann schon etwas Erfindungsreichtum. Ebenso bei der Grafikkarte fällt auf, dass wieder wenig Platz zwischen der Rückseite der Grafikkarte und dem Gehäuse ist.

Bei der Montage der Festplatte werden wieder zwei Schrauben gelöst und danach die Festplattenhalterung nach oben herausgezogen. Anschließend montiert man die Festplatte(n) und schiebt die Halterung wieder an ihren ursprünglichen Platz und befestigt sie. Da die Festplatten direkten Kontakt mit der Aluminiumhalterung haben, wird die entstehende Wärme sehr gut abgeführt aber auch alle Zugriffsgeräusche.

Für die Montage von 5.25" Einschüben entfernt man zuerst die Aluplatte(n) durch einfaches Hin- und Herwippen und danach die Plastikblenden. Das Laufwerk wird dann eingeschoben und befestigt. Schwarze Laufwerke passen sehr gut in die Front, beige/graue Laufwerke fallen leider aus dem Gesamtbild und sollten entweder umlackiert oder durch eine schwarze Blende erweitert werden.

Die Temperaturen sind trotz der recht kleinen Platzverhältnisse gut: Alle Temperaturen bewegen sich zwischen 34°C und 38°C und das bei der kleinstmöglichen Geräuschkulisse. Der Netzteillüfter ist von Haus aus temperaturgeregelt, der CPU-Lüfter geregelt durch Q-Fan und der hintere Lüfter ganz aus.

Fazit: Wem Mobilität, kompakte Ausmessungen und geringes Gewicht wichtig sind, aber nicht auf die Vorzüge von (fast)Standard-Komponenten verzichten will, ist mit dem Aspire X-Qpack sehr gut bedient. Die Verarbeitung ist erstklassig, das Design sehr gut und die Kühlung durchdacht. Nachteile sind jedoch dass ohne Umbau kein StandardATX-Board verbaut werden kann, genauso wie CPU-Kühler und der doch recht hohe Preis von 120€.

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