Hypershell Halo Unterkörper Exoskelett Demo (Bild © PCMasters.de)
Dass es mal Exoskelett geben würde, davon ging man dank SciFi schon länger aus, dass es praktikabel und schon Modelle gibt, ist neu. Bis zur IFA wussten wir nichts über den Hersteller Hypershell und waren umso überraschter, dass es am Stand ein fertiges Produkt zum Ausprobieren gab.
Technischer Background
Das Exoskelett basiert auf einer tragenden Carbonfaserstruktur, die sich von der Hüfte bis zum Unterschenkel erstreckt. Verwendet werden vier motorisierten Gelenke, was ein koordiniertes System fungiert. Um natürliche Bewegungen zu gewährleisten, verfügt das System über ein adaptives „Fish-Spine“-Gelenk, das seitliche Bewegungen um 198 Grad sowie Vor- und Rückwärtsbewegungen um 167 Grad ermöglicht. Zusätzlich sorgt der „AeroFlex V Thigh Strap“ für eine gleichmäßige Druckverteilung am Bein und passt sich der Körperhaltung des Nutzers an, egal ob dieser steht, sitzt oder in der Hocke ist.
Die Steuerung erfolgt über den „HyperIntuition 2.0“-Algorithmus, der auf einer „Mixture-of-Experts“-Architektur basiert. Dieses System nutzt über 30 hochpräzise Sensoren und den „HyperCore Pro“-KI-Chip, um Bewegungen und das Gelände in Echtzeit zu analysieren. Das System ist in der Lage, die Absichten des Nutzers etwa 200 Millisekunden im Voraus vorherzusagen und kann die Unterstützungsstufen bis zu 2.500 Mal pro Sekunde anpassen. Durch verstärktes Lernen passt sich das Exoskelett im Laufe der Zeit an den spezifischen Gang, die Kraft und die Vorlieben des einzelnen Nutzers an.
Die Hardware wird vom HyperDrive Pro-System angetrieben, das eine Spitzenleistung von 1.490 Watt liefert. Dadurch kann der Nutzer Geschwindigkeiten von bis zu 17 Kilometern pro Stunde erreichen, ohne den körperlichen Kraftaufwand zu erhöhen. Um das Gerät tragbar zu halten, wiegen die Kniegetriebeeinheiten jeweils 170 Gramm, und der Gesamtrahmen besteht aus einer Magnesiumlegierung, Kohlefaser und Titan in Luft- und Raumfahrtqualität. Das Gesamtgewicht des Systems beträgt 2,6 Kilogramm.
Das Halo ist für den Einsatz im Freien konzipiert und verfügt über die Schutzart IP54 zum Schutz vor Staub und Spritzwasser. Es ist mit Rucksäcken bis zu 85 Litern kompatibel und lässt sich für den Transport auf ein Volumen von weniger als 8 Litern zusammenklappen. Ein Fünf-Schnallen-System mit QuickFit-Hebeln ermöglicht es, das Gerät in etwa 20 Sekunden anzulegen und in 5 Sekunden wieder abzunehmen.
Unsere Eindrücke vom Exoskelett
Bei einem ersten Durchlauf dauert das “Anziehen” des Exoskeletts etwas lang, weil man es schrittweise anbringen und anpassen muss, bis es sich richtig anfühlt und die Gelenke passend positioniert sind. Der zweite Durchlauf braucht dann nur einen Bruchteil der Zeit. Dabei arbeitet man sich von der Hüfte zu den Knien und dann der Wade vor. Zuletzt wird dann noch der Akku eingesteckt, der so etwa 2 Stunden durchhält, aber leicht auswechselbar ist.
Mit der App kann man dann zwischen Modi wechseln, die alle unterschiedlich viel Kraft zur Unterstützung bieten. Vor allem der höchste Modus fühlt sich “overpowered” an, weil das Exoskelett einen pusht und voranbringt. Dabei ist das Steigen von Treppen oder Hürden immens einfacher und man braucht wenig Kraft. Das Springen wird auch erleichtert und man springt höher.
Es gibt dann noch einen Modus, der einen träge macht und die Maschine arbeitet gegen einen selbst, was eher als Workout dient. Das Exoskelett ist aber nicht für medizinische Zwecke gedacht und soll eher für Freizeitaktivitäten vorgesehen sein. Wir haben uns schnell an den Adaptive-Modus gewöhnt und er fühlte sich dann erstaunlich “natürlich” an. Das Produkt ershcien uns sehr ausgereift und bereit für den Einsatz.
Preis und Verfügbarkeit
Der Hersteller ist wohl bereit für eine breite Auslieferung und die ersten 200 Exemplare werden als „Origin Edition“ mit einzigartigen Seriennummern auf den Markt kommen. Vorbestellungen werden für 2.299 USD/2.299 € angenommen. Der allgemeine Verkauf und Versand sollen bereits im November beginnen.




