Win 11 Low Latency Profile LLP (Bild © Windowslatest)
Das Low Latency Profile sorgt dafür, dass die CPU für einen kurzen Zeitraum – in der Regel zwischen einer und drei Sekunden – genau dann auf ihre maximale Frequenz gebracht wird, wenn eine Anwendung gestartet wird. Dieser gezielte Leistungsschub soll die Verzögerung beseitigen, die beim Übergang vom Leerlauf- in den Hochleistungsmodus auftritt.
Die Leistungsvorteile konzentrieren sich in erster Linie auf native Windows-Komponenten. Benutzer können mit etwa 40 % schnelleren Startzeiten für vorinstallierte Anwendungen wie Outlook und Edge rechnen. Darüber hinaus können bei System-Level-Schnittstellenelementen wie Kontextmenüs und dem Startmenü Reaktionsverbesserungen von bis zu 70 % erzielt werden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Funktion keine Auswirkungen auf Software von Drittanbietern oder High-End-Spiele hat, da diese Programme ihre eigenen unabhängigen Optimierungsprotokolle verwenden.
Installations- und Aktivierungsprozess
Die Funktion ist derzeit als optionales Update unter dem Paket KB5089573 (Build 26200.8524) verfügbar. Benutzer können darauf zugreifen, indem sie in den Systemeinstellungen im Bereich „Windows Update“ zu den erweiterten Optionen navigieren.
Im Gegensatz zu Standard-Updates wird das LLP über einen Controlled Feature Rollout (CFR) bereitgestellt. Bei diesem Modell wird das Update auf dem Gerät installiert, die eigentliche Aktivierung erfolgt jedoch erst, nachdem das Betriebssystem das System überwacht und festgestellt hat, dass es für die Implementierung bereit ist. Daher bemerken einige Benutzer möglicherweise keine sofortige Leistungsänderung nach der Installation.
Auswirkungen auf das System und Entwicklungshintergrund
Da die Funktion die CPU-Frequenz bei Aufgaben erhöht, die normalerweise als leicht eingestuft werden, besteht die Möglichkeit leicht erhöhter Gesamtsystemtemperaturen. Microsoft ist zu dem Schluss gekommen, dass die Vorteile in Bezug auf Laufruhe und Geschwindigkeit diese thermischen Bedenken überwiegen.
Der Schritt hin zu kurzzeitigen CPU-Boosts stellt eine Strategieänderung gegenüber früheren Experimenten von Microsoft dar. Frühere Versuche konzentrierten sich darauf, den Datei-Explorer und andere Anwendungen beim Start in den Arbeitsspeicher vorzuladen, um Verzögerungen zu reduzieren. Diese Methoden brachten jedoch nur vernachlässigbare Verbesserungen, was das Unternehmen dazu veranlasste, stattdessen die aktuelle Frequenzerhöhung auf Hardware-Ebene zu implementieren.
