Grafikkarten

Gigabyte Radeon X1800XL

Die Geforce 7800GT ist schon etwas länger auf dem Markt und wir haben auch schon von der Gigabyte 7800GT berichtet. Der Gegenspieler der Geforce 7800GT stammt aus der neuen Ati Radeon x1800 Serie und lautet Radeon x1800XL. Wie sich die Radeon x1800XL von Gigabyte geschlagen hat, könnt Ihr nun herausfinden.

1.Vorwort

Lange hat die ATI-Fangemeinde warten müssen, doch inzwischen ist der so lang erwartete „R520“ endlich da. Nvidia hat bereits einige Monate zuvor die neue Generation auf den Markt gebracht und kommt mit stolzen 24 Pixelpipelines daher. Beim R520 gingen viele Gerüchte um, dass dieser 32 Pipelines besitzt – doch Pustekuchen. Es bleibt wie auch schon bei der Vorgängergeneration bei 16 Pipelines.
Dafür wurden andere gravierende Fortschritte gemacht. ATI kommt mit dem Shadermodell 3.0 und High Dynamic Range (HDR) Support endlich der Konkurrenz hinterher.
Als wirkliche Neuerung kommt das Speicherinterface, welches zwar immer noch 256 Bit breit ist, jedoch aus acht 32-Bit-Schnittstellen besteht, anstatt aus vier Mal 64-Bit.
Erstmals gibt es auch 512 MB RAM beim Spitzenmodell.
512 MB waren zwar schon auf manchen Lowcost-Grafikkarten der vorigen Generation als Mogelpackungen zu finden, (weil sie dort sinnlos sind) aber sind wohl auch heute noch nicht wirklich lohnenswert. Trotzdem stellt es einen richtigen Schritt in Richtung Zukunft dar. Nvidia hat mit 303 Mio. Transistoren beim G70 eine neue Höchstleistung erzielt.
ATI kann das mit 321 Mio. Transistoren überbieten.
Doch wodurch kommen die vielen Transistoren zustande, wenn nicht durch Pixelpipelines?
Einerseits verschlingen die diversen kleinen Optimierungen und das Shadermodell 3.0 einige Transistoren, ein anderer Teil wird durch den neuen Vertexshader in Anspruch genommen.
Diese wurden nicht nur SM3.0-fähig gemacht, sondern außerdem auf 8 Einheiten erweitert. Dabei ist allerdings fraglich ob diese hohe Vertex-Leistung auch nötig ist.
Die meisten Spiele profitieren kaum davon, die 3D Marks dagegen schon.


2. Lieferumfang der Gigabyte X1800 XL Mit dem Lieferumfang hat Gigabyte nicht gegeizt:
- ViVo Kabel mit Cinch und S-Video Anschlüssen
- ViVo Kabel mit RBG Anschlüssen
- Treiber-CD inkl. WinDVD 6
- Handbuch + Schnellhandbuch
- DVI/D-Sub Adapter
- Spiel: XR xpand rally
- Spiel: Counter Strike – Condition Zero
- Cyberlink PowerDirector 3D
 
Zwei DVI Stecker sind auf der Rückseite zu finden.
Analoge Geräte kann man natürlich auch anschließen mit dem mitgelieferten Adapter.


 
3. Kühlung / Lautstärke Beim Kühler wurde eindeutig ein Rückschritt gemacht.
Der X850XT Standardkühler war auch noch nie so richtig leise, aber der X1800XL Kühler bringt es unter Volllast nun sogar auf fönartige Geräusche. Glücklicherweise ist er im „Idle-Zustand“ leise. Trotz des lauten Lüfters von ADDA wird der Kern bis zu 90° heiß.


4. Benchmarks Testsystem:

Prozessor Pentium M 730 @ 2,6 GHz
Mainboard Asus P4GPL-X
RAM 2x512 MB Twinmos/BH5 @ CL2-2-2-4
Betriebssystem Windows XP SP1
Treiber ATI Catalyst 5.12
Treiber Nvidia Forceware 81.85
Netzteil Tagan 2force 430W


Alle getesteten Grafikkarten wurden bis ans stabile Maximum übertaktet, wo auch keine Bildfehler zu sehen waren:

Grafikkarte Standardtakt Chip/Ram übertaktet (OC)
x1800 XL 500/1000 MHz 560/1225 MHz
7800 GTX 430/1200 MHz 490/1400 MHz
7800 GT 405/1000 MHz 440/1180 MHz
X850 XT 540/1080 MHz 580/1170 MHz
X800 XT  500/1000 MHz 570/1140 MHz
X700 Pro  425/860 MHz 480/1120 MHz

Nun zu den Ergebnissen:

Hier sind aufgrund der CPU-Limitierung nur minimale Unterschiede zu verzeichnen.

Der 3D Mark03 nutzt max. das Shadermodell 2.0 so wie auch viele aktuelle Spiele und ist daher noch ein sehr interessanter Benchmark.
Die X1800 XL muss sich hier mit deutlich sichtbarem Abstand der 7800 GT geschlagen geben.

ATI hat das Shadermodell 3.0 gut in den R520 integriert, denn sie kann trotz des Rückstands im 3D Mark03 die 7800GT hier übertreffen.


 
Hier sind die Ergebnisse etwas stärker von der CPU geprägt, aber die Verhältnisse sind ähnlich wie beim 3D Mark03. Auch hier wird nur max. das Shadermodell 2.0 genutzt und die 7800GT ist schneller.
 
 
Unter OpenGL schaut es trotz der der neuen OpenGL Optimierungen von ATI immer noch düster aus. Über ein Viertel ist die 7800GT schneller.

In der höheren Auflösung kann die 7800GT ihren Vorsprung auf ca. 34% ausbauen.

Entgegen dem vorherigen Trend bleibt das Verhältnis in der noch höheren Auflösung gleich.


Mit vierfachem Antialiasing bricht die 7800GT um 34% ein, während die X1800XL nur 23% an Leistung verliert! Das verbesserte Speicherinterface scheint sich hier positiv bemerkbar zu machen.

Der 7800GT geht die Bandbreite aus. Ihr Vorsprung zur X1800XL ist nur minimal und mit Overclocking hat die ATI Karte sogar schon eingeholt.

In maximaler Auflösung mit 8xAF und 4xAA geht nun auch die X1800XL etwas in die Knie.
Die Speicherbandbreite ist eindeutig der limitierende Faktor, weil sie mit Übertaktung noch auf knappe 50 fps kommt.

5. Rating Zum Schluss gibt es noch ein Rating, wo alle Benchmarkergebnisse mit einfliesen.
Dabei unterscheiden wir zwischen normaler Bildqualität und den höheren Einstellungen.

Unter Standardtakt ist die X1800XL knappe 10% langsamer als das Gegenstück von Nvidia. Mit Übertaktung schmilzt der Rückstand auf ca. 3%.

Mit höherer Qualität  ist die X1800XL nur noch 5% langsamer und mit Übertaktung sogar ca. gleich schnell!


6. Fazit Gigabyte X1800 XL
  Sie bietet eine Leistung knapp unter unterhalb dem Niveau von Nvidia.
Dafür lässt sie sich besser übertakten und kann mit Antialiasing punkten. Störend ist aber der laute Lüfter, welcher dringend ersetzt werden sollte.
Mit einem aktuellen Preis von ca. 350 € ist die Gigabyte X1800XL ca. 70 € teurer als die 7800GT. Wegen dem besseren Preis-/Leistungsverhältnis bleibt die Gigabyte 7800GT daher weiterhin unsere Empfehlung.

Positiv: Negativ:
- schnell - Lüfter ist zu laut
- hohes Übertaktungspotenzial

- Karte wird sehr heiß/ produziert viel Wärme

- keine Dualslot-Kühlung  
- zukunftssicher durch neueste Technik  
- umfangreiches Zubehör  


Vielen Dank an Gigabyte für die Bereitstellung der Karte!

          Autor: Semmel</div>


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