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Motocross Madness für Xbox 360 im Test

Den Winter werden die meisten Spieler wohl kaum im Freien verbracht haben. Kein Wunder, denn die langanhaltend kalten Temperaturen treiben auch den resistentesten Recken vor die Flimmerkiste beziehungsweise den heimischen PC. Zwar sind die ersten Sonnenstrahlen nur ein Vorgeschmack auf den potenziell warmen Sommer, doch viele Motorradfahrer nutzen die hellen Stunden bereits jetzt, um die Maschine aus der Garage zu holen und ordentlich Gas zu geben.

Dass dies natürlich nicht für jedermann eine adäquate Freizeitbeschäftigung ist, versteht sich ganz von selbst. Nicht nur deswegen erfreuen sich die virtuellen Geschwindigkeitsabenteuer großer Beliebtheit.

Motocross Madness spektakulärer Sprung

Den Namen Motocross Madness werden viele alteingesessene Spieler womöglich schon gehört haben. Bereits vor über einer Dekade startete die Reihe auf dem PC und konnte so manchen Motorsport-freudigen Anhänger um sich scharen. Jüngst wurde auf dem Marktplatz der Xbox 360 ebenfalls ein Spiel mit genau diesem Namen veröffentlicht. Dass sich seit dem PC-Ableger so einiges geändert hat, wird man bereits beim ersten Blick feststellen können. Doch ob das Downloadspiel trotzdem etwas taugt, haben wir im Test geklärt.

Es gibt inzwischen viele Renn- beziehungsweise Sportspiele, die eine eigene Story mit sich bringen. Motocross Madness ist allerdings kein solches Spiel. Ebenso verzichtet man auf reale Fahrer und spart sich damit die Lizenz für die Implementierung teurer Persönlichkeiten. Stattdessen setzen die Macher auf die so genannten Avatare. Das sind die virtuellen Figuren, die man im Dashboard der Xbox 360 gestalten kann und quasi als Aushängeschild für den jeweiligen Nutzer dienen. Alle Fahrer in Motocross Madness haben eine solch possierliche Optik, wobei der eigene Fahrer direkt vom Konsolen-System eingebunden wird.

Motocross Madness Avatar in der Wüste

Eine Besonderheit gibt es allerdings noch, denn genau wie einige andere Titel, die auf die Avatare zurückgreifen, bietet auch Motocross Madness eine so genannte Fame-Funktion. Dieses spielübergreifende System beinhaltet einige zu erledigende Aufgaben, womit Punkte freigeschaltet werden und neue Kostüme für die virtuelle Figur bereitstehen. Außerdem wird damit geworben, dass man sich durch eine Steigerung des Fame-Punktestands natürlich auch mit seinen Freunden messen kann. Dies ist zwar sicherlich kein Grund, der für sich allein gesehen für einen Kauf sprechen könnte, aber für Punktejäger ist immerhin ein zusätzlicher Anreiz gesetzt.

Sobald die Karriere gestartet wurde, wird man mit einem kleinen Tutorial an die Steuerung gewöhnt. Motocross Madness versteht sich als waschechter Arcade-Raser und verfügt im Grunde über eine sehr simple Handhabung. Gas sowie Bremse werden über die Schultertasten betätigt. Abgesehen von der Handbremse werden die weiteren Aktionstasten für Boost sowie für die verschiedenen Stuntfähigkeiten eingesetzt. Da viele Funktionen allerdings erst im Laufe der Zeit hinzukommen, hat man gerade zu Beginn eine äußerst überschaubare Tastenbelegung, womit Einsteiger einen flotten Start vollführen können.

Motocross Madness blauer Himmel

Ohnehin ist das Fahrverhalten der einzelnen Motorräder recht simpel gestaltet. Die Bewegungseingaben werden flott umgesetzt und die Bremse werden selbst Anfänger kaum betätigen. Erst wenn man später den etwas schnelleren Maschinen ausgesetzt ist, wird man sich ein wenig mehr aufs eigentliche Lenken konzentrieren müssen. Die Kollisionsabfrage verzeiht jedoch so manchen Fehler, sodass ein Schwenker zur Seitenplanke nicht zwangsläufig mit einem fiesen Sturz enden muss.

Für ein Spiel, das gerade einmal ein paar Euro kostet und ausschließlich als digitaler Download zur Verfügung steht, ist die Optik gar nicht einmal so übel ausgefallen. Sicher: Schöner geht eindeutig immer, doch Motocross Madness glänzt vor allem mit seinen astreinen Animationen. Die ausgeführten Stunts etwa sehen nämlich wirklich schick aus, was auch für die sonstigen Bewegungen auf der Strecke gilt. Ansonsten wird das Geschehen durch kräftige Farben dominiert, die durch ihre ordentliche Sättigung zu gefallen wissen. Insgesamt gibt es mit den drei Schauplätzen in Australien, Ägypten und Island genügend Abwechslung für das Auge.

Motocross Madness Avatare im Wasser

In Island geht es über verschneite Wege und während es in Ägypten von Pyramiden und sandigen Straßen nur so wimmelt, hat Australien dagegen einige Waldgebiete parat. Ein wenig mehr Vielfalt bei den Kursen hätte trotzdem sein dürfen, denn schließlich sind es am Ende nur neun verschiedene Strecken, die zur Auswahl stehen und auch noch mehrfach verwertet wurden. Für eine ausgeprägte Langzeitmotivation reicht das leider nicht aus. Wer außerdem etwas näher hinschaut, wird im Bereich der Grafik zusätzlich einige Defizite finden. Die Texturen verlieren besonders bei hoher Geschwindigkeit an Schärfe und müssen ohnehin häufig nachladen. So kommt es zum Beispiel mehrfach vor, dass für die ersten Sekunden nach dem Ladebildschirm nur ein Matsch aus verschiedenen Texturen zu sehen ist und sich das Bild erst kurz darauf vollständig aufbaut.

Es ist also beim besten Willen nicht alles so gelungen, wie es der erste Anblick womöglich vermitteln mag. Dafür aber zeigt die Ausgestaltung der Kurse selbst einige Stärken. Oftmals sind viele Abkürzungen und alternative Wegstrecken vorhanden, sodass die Auseinandersetzungen stets dynamisch bleiben.

Motocross Madness Hügel in der Wüste

Eine solche Abwechslung hätte auch der Sound durchaus vertragen können. Während die Fahrer stumm bleiben und die Motoren eine solide Geräuschkulisse erzeugen, sind leider nur wenige hintergründige Musikstücke vorhanden. In der Praxis wiederholen sich die Lieder daher oft und beginnen damit schnell zu nerven. Wieso man während der Erkundungsherausforderungen allerdings ganz auf eine musikalische Unterstützung verzichtet hat, ist überaus fraglich, da so definitiv schnell Langeweile einkehrt.

Drei verschiedene Rennarten stehen in Motocross Madness zur Auswahl. Die normalen Rennen sind sicherlich selbsterklärend. Das maßgebende Ziel besteht zweifelsohne darin, den ersten Platz zu erreichen. Die Rivalen-Rennen dagegen sind sehr ähnlich aufgebaut. Hier gilt es jedoch die Bestzeiten der Entwickler zu schlagen, was manches Mal etwas schwerer ist, als nur ein simples Rennduell zu fahren. Die dritte Gattung nennt sich Erkundung und bietet ein freies Areal, das ohne zeitliche Beschränkungen befahren werden darf. Dabei sollen Münzen und Schädelitems gesammelt werden, um eine entsprechende Medaille zu verdienen. Später lässt sich als kleiner Obolus im Übrigen zusätzlich noch ein Part für Stunt-Herausforderungen freischalten.

Motocross Madness Items

Innerhalb der Herausforderungen hat man mehrere Mittel, um am Fahrerfeld vorbeizurauschen. Zeigt man nämlich gelungene Aktionen in Form von Drifts oder waghalsigen Stunts, generiert dies Boost. Ebenfalls lassen sich Boost-Items aufsammeln, die die Leiste in die Höhe treiben. Letztlich ist das Geschehen aber oftmals derart einfach, dass solche Hilfsmittel kaum nötig sind. Selbst ungeübte Spieler werden die Karriere in Windeseile beendet und dabei keinerlei Schweißperlen vergossen haben. Einige Motivationshilfen bietet das Spiel aber dennoch an. Mit jedem Rennen werden Erfahrungspunkte und jede Menge Geld verdient. Damit lassen sich neue Motorräder oder einzelne Komponenten erstehen, womit man im Rennen noch mehr Vorteile genießt.

Motocross Madness Vorbei an den Pyramiden

Immerhin bleibt noch die Alternative, sich online mit anderen Teilnehmern zu messen oder lokal am dann zweigeteilten Bildschirm ein Duell mit einem Freund zu beginnen. Dabei stehen normale Rennen genauso wie Erkundungstouren und Stunt-Herausforderungen zur Auswahl. Nett ist auch die sonstige Onlinevernetzung. Haben andere Freunde ebenfalls das Spiel, kann man eine Gruppe eröffnen und gemeinsam passiv oder eben aktiv Herausforderungen erfüllen.

Motocross Madness wirkt auf den allerersten Blick wie ein absolut solides Rennspiel. Das ist vor allem auf die vielen Features zurückzuführen, die inzwischen wohl die meisten Vollpreistitel dieser Gattung eben auch bieten können. Daher macht das Downloadspiel gar nicht einmal so viel verkehrt und ist als kurzes Intermezzo durchaus zu gebrauchen.

Motocross Madness Handstand in der Luft

Für mehr will es aber aufgrund des geringen Streckenumfangs und des viel zu einfachen Schwierigkeitsgrades leider nicht reichen. Wer also auch mal gefordert werden will, sollte einen weiten Bogen um Motocross Madness machen. Ansonsten ist der Titel für Geschwindigkeitspuristen zumindest einen Blick wert.

Stärken des Spiels:

  • Schicke Streckengestaltung
  • Durchdachtes Spielprinzip
  • Spaßige Stunteinlagen
  • Eingängiges Fahrverhalten

Schwächen des Spiels:

  • Zu wenige Strecken
  • Geringer Anspruch
  • Oft nachladende Texture
  • Geringe Langzeitmotivation

Motocross Madness Award


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