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Razer Imperator im Test

Wir schreiben das Jahr 1999. Das Team um die beiden Entwickler Minh Le und Jess Cliffe veröffentlichen die erste Version des Half Life Mods „Counter Strike“. Bereits 2001 löste es bei einem wichtigen E-Sport Turnier Quake 3 als Hauptspiel ab und ist auch heute noch der am meisten gespielte Online-Shooter. Wie es zu dieser Entwicklung kam soll uns an dieser Stelle egal sein, denn wir wollen auf die Steuerung dieser Shooter schauen. Zu Beginn der Counter Strike Ära mussten die Fadenkreuze noch mit Kugel-Mäusen bewegt werden, zwischenzeitlich kamen dann die optischen Nager und heute steht dem ambitionierten Gamer eine ganze Palette von Mäusen mit High Tech Lasern zur Auswahl.

Neben dem einen oder anderen kleinen Hersteller wie bspw. Prestigio bildeten sich mit der Zeit jedoch auch die Marktführer in diesem Segment heraus. Ohne schlechtes Gewissen kann man behaupten, dass dies derzeit Razer, Logitech, Roccat und Microsoft sind. Der erstgenannte Hersteller aus Carlsbad, Kalifornien war lange Zeit für seine Linkshänder-Freundlichkeit bekannt, doch mit der Razer Imperator brachte man im November letzten Jahres eine Maus exklusiv für Rechtshänder auf den Markt, die mit einem ganz besonderen Feature auf ihre Kunden wartet.

Dass eine Maus über mehr als die zwei Standardtasten für Links- und Rechtsklick verfügt, ist mittlerweile nichts Neues, das Anbringen von ein oder zwei Daumentasten ebenso wenig. Allerdings begegnet man hier dem Problem der verschiedenen Handgrößen mit dem Aspekt, dass man die Position eben dieser in mehreren Stufen einstellen kann. Dem Großteil wird es also erspart bleiben einen großen Elektronikmarkt zu besuchen und dort zu schauen, ob die Maus überhaupt gut in die Hand passt.  Das sollte nämlich in den meisten Fällen kein Problem sein, beschreibt Razer die Imperator auf der ersten Seite des Handbuchs doch nicht nur als bloße Maus, sondern als eine Erweiterung der Hand. Im Nachfolgenden Teil findet ihr einen detaillierten Testbericht, der diese Spielermaus genau unter die Lupe nimmt und euch verraten soll, ob sie ihr Geld wert ist.

An dieser Stelle möchten wir uns bei Razer für die problemlose Bereitstellung eines Testmusters bedanken.

Wie bereits zum Review der Razer Abyssus Mirror können wir nur wieder die Behauptung unterstreichen, dass sich Verpackungen der Kalifornier in ihrer Form und dem generellen Aussehen kaum unterscheiden. Auch die Razer Imperator kommt in einem schwarzen Karton, der auf seiner Vorderseite den 5.600 DPI Lasersensor bewirbt. Dadurch, dass das Bild der Maus und der Schriftzug in Hochglanz erstrahlen und der Rest des Kartons Matt gehalten wurde, verschafft das einen zusätzlichen Blickfang.

Klappt man nun die Vorderseite auf, so präsentiert sich unseren Augen die Maus in ihrer Pracht vor einem giftgrünen Hintergrund. Wenn man genau hinschaut, entdeckt man auch ein Stück des stoffumwobenen Kabels, was bereits ein Hinweis auf die Exklusivität dieses Gerätes ist.
Leert man nun den Karton, so findet man neben der Maus ein Echtheitszertifikat, eine Schnellstartanleitung, zwei ausführliche Anleitungen für PC und Mac, ein Produktkatalog, eine Infokarte zur Imperator, zwei Sticker mit Razer Logo und ein Untersetzer für Tasse oder Becher. Wobei wir an dieser Stelle anmerken wollen, dass sämtliche Anleitungen nur in englischer Sprache vorliegen.

Wer gut aufgepasst hat, wird merken, dass hier etwas Wichtiges fehlt: Eine Treiber CD. Zwar besteht der Kundenkreis zum Großteil aus Online-Gamern und man gibt auf der Verpackung eine Internetverbindung als Voraussetzung an, doch gerade auf einer LAN Party ohne Internet kann es im Falle einer Windows Neuinstallation doch etwas unangenehm werden. Windows erkennt die Maus auch ohne den Razer Treiber, doch genauere Einstellungen sind nicht möglich.

Im November letzten Jahres kam sie frisch auf den Markt, die Razer Imperator. Nachdem man sie auf der DreamHack LAN Party in Schweden erstmals offiziell vorgestellt hatte, kam sie kurz darauf in die Regale der Händler in aller Welt.

Wie von High End Mäusen gewohnt, kommt auch die Razer Imperator mit einem ca. 2 Meter langen stoffumwobenen Kabel, welches an einem vergoldeten USB Stecker endet. Das sieht einerseits edel aus, verbessert jedoch auch die elektrische Leitung.

Die Razer Imperator ist eine pure Rechtshändermaus. Das ist auch gut so, denn dadurch ist es möglich, sie ergonomisch anzupassen, sodass sie perfekt in der Hand liegt. So liegt die linke Seite der Maus etwas höher als die rechte, woraus eine komfortable Position des Handgelenks folgt und demnach auch längere Spielesessions oder Arbeitszeiten ohne Probleme möglich sind. Dazu kommt ähnlich wie bei der Logitech G500 eine Einbuchtung für den Daumen, um mehr Halt zu gewähren.  Ziel dieser Anpassungen ist beiden Spiel- bzw. Arbeitsstilen gerecht zu werden, denn Nutzer können die Imperator sowohl mit der ganzen Handfläche (Palm Grip) oder mit den Fingerspitzen (Fingertip Grip) steuern.

Auf der Oberseite der Maus finden sich wie gewohnt zwei große, rutschfeste Tasten für Links- und Rechtsklick. Dieses matte Schwarz zieht sich von diesen zwei Tasten bis zum hinteren Ende der Maus, wo sich ein blau pulsierendes Razer Logo befindet. Zwischen den Tasten liegt das ebenfalls blau beleuchtete Scrollrad, welches sehr gut zwischen den einzelnen Schritten „einrastet“. Hinter dem Scrollrad sitzen zwei Tasten, welche standardmäßig dem Wechseln zwischen den bis zu 5 dpi-Stufen dienen. An der rechten, linken und vorderen Seite findet man eine glatte und glänzende schwarze Oberfläche, die dennoch guten Grip gewährt. Über der Einbuchtung für den Daumen sind die zwei Daumentasten platziert, die wie bereits erwähnt in 5 Stufen versetzt werden können. Der Unterschied zwischen der vordersten und der hintersten Position beträgt ca. 1,1 cm, so sollte es für die meisten Hände eine passende Position geben.

Kommen wir nun zum letzten Teil, der Unterseite. Dort finden sich insgesamt vier Ultraslick Teflonfüße, zwei davon am vorderen Ende, ein länglicher am hinteren Ende und ein kreisförmiger um den Lasersensor herum. Links von dem Sensor gelegen befindet sich der Profile-Button, der dem Wechseln der Profile in einer Anwendung dient. Rechts sitzt der Knopf zum Bewegen der Daumentasten. Zum Verstellen muss er lediglich eingedrückt und nach vorn oder hinten bewegt werden.

Der Rest der Unterseite ist mit einem Aufkleber bedeckt, auf dem Produkt- und Seriennummer sowie weitere Details abgedruckt sind.


Technische Spezifikationen:
•    5.600 dpi Razer Precision 3.5G-Laser-Sensor
•    1.000 Hz Ultrapolling™ / 1 ms Reaktionszeit
•    On-The-Fly Sensitivity™-Anpassung
•    Verstellbare Seitentasten
•    Sieben unabhängig programmierbare Hyperesponse™-Tasten
•    Geräuschfreie Ultraslick™ Teflon-Gleitfüße
•    Beschleunigung bis zu 508 cm/s und 50 G
•    Razer Synapse™-Onboard-Speicher
•    Ergonomisches rechtshändiges Design
•    Größe: ca. 123 (Länge) x 71 (Breite) x 42 (Höhe) Millimeter

Im letzten Teil des Tests widmen wir uns nun der Steuerungssoftware – in Fachkreisen auch Treiber genannt – und der Handhabung der Maus im alltäglichen Gebrauch. Der alltägliche Gebrauch richtet sich sowohl auf die Nutzung in Browser und Office Software, allerdings vorrangig dem Spielen, schließlich richtet sich die Maus genau an diese Kundengruppe.

Wie bereits erwähnt kommt die Razer Imperator ohne Treiber CD, Käufer müssen diese also aus dem Internet beziehen. Wer einmal bei Razer nach Treibern gesucht hat, dem wird auffallen, dass es für jede Maus einen einzelnen Treiber gibt. Das hat den Vorteil, dass die einzelnen Treiber relativ klein ausfallen, könnte allerdings für Neulinge etwas unübersichtlich sein. Dazu kommt, dass derzeit keine reinen 64-Bit Treiber angeboten werden. Das ist zwar nicht weiter tragisch, würde jedoch bei Nutzern dieser Betriebssysteme für ein wenig mehr Ordnung sorgen.

Der 28,4 Megabyte große Treiber der Razer Imperator ist schnell heruntergeladen und installiert und das  Erste, was einem nach der Installation in den Blick fällt, die Tastenbelegung. Jede einzelne der 7 Tasten lässt sich individuell belegen, allerdings sollte man aufpassen, dass stets eine Taste mit einem Linksklick belegt ist. Doch auch das Scrollrad lässt sich anders belegen, wenn auch mit etwas weniger Auswahlmöglichkeiten.

Auf der zweiten Seite des Treibers lassen sich die wahrscheinlich wichtigsten Einstellungen vornehmen, nämlich die dpi Zahl und die Mausbeschleunigung. Es lassen sich bis zu 5 Empfindlichkeitsstufen an- und mit Werten belegen, zwischen denen anschließend mit den zwei Tasten auf der Maus gewechselt werden kann. Schade ist, dass diese Einstellungen nur recht grob in 100er Schritten vorgenommen werden können, in einem Bereich von 100 bis 5600 dpi. Positiv hingegen ist die Möglichkeit, X- und Y-Achse unterschiedlich empfindlich einstellen zu können.
Weiterhin kann man eine Anzeige der Sensitivität auf dem Bildschirm anschalten, ebenso wie eine zusätzliche Mausbeschleunigung. Zu guter Letzt sei noch die Abfragerate genannt, die von standardmäßig 500 Hz auf 1000Hz erhöht werden kann, was einer Verzögerung von 1 ms entspricht.

Auf Seite 3 im Treiber kann der User Profile erstellen und verwalten. Der Vorteil an dieser Funktion ist, dass man für verschiedene Spiele oder andere Anwendungen individuelle Profile mit ebenso individuellen Tastenbelegungen anlegen und einer *.exe Datei zuweisen kann. Startet man die Prozedur, so aktiviert sich das Profil bei gesetztem Haken bei „Autom. Wechsel“ von selbst. Optional kann man sich diese Aktion auch auf dem Bildschirm anzeigen lassen. Die Profile werden alle auf dem 30 KB großen Synapse Speicher der Maus hinterlegt, wodurch sich diese problemlos zu einem anderen PC transferieren lassen. Problematisch könnte allerdings die Größe des Speichers werden, denn dadurch lassen sich maximal 5 Profile speichern. Da das für den Großteil allerdings mehr als genug sein sollte, fließt dies nicht mit in die Bewertung ein.

Eine weitere typische Eigenschaft einer waschechten Gamermaus ist die Möglichkeit, verschiedene Makros anzulegen. Ein Makro ist eine Kette von Tastendrücken, die sich zusammenfassen und anschließend auf eine einzelne Taste setzen lässt. Ein Beispiel dafür wäre das Kaufmenü bei Counter Strike. Ein Spieler könnte sich das Makro B – 4 – 3 anlegen, womit er auf der CT Seite mit einem Tastendruck eine M4A1 kauft. Weitere Beispiele wären auch Kopieren oder Einfügen, was die Arbeit mit Textdokumenten auch erleichtern sollte.

Wer möchte kann auch zwischen den einzelnen Befehlen Verzögerungen einfügen, damit diese nicht sofort ablaufen. Selbstverständlich lässt sich dies auch alles auf eine andere Razer Maus exportieren.  

Die letzte Seite des Treibers bietet die Möglichkeit, die Beleuchtung von Scrollrad und Razer Logo vollständig abzuschalten, was durchaus positiv sein kann, sollte der Computer im eigenen Zimmer über Nacht seine Arbeit verrichten. Außerdem wird man darüber informiert, welche Treiber und Firmware Version man aktuell verwendet. Wer sich bei den Einstellungen etwas vertan hat, der kann auch alles auf den Werksstandard zurücksetzen.

Das war nun alles vom Treiber, kommen wir zum Einsatz in Spielen und Büroanwendungen. Für beide Bereiche ist sehr positiv, dass die Maus sehr rutschfest ist und guten Halt gibt. Daraus folgt wiederum eine präzise Kontrolle beim Bewegen des Mauszeigers, sei es von Stelle zu Stelle im Text oder von Ziel zu Ziel im Shooter. Mit einem Gewicht von 103 Gramm wirkt sie ebenfalls nicht zu leicht und macht zusätzliche Gewichte unserer Ansicht nach überflüssig. Die Standardbelegung der Tasten ist auch völlig in Ordnung, werden die Daumentasten doch dazu benutzt im Browser vor- oder zurückzublättern.

Auch sonst überzeugt die Razer Imperator sowohl bei ihrer Verarbeitung als auch bei der Funktion. Das Scrollrad arbeitet sehr präzise und lässt sich ohne Probleme klicken, dafür funktioniert es jedoch leider nur in 2 Richtungen. Alle Tasten besitzen einen gut spürbaren Druckpunkt und schwächeln auch nach längerer Nutzung nicht. Dasselbe gilt für die Teflonfüße, die auch nach Ablauf der Testphase trotz Einsatz auf einem Hartplastik Mauspad kaum abgenutzt sind. Nach wie vor arbeiten sie nahezu geräusch- und reibungslos.

Ob die hohe maximale Auflösung von 5.600 dpi genutzt wird oder überhaupt sinnvoll ist, sei jedem selbst überlassen. Fakt ist, dass sie im hohen dpi Bereich mit herabgesetzter Mausbeschleunigung sehr präzise arbeitet, sich die Geschwindigkeit der Maus aber dennoch in Grenzen hält. Wer es benötigt, der kann jederzeit die Empfindlichkeit per Klick auf die nächsthöhere oder –niedrigere Stufe setzen, sei es im Spiel oder in der Bürosoftware.

Abschließend lässt sich sagen, dass es sich bei der Razer Imperator um eine grundsolide Maus handelt. Ergonomisches, gut durchdachtes Design und die beiden verschiebbaren Daumentasten machen die Maus zu einem hochwertigen Spielzeug für jeden Shooter-Liebhaber. Sie liegt gut in der Hand und verursacht auch nach stundenlangen Spielesessions kein schmerzendes Handgelenk und durch ihr pulsierendes blaues Leuchten sollte sie auf jeder Party ein echter Hingucker sein.

Die Verpackung der Maus sieht wie bereits erwähnt, sehr hochwertig aus, so dass man bereits beim Kauf weiß, dass es dieser Nager in sich hat. Zwar geht man bereits sehr sparsam mit Kunststoff als Verpackungsmaterial um, allerdings glauben wir, dass man dies weiter steigern kann, Logitech hat es bereits mit der G500 demonstriert.

Nachdem wir nun bereits die Vorteile genannt haben, wollen wir natürlich auch die nicht ganz optimalen Eigenschaften beleuchten. Unserer Meinung nach etwas ungünstig positioniert sind die beiden Tasten zum Umschalten der DPI Zahl. Eine Anzeige der aktuellen Einstellung auf der Maus ist nicht vorhanden, für die meisten jedoch auch völlig unnötig. Bei Bedarf lässt sich eine Anzeige auf dem Bildschirm konfigurieren, die beim Umschalten die aktuelle Wahl anzeigt.
Über das Thema der Treiber CD hatten wir bereits gesprochen, wir finden jedoch, dass man in Zukunft einen Datenträger beilegen sollte. Die Kosten dafür sollten beim Preis einer Razer Maus eher unerheblich sein und Käufer müssen nicht erst nach dem passenden Treiber suchen.

Mit einem aktuellen Preis von 52,89 Euro ( idealo.de / Stand 9.1.2011) ist sie jedoch auf jeden Fall eine lohnenswerte Anschaffung für Leute, die auf eine hochwertige Gaming Hardware nicht verzichten wollen. Ob die Kosten gerechtfertigt sind, sollte jeder für sich selbst entscheiden, von unserer Seite gibt es jedoch eine klare Empfehlung für die Razer Imperator.


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