NZXT S5 RGB Test (Bild © PCMasters.de)
NZXT S5 RGB im Detail
NZXT ist eher für das Premium-Segment bekannt und hat vor allem durch Design und ausgeklügelte Features überzeugt. Der neue Wurf geht einen sichtbar anderen Weg, denn die S5 RGB und S5 RGB Deluxe-Variante siedeln sich weit unterhalb der 100-€-Marke an. Dabei verzichtet man auf mehr, als was wir erwartet haben.
Auch wenn man bei einem Blick auf das Design die gewohnten Formen und großes Panoramaglas als Wiedererkennungswert wahrnimmt, die mit einem großen, bunten 360er-Single-Frame-Lüfter gepaart werden, ist das Gehäuse unerwartet kompakt. Durch die Maße 210 x 482 x 423 mm ist es im Vergleich zum NZXT H6 RGB+ jedoch 82 mm schmaler 3 mm länger und 34 mm höher. Ein großer Unterschied ist im Aufbau und der Umsetzung zu sehen, denn das Zweikammer-Design ist hier so nicht ganz vorhanden, da das Netzteil wird unten installiert und der Platz hinter dem Mainboard-Tray fällt gering aus. Auffällig ist dagegen der Platzhalter für einen ca. 40° gedrehten Lüfter an der unteren Front neben dem Glas. Dieser ist in Richtung Grafikkarte und CPU ausgerichtet.
Das S5 RGB soll damit den Einstieg in das NZXT-Portfolio mit geringerem Budget von 59 € erlauben. Das verwendete Blech ist dadurch dünner, die Gummiabdeckungen bei den Kabeldurchführungen fehlen, gewohnte Kabelkanäle und Klettbänder fehlen und zum Fixieren bekommen wir nur fünf Kabelbinder. Einen Cam-Hub gibt es bei dem Preis natürlich auch nicht und so wird der vorinstallierte Single-Frame-Lüfter im 360er-Format über ein 4-Pin-PWM- ARGB-Kabel an das Mainboard angeschlossen. Das S5 bietet somit das Bare-Minimum und sieht Upgrade-Optionen vor, denn es können bis zu 10 Lüfter installiert werden oder ggf. Radiatoren Radiatoren.
Das Gehäuse hat ein Innenvolumen von etwa 43 Litern und NZXT holt hier doch das Meiste raus. Bei der Wahl der Grafikkarte kann man Modelle mit einer Maximallänge von 415 mm wählen und CPU-Luftkühler mit einer Höhe von bis 162 mm. Die Netzteilposition unten erlaubt den Einbau von Modellen mit einer Maximallänge von 200 mm. Bei den Mainboards werden wohl vorrangig ATX- oder mATX-Mainboards eingebaut, auch wenn der mini-ITX-Formfaktor unterstützt wird, aber die Boards sind deutlich teurer und damit unpassend.
Oben im Gehäuse können Radiatoren von AIO-Wasserkühlern eingebaut werden, aber hier gibt es eine starke Limitierung, denn auch wenn das Gehäuse Öffnungen für 140er und 120er Bohrungen hat, werden 280er und 420er Radiatoren nicht passen, da sie mit den meisten Mainboards kollidieren werden.
Der Abstand von oben zum Mainboard fällt leider zu gering aus, weshalb wir die NZXT Kraken PLUS 280 nicht einbauen konnten und auf eine 360er umschwenken mussten.
Unten finden wir einen Staubfilter, genauso wie es oben der Fall war. Der untere Bereich ist mit vielen Löchern für den Airflow versehen, damit man einen Luftfluss für zwei oder drei Lüfter auf der inneren Abdeckung ermöglicht.
Auf der Rückseite gibt es keinen Lüfter und wir finden sieben Slotblenden. Der Aufbau ist sehr simpel.
Die eigentlichen Schrauben der Blenden werden durch eine Abdeckung gesichert. Die Abdeckung wird mit einer Schraube fixiert und es ist keine Rändelschraube, sondern eine normale Kreuzschraube.
Verarbeitungsqualität
Mit einem Gewicht von ca. 6,1 kg und durch die leichte Bauweise fühlt sich das S5 RGB leider nicht so hochwertig an wie die anderen Gehäuse von NZXT, jedoch ist das bei dem Preis zu erwarten gewesen. Wir haben nur auf dem einen Seitenteil innen Rückstände gefunden, die durch die Reibung der IO-Panel-Kabel entstanden und nicht mehr wegzubekommen sind.
Ansonsten erschien uns die Verarbeitung für diesen Preis akzeptabel.
Fishtank-Design mit Single-Frame-Lüfter
Bei dem S5 RGB handelt es sich im Grunde durch die beiden Glaspanele um ein Fishtank-Design und so finden wir seitlich die üblichen Lüfter, die einen horizontalen Airflow ermöglichen sollen. NZXT setzt auf die eigenen F360 RGB Reverse Single-Frame-Lüfter und verbaut diesen genau neben dem Frontglaspanel in der Seite. Bei diesen Lüftern handelt es sich um Reverse-Blade-Modelle, die die Rotorblätter umgedreht haben. NZXT hat einen dezenten Aufkleber auf der sichtbaren Seite, der sonst auch zu den Lüftern passt. Da die Lüfter eine ARGB-Beleuchtung haben, sind die Rotorblätter aus weißem Kunststoff und sind für die eigentliche Beleuchtung verantwortlich. Angeschlossen werden sie über ein 4-polig-PWM- und ein 5V-ARGB-Kabel an das Mainboard, da es hier keinen eigenen Controller gibt.
Die Lüfter unterscheiden sich deutlich von denen, die wir im NZXT H6 RGB+ vorfanden. Anstatt mit maximal 2.200 U/min zu arbeiten, gehen bis maximal 1.500 U/min hoch. Hinzu kommt, dass die Mindestdrehzahl bei knapp 200 U/min liegt, was erstaunlich langsam ist - die meisten Lüfter schalten bei der Drehzahl schon ab!
Bei den angegebenen 30,1 dBA ist nicht klar, bei welcher Distanz und Drehzahl dieser Wert gemessen wurde, jedoch sind sie jenseits der 1.400 U/min viel zu laut. Der Luftdurchsatz wird mit 50,46 CFM pro Lüfter bei 0,76 mmH₂O angegeben.
Schallpegelmessung
Den Schallpegel der Lüfter haben wir einzeln im geschlossenen Gehäuse auf 20 cm Abstand gemessen. Die Single-Frame-Lüfter mussten dann als Ganzes bewertet werden. Das nachfolgende Diagramm gibt die Messungen visuell wider und weiter unten sind die einzelnen Messungen aufgeführt.
Messdaten und Lautstärke des Front-Single-Frame-Lüfters
Gemessen mit geschlossenem Glaspanel und Seitenteilen.
- 100 %-PWM-Signal: 1.503 U/min, 50,1 dB(A), sehr laut
- 90 %-PWM-Signal: 1.410 U/min, 48,3 dB(A), sehr laut
- 80 %-PWM-Signal: 1.310 U/min, 46,3 dB(A), laut
- 70 %-PWM-Signal: 1.195 U/min, 43,5 dB(A), laut
- 60 %-PWM-Signal: 1.064 U/min, 40,4 dB(A), laut
- 50 %-PWM-Signal: 940 U/min, 37,9 dB(A), wahrnehmbar
- 40 %-PWM-Signal: 774 U/min, 35,2 dB(A), wahrnehmbar
- 30 %-PWM-Signal: 616 U/min, 33,8 dbdBA), leicht wahrnehmbar, Zimmerlautstärke (Büro)
- 20 %-PWM-Signal: 417 U/min, 33,4 dB(A), leise, Zimmerlautstärke (Büro)
- 10 %-PWM-Signal: 232 U/min, 33,1 dB(A), leise, Zimmerlautstärke (Büro)
- Floor: 32,9 dB(A) (Raumschallpegel bei ausgeschaltetem PC)
IO Panel
Das I/O-Panel befindet sich beim S5 RGB an der Front im unteren Segment. Sehr markant ist der Power-Button, da er erstaunlich groß ausfällt. Das Panel ist in diesem Bereich etwas nach innen versetzt.
Neben dem Power-Button finden wir direkt zwei befinden sich zwei USB 3.2 Gen 1 Type-A (5 Gbps)-Ports und einen modernen USB 3.2 Gen 2x2 Type-C-Anschluss (20 Gbps) für die Verbindung mit Datenträgern und Peripherie. Ganz rechts gibt es einen Kopfhörer-Combo-Anschluss. Die passenden Kabel im Gehäuse sind schwarz ummantelt und können einfach zum Mainboard verlegt werden.
Verpackung & Lieferumfang
Bei der Verpackung können wir NZXT auf jeden Fall loben, denn der Außenkarton ist solide und minimalistisch bedruckt. Im Inneren finden wir eine dicke Schutzschicht, die das Gehäuse ausreichend schützt.
Das ganze Zubehör befindet sich in einer kleinen Pappschachtel, die unten im Gehäuse befestigt ist. Darin sind die notwendigen Schrauben, nur 5 Kabelbinder sowie ein Handbuch zu finden. Mehr gibt es hier aber leider nicht.
Technische Daten
| NZXT S5 RGB Technische Daten (Herstellerangaben) | |
|---|---|
| Gehäusetyp | Midi-Tower |
| Material | Stahl, Glas |
| Farbe (innen / außen) | Weiß / Schwarz |
| Maße | 210 x 482 x 423 mm |
| Mainboard Größen | ATX, Mini-ITX, M-ATX |
| Gewicht | 6,14 kg |
| Max. CPU-Kühlerhöhe | 162 mm |
| Max. Grafikkartenlänge | 415 mm |
| 3,5" Montageplätze | 1 |
| 2,5" Montageplätze | 1 |
| Lüfter, vorinstalliert | 1 x 360 RGB Reverse |
| Lüfter, optional | Maximal 10 im Gehäuse |
| PCIe-Slots | 7 |
| I/O-Panel | 1x USB-C 3.2 via USB-Header Key-A (20Gb/s),
2x USB-A 3.0 (5Gb/s), 1x 3.5mm Klinke Line-In/Out |
| Garantie | 2 Jahre |
| Preis | 59,90 € (Affiliate) |
Testaufbau
Als Testsystem nutzen wir die folgenden Komponenten. Der Aufbau sieht wie folgt aus:
- CPU: AMD Ryzen 7 9700X
- CPU-Kühler: Corsair Nautilus 360 RS LCD
- Mainboard: ASUS ROG STRIX B850-A GAMING WIFI7 NEO
- RAM: Corsair Dominator Titanium RGB 48 GB Kit DDR5-6000
- SSD: 2 x NVMe-SSDs
- Grafikkarte: PNY GeForce RTX 5080 Slim OC
- Netzteil: NZXT C850 Core
Systemeinbau
Der Praxisteil des Gehäusetests beinhaltet den Einbau von PC-Komponenten. Dabei gehen wir meist gleich vor. Zuerst werden alle Seitenteile abgenommen und dann das Zubehör zurechtgelegt. Da wir den Radiator an der Front nicht befestigen können, muss das Frontpanel nicht abgenommen werden. Wir nehmen nur die Seitenteile ab.
Etwas nervig ist die Verpackung der Schrauben, da man die Tütchen nicht voneinander trennen kann, man reißt einfach kontrolliert zu viel ab.
Mainboard-Einbau
Da wir Bedenken wegen der Radiatormontage haben, bauen wir erst das Mainboard ein und schauen dann, inwieweit das alles passt. Wir befestigen die CPU im Sockel und bringen das Board dann im Gehäuse an. Die üblichen ATX-Schraubpositionen sind auch hier vorhanden, wodurch wir 9 Schrauben zu befestigen haben.
Das Board ist nicht schwarz, da wir etwas Kontrast hineinbringen wollten, um einen farblichen Akzent zu den Lüftern zu setzen. Der Rest der Komponenten ist schwarz und deckt sich mit der Hauptfarbe.
Netzteil
Für den Build verwenden wir ein schwarzes NZXT-C850-Core-Netzteil, das als eine passende Budget-Variante hier zum Rest gut passt. Es ist oft sinnvoll, das Netzteil als Erstes zu installieren, damit man die notwendigen Kabel direkt alle verlegen kann. Man kann es hier aber auch nach dem Mainboard und der AIO einbauen, aber wir ziehen es vor, den Einbau und die Verkabelung von CPU-EPS- und ATX-Kabeln vor dem Einbau der AIO durchzuführen. Wenn man oben später keinen Platz hat, wird es schwer, die Kabel einzustecken.
Es lohnt sich auch schon die passenden Kabel am Netzteil einzustecken, damit man es nachher nicht mühsam im Schacht machen muss.
Das Netzteil wird unten im Schacht befestigt. Zur Fixierung nutzen wir die vier mitgelieferten Schrauben. Man kann auch schon jetzt die Kabel der Lüfter und des I/O-Panels durchführen und an das Mainboard anschließen.
Die 850 Watt Ausgangsleistung sind für diesen Build ausreichend und sollten selbst zur GeForce RTX 5080 vollkommen ausreichen. Die Kabel sind nicht gesleeved, aber einzeln lose im Strang. Zusammengehalten werden sie durch einen Kamm, den man bewegen kann.
360er AIO-Wasserkühlung
Der Platz oben ist leider stark begrenzt. Zwischen dem Spannungswandlerkühler des Mainboards und dem Top-Deckel messen wir etwa 45 mm. Auch wenn wir oben 140-mm-Bohrungen finden, darf maximal ein 360er-Radiator befestigt werden.
Wir haben es erst mit einer NZXT Kraken PLUS 280 versucht, aber der zweite Lüfter kollidierte mit dem Spannungswandlerkühler und der Einbau war unmöglich.
Daraufhin haben wir zur Corsair Nautilus 360 RS LCD gegriffen, die mit ihrem 360er Radiator gut gepasst hat und die 120-mm-Lüfter boten genug Abstand zum Mainboard. Die AIO passte auch sonst zum Build und man kann sich auch noch mit Animationen auf dem integrierten LCD austoben.
Nachdem der Radiator oben fixiert ist, kann der Wasserblock auf der CPU montiert werden. Die Länge der Schläuche und Kabel passte hier gut.
Kabel Management
Bei dem Kabelmanagement gibt es auf jeden Fall weniger komfortable Features. Wir haben keine Kabelführung und man muss sich mit Kabelbindern zu helfen wissen. Die Öffnungen sind groß genug und gut positioniert, jedoch fehlen uns hier die Gummiabdeckungen.
Man kommt auch von unten gut ans Mainboard und die Grafikkarte. Hinter dem Tray haben wir nur ca. 20 mm Abstand zum Seitenteil. Da muss man die Kabel schon flach verlegen wo es nur geht.
Wer ein schwarzes Netzteil hat, der kann zu gesleevte Netzteilkabel greifen, um das Aussehen aufzuwerten. Außerdem schließt man Kabel an, die man braucht und die restlichen können im Karton bleiben. Man kann die Verkabelung auch sauberer machen - besser geht immer.
SSD Montage
Eine 2,5”-SSD kann hinten an dem Mainboard-Tray oder eine 3,5”-Festplatte unten im Gehäuse eingebaut werden. Einen HDD-Käfig gibt es nicht. Wir setzen bei unserem System nur noch auf NVMe-SSDs, die auf dem Mainboard befestigt werden. Diese sieht man dann nicht, da sie hinter einem Kühler im M.2-Slot installiert sind.
Grafikkartenmontage
Im Gehäuse kann die Grafikkarte nur horizontal verbaut werden, wie man es sonst auch gewohnt ist. Auf dem Mainboard nutzen wir den ersten PCIe-x16-Slot und belegen mit der ausgewählten Grafikkarte zwei Slots. Die Erweiterungskarten werden mit Schrauben fixiert.
Das 12V-2x6 PCIe-Kabel haben wir von unten durchgeführt, denn dafür ist hier eine Öffnung vorhanden. Nachdem die GeForce RTX 5080 montiert und mit dem Stromkabel versorgt ist, kann man die Seitenteile montieren und die anderen Kabel am PC anschließen.
Fazit zum NZXT S5 RGB
Das S5 RGB ist NZXTs erstes Gehäuse, das unter 100 € auf den Markt kommt und mit 59 € ist es weit unter dieser Preismarke angesiedelt. Bei dem Preis muss man aber klar Abstriche machen und bekommt nicht alles, was man von NZXT-Gehäusen sonst gewohnt ist. Das Material ist dünner, es gibt keinen CAM-Hub, es fehlen die umfangreichen Kabelmanagement-Optionen und man erhält nur fünf Kabelbinder. Das mag auf den ersten Blick als ein echter Dämpfer erscheinen, aber tatsächlich ist das Gehäuse bei dem Preis durchaus gut aufgestellt.
So bekommen wir ein Fish-Tank-Gehäuse mit zwei Hartglaspanelen für einen guten Blick ins Gehäuse und einen werkseitig montierten Single-Frame-Reverse-Blade-Lüfter im 360er-Format, der auch noch leise arbeiten kann, denn er lässt sich über PWM-Signal zwischen 1.500 und 200 U/min regeln. Dabei ist er unterhalb der 1.000 U/min auch echt brauchbar.
Der Einbau der Komponenten veräuft bis auf die Montage des Radiators reibungslos. Auch wenn NZXT 280er-Radiatoren als kompatibel listet, passt die eigene NZXT Kraken PLUS 280 nicht ins Gehäuse, weil sie mit dem Mainboard kollidiert.
Bei einem Preis von 59 € (Affiliate) ist es dennoch ein starkes Gehäuse, das man für Budget-Builds im Auge behalten sollte.
Pro
- Akzeptable Verarbeitungsqualität (bei dem Preis)
- Ein 360er Single-Frame-Lüfter an der Front mit ARGB-Beleuchtung
- Kompatibel mit mini-ITX bis ATX-Mainboards
- Fishtank-Design
- Unterstützt große CPU-Kühler, Grafikkarten und Netzteile
- Sehr starker Preis
Contra
- I/O-Panel könnte umfangreicher sein
- Lüfter sind sehr laut bei voller Drehzahl
- 20-mm-Kabelführungsplatz hinten
- Nur 5 Kabelbinder im Lieferumfang und schlechte Kabelmanagement-Optionen
- 280er Radiatoren kollidieren mit Mainboards





























