Keychron Thunderbolt 5 Dock Overview (Bild © PCMasters.de)
Genau in diese Richtung geht auch das neue Thunderbolt-5-Dock von Keychron. Der für seine mechanischen Tastaturen bekannte Hersteller wagt sich damit in einen für das Unternehmen noch vergleichsweise jungen Bereich und packt gleich eine ganze Menge Technik in ein kompaktes Aluminiumgehäuse. 14 Anschlüsse, Thunderbolt 5, 2,5-Gbit-Netzwerk, HDMI 2.1 und bis zu 140 Watt Ladeleistung lesen sich auf dem Papier schon einmal ziemlich beeindruckend. Ob man diese Ausstattung im Alltag tatsächlich braucht und was das Dock noch zu bieten hat, haben wir uns im folgenden Test genauer angesehen.
Über Keychron
Die Firma Keychron ist vor allem für ihre mechanischen Tastaturen bekannt. Das chinesische Unternehmen wurde 2017 gegründet und hat seinen Ursprung in der Metropole Hongkong. Mit seinen Tastaturen richtet sich Keychron vor allem an Enthusiasten, die Wert auf individuelle Anpassungsmöglichkeiten, verschiedene Schalter und eine gute Kompatibilität legen.
Inzwischen hat Keychron sein Sortiment über Tastaturen hinaus erweitert und bietet unter anderem auch Mäuse und weiteres Schreibtischzubehör an. Mit dem Thunderbolt-5-Dock bewegt sich der Hersteller allerdings in einen etwas anderen Bereich und bringt erstmals eine Dockingstation auf den Markt, die sich vor allem an Nutzer mit hohen Ansprüchen an Anschlüsse und Übertragungsgeschwindigkeit richtet.
Thunderbolt 5
Vor etlichen Jahren haben Intel und Apple Thunderbolt aus der Taufe gehoben, um Daten, Video und Strom endlich über ein einziges Kabel zu jagen. Mit der fünften Generation bekommt der Standard jetzt ein richtig großes Upgrade und verdoppelt das normale Tempo im Vergleich zu Thunderbolt 4 auf 80 Gbit/s. Sobald im Arbeitsalltag riesige Datenmengen oder extrem anspruchsvolle Displays am Kabel hängen, schaltet das System sogar automatisch einen Boost-Gang mit bis zu 120 Gbit/s frei. Zusammen mit frischen Standards wie DisplayPort 2.1 und Ladeleistungen im dreistelligen Wattbereich ist Thunderbolt 5 schlicht ein Multi-Talent für jedes professionelle Schreibtisch-Setup.
Technische Details
Beim Blick auf die Ausstattung wird schnell klar, dass Keychron beim Thunderbolt-5-Dock nicht gerade sparsam war. Gerade die Kombination aus Thunderbolt 5 und der hohen Ladeleistung macht das Dock interessant. Gleichzeitig zeigt die Ausstattung auch, dass sich Keychron hier nicht unbedingt an Nutzer richtet, die lediglich zwei zusätzliche USB-Anschlüsse benötigen. Das Dock möchte eher eine komplette Schaltzentrale für den Schreibtisch sein. Die wichtigsten technischen Daten haben wir in der folgenden Tabelle einmal für euch zusammengefasst.
| Technische Daten | Keychron 14-in-1 Thunderbolt 5 Dock |
| Abmessungen | 164,5 x 97,5 x 52,9 mm |
| Gewicht | 860 g |
| Material | Aluminiumlegierung |
| Schnittstellen | 1x Thunderbolt 5 Upstream, 2x Thunderbolt 5 Downstream (bis zu 8K@60Hz), 2x HDMI 2.1 (bis zu 4K@60Hz), 4x USB-A 3.2 Gen 2, 1x USB-C 3.2 Gen 2, 1x 2,5 GBit Ethernet, 1x SD UHS-II, 1x microSD UHS-II, 1x 3,5 mm Audio |
| Lademöglichkeit Host | bis zu 140 W power Delivery (PD 3.1) |
| Betriebstemperatur | 0 - 40°C |
| Unverbindliche Preisempfehlung | 325,99 Euro |
Lieferumfang
Beim Auspacken der Verpackung zeigt sich für uns schnell, dass Keychron alles Wichtige für den sofortigen Start bereitlegt. Neben der eigentlichen Dockingstation finden wir im Karton direkt das ein Meter lange Thunderbolt-5-Kabel, das für die volle Bandbreite und Datenübertragung zwingend notwendig ist. Ebenfalls mit an Bord sind das massive Netzteil samt passendem Stromanschluss sowie eine kompakte gedruckte Bedienungsanleitung für die ersten Schritte. Damit ist grundlegend erstmal alles Wichtige mit dabei, um die Arbeitsumgebung direkt einzurichten.
Aber einen kleinen Haken gibt es dann beim Netzkabel. Keychron liefert das Dock nämlich mit einem Anschlusskabel nach US-Standard aus, das nicht direkt in eine deutsche Steckdose passt. Das Netzteil selbst besitzt den bekannten zweipoligen C8-Anschluss, sodass wir für den Betrieb hierzulande noch ein passendes IEC-C7-Kabel beziehungsweise Euro-8-Kabel benötigen. Das ist zwar schnell und günstig gelöst, bei einem Dock, was hierzulande verkauft wird, hätten wir uns hier trotzdem ein passendes Netzkabel im Lieferumfang gewünscht.
Lieferumfang:
- Keychron Thunderbolt 5 Dock
- Thunderbolt 5 Kabel (1 Meter)
- 180 Watt GaN Netzteil mit AC-Kabel (US-Standard)
- Dokumentation
Thunderbolt 5 Dock im Detail
Beim Keychron-Thunderbolt-5-Dock setzt der Hersteller auf ein schickes Gehäuse aus CNC-gefrästem Aluminium. Unser Exemplar ist in Silber gehalten und macht bereits beim ersten Anfassen einen sehr soliden Eindruck. Das Gehäuse fühlt sich hochwertig an, ist sauber verarbeitet und bringt durch das Metall auch 860 Gramm Gewicht mit sich. Das Design wirkt modern und auffällig, gleichzeitig aber auch edel. Für die Aufstellung hat das Dock nicht nur auf der Unterseite vier Gummifüße, sondern auch seitlich zwei große, gummierte Standfüße, sodass man das Gerät flexibel platzieren kann. Dank der passiven Kühlung über das Gehäuse kommt das Gerät zudem komplett ohne Lüfter aus.
Auf der Vorderseite befinden sich das Keychron-Logo, direkt darunter der gut erreichbare Einschaltknopf mit einer dezenten Status-LED, ein Thunderbolt-Schriftzug und außerdem zwei USB-A-Anschlüsse sowie ein USB-C-Anschluss, die jeweils Übertragungsraten von bis zu 10 Gbit/s unterstützen. Das ist ideal für das schnelle Anstecken von USB-Sticks oder externen Festplatten im Alltag. Dazu kommen ein SD- und ein microSD-Kartenleser mit UHS-II-Unterstützung, die theoretische Geschwindigkeiten von bis zu 312 MB/s erreichen. Ebenfalls auf der Frontseite sitzt noch ein kombinierter 3,5-mm-Klinkenanschluss für Headsets.
Die Rückseite fällt deutlich umfangreicher aus und bildet das eigentliche Herzstück. Hier befinden sich drei moderne Thunderbolt-5-Anschlüsse mit jeweils bis zu 80 Gbit/s Bandbreite. Einer dieser Ports dient als Hauptverbindung zum Notebook und versorgt dieses per Power Delivery mit bis zu 140 Watt, was selbst für leistungshungrige Laptops locker ausreichen sollte. Die beiden weiteren Thunderbolt-5-Ports stellen 30 Watt beziehungsweise 15 Watt bereit. Ergänzt wird die Rückseite dann noch durch zwei weitere USB-A-Ports mit jeweils 10 Gbit/s, zwei HDMI-2.1-Ausgänge für hochauflösende Monitore und einen 2,5-Gbit-Ethernet-Anschluss. Für den Diebstahlschutz am Arbeitsplatz hat Keychron zudem ein seitliches Kensington-Lock verbaut.
Ein kleiner, aber feiner Fun Fact für Hardware-Interessierte ist das mitgelieferte Netzteil mit 180 Watt, welches exakt dieselbe Modellbezeichnung trägt wie das Netzteil des bereits von uns getesteten UGREEN Revodok Max 213. Auch bei der Anordnung der Dock-Anschlüsse auf der Vorderseite lassen sich gewisse Parallelen erkennen. Solche Überschneidungen sind auf dem aktuellen Zubehörmarkt jedoch manchmal absolut üblich und bleiben für uns einfach eine spannende Randnotiz. Nun wollen wir aber sehen, wie sich das Dock in der Praxis wirklich schlägt.
Erfahrungsbericht aus der Praxis
Wir haben das Keychron-Dock in unseren täglichen Arbeitsalltag integriert und über das mitgelieferte, zertifizierte Thunderbolt-5-Kabel mit unserem MacBook Pro mit M5-Pro-Chip verkabelt. Für unseren Testparcours schlossen wir neben unseren beiden 4K-Monitoren auch eine schnelle externe USB-4-SSD für große Videoprojekte, den passenden USB-4-CFexpress-Typ-B-Kartenleser für professionelles Kamera-Material, ein Netzwerkkabel sowie das obligatorische iPhone-Ladekabel am Front-USB-Port an. Die Inbetriebnahme verlief unkompliziert, auch wenn wir uns für das Netzteil erst ein passendes EU-Kabel organisieren mussten, da Keychron dem Lieferumfang leider nur einen US-Stecker beilegt. Nach dem Anstecken an die Steckdose und dem Verbinden des Host-Kabels mit dem MacBook startete der Ladevorgang jedoch sofort reibungslos. Die bereitgestellte Leistung reichte im Alltag spielend aus, um selbst unter hoher Last den Akku unseres Notebooks zügig zu füllen und gleichzeitig alle Peripheriegeräte zuverlässig zu speisen. Dank des hohen Eigengewichts und der großzügigen Gummierung stand das Gehäuse auf dem Schreibtisch absolut sicher und stabil, auch wenn auf der Rückseite zahlreiche Kabel zerrten.
Beim Arbeiten mit unseren Bildschirmen zeigte sich schnell, wie unser Setup in der Realität harmonierte. Um die von macOS gewohnten Einschränkungen mit gespiegelten Inhalten beim parallelen Betrieb der beiden HDMI-Ports zu umgehen, schlossen wir unseren ersten 4K-Monitor an einen der klassischen HDMI-Ausgänge an, während der zweite 4K-Monitor mangels MST-Unterstützung des Betriebssystems über einen der Thunderbolt-5-Ports verbunden wurde. In dieser Kombination arbeiteten beide Bildschirme völlig unabhängig voneinander als erweiterter Desktop und liefen im Alltag stabil bei jeweils 60 Hz, wobei auch die 10-Bit-Farbdarstellung über HDMI reibungslos unterstützt wurde. Der von Thunderbolt 5 bereitgestellte Bandbreitenpuffer von regulär 80 Gbit/s sorgte dabei im Hintergrund dafür, dass die Datenmenge für Bildschirme und angeschlossene USB-4-Laufwerke verlustfrei und absolut flüssig übertragen wurde, ohne dass es zu Rucklern kam.
Auch bei den weiteren Datenraten bestätigte sich der positive Eindruck im Alltagseinsatz. Der integrierte 2,5-Gbit-Ethernet-Anschluss funktionierte ohne lästige Treiberinstallation sofort unter macOS 26 und schaufelte Daten von unserem NAS flüssig durch die Leitung. Auch beim Kopieren von großen Videodateien gab es keine spürbaren Bremsen. Dank der angebundenen USB-4-SSD, des CFexpress-Readers und der integrierten Kartenleser liefen die Kopiervorgänge so flott durch, als steckten die Laufwerke direkt im MacBook. Einschränkungen haben wir keine gemerkt, das Dock lief sehr stabil.
Im Dauereinsatz schätzen wir vor allem das komplett passive Kühlkonzept des Docks. Da kein interner Lüfter verbaut ist, arbeitet die Hardware lautlos und erzeugt keinerlei störende Geräusche auf dem Schreibtisch. Die Abwärme wird stattdessen vollständig über das massive Aluminiumgehäuse abgeleitet. Bei unserer langen Nutzung unter Volllast mit angeschlossenen Monitoren, Netzwerkkabel und Ladefunktion erwärmte sich das Metall zwar spürbar, blieb aber jederzeit im unbedenklichen Bereich.
Ein paar kleine Punkte blieben im Testverlauf dennoch hängen. Wirklich schade ist beispielsweise, dass Keychron rein auf HDMI setzt und dem Dock keinen klassischen DisplayPort-Anschluss spendiert hat. Features wie ein 10-Gbit-Ethernet-Port anstelle der verbauten 2,5-Gbit-Variante oder ein interner M.2-NVMe-Steckplatz für Speichererweiterungen hätten das ohnehin zukunftssichere Profil auch noch weiter aufgewertet. Ärgerlich ist natürlich auch das Thema mit dem US-Stecker. Abgesehen von diesen Feinheiten liefert die Dockingstation im täglichen Betrieb jedoch eine durchweg souveräne Vorstellung ab, was uns nun direkt zum Fazit bringt.
Fazit
Das Keychron-14-in-1-Thunderbolt-5-Dock hinterlässt in unserem Test einen hervorragenden Gesamteindruck. Keychron beweist eindrucksvoll, dass sie nicht nur erstklassige Tastaturen bauen können, sondern auch im Segment der Dockingstationen absolut abliefern können. Die Verarbeitung des massiven Aluminiumgehäuses ist auf sehr hohem Niveau und fügt sich optisch perfekt auf jedem modernen Schreibtisch ein. Auch das passive Kühlkonzept hat uns im Alltag überzeugt.
Technisch lässt die Ausstattung kaum Wünsche offen. Die Ladeleistung von satten 140 Watt versorgt selbst leistungshungrige Workstations mühelos mit Energie. Dazu kommen UHS-II-Kartenleser, ein 2,5-Gbit-Ethernet-Anschluss, Dual-HDMI und maximale Zukunftsfähigkeit durch den neuen Thunderbolt-5-Standard. Dass Mac-Nutzer aufgrund fehlender MST-Unterstützung von macOS bei zwei Monitoren nicht rein auf die beiden HDMI-Ports setzen können, sondern für das zweite Display einen Thunderbolt-Port nutzen müssen, ist eher ein Apple-Problem, sollte vor dem Kauf aber bedacht werden. Zudem ist das wuchtige Netzteil nicht gerade ein Platzsparer, der EU-Stecker fehlt und beispielsweise ein interner M.2-NVMe-Slot, ein DisplayPort-Anschluss oder ein 10-Gbit-Port hätten dem Gesamtpaket noch die Krone aufgesetzt.
Am Ende bekommt das Keychron-Thunderbolt-5-Dock von uns eine absolute Empfehlung vor allem für Profis, Content Creator und Power-User, die keine Kompromisse bei Bandbreite und Anschlussvielfalt eingehen wollen. Wer die enorme Geschwindigkeit von Thunderbolt 5 bereits nutzen kann oder sein Setup kompromisslos für die nächsten Jahre rüsten möchte, bekommt hier für eine UVP von stolzen 325,99 Euro eine erstklassige und verlässliche Dockingstation geboten. Für den ganz normalen Office-Alltag ist die gebotene Leistung schon etwas Overkill und in vielen Fällen kann auch ein günstigeres Thunderbolt-4-Dock weiterhin eine sehr kluge Wahl sein. Wer jedoch das nötige Kleingeld investiert und maximale Leistungsreserven sucht, erhält ein durchdachtes und extrem leistungsfähiges Arbeitswerkzeug.














