noblechairs AURA Test (Bild © PCMasters.de)
noblechairs
noblechairs ist eine Marke der deutschen Pro Gamers Group, zu der unter anderem auch Caseking gehört. Seit 2016 hat sich das in Berlin ansässige Unternehmen auf die Herstellung von Gaming- und Bürostühlen spezialisiert. Mit Modellreihen wie EPIC, HERO, ICON, LEGEND und auch der von uns bereits getestete DAWN deckt der Hersteller unterschiedliche Designs und ergonomische Vorlieben ab.
Die Produkte werden in diversen Materialien wie PU-Kunstleder, Echtleder, Hybridleder und Stoffbezügen angeboten. Zudem fällt noblechairs regelmäßig durch Kooperationen mit namhaften Marken auf, darunter Sondereditionen für Bethesda, Star Wars oder das Mercedes-AMG Petronas F1 Team.
Mit der AURA-Serie führt noblechairs nun das sechste Modell in ihrem Portfolio ein.
Bestellvorgang, Verpackung und Lieferumfang
Bestellung
Der noblechairs AURA ist in verschiedenen Ausführungen direkt über den eigenen Webshop, zugehörige Partner wie Caseking aber auch mittlerweile über Amazon (Affiliate) bestellbar. Für euch haben wir gleich die beiden Varianten "AtmoShell Schwarz" sowie "TX Anthrazit" bestellt und getestet. Preislich liegt die AtmoShell-Variante aktuell bei rund 519,90 €, während das TX-Modell für 469,90 € angeboten wird.
Der wesentliche Unterschied beider Modelle liegt im Bezugsmaterial. Während der in Schwarz gehaltene AtmoShell auf ein atmungsaktives Hybrid-Kunstleder setzt, kommt die TX-Variante in Anthrazit mit einem weichen Stoffbezug daher. Auf die genauen Unterschiede in der Haptik und Pflege gehen wir später im Detail ein.
Verpackung
Der Stuhl wird in einem großformatigen Karton mit den Maßen 81,5 x 70,0 x 35,5 cm geliefert, der ein sattes Bruttogewicht von 32,9 kg auf die Waage bringt.
Der Stuhl selbst wiegt bereits 29,7 kg. Die Verpackung ist durchdacht strukturiert, um Transportschäden an der vergleichsweise schweren Aluminiumbasis und der Mechanik zu verhindern. Wer den Stuhl in ein oberes Stockwerk transportieren muss, sollte aufgrund des Gewichts idealerweise eine zweite Person oder eine Sackkarre hinzuziehen.
Wir konnten bei beiden Stühlen keinerlei Kratzer oder Transportmängel feststellen. Im Gegensatz zum DAWN jedoch wurde beim AURA im Inneren des Kartons leider wieder vermehrt auf Plastikhüllen als Verpackungsmaterial gesetzt.
Lieferumfang
Neben der Komponenten für den Stuhl, ist die Aufbauanleitung sowie die angenehm gestaltete Box mit den Schauben und Schlüssel enthalten, was wir deutlich besser fanden, als die Säckchen in denen die Schrauben einfach drin liegen.
Aufbau
Der Aufbau des noblechairs AURA verläuft klassisch und ist mit der beiliegenden, bebilderten Anleitung in 20 bis 30 Minuten zu bewältigen.
Die zugehörigen Teile haben wir hier für euch nochmal nach der Reihenfolge der Bilder auf der ersten Seite benannt:
- 1 - 5 x M8 x 20 mm Inbusschrauben (inklusive Spreng- und Unterlegscheiben)
- 2 - 5 x M8 x 30 mm Inbusschrauben
- 3 - 6 x M8 x 30 mm Flachkopf-Inbusschrauben
- 4 - Rückenlehnen-Halterung
- 5 - Äußere Kunststoffabdeckung mit noblechairs-Schriftzug
- 6 - Innere Kunststoffabdeckung
- 7 - Kopfstütze
- 8 - 2 Innensechskantschlüssel [passend für M8- und M6-Schrauben]
- 9 - Fußkreuz
- 10 - Sitzfläche
- 11 - Rückenlehne
- 12 - Sitzmechanik
- 13 - Rollen
- 14 - Gasdruckfeder
- 15 - Teleskop-Abdeckung
- 16 - Armlehnen
Beginnen wir also mit der Unterseite des Sitzes.
Zuerst haben wir uns einen kleinen Turm zusammen aus der Rückenlehne und dem Kopfpolster zusammengebaut, um so die Armlehnen an dem Sitz 10 einfacher montieren zu können.
Achtet beim Anbringen der Armlehnen 16 darauf, dass ihr diese jeweils auf die richtige Seite montiert. Diese werden dann mit jeweils drei der M8 x 30 mm Flachkopf-Inbusschrauben 3 an der Unterseite montiert.
Da auch hier die Armlehnen breite Löcher zur Befestigung besitzen, könnt ihr jederzeit die Breite der Armlehnen auch im Nachhinein einstellen. Wir haben uns pauschal gleich für die breiteste Variante entschieden.
Danach wird die Sitzmechanik 12 am Sitz 10 befestigt.
Platziert die Mechanik so, dass die Rückenlehnen-Halterung für die Rückenlehne nach hinten zeigt. Justiert die vorgesehenen Löcher an der Mechanik sowie dem Sitz und befestigt sie mit vier M8 x 30 mm Zylinderkopfschrauben 2.
Als Nächstes wird die Rückenlehnen-Halterung 4 an der Vormontierung an der Rückseite der Mechanik angebracht. Um das Ganze zu Befestigen, nutzt ihr drei der kürzeren M8 x 20 mm Schrauben 1.
Nun widmen wir uns dem Unterbau, beginnend mit dem Fußkreuz 9. Laut Anleitung sollt ihr dieses umdrehen, die fünf Rollen 13 in die dafür vorgesehenen Öffnungen einbauen und danach wieder umgedreht auf dem Boden positioniert die Gasdruckfeder 14 mit der die Teleskopabdeckung 15 eingesetzt werden.
Danach soll die komplette Sitzeinheit auf die Gasdruckfeder gesetzt werden.
Weil das Aufsetzen des Stuhls auf den Unterbau alleine frickelig sein kann, haben wir nach dem ersten Aufbau des Sitzes das Vorgehen für den zweiten Stuhl für uns etwas vereinfacht und ein anderes Vorgehen genutzt.
In diesem Fall haben wir zuerst die Gasdruckfeder 14 in den schon auf den Boden platzierten Sitz 10, zusammen mit der Teleskopabdeckung 15 eingefügt und dann direkt das Fußkreuz 9 oben drauf platziert. Hiernach haben wir alle Rollen 13 installiert. Und schon ist das Umdrehen deutlich entspannter, ohne den Sitz auf die Gasdruckfeder positionieren zu müssen.
Nun folgt das Anbringen der inneren, U-förmigen Kunststoffabdeckung 6 auf die metallene Halterung.
Diese ist magnetisch und lässt sich jederzeit, bspw. für eine Reinigung ab- und wieder draninstallieren.
Anschließend erfolgt die Montage der Rückenlehne 11 an den bereits montierten Verbindungswinkel 4. Dies kann aufgrund des hohen Eigengewichts der Lehne alleine etwas frickelig sein. Holt euch hierfür gerne Hilfe. Die Lehne wird von oben auf die Halterung geschoben und mit den restlichen zwei M8 x 20 mm Schrauben 1 seitlich fixiert.
Zum Schluss wird noch die äußere Kunststoffabdeckung mit dem noblechairs-Schriftzug 5 über die Halterung geschoben...
... und die Kopfstütze 7 von oben in die Rückenlehne eingesteckt.
Und damit habt ihr euren noblechairs AURA nun vollständig aufgebaut.
Bedienung
Neigungseinstellung
Das Kernstück des AURA ist der Synchro-Tilt-Mechanismus. Im Gegensatz zur klassischen Wippmechanik, bei der Sitz und Lehne starr in einem festen Winkel verbleiben, bewegen sich hier Sitzfläche und Rückenlehne in einem koordinierten Bogen, wie wir es schon beim DAWN gesehen haben. Lehnt man sich zurück, neigt sich die Rückenlehne um bis zu 22 Grad, während die Sitzfläche bis zu 6,5 Grad mitgeht.
Der AURA lässt sich in seiner gesamten Neigungsbewegung in drei festen Positionen arretieren. Je nachdem, für welche ihr euch entscheidet, müsst ihr den Drehregler nach hinten drehen, um diesen zu lösen, die gewünschte Position der drei Alternativen bestimmen und mit der Drehung des Reglers nach vorne fest arretieren. Dabei liegen die Winkel bei ca. 90°, 96° und 112°.
Wie auch schon beim DAWN festgestellt, ist dies im Vergleich zu vielen Konkurrenten etwas eingeschränkt. Komplettes Liegen ist beispielsweise nicht möglich. Zwar reicht dieser Spielraum für ein produktives Sitzen bei der Arbeit oder entspannteres Zurücklehnen beim Gamen grundsätzlich aus, dennoch fühlt man sich durch die Vorgabe auf nur drei Stufen etwas limitiert.
Besonders im direkten Vergleich zum DAWN, der noch vier Positionen bot, fällt dies auf. Gerade der große Raum zwischen der vorletzten und letzten Position suggeriert, dass hier noch problemlos eine weitere Arretierungsstufe hätte integriert werden können. Oft dachten wir uns im Test, dass genau dieser Winkel zwischen „entspanntem Sitzen beim Arbeiten“ und „zu weit nach hinten gelehnt“ fehlt, der als Zwischenposition beim DAWN noch vertreten war.
Neigungsspannung
Der Widerstand des Synchro-Tilt-Mechanismus lässt sich über den auf der rechten Seite platzierten Drehregler justieren. Dies ermöglicht eine Anpassung an das eigene Körpergewicht, sodass der Stuhl beim Zurücklehnen weder zu leicht nachgibt noch zu viel Kraft erfordert.
Dreht den Regler nach vorne, um die Spannung zu erhöhen, und nach hinten, um diese zu verringern. Dabei stehen euch vier verschiedene Abstufungen zur Verfügung. Wir finden, diese Installation der Neigungsspannung deutlich entspannter, als die großen Federspanner auf der Unterseite, wie es bei den meisten Stühlen bisher geregelt ist.
Einrastbare Neigungsfunktion
Wie auch schon beim DAWN, ist auch beim AURA keine separat einstellbare Neigungsfunktion für den gesamten Stuhl vorhanden, wie sie bei manch anderen Gaming-Stühlen üblich ist. Dennoch empfanden wir dies nicht als Nachteil, da die Flexibilität des Synchro-Tilt-Mechanismus in der Praxis völlig ausreichend ist.
Höheneinstellung
Die Anpassung der Sitzhöhe verläuft ganz konventionell und genau so, wie man es von den meisten Bürostühlen gewohnt ist. Diese wird über den ersten Schalter auf der rechten Seite, direkt hinter dem Drehregler für die Neigungsspannung, justiert – einfach den Hebel ziehen und den Stuhl entsprechend be- oder entlasten. Die tiefste Sitzposition liegt dabei bei 40 cm, die höchste bei 49 cm.
Tiefeneinstellung
Eine Funktion, die bei klassischen Gaming-Stühlen eher untypisch ist und den AURA deutlich in Richtung eines ergonomischen Gamingstuhls rückt, ist die einstellbare Sitztiefe. Über den zweiten Schalter auf der rechten Seite lässt sich die komplette Sitzfläche um bis zu 6 cm nach vorne verschieben.
In unserem Praxistest konnten wir beim Herausziehen der Sitzfläche genau fünf feste Abstufungen feststellen. Die Oberschenkelauflage lässt sich so optimal an unterschiedliche Beinlängen anpassen. Das verhindert effektiv, dass eine zu kurze Sitzfläche keinen Halt bietet oder eine zu lange Sitzkante unangenehm in den Kniekehlen drückt. Hier ist der AURA einigen Gamingstühlen voraus.
Armlehnen
Beim AURA kommt im Bereich der Armlehnen das "4D Armrest Pro"-System zum Einsatz, welches den DAWN Armlehnen einige Schritte voraus ist. Dieses bietet Einstellungen in der Höhe, Tiefe, im Winkel und in der Breite.
Die Mechanik hinter diesen Anpassungen ist dabei eher typisch konventionell gelöst und entspricht dem, was man von aktuellen Gaming- und Bürostühlen gewohnt ist. Die Bedienung der verschiedenen Dimensionen geht dabei gezielt und gut von der Hand:
- Höhe: An der Außenseite der Armlehnen befindet sich ein legierter Schalter. Zieht diesen nach oben und haltet ihn, während ihr die Armlehne in die gewünschte Höhe zieht oder herunterdrückt.
- Tiefe und Winkel: Vorne an der Innenseite sitzt ein weiterer Schalter, den ihr bequem mit dem Daumen betätigen könnt. Haltet diesen gedrückt, um die Armlehne mit etwas Kraftaufwand in der Tiefe nach vorne oder hinten zu verschieben oder im Winkel nach links oder rechts zu drehen.
- Breite: Um die Lehnen näher an den Körper heran oder weiter weg zu schieben, nutzt ihr den Eindrückschalter, der sich mittig an der Innenseite der Armlehnen befindet.
Austauschbare Armpolster
Eine Vorteil dieses 4D Armrest Pro-Systems sind die austauschbaren Auflagepads.
Der Mechanismus dafür ist auf den ersten Blick vielleicht nicht direkt ersichtlich, geht aber einfach von der Hand: Am hinteren, unteren Ende der Armlehne befindet sich ein leicht herausragender Bereich. Drückt man diesen ein, wird die Arretierung des Polsters gelöst. Haltet diesen Bereich gedrückt und schiebt das Pad gleichzeitig nach vorne. Sobald sich das Polster in der vorderen Position befindet, lässt es sich ganz einfach nach oben abnehmen.
Der Einbau funktioniert nach dem gleichen Prinzip in umgekehrter Reihenfolge: Das Pad wird in der vorderen Position aufgesetzt und sanft nach hinten geschoben, bis die Mechanik wieder fest einrastet.
Dies soll nicht nur der Wartung sondern auch für die persönliche Präferenzen dienen. Aktuell sind die Armlehnen noch nicht im noblechairs Shop enthalten, aber nach Rückfrage wurde uns folgendes zugeschrieben:
- "Zusätzlich werden wir die austauschbaren Pads noch in verschiedenen Varianten anbieten, so, dass sich jeder die Armlehnen nach eigenen Vorlieben gestalten kann. Ich kann schon mal verraten, dass Velour eine der kommenden Optionen sein wird."
Lendenstütze
Anders als bei dem einfachen Schieberegler des DAWNs, bietet der AURA eine 4-Wege-Lordosenstütze an, welche direkt in die Rückenlehne integriert ist. Über zwei seitlich angebrachte Drehregler lassen sich sowohl die Höhe als auch die Tiefe der Stütze anpassen. Die Bedienung der beiden Seiten ist dabei wie folgt aufgeteilt:
- Rechter Regler (Tiefe): Dreht ihr diesen im Uhrzeigersinn, fährt die Lendenstütze weiter aus und verstärkt die Wölbung. Eine Drehung gegen den Uhrzeigersinn lässt sie wieder einfahren.
- Linker Regler (Höhe): Dieser steuert die vertikale Position. Eine Drehung im Uhrzeigersinn bewegt die Lordosenstütze nach unten, während sie durch Drehen gegen den Uhrzeigersinn nach oben wandert.
Die Mechanik hält die einmal eingestellte Position zuverlässig und macht unserer Meinung nach ein separates, in der Praxis oft verrutschendes Lendenkissen überflüssig.
Einstellbare Kopfstütze
Wie bereits beim Aufbau erwähnt, wird die Kopfstütze beim AURA über zwei Metallstangen direkt in die Rückenlehne gesteckt. Auf diesen Stangen befinden sich sechs Rillen, welche die Kopfstütze um bis zu 7 cm weiter rausfahren lassen.
In der Praxis hat sich bei unserem Test jedoch gezeigt, dass der Widerstand, der die Stütze in diesen Einraststufen halten soll, etwas zu schwach ausfällt. Dadurch sitzt das Ganze ein wenig zu locker und gerade bei den ersten Rillen, kann die Kopfstütze schnell durchrutschen. Eine kleine Klemme oder ein Schalter zum festen Arretieren hätte an dieser Stelle Abhilfe geschaffen.
Für die meisten unter euch sollte das im Alltag glücklicherweise kein allzu großes Problem: Wer kleiner als 1,90 m ist, muss sich um das Verrutschen nach unten ohnehin keine Sorgen machen, da die Kopfstütze in der niedrigsten Position für diese Körpergrößen bereits optimal sitzt.
Wir haben die Stütze während unseres Testlaufs daher durchgehend in der untersten Einstellung belassen, wo sie ihren Zweck für uns souverän erfüllt.
Design, Material und Sitzgefühl
Design
Optisch bleibt noblechairs seiner Linie treu: Der AURA besticht durch ein erwachsenes, klares Design ohne verspielte Kanten. Die beiden von uns getesteten Varianten AtmoShell und TX machen einen soliden und angenehm nüchternen Eindruck. Egal ob im Gaming-Zimmer oder im seriösen Homeoffice – unserer Meinung nach fügt sich der AURA in beide Welten hervorragend ein und ist für beide Einsatzzwecke gleichermaßen gedacht.
Stylistisch setzt er sich zwar nicht ganz so mutig und futuristisch ab, wie es noch der DAWN getan hat, punktet dafür nach unserem Gefühl aber mit zeitloser Eleganz. Das Metallemblem an der Lehne sorgt zusätzlich für ein ansprechendes haptisches Finish. Im Detail zeigen die Modelle jedoch ihren eigenen Charakter: Während die AtmoShell-Variante auf ein durchgehendes, sattes Schwarz setzt, lockern beim TX-Modell feine silberne Fäden im anthrazitfarbenen Stoff das Gesamtbild auf und setzen einen schönen optischen Akzent. Bei beiden Stühlen werten die verchromten Komponenten an den Armlehnen das Erscheinungsbild weiter auf und hinterlassen einen sehr sauberen Eindruck.
Insgesamt trägt das sehr dezente Branding zur eleganten Optik bei. Durch den Einsatz bescheidener Logos wird das qualitative Aussehen des Stuhls angenehm unterstrichen. Ein kleines Detail fiel uns beim direkten Vergleich der beiden Modelle auf der Kopfstütze jedoch auf: Während das Logo bei der TX-Variante hochwertig eingestickt ist, wurde es bei der AtmoShell-Version lediglich in das Kunstleder eingeprägt. Letzteres ist im direkten Vergleich zur schönen Stickerei des TX-Modells ein wenig schade.
Material und Verarbeitung
Bei der Materialwahl greift noblechairs auf Bewährtes zurück. Die tragende Konstruktion besteht aus einem massiven Stahlrahmen, der auf einem stabilen Aluminium-Fußkreuz ruht. Sowohl die Sitzfläche als auch die Rückenlehne und die integrierte Kopfstütze sind mit dichtem Kaltschaum gepolstert, was eine hohe Formstabilität garantiert.
Als Bezugsmaterial kommt bei der AtmoShell-Variante High-Tech Kunstleder zum Einsatz, während die TX-Edition auf einen weichen Stoffbezug setzt. Abgerundet wird das Ganze durch Armlehnen aus verschromten Komponenten und Polyurethan sowie bodenschonende 60 mm große Nylon-Polyurethan-Rollen, die so auf beliebigen Böden laufen können.
Die grundsätzliche Stabilität ist solide: Das Aluminium-Fußkreuz, die metallenen Fassungen an den Armlehnen und vorne unter der Kopfstütze sowie die massive Sitzmechanik wirken extrem robust. Auch die Nähte waren bei unserem Testmuster an wirklich jeder Stelle top verarbeitet.
Ein paar kleine Schönheitsfehler haben wir bei genauem Hinsehen jedoch entdeckt: Der Übergang hinten am Sitz ist mit der magnetischen Abdeckung unserer Meinung nicht ganz so sauber gelöst, der Bezug wird hier nach vorne geknickt.
Zudem fanden wir unter den Polstern der Armlehnen kleine Stofffetzen und unsaubere Kanten. Klar, man sieht diese Stellen im normalen Alltag von außen nicht, aber bei einem Stuhl dieser Preisklasse hinterlässt das dennoch ein leicht mulmiges Gefühl.
Abgesehen von den beiden Auffälligkeiten ist der Stuhl aber rundum geschlossen verarbeitet, ohne weitere herausschauende Fransen oder offene Mechanismen.
Sitzgefühl
Das Sitzgefühl ist, wie wir es vom DAWN schon kennen, markentypisch eher straff und bietet durch den Synchro-Tilt-Mechanismus sowie die Lendenstütze eine durchweg gute Entlastung des Rückens. Rückenlehne und Armlehnen umfassen den Körper sehr gut. Der AURA ist für eine Maximalbelastung von bis zu 150 kg empfohlen, und der dichte Kaltschaum gibt unter dem Gewicht glücklicherweise nicht unangenehm nach.
Allgemein liefert der AURA deutlich mehr ergonomische Features als noch der DAWN. Ein massiver Pluspunkt und eine spürbare Verbesserung sind hier – neben den flexibleren Armlehnen – vor allem die Sitztiefenverstellung. Diese bringt merklich mehr Flexibilität in den Alltag, was wir und unser Rücken sehr wertschätzen, allerdings ist dies mit einem kleinen Kompromiss verbunden: Während der DAWN noch vier Positionen bot, lässt sich die Neigungsbewegung des AURA in ihrer gesamten Ausrichtung nur in drei festen Stufen arretieren. Zwar reicht dieser Spielraum für ein produktives Sitzen bei der Arbeit oder entspannteres Zurücklehnen beim Gamen grundsätzlich aus, dennoch fühlt man sich durch die Vorgabe etwas limitiert, wie im Abschnitt Neigungseinstellung erläutert.
Mit Blick auf die Sitztiefe des AURA haben wir hier im Gegensatz zu den üblichen Gamingstühlen den klaren Vorteil einer flexibel anpassbaren Sitzfläche. Diese lässt sich optimal auf die eigene Beinlänge einstellen. Dadurch werden die Oberschenkel bestens gestützt und man kann den Stuhl ergonomisch viel stimmiger auf den eigenen Körperbau abstimmen, was wir im Test im Vergleich zu bisherigen Stühlen besonders positiv anmerken wollen.
Was die Atmungsaktivität angeht: Diese ist bei beiden Bezügen in Ordnung. Durch den weiter ausgereiften, atmungsaktiven Hybrid-Lederbezug wirkt das AtmoShell-Modell etwas kühler als die TX-Variante. Beide Ausführungen können natürlich nicht ganz mit reinen Mesh-Alternativen oder Spezialkonstruktionen wie dem mit Lüftern ausgestatteten DXRacer Martian Pro mithalten. Bei Temperaturen von über 30 Grad wird es für geschlossene Polster naturgemäß schwer, aber abseits des Hochsommers fahrt ihr mit beiden Varianten einen souveränen Weg.
Zudem findet sich beim AURA – genau wie beim DAWN – kein mitgeliefertes Kissen im Karton. Zwar verfügt der Stuhl über eine direkt integrierte und höhenverstellbare Kopfstütze, jedoch ist das reine Anlehnen an das Polster unserer Meinung nach auf Dauer nicht das Bequemste. noblechairs bietet hierzu verschiedene Kissensets an, wobei wir auch schon beim DAWN das Memory Foam Kissenset zum Aufrüsten verwendet haben. Etwas schade ist dabei allerdings, dass man im Set zwingend ein Lendenkissen mitkauft, obwohl der Stuhl dank der integrierten Lordosenstütze gar keines mehr benötigt.
AURA AtmoShell Schwarz vs. AURA TX Anthrazit
Für den AURA bietet noblechairs zwei Varianten an: TX und AtmoShell. Wir durften beide ausprobieren und erläutern für euch hier nochmal die genauen Unterschiede. Beide Modelle sind mechanisch absolut identisch, unterscheiden sich jedoch im Bezugsmaterial.
AURA AtmoShell Schwarz
Bei dieser Variante verwendet noblechairs das AtmoShell Hybrid-Leder in Schwarz, welches lösungsmittelfrei in Deutschland produziert wird. Die feinen Poren des Bezugs sollen für eine bessere Luftzirkulation sorgen, was sich im Vergleich zu vielen anderen Kunstleder-Stühlen auch positiv bemerkbar macht.
Auf jeden Fall bewährt sich, dass das Material resistenter gegen Abrieb ist und durch einfaches feuchtes Abwischen deutlich pflegeleichter ausfällt als die Textilvariante. Insgesamt bekommt man hier einen soliden Kompromiss aus der klassischen, edlen Leder-Optik und einer angenehmen Atmungsaktivität für längere Gaming- oder Arbeits-Sessions.
AURA TX Anthrazit
Die TX-Variante setzt auf einen weichen, grauen Stoffbezug. In unseren Tests fanden wir, dass beide Modelle von der Atmungsaktivität auf einem gleichen Level sind, bevorzugen persönlich jedoch die TX-Version. Sie wirkt optisch etwas wohnlicher, erfordert bei Verschmutzungen jedoch einen etwas höheren Reinigungsaufwand als die abwischbare AtmoShell-Oberfläche. Dafür ist die Anthrazit-Silber-Nahtkombination und das Kopfteil mit dem bestickten noblechairs-Muster ein deutlicherer Hingucker als das lediglich eingeprägte Logo der AtmoShell-Version.
| AURA AtmoShell Schwarz vs. AURA TX Anthrazit | ||
| Merkmal | AURA AtmoShell Schwarz | AURA TX Anthrazit |
| UVP | 519,90 € | 469,90 € |
| Bezugsmaterial | AtmoShell Hybrid-Leder | Weicher Stoffbezug |
| Besonderheit | Lösungsmittelfreie Herstellung | Anthrazit-Silber-Nähte |
| Pflegeaufwand | feucht abwischbar | Stoffreinigung bei Flecken |
| Logo auf der Kopfstütze | Eingeprägt | Hochwertig bestickt |
Spezifikation & Technische Daten
Der noblechairs AURA ist für eine maximale Traglast von bis zu 150 kg ausgelegt.
Die Sitzhöhe beträgt je nach Einstellung von 40 cm bis zu 49 cm. Die Sitzbreite beträgt im Innenbereich 35 cm und am breitesten Punkt außen 54 cm. Die Rückenlehnenmaße betragen 58 cm an der breitesten Stelle und 98 cm in der Länge. Der Neigungswinkel der Rückenlehne kann um bis zu 22° nach hinten gestellt werden, während die Sitzfläche sich um bis zu 6° neigt. Die 4D-Armlehnen ermöglichen eine Umstellung von einem Höhenunterschied von 7 cm.
Der Stuhl besitzt eine minimale Gesamttiefe von 47 cm, wobei die Sitztiefe selbst 53 cm beträgt, welche jedoch um 6 cm verschoben werden kann.
| Technische Daten (Herstellerangaben) | ||
| Bezeichnung | AURA AtmoShell Schwarz | AURA TX Anthrazit |
| UVP | 519,90 € | 469,90 € |
| Material | AtmoShell Hybrid Kunstleder, Stahl, Aluminium, Kaltschaum | Stoff, Stahl, Aluminium, Kaltschaum |
| Farbe | Schwarz | Anthrazit |
| Gesamthöhe | ca. 1380 - 1470 mm | |
| Gewicht | 29,7 kg | |
| Sitztiefe | 530 mm - 590 mm | 530 mm - 590 mm |
| Sitzbreite | 350 - 540 mm | |
| Breite der Rückenlehne | 320 - 580 mm | |
| Höhe der Rückenlehne | 980 mm | |
| Neigungswinkel | max. 22° (Rückenlehne), 6° (Sitzfläche) | |
| Tragfähigkeit | 150 kg | |
| Anzahl der Lenkrollen | 5 | |
| Zertifizierung | DIN EN 1335 | |
| Garantie | 2 Jahre | |
| Ersatzteilshop | www.gamersware.com | |
Fazit
Mit dem AURA liefert noblechairs einen Stuhl ab, der das Rad im Gaming- und Office-Segment zwar nicht völlig neu erfindet, aber durchdachte, ergonomische Funktionen bietet, die wir in dieser Preisklasse absolut wertschätzen. Materialqualität und Design sind unserer Meinung nach auf einem sehr hohen Niveau. Kleine Macken bei der Verarbeitung, wie die unsauberen Stofffetzen unter den Armlehnen, sind in der Praxis verschmerzbar, hinterlassen bei dem Preis aber dennoch einen leichten Beigeschmack.
Bei der Wahl des Bezugs macht man mit beiden Modellen nichts falsch, hier entscheidet am Ende der eigene Geschmack: Die AtmoShell-Variante punktet durch ihre leichtere Reinigung und atmungsaktiven Hybrid-Leder.
Wir persönlich haben uns im Test jedoch die TX-Variante als Favoriten auserkoren. Die Kombination aus weichem Stoff, der Anthrazit-Silber-Naht und dem hochwertig bestickten Logo macht optisch einfach mehr her und wirkt deutlich wohnlicher.
Starke Ergonomie, aber eingeschränkte Neigung
Zur initialen Frage: Unserer Meinung nach ist der AURA eindeutig der "komplettere DAWN" mit einem Haken.
Ein Vorteil gegenüber vielen anderen Gaming-Stühlen ist die Sitztiefeneinstellung, die es euch erlaubt, die Auflagefläche perfekt an eure Beinlänge anzupassen. Auch die leicht erreichbare Einstellung der Neigungsspannung an der Seite ist ein tolles Komfort-Feature. Zudem ist der Synchro-Tilt-Mechanismus ein echtes Highlight: Lehnt man sich zurück, passt sich die Sitzfläche in einem gesunden Winkel automatisch mit an, was das manuelle Justieren überflüssig macht.
Wo uns der AURA jedoch spürbar einschränkt, ist die Neigungseinstellung der Rückenlehne. Ein Spielraum von lediglich 90° bis 112° ist im Vergleich zu den bei Gaming-Stühlen üblichen 140° oder mehr ziemlich spartanisch. Hinzu kommt die fehlende Freiheit bei der Arretierung: Der Stuhl lässt sich nur in drei fest vorgegebenen Stufen feststellen. Im Vergleich zum DAWN (der vier Stufen bot) fehlt uns hier genau die Zwischenstufe, die für uns im Alltag den absoluten Sweetspot zum entspannten Sitzen darstellte.
Der AURA im Konkurrenzvergleich
Vergleicht man den AURA mit anderen Vertretern seiner Preisklasse, zeigen sich seine klaren Stärken und Schwächen:
- Quersus VAOS.3 Audi (ca. 550 €): Von der Qualität und den Funktionen her ein direkter Konkurrent auf Augenhöhe. Er bietet zwar vier Neigungspositionen (und die Audi-Lizenz), muss dafür aber ohne eine anpassbare Sitztiefe und Wippfunktion auskommen.
- Corsair TC500 LUXE (UVP 550 €, aktuell ca. 400 €): Kann bei der allgemeinen Materialqualität und den Einstellmöglichkeiten der Armlehnen nicht ganz mit dem AURA mithalten und bietet ebenfalls keine Sitztiefeneinstellung. Dafür punktet er mit einer komplett freien Neigung (90° bis 160°) inklusive freier Arretierung.
- DXRacer Martian XL (ca. 599 €): Qualitativ und optisch ordnen wir ihn leicht unter dem AURA ein, dafür fährt er bei der Bedienung schwere Geschütze auf: Eine elektrische, freie Neigungseinstellung (90° bis 135°), clevere magnetisch wechselbare Armlehnen und eine per Luftkammer einstellbare Lendenstütze.
- noblechairs DAWN (UVP 500 €, aktuell ca. 380 €): Der kleine Bruder aus dem eigenen Haus ist von den Funktionen und Materalien her deutlich einfacher gehalten (primär Kunststoff, jedoch Made in Italy). Dennoch schätzen wir ihn für seine Ergonomie und den ebenfalls verbauten Synchro-Tilt-Mechanismus.
Preis, Garantie und abschließende Einschätzung
Preislich reiht sich der AURA mit rund 519,90 € (AtmoShell) bzw. 469,90 € (TX Anthrazit) genau in das Mittelfeld seiner Klasse ein.
Wie schon beim DAWN gewährt noblechairs auf den AURA eine Garantie von zwei Jahren. Viele Konkurrenten werben zwar mit drei bis fünf Jahren, knüpfen diese aber oft an sehr ausschweifende und strikte Bedingungen. Sehr positiv hervorzuheben ist jedoch der offizielle Ersatzteilshop über Gamersware, der bei Bedarf und auch nach Ablauf der Garantie einen Zugang zu Reparaturteilen ermöglicht.
Zusammenfassend ist der noblechairs AURA ein grundsolider und technisch ausgereifter Stuhl, der im Alltag genau dort punktet, wo es zählt: bei der Ergonomie. Dank Sitztiefenverstellung und Synchro-Tilt-Mechanismus bekommt ihr ein bequemes und rückenfreundliches Gesamtpaket, jedoch leider mit eingeschränkten Einstellungsmöglichkeiten in der Neigung. Wer auf eine entspanntere Arbeitsposition und Liegefunktion verzichten kann, findet hier einen starken Mittelfeld-Performer, der optisch überzeugt und kompromisslos seinen Dienst verrichtet.
Der Stuhl selbst empfiehlt sich für Personen mit einem Gewicht von bis zu 150 kg. Anhand der Flexibilität der Sitztiefe und der Positionierung der Kopfstütze würden wir den AURA für Körpergrößen von 1,70 m bis 2,00 m empfehlen.
Pro
- Solides Paket aus Materialqualität und Design
- Erweiterte durch Synchro-Tilt-Mechanismus und Sitztiefenverstellung
- Ersatzteilversorgung über Gamersware
- Anpassbare Kopfstütze
Contra
- Neigungswinkel und Arretierungsstufen der Rückenlehne limitiert
- Kleine Mankos bei der Armlehne
- Leider ohne Kissen und etwas lockerem Halt der Kopfstütze












































