UGREEN DXP4800 Pro Test  Bild © PCMasters.deUGREEN DXP4800 Pro Test (Bild © PCMasters.de)

Das DXP4800 Pro ordnet sich dabei im oberen Bereich der aktuellen 4-Bay-Serie ein und richtet sich an Nutzer, die ihr NAS nicht nur als zentralen Datenspeicher, sondern auch für anspruchsvollere Aufgaben einsetzen möchten. Gleichzeitig verspricht UGREEN die gewohnt umfangreiche Ausstattung, moderne Softwarefunktionen und eine einfache Einrichtung, die bereits bei den bisherigen NASync-Modellen zu den Stärken gehörten.

Doch gerade durch die wachsende Modellvielfalt innerhalb der NASync-Serie stellt sich die Frage, wie sich das DXP4800 Pro gegenüber den anderen 4-Bay-Modellen positioniert und welche Zielgruppe letztendlich am meisten von diesem NAS profitiert. Wir haben uns das System deshalb im Test genauer angesehen und geprüft, wie es sich im Alltag schlägt.

Über UGREEN

Seit 2012 ist UGREEN am Markt aktiv und sollte vielen Nutzern vor allem durch Zubehör wie Kabel, Ladegeräte oder Docks bekannt sein. Inzwischen hat der Hersteller sein Produktportfolio jedoch weiter ausgebaut und bietet mit der NASync-Serie auch eigene NAS-Systeme an. Besonders in den vergangenen Monaten wurde das Angebot weiter erweitert und mit dem DXP4800 Pro sowie dem erst kürzlich vorgestellten DXP4800 GT um gleich mehrere neue Modelle ergänzt. Damit zeigt der Hersteller, dass der NAS-Bereich inzwischen einen festen Platz im eigenen Produktportfolio einnimmt.

Technische Details

Beim NASync DXP4800 Pro setzt UGREEN auf eine leistungsstarke Intel-Core-i3-Plattform, die vor allem bei Virtualisierung, Docker-Anwendungen und Medienservern eine starke Leistung bieten soll. Ergänzt wird die Hardware durch DDR5-Arbeitsspeicher, schnelle Netzwerkanschlüsse und zahlreiche Erweiterungsmöglichkeiten.

Technische Daten UGREEN NASync DXP4800 Pro
Prozessor (CPU) Intel Core i3 1315U (6 Cores, 8 Threads, bis zu 4,5 GHz)
Arbeitsspeicher (RAM) 8 GB DDR5, erweiterbar bis max. 96 GB
Interner Speicher (System) 128 GB SSD
Laufwerkseinschübe 4 × SATA 6 Gb/s (3,5”/2,5”), 2 × M.2 NVMe
Maximale Kapazität bis zu 144 TB
Netzwerk 1 x 10 GbE LAN-Port, 1 x 2,5 GbE LAN-Port
USB-Anschlüsse 2x USB-A 3.2 Gen2, 1x USB-C 3.2 Gen2, 2x USB-A 2.0
Sonstige Anschlüsse 1x SD 3.0, 1x HDMI 4K 60 Hz
Betriebssystem UGOS PRO
Abmessungen (L × B × H) 257 × 178 × 178 mm
Stromversorgung 19 V / 7,9 A Netzteil
Preis ab 679 € (Affiliate)

UGREEN DXP4800 Pro Verpackung VorderseiteUGREEN DXP4800 Pro Verpackung Vorderseite (Bild © PCMasters.de)

Lieferumfang

Beim DXP4800 Pro kommt der Lieferumfang, wie auch bei den bisherigen NASync-Modellen, recht üppig daher. UGREEN setzt auf eine saubere, schicke Verpackung, in der alle Komponenten sicher verstaut und separat geschützt sind. Leider gibt es auch hier wieder einiges an Plastik, was etwas negativ aufstößt.

UGREEN DXP4800 Pro Verpackung RückseiteUGREEN DXP4800 Pro Verpackung Rückseite (Bild © PCMasters.de)

UGREEN DXP4800 Pro Verpackung InnenUGREEN DXP4800 Pro Verpackung Innen (Bild © PCMasters.de)

Neben dem NAS selbst gehören ein externes Netzteil inklusive Stromkabel sowie zwei Cat-7-Netzwerkkabel zum Lieferumfang. Für den Einbau der Laufwerke liegen sowohl Schrauben für 2,5-Zoll-Festplatten als auch das passende Werkzeug bei. Ergänzt wird das Zubehör durch Wärmeleitpads zur Montage der NVMe-SSDs sowie eine Kurzanleitung und die übliche Dokumentation.

UGREEN DXP4800 Pro LieferumfangUGREEN DXP4800 Pro Lieferumfang (Bild © PCMasters.de)

Damit ist das gesamte System direkt nach dem Auspacken vollständig einsatzbereit, ohne dass zusätzliches Zubehör für die erste Inbetriebnahme benötigt wird.

Lieferumfang:

  • NASync DXP4800 Pro
  • Netzteil mit Stromkabel, 19 Volt, 7,9 Ampere
  • 2x Cat-7-Netzwerkkabel, 1 Meter
  • 2x SSD-Silikonpads für die NVMe-SSDs
  • Schraubendreher mit Schraubensatz
  • 2x Schlüssel zum Verriegeln der Laufwerksschächte
  • Dokumentation und Kurzanleitung

NAS im Detail - Design & Verarbeitung

Nach dem Auspacken schauen wir uns das NAS nun mal etwas genauer an. Auf den ersten Blick wird schnell klar, dass UGREEN auch beim DXP4800 Pro auf die bekannte Designsprache der NASync-Serie setzt. Im direkten Vergleich zum kürzlich getesteten DXP4800 GT bekommen wir hier noch das altbekannte Design. Während das GT ganz neu auf eine schwarze Oberfläche mit bronzefarbenen Akzenten setzt, präsentiert sich das Pro in der grauen Gehäusevariante. Das Gehäuse besteht aus Metall und hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Die Verarbeitung ist sauber und insgesamt wirkt das NAS robust genug, um auch einen langfristigen Einsatz problemlos zu überstehen.

UGREEN DXP4800 Pro SATA AnschlüsseUGREEN DXP4800 Pro SATA Anschlüsse (Bild © PCMasters.de)

Schauen wir uns zunächst die Vorderseite an. Hier nehmen die vier Laufwerksschächte den größten Teil der Front ein. Die Trays lassen sich relativ einfach entriegeln und herausziehen. Für den Einbau von 3,5-Zoll-Festplatten wird kein zusätzliches Werkzeug benötigt, wodurch die Bestückung angenehm schnell erledigt ist. 2,5-Zoll-Laufwerke können ebenfalls verwendet werden, müssen dann allerdings verschraubt werden. Die Einschübe bestehen aus Kunststoff, wirken auf uns aber recht stabil und sind sauber verarbeitet.

UGREEN DXP4800 Pro Einbau HDDUGREEN DXP4800 Pro Einbau HDD (Bild © PCMasters.de)

Unterhalb der Laufwerksschächte befinden sich links der Power-Button sowie mehrere Status-LEDs, welche die Festplattenaktivitäten optisch anzeigen. Ergänzt wird die Front durch einen SD-Kartenleser, einen USB-C-Anschluss sowie einen USB-A-Anschluss. Gerade beim regelmäßigen Import größerer Datenmengen von Speicherkarten oder externen Datenträgern sind die Anschlüsse hier praktisch und gut platziert.

UGREEN DXP4800 Pro RückseiteUGREEN DXP4800 Pro Rückseite (Bild © PCMasters.de)

Auf der Rückseite zeigt sich dann die eigentliche Anschlussvielfalt des Systems. Zunächst sehen wir im oberen Bereich den großen Systemlüfter hinter einer magnetisch befestigten Abdeckung. Diese lässt sich für Reinigungsarbeiten schnell entfernen und erleichtert die Wartung.

UGREEN DXP4800 Pro magnetisches LüftungsgitterUGREEN DXP4800 Pro magnetisches Lüftungsgitter (Bild © PCMasters.de)

Darunter befinden sich die beiden Netzwerkanschlüsse mit einem 10-Gigabit-Ethernet-Port sowie einem zusätzlichen 2,5-Gigabit-Anschluss. Hinzu kommen mehrere USB-A-Anschlüsse sowie ein HDMI-Ausgang, über den sich das NAS bei Bedarf auch direkt mit einem Monitor oder Fernseher verbinden lässt. Ein zusätzlicher USB-C-Anschluss wäre hier aber auch noch toll gewesen.

UGREEN DXP4800 Pro Anschlüsse RückseiteUGREEN DXP4800 Pro Anschlüsse Rückseite (Bild © PCMasters.de)

UGREEN DXP4800 Pro Einbau der NVMeUGREEN DXP4800 Pro Einbau der NVMe (Bild © PCMasters.de)

Interessant wird es auf der Unterseite. Hinter einer Wartungsklappe verbergen sich die beiden M.2-Steckplätze für NVMe-SSDs sowie die zwei Arbeitsspeicherbänke. Dadurch können wir sowohl SSD-Speicher als auch RAM vergleichsweise einfach erweitern, ohne das gesamte Gehäuse erst zerlegen zu müssen. Standardmäßig kommt das DXP4800 Pro bei uns mit einem bereits verbauten 8-GB-DDR5-RAM-Modul von Samsung daher.

UGREEN DXP4800 Pro vollbestückte NVMe SteckplätzeUGREEN DXP4800 Pro vollbestückte NVMe Steckplätze (Bild © PCMasters.de)

UGREEN DXP4800 Pro Wartungsklappe offenUGREEN DXP4800 Pro Wartungsklappe offen (Bild © PCMasters.de)

UGREEN DXP4800 Pro DDR5 RAM Riegel von SamsungUGREEN DXP4800 Pro DDR5 RAM Riegel von Samsung (Bild © PCMasters.de)

Insgesamt hinterlässt das NAS einen gelungenen ersten Eindruck. Verarbeitung, Materialwahl und Aufbau wirken, wie auch schon bei den anderen getesteten Modellen, durchdacht und überzeugend. Doch schauen wir jetzt mal, wie sich alles in der Praxis schlägt.

UGREEN DXP4800 Pro Trays VerriegelungenUGREEN DXP4800 Pro Trays Verriegelungen (Bild © PCMasters.de)

Praxis – Installation & Einrichtung

Wie bei jedem NAS beginnen wir auch beim DXP4800 Pro mit dem Einbau der Laufwerke. Für unseren Test haben wir vier Western Digital Red Plus Festplatten mit jeweils 4 TB Kapazität verwendet. Ergänzt wurde das System durch zwei Lexar EQ790 NVMe-SSDs mit jeweils 1 TB Speicher.

UGREEN DXP4800 Pro TrayUGREEN DXP4800 Pro Tray (Bild © PCMasters.de)

Der Einbau der Festplatten ging unkompliziert und flott. Die Laufwerksschächte lassen sich einfach aus der Front herausziehen und nehmen 3,5-Zoll-Festplatten ohne zusätzliches Werkzeug auf. Für 2,5-Zoll-Laufwerke müssten dann die beiliegenden Schrauben verwendet werden. Dank der bereits integrierten Entkopplungselemente sitzen die Festplatten sicher im Tray und werden gleichzeitig von Vibrationen etwas isoliert. Anschließend haben wir die beiden NVMe-SSDs über die Wartungsklappe auf der Unterseite installiert. Nach dem Einsetzen der SSDs installierten wir noch die beiliegenden Wärmeleitpads, damit die Abwärme besser an das Gehäuse abgeführt werden kann.

UGREEN DXP4800 Pro Schaumstoffpuffer TrayUGREEN DXP4800 Pro Schaumstoffpuffer Tray (Bild © PCMasters.de)

Für die Ersteinrichtung verbinden wir das NAS anschließend mit Strom und Netzwerk. Nach dem ersten Start wollten wir wie gewohnt über die Webseite „find.ugnas.com" unser NAS im Netzwerk suchen. Interessanterweise wurde unser Testgerät zunächst nicht erkannt. Nachdem wir die vom Router vergebene IP-Adresse direkt im Browser aufgerufen hatten, war das NAS allerdings sofort erreichbar. Ein erneuter Versuch über „find.ugnas.com" funktionierte dann auch problemlos. Ob es sich hierbei um einen einmaligen Effekt während der ersten Initialisierung gehandelt hat, konnten wir im weiteren Testverlauf nicht mehr nachvollziehen.

UGREEN DXP4800 Pro Tray mit eingelegter HDDUGREEN DXP4800 Pro Tray mit eingelegter HDD (Bild © PCMasters.de)

Die eigentliche Einrichtung erfolgt anschließend über einen Assistenten, der Schritt für Schritt durch die Grundkonfiguration führt. Neben der Vergabe eines Gerätenamens und der Einrichtung des Administratorkontos wird hier auch die Speicherkonfiguration vorgenommen. Für unseren HDD-Speicherpool entschieden wir uns für RAID 5 mit dem Btrfs-Dateisystem. Die beiden NVMe-SSDs richteten wir als separates RAID-1-Volume ein. Der Aufbau des RAID-5-Arrays lief anschließend im Hintergrund und war nach rund siebeneinhalb Stunden abgeschlossen. Währenddessen konnten wir das NAS bereits normal nutzen und damit arbeiten.

UGREEN DXP4800 Pro HDD VerriegelungUGREEN DXP4800 Pro HDD Verriegelung (Bild © PCMasters.de)

UGREEN DXP4800 Pro Unterseite mit WartungsklappeUGREEN DXP4800 Pro Unterseite mit Wartungsklappe (Bild © PCMasters.de)

Insgesamt hinterließ die Ersteinrichtung einen positiven Eindruck. Die einzelnen Schritte sind verständlich erklärt und auch Anwender ohne größere NAS-Erfahrung sollten sich schnell zurechtfinden. Etwas verwunderlich war nur die Tatsache, dass das NAS im ersten Augenblick nicht im Netzwerk erkannt wurde. Bei unseren anderen Testgeräten hatte dies immer einwandfrei funktioniert. Alternativ können wir die Einrichtung aber auch problemlos per UGREEN-App vornehmen.

UGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro DesktopUGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro Desktop (Bild © PCMasters.de)

Software – UGOS PRO

Als Betriebssystem kommt auch beim DXP4800 Pro UGREENs eigenes UGOS Pro zum Einsatz. Für unseren Test war die aktuelle Version 1.16.0.0089 installiert. Mit seinen Fenstern und der Taskleiste fühlt man sich schnell zu Hause und selbst Einsteiger kommen damit recht gut zurecht.

UGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro neue ÜberwachungsappUGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro neue Überwachungsapp (Bild © PCMasters.de)

UGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro Gerät im Netzwerk findenUGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro Gerät im Netzwerk finden (Bild © PCMasters.de)

Wir halten den Softwarepart jetzt absichtlich etwas kürzer, da wir das Betriebssystem in den letzten UGREEN-NAS-Reviews schon mehrfach besprochen haben und sich bis dato nichts weiter verändert hat. UGOS Pro hat sich in den letzten Monaten aber auf jeden Fall in die richtige Richtung entwickelt. Wir haben im Test absolut keinen Absturz erlebt. Das System lief sehr zügig und reagierte auch überall schnell auf Eingaben.

UGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro SystemsteuerungUGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro Systemsteuerung (Bild © PCMasters.de)

Eine sehr wichtige App ist nach wie vor die Systemsteuerung, denn hier verwalten wir alle Einstellungen für das NAS. Vom einfachen Benutzer anlegen, über Netzwerkdienste bis hin zu Sicherheitseinstellungen. Ebenfalls spielt der Speichermanager eine zentrale Rolle. Unser RAID-System kann hier eingesehen, Festplattentemperaturen überprüft und auch neue Speicherpools erstellt werden.

UGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro Erstellung RAID 1 aus NVMe SSDsUGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro Erstellung RAID 1 aus NVMe SSDs (Bild © PCMasters.de)

Auch im App-Center gibt es mittlerweile einige Apps, auch wenn die Auswahl hier noch nicht mit der Konkurrenz mithalten kann. Mittlerweile können aber auch Entwickler ihre eigenen Apps bei UGREEN einreichen, was für die weitere Entwicklung erst einmal positiv klingt. Wie offen sich der Hersteller dann bei der Freigabe zeigt, wird sich zeigen.

UGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro Snapshot PlanUGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro Snapshot Plan (Bild © PCMasters.de)

UGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro Virtuelle MaschineUGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro Virtuelle Maschine (Bild © PCMasters.de)

Besonders interessant wird es beim DXP4800 Pro jedoch im Bereich Virtualisierung und Docker-Container. Gerade die vergleichsweise leistungsstarke Intel-Core-i3-Plattform des Pro bietet hier genügend Reserven, um deutlich mehr als nur klassische NAS-Aufgaben zu übernehmen. Wer zusätzliche Dienste, Testumgebungen oder Serveranwendungen betreiben möchte, findet dafür eine solide Grundlage vor.

UGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro DockerUGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro Docker (Bild © PCMasters.de)

UGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro TresorUGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro Tresor (Bild © PCMasters.de)

Doch leider vermissen wir in UGOS Pro immer noch die Volumenverschlüsselung, die für viele eine wichtige Funktion ist. Laut UGREEN soll das Ganze zwar irgendwann kommen, aber aktuell gibt es diesbezüglich keine Neuigkeiten. Trotzdem müssen wir sagen, dass UGOS Pro sich gut entwickelt. Es hinterlässt einen angenehmen Eindruck, läuft stabil und der Hersteller bringt regelmäßig Updates heraus, die immer eine ganze Menge an Neuerungen mit sich bringen. Auch auf Einsteiger wirkt das Betriebssystem jetzt nicht überladen oder überfordernd. Gerade in Kombination mit der leistungsstarken Hardware des DXP4800 Pro ergibt sich ein leistungsstarkes Gesamtpaket.

Mobile App

Neben der Verwaltung über den Browser bietet UGREEN auch eine mobile App für Android und iOS an. Toll ist, dass man hier eine zentrale App für alles hat und praktisch fast das gesamte NAS damit verwalten kann. Der Zugriff auf die Dateien ist genauso möglich wie sämtliche Systemeinstellungen. Im Test hinterließ die App einen durchweg positiven Eindruck. Die Oberfläche ist modern gestaltet, reagiert schnell und bietet einen Großteil der Funktionen, die man auch von der Browseroberfläche kennt.

Leistung und Geschwindigkeit

Für die direkte Leistungsmessung wurde das NAS, wie bereits beim Test des DXP4800 GT, über eine direkte 10-Gigabit-Ethernet-Verbindung mit einem MacBook Pro (Ubiquiti 10GbE-zu-USB-C-Adapter) verbunden. Dadurch lassen sich externe Netzwerkfaktoren ausschließen und die maximale Performance des Systems realistisch bewerten.

Im Bereich der NVMe-Speicheranbindung zeigt sich das DXP4800 Pro sehr leistungsfähig. Beim Schreiben erreichten wir Spitzenwerte von bis zu 1,05 GB/s, im Durchschnitt lagen die Transferraten bei rund 980 MB/s. Beim Lesen konnten wir stabile 1,18 GB/s messen und damit nahezu eine vollständige Auslastung der 10-GbE-Verbindung erzielen. Auch der klassische HDD-Speicherpool liefert überzeugende Ergebnisse. Im RAID-5-Verbund mit vier Festplatten lagen die Schreibgeschwindigkeiten bei durchschnittlich rund 310 MB/s, während beim Lesen etwa 355 MB/s erreicht wurden. Damit bewegt sich das System mit mechanischen Festplatten auf einem recht guten Niveau für ein 4-Bay-NAS.

UGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro Sync BackupUGREEN DXP4800 Pro UGOS Pro Sync Backup (Bild © PCMasters.de)

Im praktischen Einsatz blieb das System durchgehend stabil. Neben der klassischen Datennutzung wurden bei uns sowohl eine virtuelle Windows-11-Maschine als auch ein virtuelles Ubuntu betrieben. Beide Systeme liefen im Test ohne Einschränkungen. Ergänzend dazu liefen im Test vier Docker-Container parallel, darunter Pi-hole, Homebridge, Hyper Backup sowie Paperless. Alle Anwendungen arbeiteten auch hier zuverlässig und ohne Auffälligkeiten im Betrieb. Dabei zeigte sich jedoch auch, dass der verbaute 8-GB-Arbeitsspeicher bei zunehmender Parallelbelastung schnell an seine Grenzen kommt, insbesondere wenn mehrere Dienste gleichzeitig aktiv sind und größere Speicheranforderungen durch Virtualisierung hinzukommen. Ein Upgrade kann für diesen Anwendungsfall also auf jeden Fall lohnenswert sein.

Durch die Intel-Plattform profitiert das DXP4800 Pro zudem von einer leistungsfähigen integrierten Grafikeinheit, die insbesondere bei Medienanwendungen Vorteile bietet. Hardwarebeschleunigtes Transcoding ist damit problemlos möglich und erweitert das Einsatzspektrum des Systems deutlich in Richtung Medienserver und Multimediazentrale. Die direkte Wiedergabe von 4K-Videos am Fernseher war für das Gerät kein Problem.

Im direkten Alltag zeigt sich das NAS insgesamt sehr ausgewogen. Während die reine Datei-Performance bereits auf einem hohen Niveau liegt, spielt das System seine Stärken vor allem bei parallelen Workloads und zusätzlichen Diensten aus. Die CPU bietet dafür ausreichend Reserven, während der RAM in aufwändigen Szenarien meist der erste begrenzende Faktor ist.

Auch bei der Lautstärke bleibt das System voll im Rahmen. Im normalen Betrieb arbeitet der Lüfter angenehm zurückhaltend, unter Last wird er zwar hörbarer, bleibt aber weiterhin unkritisch. Die mechanischen Festplatten sind dabei je nach Zugriff eher wahrnehmbar als die eigentliche Kühlung des Systems.

UGREEN DXP4800 Pro Status LEDsUGREEN DXP4800 Pro Status LEDs (Bild © PCMasters.de)

Stromverbrauch

Beim Stromverbrauch bewegt sich das DXP4800 Pro insgesamt in einem erwartbaren Bereich für ein leistungsstarkes 4-Bay-NAS mit Intel-Plattform und 10-Gigabit-Anbindung. Die Werte hängen dabei stark von der jeweiligen Last und der Nutzung der Laufwerke ab.

Im ausgeschalteten Zustand beziehungsweise im Standby lag die Leistungsaufnahme bei lediglich rund 1 bis 2 Watt. Beim Start des Systems zeigte sich der typische kurze Peak während des Bootvorgangs, bei dem wir Werte zwischen 57 und 61 Watt messen konnten. Danach stabilisiert sich das System schnell und wechselt in den normalen Betriebsmodus.

Im Leerlauf auf dem Desktop von UGOS Pro lag der Verbrauch bei etwa 42 bis 43 Watt. Unter Last beim Datentransfer stieg der Verbrauch auf rund 54 Watt an. Damit bleibt die Leistungsaufnahme des Systems auch im produktiven Einsatz relativ ausgewogen, insbesondere im Verhältnis zur gebotenen Leistung und Ausstattung. Die Messwerte wurden praxisnah über eine smarte Zwischensteckdose (Eve Energy) ermittelt und sind daher als realistische Richtwerte aus dem Alltag zu verstehen.

Die ermittelten Messwerte im Überblick (Betriebszustand / Leistungsaufnahme (Watt)):

  • Ausgeschaltet (Standby): ca. 1-2 W
  • Anschalten (Boot-Peak): ca. 57-61 W
  • Idle (Leerlauf auf dem Desktop): ca. 42-43 W
  • Datentransfer (Schreiblast): ca. 54 W

Externer Zugriff

Der Zugriff von unterwegs auf das NAS ist ohne große Probleme möglich. Die einfachste Möglichkeit stellt dabei UGREENlink dar. Dabei wird eine Verbindung über die Infrastruktur des Herstellers hergestellt, wodurch keine klassische Portfreigabe oder komplexe Netzwerkkonfiguration notwendig ist. Der Zugriff erfolgt anschließend bequem über die Weboberfläche oder die App. Dieser Ansatz ist besonders komfortabel, da er auch ohne tiefere Netzwerkkenntnisse schnell eingerichtet werden kann. Gleichzeitig bedeutet diese Lösung aber auch, dass die Verbindung über einen externen Dienst vermittelt wird und somit ein gewisses Vertrauen in den Hersteller erforderlich ist. Im Alltag funktioniert der Zugriff über UGREENlink bei uns aber zuverlässig und ermöglicht einen schnellen Zugriff auf Dateien und Systemfunktionen von außerhalb des eigenen Netzwerks.

Als Alternative dazu kann das NAS auch direkt in bestehende Netzwerkstrukturen eingebunden werden. In unserem Test haben wir hierfür eine WireGuard-VPN-Verbindung über unsere FritzBox genutzt. Diese Lösung hat sich bereits in anderen Setups bewährt und ermöglicht einen direkten, verschlüsselten Zugriff auf das Heimnetzwerk, ohne dass externe Vermittlungsdienste notwendig sind. Im praktischen Einsatz verhält sich der Zugriff dabei so, als würde man sich direkt im lokalen Netzwerk befinden.

Ergänzend dazu stehen natürlich auch klassische Netzwerkfunktionen wie DDNS zur Verfügung, um den Zugriff auf das NAS flexibel zu gestalten. Damit lassen sich verschiedene Szenarien abdecken, je nach gewünschtem Komfort und Sicherheitsanspruch.

Alternatives Betriebssystem

Wie bereits bei anderen Modellen der NASync-Serie besteht auch beim DXP4800 Pro grundsätzlich wieder die Möglichkeit, alternative Betriebssysteme auf der eigentlichen Hardware zu nutzen. Im Rahmen dieses Tests haben wir diesen Ansatz jedoch nicht selbst umgesetzt und vollständig mit UGOS Pro gearbeitet.

In der Community finden sich allerdings bereits zahlreiche Beispiele und Anleitungen, wie sich beispielsweise TrueNAS oder Unraid auf vergleichbarer UGREEN-Hardware betreiben lassen. Auch eher experimentelle Projekte wurden bereits dokumentiert, bei denen etwa Synology DSM auf UGREEN-Hardware zum Einsatz gekommen ist.

Wichtig ist dabei jedoch, dass solche Installationen nicht offiziell von UGREEN unterstützt werden und je nach Vorgehensweise einen Eingriff in die Systemstruktur erfordern können. Für den normalen Einsatz ist UGOS Pro vollständig funktionsfähig und wird auch kontinuierlich weiterentwickelt.

UGREEN NAS Vergleich – Einordnung der 4-Bay-Modelle

Mit dem aktuellen Stand der NASync-Serie deckt UGREEN inzwischen mehrere 4-Bay-Systeme ab, die auf den ersten Blick ähnlich wirken, sich in der Praxis aber klar über ihre Ausrichtung unterscheiden. Während einige Modelle stärker auf reine Rechenleistung optimiert sind, liegt der Fokus bei anderen Varianten eher auf Netzwerkdurchsatz, Energieeffizienz oder einem ausgewogenen Allround-Ansatz. Um die Unterschiede besser greifbar zu machen, haben wir hier alle 4-Bay-Modelle zusammengefasst. Es lohnt sich ein Blick auf die technische Grundausstattung der einzelnen Geräte.

Modell CPU RAM Netzwerk Speichererweiterung Ausrichtung
UGREEN DH4300 ARM Rockchip RK3588 8 GB DDR4 1 × 2.5 GbE SATA Energieeffizienz / Basis-NAS
UGREEN DXP4800 Intel N100 8 GB DDR5 2 × 2.5 GbE SATA + NVMe Einsteiger / Allround
UGREEN DXP4800 Plus Intel Pentium Gold 8505 8 GB DDR5 2 × 2.5 GbE SATA + NVMe Power-User / Allround
UGREEN DXP4800 GT AMD Ryzen Embedded R2514 8 GB DDR4 (ECC kompatibel) 2 × 10 GbE SATA + NVMe + U.2 (teilweise) Netzwerk-Performance / 10-GbE-Fokus
UGREEN DXP4800 Pro Intel Core i3-1315U 8 GB DDR5 1 × 10 GbE + 1 × 2.5 GbE SATA + NVMe Rechenleistung / VMs / Docker

Im direkten Vergleich zeigt sich, dass UGREEN die Modelle klar nach Einsatzszenarien trennt und nicht nur nach reiner Leistungssteigerung staffelt. Das hier getestete DXP4800 Pro hat dabei die leistungsstärkste CPU-Variante innerhalb der klassischen 4-Bay-Intel-Systeme und spielt seine Stärken vor allem bei Virtualisierung, Container-Umgebungen und parallelen Workloads aus.

Das DXP4800 GT mit seinen zwei 10-GbE-Ports setzt dagegen stärker auf die Kombination aus AMD-Plattform und hoher Netzwerkbandbreite, weshalb sie sich vor allem an Nutzer richtet, die große Datenmengen schnell bewegen müssen.

Das DXP4800 Plus-Modell bleibt der klassische Allrounder mit soliden CPU-Reserven, während das einfache DXP4800 den Einstieg in die DXP-Serie bildet. Das DH4300 ist hier klar als energieeffizientes Einstiegsmodell positioniert und etwas weniger für anspruchsvolle Workloads gedacht. Alles in allem hat der Nutzer am Ende die Wahl, wofür er sich entscheidet.

UGREEN DXP4800 Pro LieferumfangUGREEN DXP4800 Pro Lieferumfang (Bild © PCMasters.de)

Fazit

Mit dem NASync DXP4800 Pro positioniert UGREEN ein 4-Bay-NAS, das sich klar an Nutzer richtet, die mehr als reine Datenspeicherung erwarten. Schon beim Blick auf die Ausstattung wird deutlich, dass hier nicht nur Kapazität, sondern vor allem Leistung und Flexibilität im Fokus stehen. Der Intel-Core-i3-1315U in Kombination mit DDR5-Arbeitsspeicher bildet dabei die Grundlage für ein System, das auch anspruchsvollere Szenarien problemlos bewältigt.

Im Testalltag hinterlässt das NAS bei uns einen sehr stimmigen Eindruck. Große Datenmengen werden über 10-Gigabit-Ethernet zuverlässig und schnell verarbeitet, während das System zusätzlich mehrere Virtualisierungen und Container-Szenarien parallel stemmen kann. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass der Arbeitsspeicher mit 8 GB in solchen Setups schnell zum limitierenden Faktor werden kann. Abseits davon arbeitet das System angenehm unauffällig. Die Geräuschentwicklung bleibt im Rahmen, die Performance wirkt jederzeit mehr als ausreichend und die Upgradeoptionen bieten genügend Spielraum für die Zukunft. Auch UGOS Pro wirkt ausgereift und sorgt dafür, dass sich die Hardware ohne große Hürden in den Alltag integrieren lässt, auch wenn beispielsweise immer noch die lang erwartete Volumenverschlüsselung fehlt. Alles in allem ist das DXP4800 Pro innerhalb der NASync-Familie klar im oberen Leistungsbereich angesiedelt.

Am Ende bleibt ein sehr rundes und modernes 4-Bay-NAS, das zeigt, wie weit sich diese Geräteklasse inzwischen entwickelt hat. Viel Leistung, flexible Einsatzmöglichkeiten und eine inzwischen sehr solide Softwarebasis ergeben zusammen ein System, das in seiner Klasse nur schwer zu ignorieren ist. Preislich liegt das NASync DXP4800 Pro bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 679 Euro (Affiliate) und positioniert sich damit im oberen Bereich seiner Klasse, bleibt im Verhältnis zur gebotenen Ausstattung und Leistung jedoch ein durchaus spannendes Gesamtpaket.