Crucial T710 Test Review  Bild © PCMasters.deCrucial T710 Test Review (Bild © PCMasters.de)

Crucial T710 im Detail

Crucial sitzt als Tochter von Micron direkt an der Quelle von Chips und fortschrittlicher Technologie. Auch wenn der Hersteller bekannt gegeben hat, dass das Endkunden-Segment in nächster Zeit aufgegeben werden könnte, ist Crucial eine echte Bereicherung für den Markt, denn sowohl deren Arbeitsspeicher als auch die SSDs sind sehr beliebt und haben sich als sehr zuverlässig erwiesen. Nachdem wir bereits die Crucial T705 (Test) getestet haben und sie exzellent abgeschnitten hat, wollen wir uns heute die T710 anschauen, die nochmals bessere Leistung bringen soll.

Wie auch schon die T705 ist die Crucial T710 eine absolute High-End-NVMe-SSD. Das Solid State Module (SSM) kommt wie gewohnt im M.2 2280-Formfaktor und passt damit auf die meisten modernen Motherboards. Wer sich dieses Modul kauft, hat aber mit Sicherheit auch vor einen passenden PCIe-Gen-5-Slot zu verwenden, um auch das volle Potenzial des Moduls auszureizen. Man kann die T710 auch in einem PCIe Gen 3- oder Gen 4- Slot einbauen, aber das wäre eine Verschwendung, weil die Leistung stark beschnitten wäre.

Was die Kaufoptionen angeht, so bietet Crucial die T710 SSD in Kapazitäten von 1 TB, 2 TB sowie als 4-TB-Variante an. Es gibt außerdem auch die Wahl zwischen der normalen Version ohne Kühler oder der Version mit vorinstalliertem großen Kühlkörper. Eine günstigere Variante mit 512 GB gibt es nicht, da sie zunehmend wegfallen und für das High-End-Segment unpassend sind.

Wie gewohnt hält Crucial seine NVMe-SSDs schlicht in Schwarz mit schwarzem Aufkleber. Der Hersteller gibt bei der T710 eine sequenzielle Leserate von 14.500 MB/s und eine sequenzielle Schreibrate von 13.800 MB/s an. Der Durchsatz beim Lesen ist identisch mit der T705 , wogegen der Schreibdurchsatz von 12.700 MB/s deutlich gesteigert wurde. Die IOPS-4K-Angaben von Crucial versprechen 2.300 K lesend und 2.200 K schreibend. Beide dieser Werte liegen über denen der T705.

Die Lebensdauer einer SSD ist auch ein wichtiger Faktor, denn man will ein zuverlässiges Speichermedium. Die T710 als 2-TB-Variante, in der wir sie getestet haben, gibt Crucial einen Terabytes Written-Wert (TBW) von 1.200 TB an und die Zuverlässigkeitsprognose wird mit 2 Mio. Stunden (MTTF) angegeben. Die T710 wird durch eine 5-jährige Herstellergarantie abgedeckt. Für eine High-End-SSD ist dies ein guter Wert.

Crucial T710 SM2508 ControllerCrucial T710 SM2508 Controller (Bild © PCMasters.de)

Silicon Motion SM2508-Controller

Das Herzstück der NVMe-SSD ist der Controller von Silicon Motion. Dieser wird von TSMC im 6-nm-Prozess hergestellt. Crucial hat bei der T710 einen Controller von Silicon Motion verbaut. Dieser kommt auch bei der Konkurrenz zum Einsatz. Bei der T705 wurde noch ein Phison PS5026 verbaut, der etwas zu heiß wurde. Der bei der T710 verlötete SM2508G AC Controller wird im 6-nm-Verfahren von TSMC hergestellt und bietet eine höhere Effizienz. Der Controller bezieht seine Rechenleistung aus einem Quad-Core-Arm-Cortex-R8-Prozessor. Diese Architektur unterstützt bis zu vier PCIe-Gen-5-Lanes, von denen jede Datenübertragungsraten von 32 Gb/s verarbeiten kann. Der Controller ist für die Verwaltung von bis zu acht NAND-Kanälen mit einer maximalen Geschwindigkeit von 3.600 MT/s pro Kanal ausgelegt.

Silicon Motion hat den SM2508 als Top-of-the-Line-Modell in seinem Portfolio positioniert. Der Controller bietet sequentielle Lesegeschwindigkeiten von bis zu 14,5 GB/s und sequentielle Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 14 GB/s, was sich mit den Spezifikationen der T710 fast deckt. Darüber hinaus bietet er eine außergewöhnliche zufällige Lese- und Schreibleistung mit 2,5 Millionen IOPS in beiden Vorgängen.

Für den SM2508G-Controller wird auch ein volatiler Speicher als Cache benötigt und es werden wahlweise DDR4 und LPDDR4-Speichertypen unterstützt. Auf dem PCB finden wir einen LPDDR4 (Low-Power Double Data Rate 4) SDRAM-Chip, der natürlich von Micron ist und die Kennung 4JB77 D8CSG aufweist. Dabei handelt es sich um einen 2-GB-Speicherchip, der mit 4.266 MT/s arbeitet und eine Dichte von 16 Gb aufweist. Der Speicher arbeitet mit sparsamen 1,1 V.

Crucial T710 Micron NANDCrucial T710 Micron NAND (Bild © PCMasters.de)

Micron 3D NAND

Auf der 2-TB-SSD finden wir außerdem zwei NAND-Chips, die ebenfalls von Micron stammen und die Kennung 5EE2D NY307 tragen. Die Teilenummer von Micron lautet MT29F8T08EQLEHL5-24QA:E, jedoch gibt es vom Hersteller keine weiteren Details zu den Chips. Es handelt sich dabei um 3D-NAND QLC (Quad-Level Cell)-Speicher mit 276 Layern (B68S). Jeder Chip hat damit jeweils 1 TB an Speicher.

Crucial T710 VerpackungCrucial T710 Verpackung (Bild © PCMasters.de)

Crucial T710 Verpackung und Lieferumfang

De Verpackung besteht wie gewohnt aus Pappe, die bunt bedruckt ist. Auf der Front ist das Modul abgebildet. Dazu gibt es die wichtigsten Eckdaten zum Produkt, wie die fünfjährige Garantie und die Peak-Performance-Werte. Crucial weist Nutzer außerdem darauf hin, dass es mit der SSD einen kostenlosen Monat Adobe Creative Cloud-Zugang gibt.

Nach dem Öffnen der Verpackung kann man dann einen Blister mit der eigentlichen SSD herausziehen. Die Schale besteht aus zwei Teilen und umschließt das Modul fest.

Testsystem

Als Testsystem haben wir unser altbewährtes System mit Ryzen 9 7950X genommen und dazu das Biostar X670E Valkyrie. Damit gehen wir sicher, dass die Leistung nicht durch PCIe 4 limitiert wird, da wir im PCIe-5-Slot testen.

Ryzen 7000 Testaufbau

  • CPU: AMD Ryzen 9 7950X
  • Mainboard: Biostar X670E Valkyrie
  • Grafikkarte: MSI GeForce GT 730
  • RAM: Kingston FURY Beast DIMM Kit 32GB, DDR5-5200, CL40-40-40 (KF552C40BBK2-32)
  • Netzteil: be quiet Pure Power 11 FM 1.000 W
  • Gehäuse: Open Testbench
  • Betriebssystem: Windows 11 21H2

Crucial T710 LieferumfangCrucial T710 Lieferumfang (Bild © PCMasters.de)

Crucial T710 in Benchmarks

Für den NVMe-SSD-Vergleichstest haben wir unseren Benchmark-Parcours erweitert. Für einen realistischeren Test, der auch wiederholbare Ergebnisse liefert, nutzen wir neuerdings noch zusätzlich den 3DMark Storage Benchmark, der unterschiedliche Szenarien testet, wie das Spieleverhalten und das Kopieren von Spieledaten.

Außerdem haben wir auch PCMark aufgenommen, der wiederum das System als Ganzes betrachtet und beim Kopieren die Durchschnittswerte ermittelt.

CrystalDiskMark Storage Benchmark

3DMark Storage Benchmark

PCMark Drive Performance Consistancy

PCMark setzt auf eine sehr lange Last beim Schreiben, die konstant und über längere Zeit ausgeübt wird. Darum sind die Peak-Werte einfach niedriger, weil die SSD und der Cache an die Grenzen gebracht werden. So soll der Einsatz bei einem Power-User simuliert werden.

ATTO Disk Benchmark (64 MB)

Benchmark-Rating

Die Ergebnisse im Durchschnitt sehen für die Crucial T710 durchaus gut aus. Sie übertrifft die T705 in allen Szenarien und platziert sich im Ranking auf dem zweiten Platz beim Lese-Durchsatz und sogar auf dem ersten Platz, wenn es um Schreib-Durchsatz geht. Die T705 hat beim Launch ebenfalls eine sehr hohe Position belegt und Crucial legt mit der T710 erfolgreich noch eine Schippe drauf.

Crucial T710 Kühler und Temperaturmessungen

Die Optimierungen der SSD haben auch positive Auswirkungen auf die Kühlung. Auch unter voller Last hat die T710 die Leistung nicht gedrosselt und überhitzt nicht, wie es noch bei der T705 der Fall war. So kann man die T710 leichter auf niedrigen Temperaturen halten, auch wenn ein Kühler weiterhin vorausgesetzt ist, was für so ziemlich alle PCIe-Gen-5-NVMe-SSDs gilt. Die entsprechenden Kühler gibt es bei den meisten modernen High-End-Mainboards und wenn nicht, sollte man zu der T710 mit installiertem Kühler greifen.

Für diesen Vergleichstest haben wir den großen Alu-Kühler des Biostar X670E Valkyrie Mainboards im NVMe-Slot 2 verwendet. Dieser wird von der Grafikkarte nicht direkt blockiert und wird in diesem Test auch nicht aktiv gekühlt. Manche Modelle kamen mit einem vorinstallierten Kühler. In diesem Fall haben wir diesen auch direkt verwendet. In dem Diagramm haben wir entsprechende Hinweise platziert: Falls ein integrierter Kühler zum Einsatz kam, ist nach dem Namen ein „IK“ (für integrierter Kühler) angehängt.

Crucial T710 WärmebildaufnahmeCrucial T710 Wärmebildaufnahme (Bild © PCMasters.de)

Crucial T710 Wärmebildaufnahmen

Die Wärmebildaufnahmen bestätigen die Messungen. Der Mainboard-Kühler erreicht etwa 51 bis 53 °C und könnte sich noch etwas mehr aufheizen, wenn kein aktiver Luftfluss im Gehäuse vorhanden ist. Die SSD darunter wird nochmals heißer, hat aber nicht gedrosselt. Darum die Empfehlung, für ordentlichen Airflow im Gehäuse zu sorgen, damit die Abwärme schneller abtransportiert werden kann.

Crucial T710 FazitCrucial T710 Fazit (Bild © PCMasters.de)

Fazit zur Crucial T710

Über die neue Crucial T710 kann man im Grunde nur Gutes berichten. Der Hersteller hat die Hitze-Probleme der T705 in den Griff bekommen und so ist die T710 leichter zu kühlen und kann dadurch auch durchgehend hohe Leistung liefern. Die T705 war bereits eine sehr leistungsstarke NVMe-SSD, die den Ansprüchen von Enthusiasten entsprechen konnte, doch die T710 ist noch einmal besser geworden. Unter den 28 getesteten SSDs konnte sie den ersten bzw. zweiten Platz belegen, da die Lese- und Schreibraten sich unterscheiden.

Die Verarbeitung der T710 ist hervorragend und auch die verbauten Komponenten sind leistungsstark und passen zum Rest. Die fünfjährige Herstellergarantie ist für ein High-End-Produkt angemessen. Die gestiegenen Speicherpreise spiegeln sich beim Preis der T710 nicht so stark wider. Vor einigen Monaten kostete die von uns getestete 2-TB-Variante ca. 239 € und aktuell gibt es sie für 289 € (Affiliate). Im Vergleich zu anderen PCIe-Gen-5-NVMe-Modulen auf dem Markt, die ähnliche Spezifikationen aufweisen, erscheint der Preis der T710 als angemessen. Wir können sie aus diesem Grund bedenkenlos empfehlen, vor allem weil die Leistung sehr hoch ist und sie nicht so heiß wird wie die T705.

Pro

  • Schnelle PCIe-5.0-Schnittstelle
  • Effizienter SM2508-Controller von Silicon Motion
  • Sehr gute Leistung
  • Effizient und damit kühl (drosselt die Leistung nicht)
  • Hochwertige Verarbeitung
  • 1 Monat Adobe Creative Cloud-Abo (kostenlos/enthalten)
  • 5 Jahre Herstellergarantie

Contra

  • Preis (marktsituationsbedingt)