Hackerparagraph,IT-Security, Linux (Bild © DALL-E)
Zugriff auf den GRUB-Bootloader
In der ersten Phase des Wiederherstellungsprozesses ist der Zugriff auf das Menü des Grand Unified Bootloader (GRUB) erforderlich. Das Menü ist während eines normalen Bootvorgangs standardmäßig nicht sichtbar. Um das GRUB-Menü aufzurufen, muss das System eingeschaltet oder neu gestartet werden, während gleichzeitig die Umschalttaste gedrückt gehalten oder die ESC-Taste gespammt wird. In Umgebungen, die VirtualBox nutzen, ist die Umschalttaste die bessere Methode, um das Startmenü aufzurufen.
Änderung der Kernel-Startparameter
Sobald das GRUB-Menü aktiv ist, muss der Admin mit den Pfeiltasten zum Ubuntu-Eintrag navigieren und die Taste e drücken. Dadurch wird der Startparameter-Editor geöffnet, in dem die Kernel-Anweisungen geändert werden können.
Die Zeile beginnend mit dem Wort linux muss gefunden werden. Innerhalb dieser Zeile ist der Abschnitt ro quiet splash $vt_handoff wichtig. Um administrative Änderungen zu ermöglichen, wird diese Zeichenfolge durch Folgendes ersetzt:
rw init=/bin/bash
Das Präfix rw ist entscheidend, da es das System anweist, das Root-Dateisystem mit Lese- und Schreibrechten einzuhängen, während init=/bin/bash das System anweist, anstelle des Standard-init-Prozesses eine Bash-Shell zu starten. Nach der Änderung wird das System durch Drücken von Strg + X oder F10 neu gestartet.
Überprüfung der Dateisystemberechtigungen
Nach dem Neustart gelangt das System in eine Root-Shell-Umgebung. Bevor du versuchst, das Passwort zu ändern, musst du überprüfen, ob das Dateisystem mit den richtigen Berechtigungen eingehängt wurde. Dies lässt sich durch Ausführung des folgenden Befehls bestätigen:
mount | grep -w /
Die Ausgabe muss das rw-Flag anzeigen, was bestätigt, dass das Stammverzeichnis beschreibbar ist.
Durchführung der Passwortzurücksetzung
Befindet sich das Dateisystem im Lese-/Schreibmodus, wird das Passwort für das Root-Konto mit dem Dienstprogramm passwd geändert:
passwd
Das System fordert zur Eingabe eines *neuen Passworts auf und zur anschließenden Bestätigung. Nach erfolgreicher Eingabe gibt das System eine Meldung aus, dass das Passwort aktualisiert wurde.
Um die Systemintegrität und -sicherheit zu gewährleisten, sollte das Root-Dateisystem vor dem Verlassen der Shell wieder in den schreibgeschützten Modus versetzt werden:
mount -o remount,ro /
Der letzte Schritt besteht darin, das System wieder in seinen normalen Betriebszustand zu versetzen. Dies geschieht durch einen Neustart des Systems oder durch das Starten des init-Prozesses mit einem der folgenden Befehle:
exec /sbin/init
ODER
reboot
Nach erfolgreichem Neustart können die neuen Root-Anmeldedaten für die Administratoranmeldung verwendet werden.
Fraghen und Antworten zum Zurücksetzen des Root-Passworts
Warum ist der Parameter „rw“ während des Bootvorgangs notwendig?
Standardmäßig bootet Ubuntu mit dem Root-Dateisystem im schreibgeschützten (ro) Modus, um versehentliche Änderungen während der Boot-Sequenz zu verhindern. Da die Passwortdatei auf der Festplatte gespeichert ist, muss das Dateisystem explizit auf Lese-/Schreibzugriff (rw) gesetzt werden, damit der Befehl passwd den bestehenden Hash durch das neue Passwort überschreiben kann.
Welche Funktion hat „init=/bin/bash“ im GRUB-Editor?
Der init-Prozess ist der erste Prozess, der vom Kernel gestartet wird, und ist dafür verantwortlich, alle anderen Prozesse zu starten, einschließlich des Anmeldemanagers. Indem man das standardmäßige init durch /bin/bash ersetzt, überspringt der Kernel die übliche Authentifizierungs- und Dienststartsequenz und versetzt den Benutzer direkt in eine Root-Shell mit maximalen Berechtigungen.
Unterscheidet sich diese Vorgehensweise bei der Verwendung einer virtuellen Maschine wie VirtualBox?
Die grundlegenden technischen Schritte sind identisch; allerdings können der Zeitpunkt und die Taste, die für den Zugriff auf das GRUB-Menü erforderlich ist, variieren. In VirtualBox ist die Umschalttaste in der Regel die zuverlässigste Methode, um den Startvorgang zu unterbrechen und das GRUB-Menü aufzurufen.
Wozu dient es, das Dateisystem vor dem Neustart als schreibgeschützt neu einzuhängen?
Das erneute Einhängen des Dateisystems als schreibgeschützt über mount -o remount,ro / stellt sicher, dass alle Änderungen ordnungsgemäß auf die Festplatte geschrieben werden und das System wieder in einen sicheren Zustand versetzt wird. Dies verhindert eine mögliche Beschädigung des Dateisystems, die auftreten könnte, wenn das System zu einem Neustart gezwungen wird, während sich das Stammverzeichnis noch im schreibbaren Zustand befindet.
Kann diese Methode zur Wiederherstellung eines Standard-Benutzerpassworts verwendet werden?
Ja. Sobald über die oben beschriebenen Methoden Zugriff auf die Root-Shell erlangt wurde, kann der Administrator jedes Benutzerpasswort auf dem System zurücksetzen, indem er den Benutzernamen an den Befehl „passwd“ anhängt (z. B. passwd Benutzername).
