Devin Desktop  Bild © PCMasters.deDevin Desktop (Bild © PCMasters.de)

Nicht alle Tools sind gleich aufgebaut. Manche sehen sich einfach die geöffnete Datei an und erraten die nächste Codezeile. Andere ordnen jede einzelne Datei in deinem Repository zu, um zu verstehen, wie die Daten von der Datenbank zum Frontend fließen. Außerdem gibt es eine Unterscheidung zwischen assistiven Tools, die wie ein Pair-Programmierer agieren, und agentischen Tools, die selbstständig Features planen, Terminalbefehle ausführen und Fehler beheben können.

KI-native IDEs für professionelle Entwickler

Windsurf / Devin Desktop

Windsurf kommt der Erfahrung mit Cursor wahrscheinlich am nächsten. Es basiert auf VS Code, wurde aber von Grund auf für KI entwickelt. Sein Hauptvorteil ist „Cascade“. Dieser agentische Modus behält über verschiedene Sitzungen hinweg den Überblick über dein Projekt. Du musst nicht jedes Mal, wenn du einen neuen Chat öffnest, zehn Minuten damit verbringen, deine API-Struktur oder Namenskonventionen erneut zu erklären.

SupercompleteSupercomplete (Bild © PCMasters.de)

Supercomplete

Dann gibt es noch Supercomplete. Es übernimmt die Tab-Vervollständigung, indem es den gesamten Arbeitsbereich berücksichtigt und nicht nur die aktuelle Datei. Dadurch wirken die Vorschläge vorausschauender. Außerdem führt es während der Aufgaben automatisch Terminalbefehle aus, um den Arbeitsablauf zu beschleunigen. Windsurf bietet einen kostenlosen Tarif an, wobei die Pro- und Teams-Stufen 20 bzw. 40 Dollar pro Monat kosten. Ein Nachteil ist, dass die Community kleiner ist als die von Cursor, was weniger Tutorials von Drittanbietern bedeutet.

GitHub CopilotGitHub Copilot (Bild © PCMasters.de)

GitHub Copilot

GitHub Copilot ist für alle, die es hassen, zwischen Tools zu wechseln. Es erfordert keine neue IDE. Du installierst einfach eine Erweiterung in VS Code, JetBrains oder Vim. Mit 10 $ pro Monat für die Pro-Version ist es die günstigste professionelle Option. Auch der kostenlose Tarif ist großzügig und bietet Nutzern monatlich 2.000 Vervollständigungen und 50 Chat-Anfragen. Allerdings ist der Kontext der Codebasis schwächer. Es fühlt sich eher so an, als säße ein hochqualifizierter Assistent neben dir, als ein Kollege, der deine gesamte Projektarchitektur auswendig gelernt hat.

Agenten für riesige Repositories und OpenAI-Teams

Claude CodeClaude Code (Bild © PCMasters.de)

Claude Code

Wenn die Codebasis zu groß wird, als dass Standard-Tools damit zurechtkämen, kommt Claude Code ins Spiel. Das Tool von Anthropic nutzt ein Kontextfenster von 1 Million Token. Dadurch kann es ein gesamtes Projekt in einem Durchgang erfassen und Fehler über mehrere Dateien hinweg aufspüren, ohne dass der Nutzer darauf hinweisen muss.

Es arbeitet mit hoher Transparenz

Bevor es Code schreibt, erstellt es eine sichtbare To-Do-Liste, sodass du es umleiten kannst, bevor es einen Fehler macht. Außerdem nutzt es eine CLAUDE.md-Datei, um das Langzeitgedächtnis über Projektkonventionen zu speichern. Obwohl es leistungsstark ist, sorgt seine CLI-basierte Natur für eine steilere Lernkurve bei manchen Entwicklern. Die Preise beginnen bei 17 $ pro Monat (jährliche Abrechnung).

OpenAI CodexOpenAI Codex (Bild © PCMasters.de)

Codex

Codex ist die erste Wahl für Teams, die bereits auf OpenAI setzen. Es fungiert als Agent, der Aufgaben plant und basierend auf den Ergebnissen iteriert. Ein wichtiges Feature ist hier die „Human-in-the-Loop“-Freigabe. Du kannst bestimmte Vorgänge sperren, um sicherzustellen, dass die KI keine unbeaufsichtigten Änderungen am Produktionscode vornimmt. Da die Abrechnung gemeinsam mit ChatGPT Plus erfolgt, haben viele Nutzer bereits Zugriff, ohne ein separates Abonnement zu bezahlen. Außerdem gibt es „Codex mini“ für alle, die schnelle, kostengünstige Bearbeitungen statt tiefgreifender Schlussfolgerungen benötigen.

Browser-Entwickler und Tools für schnelles Prototyping

ReplitReplit (Bild © PCMasters.de)

Replit

Replit ist für alle gedacht, die die Einrichtung einer lokalen Umgebung komplett überspringen wollen. Alles läuft im Browser ab, vom Code-Editor über die Datenbank bis hin zur Bereitstellung. Wenn du eine App beschreibst, stellt der Replit-Agent klärende Fragen, bevor auch nur eine einzige Zeile geschrieben wird.

Entwickler nutzen Replit häufig für die erste funktionierende Version eines Projekts, da es keinerlei Reibungsverluste gibt. Sobald der Prototyp stabil ist, exportieren sie ihn nach GitHub und wechseln zu Cursor oder Windsurf, um feinere Anpassungen vorzunehmen. Der Core-Tarif kostet 18 $ pro Monat (jährliche Abrechnung).

LovableLovable (Bild © PCMasters.de)

Lovable

Lovable zielt auf „Vibe-Coding“ ab, bei dem der Fokus auf schneller visueller Iteration liegt. Es ist besonders stark darin, ausgefeilte UI-Designs zu erstellen, ohne dass detaillierte Vorgaben zu CSS oder Layout nötig sind. Lovable erklärt seinen Umsetzungsplan, bevor es mit dem Codieren beginnt, was Nicht-Entwicklern ein Gefühl der Kontrolle über die Logik vermittelt. Es ist direkt mit Supabase für Backend-Daten und mit GitHub für die Versionsverwaltung verknüpft. Der Nachteil ist der schnelle Verbrauch der Credits. Nutzer stoßen bei Tarifen ab 21 $ pro Monat oft schnell an ihre Grenzen.