Proxmox VE 9 2 Dynamic Load Balancer (Bild © Proxmox)
Intelligente Ressourcenverteilung
Eine wesentliche Neuerung in Version 9.2 ist der Dynamic Load Balancer. Dieses System nutzt einen überarbeiteten Cluster Resource Scheduler (CRS), der im dynamischen Modus arbeitet. Im Gegensatz zur statischen Platzierung analysiert der CRS nun die Ressourcenauslastung in Echtzeit über Knoten und Gäste hinweg, um die effizienteste Platzierung für Instanzen zu ermitteln.
In Umgebungen, die den High-Availability (HA)-Stack nutzen, kann der Load Balancer Instanzen automatisch migrieren, um Ungleichgewichte zwischen den Knoten auszugleichen. Dieser Prozess wird durch konfigurierbare Sensitivitätsparameter gesteuert, wodurch sichergestellt wird, dass Administratoren die Kontrolle über Migrationsauslöser behalten, während die HA-Regeln gewahrt bleiben.
Erweiterte Netzwerkfunktionen
Der Software-Defined Networking (SDN)-Stack wurde aktualisiert, um komplexere Netzwerkarchitekturen zu unterstützen. WireGuard und BGP sind nun direkt in das SDN-Framework integriert. Um eine feinere Kontrolle über die Routenweiterverteilung zu ermöglichen, umfasst das Update die Unterstützung von Präfixlisten und Routenkarten innerhalb der BGP/EVPN-Filterung.
Darüber hinaus führt die Version IPv6-Underlay-Unterstützung für EVPN ein und erweitert die Konfigurationsoptionen für EVPN-Controller. Benutzer, die OSPF-Fabrics verwalten, profitieren ebenfalls von neuen Funktionen zur Routenweiterverteilung.
Hardwareanpassung und Wartung
Um spezifischen Workload-Anforderungen gerecht zu werden, bietet Proxmox VE 9.2 eine Verwaltungsschnittstelle für benutzerdefinierte CPU-Modelle. Dieses Tool befindet sich auf der Registerkarte „Datacenter“ der Weboberfläche und ermöglicht es Administratoren, CPU-Profile zu definieren und zu ändern. Ein neuer CPU-Flag-Selektor bietet einen Echtzeit-Überblick über die unterstützten Flags im gesamten Cluster, sodass Teams Kompatibilitätsprobleme vor der Bereitstellung virtueller Maschinen identifizieren und beheben können.
Für die Systemwartung wurde eine neue HA-Aktivierungs-/Deaktivierungsfunktion implementiert. Damit kann der HA-Manager clusterweit vorübergehend deaktiviert werden, wodurch verhindert wird, dass das System während geplanter Hardware- oder Software-Updates ein Node-Fencing auslöst. Sobald das Wartungsfenster geschlossen und das System wieder aktiviert ist, kehren die Ressourcen automatisch zu ihren ursprünglichen Knoten und ihrem vorherigen Zustand zurück.
Aktualisierter Software-Stack und Verfügbarkeit
Die zugrunde liegende Architektur von Proxmox VE 9.2 basiert auf Debian 13.5 Trixie und dem Linux-Kernel 7.0. Die Version integriert zudem QEMU 11.0, LXC 7.0 und ZFS 2.4. Im Bereich Speicher steht nun neben Ceph Squid 19.2 auch Ceph Tentacle 20.2 als stabile Option zur Verfügung. Proxmox Virtual Environment 9.2 ist als Open-Source-Software verfügbar. Es kann über ein Standard-ISO-Image für Bare-Metal-Systeme bereitgestellt oder auf bestehenden Debian-Installationen installiert werden. Bestehende Nutzer können das Upgrade über das APT-Paketverwaltungssystem durchführen. Professionelle Supportverträge für Unternehmensstabilität und Sicherheitsupdates sind ab 120 EUR pro CPU und Jahr erhältlich.
