AMD EPYC Embedded 2005 CPU (Bild © AMD)
Die Sicherheitslücken entstehen durch einen Lesefehler außerhalb des zulässigen Bereichs, der ausgelöst wird, wenn böswillige Befehle unter Verwendung des betroffenen Referenzcodes an ein TPM 2.0-Modul gesendet werden.
Technische Details zu CVE-2026-6726 und CVE-2026-6727
Es wurden zwei wesentliche Sicherheitslücken dokumentiert, die beide als „hoch“ eingestuft wurden.
CVE-2026-6726 ist eine Schwachstelle, die zu Informationslecks führt, mit einem CVSS-Wert von 8,5. Diese Schwachstelle ermöglicht es einem lokalen Angreifer mit erweiterten Berechtigungen, Anmeldedaten von einer TPM-fähigen Zertifizierungsstelle zu erlangen. Sobald diese Anmeldedaten gestohlen sind, kann der Angreifer gefälschte TPM-Schlüssel – wie z. B. Attestation Keys oder TLS-Authentifizierungsschlüssel – erstellen, um TPM 2.0-Attestationen zu fälschen.
CVE-2026-6727 ist eine Timing-Seitenkanal-Schwachstelle bei der RSA-OAEP-Entschlüsselung mit einem CVSS-Wert von 8,3. Diese Schwachstelle ermöglicht es einem Angreifer mit hohen Berechtigungen, Chiffretexte zu entschlüsseln, darunter Session-Salts und Anmelde-Blobs, die mit dem RSA-Endorsement-Schlüssel verschlüsselt wurden. Sie kann ebenfalls dazu genutzt werden, TPM 2.0-Attestationsschlüssel zu fälschen.
Betroffene Hardware und Prozessoren
Die Schwachstelle betrifft eine breite Palette von AMD-Prozessorfamilien. Zu den betroffenen Produktreihen gehören:
- EPYC-Serie: Einschließlich der Serien 4004 und 4005 sowie der EPYC Embedded-Modelle 2005 und 4005.
- Ryzen Embedded: Verschiedene Generationen, darunter die Serien 5000, 7000, 8000, 9000, P100, R1000, R2000, V1000, V2000 und V3000.
- Ryzen Desktop und Mobile: Ein breites Spektrum von der Ryzen 3000-Serie bis hin zu den neueren Ryzen AI 300- und 400-Serien.
- Andere Serien: Athlon 3000 Mobile-Prozessoren und Ryzen Threadripper (einschließlich der PRO- und 7000-Serien).
Gegenmaßnahmen und Firmware-Updates
Um diese Probleme zu beheben, hat AMD aktualisierte Platform Initialization (PI)-Firmware an Originalgerätehersteller (OEMs) bereitgestellt. Da das TPM in die System-Firmware integriert ist, können Nutzer diese Korrekturen nicht direkt anwenden. Stattdessen müssen sie ein BIOS-Update von ihrem jeweiligen Hardware-Hersteller beziehen.
Die Veröffentlichungstermine für diese Abhilfemaßnahmen begannen im Mai 2026 und erstreckten sich für die meisten Produktreihen bis Juli 2026. Für die neueste Ryzen-AI-Serie sind Updates für August 2026 geplant, um Pluton-basierte Implementierungen zu beheben. Diese Sicherheitslücken wurden ursprünglich von Forschern bei Intel an die TCG gemeldet.
