Hier kommt der Hybridkäufer ins Spiel. Er will ein Case, welches nach etwas aussieht ohne ihm einen finanzarmen Monat zu bescheren. Am besten mit etwas Alu und schön dazu und dann noch dies und das, aber bitte kosten sollte es nicht soviel. Aus diesem Grund haben wir uns heute aus der großen Riege der Preis/Leistungs-Gehäusen der 80€ Klasse das Aerocool Zerodegree heran geholt und werden sehen, was man alles bekommt für sein Geld.

 

An dieser Stelle wollen wir uns natürlich herzlich bei Aerocool und Listan für die Bereitstellung des Case bedanken

Zubehör: Hat man erstmal die 11,5 kg aus dem Paket gewuchtet und man öffnet das Gehäuse das erste Mal, wird man dort eine kleine Pappschachtel sehen. Diese beinhaltet das gesamte Zubehör des Cases. Mit an Bord sind alle Schrauben und Distanzstücke, die man für den Aufbau des PCs braucht. Da Aerocool das Zero mit so wenig Aufwand wie möglich geplant hat, liegen dem Case auch passende Schnellverschlüsse für die beiden unteren HDD Schächte bei. Wer allerdings mehr als nur zwei Festplatten sein Eigen nennt, für den hat Aerocool noch vier Einbaurahmen für 3,5" Laufwerke beigepackt. So dass man noch zwei weitere Festplatten in den 5,25' Schächten unter bekommt. Auch für normale 5,25" CD/DVD Laufwerke hat man sich ein schraubenloses System einfallen lassen, wie es sich bei vielen anderen Herstellern schon bewährt hat und so kommt unser Gehäuse mit insgesamt 10 Halterungen für solche daher. Weiter im Zubehör enthalten sind zwei leise (1200u/min @ 12V) Aerocool Lüfter. Davon befindet sich ein blauer in der Front und ein kristallklarer ohne Beleuchtung im Heck. Für die Frontbefestigung der Lüfter liefert man gleich passende Einbaurahmen mit. So können bis zu zwei 120mm Lüfter in die Front integriert werden, doch auch die Möglichkeit des Radiatoreinbaus ist so gut gegeben. Dabei sind diese aber immer hinter den Lüftungsschlitzen der Schachtabdeckungen „versteckt“. Da alle Abdeckungen über einen Großteil ihrer Fläche mit solchen Schlitzen gespickt sind, ist immer für genug Frischluft gesorgt.

Das Case: Beim ersten Betrachten gefällt uns das Case sofort. Die Kombination aus Alu-Fronttür und stabilem Blechkleid ist gut gelungen. Das Zerodegree gehört bei Aerocool zur Flexi-Tower Sparte. Man hat die Möglichkeiten sein Case Leistungstechnisch so zu gestalten, wie es einem beliebt. Angefangen bei der simplen Lüftermontage in der Front, Seite und Hinten, bis dahin, dass man schon eine komplette Radiatorhalterung integriert bekommt. Wem die Fronttür im Weg sein sollte, der kann diese auch mit wenigen Handgriffen vom Gehäuse lösen. In der Grundausführung ist das Case im BTX Style gebaut. Dass heißt, dass das Mainboard auf dem Kopf steht. Um seinem Namen „ZeroDegree“ nachzukommen bietet man dem Nutzer bis zu 5 Einbauplätze für 120mm Lüfter: 2Front ; 2Seitenwand ; 1*Rückwand. So bleiben die Temperaturen immer schön angenehm und Hitze sollte nicht mehr das Problem darstellen. Wie Anfangs schon erwähnt ist der Einbau der Lüfter an der Front über Einbaurahmen gelöst. Die Einbaurahmen der Lüfter lassen sich aber soweit nutzen dass man ohne große Probleme auch einen Radiator an diesen befestigen kann. Wer also nicht so der Schrauber ist und sein Case nicht gleich zerstören will, kann so seinen Radiator bequem in die Front integrieren. Die beiden Lüfter in der Seitenwand befinden sich optimal einmal direkt über der CPU und einmal auf Höhe der Grafikkarten. Bei der Lüfterwahl an der Rückseite hat man dann die Qual der Wahl. Entweder ein 120mm Lüfter oder zwei 80mm Lüfter.
So schön Schwarz das Äußere lackiert ist, so trist Grau geht es leider im Inneren des Gehäuses zu. Davon abgesehen ist der innere Aufbau des Cases sehr gut gelungen. Das am Boden angebrachte Netzteil besitzt einen eigenen Luftschacht im Boden und über ihm befinden sich zwei um 90° gedrehte Festplattenschächte. Die Festplatten werden hier mit dem erwähnten Clips fixiert.  Die so angebrachten Festplatten sollen die Montage erleichtern und auch für etwas mehr Ordnung sorgen. Um aber auch noch mehr Laufwerke aufzunehmen, besitzt das Case zehn  5,25" Schächte. Geht man wieder nach Außen an die Front, sticht das sehr schön in die Fronttür eingearbeitete Gitterfenster hervor, welches den Blick auf den dahinter liegenden Lüfter gibt. Dieser scheint dann elegant Blau hindurch.
Nicht zu vergessen ist die Frontblende, welche den Power- und Resetschalter beherbergt, aber auch über zwei USB 2.0 Anschlüsse verfügt und dazu die schon normalen Frontaudioanschlüsse bereitstellt. Man hat dann zwei Möglichkeiten diese anzuschließen, entweder ganz normal über einen AC'97 Stecker, wo der Sound nur „durchgeschleift“ wird, oder per HD-Audio Anschluss. In diesem Fall wird beim einstecken des Kopfhörers der hintere Soundanschluss z. B. Stumm geschalten.
Die Schalter an der Front sind zwar aus Plastik, fühlen sich aber durch ihre aufgebrachte Struktur nach edlen Aluminiumknöpfen an.

 


Einbau und Betrieb:

Der Einbau unseres Testsystems lief ohne Zwischenfälle reibungslos von Statten. Wir konnten bei unserem Testexemplar keine gefährlichen Ecken oder Kanten entdecken. Allerdings sei gesagt, dass zum Netzteileinbau erst die Deckplatte des Netzteilschachtes abgenommen werden muss, da man das Netzteil von hinten in das Case einbaut. Die Länge des Netzteils spielt in diesem Gehäuse erfreulicher Weise eine geringe Rolle und so ist auch ein problemloser Einbau eines 1kW Netzteils, ala Enermax Galaxy, möglich. Die Nutzung der Clips für die Festplatten und Laufwerksbefestigung lief problemlos und konnte auch überzeugen. Für alle die, die mit dem Gedanken spielen sich Monsterkühler wie einen Scythe Infinity zu holen, brauchen bei dem Case keine Angst haben. Bis zur Seitenwand hat der Kühler noch gut 1-2cm. Die Kühlung des Cases hält in der Praxis, was sie verspricht und so kommt das Case auf gute Werte, welche mit unseren vorhergehenden offenen Aufbau vergleichbar sind. Die Temperatur der Grafikkarte im IDLE Betrieb unter Windows sank sogar um durchschnittlich 2°C. Der Geräuschpegel war dabei stets nicht störend, da die beiden Aerocool Lüfter auf maximal 23db kommen. Somit ist der Tower auch für die geeignet, die viel Wert auf Ruhe legen.



Negative Aspekte: Doch jedes Blatt hat zwei Seiten und so hat das ZeroDegree neben den ganzen positiven Aspekten auch ein paar negative. So ist uns ein etwas zu hohes (ca. 1mm) Spaltmaß aufgefallen, welches die grauer Farbe des Innenraums am Rand hervor schauen lässt. Bei einem schwarzen Gehäuse wirkt das unschön. Bei einem zweiten Case, was auf privater Seite angeschafft wurde, war dieser "Fehler" nicht mehr zu finden.

Fazit: Innerhalb des Testzeitraumes von gut einem Monat war uns das Zerodegree ein wahrhaft guter Begleiter. Für 80€ (Geizhals) bekommt man hier ein gut ausgestattetes Gehäuse, welches auf ganzer Linie überzeugt. Es kann mit einer an allen Ecken sehr guten Verarbeitung, einem guten Kühlkonzept und einem schönen Design punkten. Auch „Leisetreter“ Freunde werden hier auf ihre Kosten kommen.