NVIDIA CMP 170HX (Bild © ebay)
CMP 170HX Unlock-Tools
Die CMP 170HX, die 2021 auf dem Höhepunkt des Mining-Booms auf den Markt kam, ist eine abgespeckte Version der Ampere-A100-Architektur. Ursprünglich wurden die Karten mit entweder 8 GB oder 10 GB VRAM ausgeliefert und boten keine Unterstützung für 3D-Rendering; nach dem Zusammenbruch des Kryptomarkts gerieten sie weitgehend ins Abseits.
Das CMPUnlocker-Tool verändert das Verhalten des Chips, indem es den vollen SM-Rechendurchsatz wiederherstellt und die HBM2e-Speichergeometrie freischaltet, die zuvor durch Firmware oder einmalig programmierbare (OTP) Einstellungen eingeschränkt war. Laut technischer Dokumentation ermöglicht das Tool außerdem den Zugriff auf JTAG-Register und stellt durch gepatchte Module sicher, dass diese Änderungen auch nach Systemneustarts bestehen bleiben.
Speichererweiterung und Hardware-Einschränkungen
Der Hauptvorteil des Tools ist die massive Erhöhung des verfügbaren Speichers. Theoretisch lassen sich 8-GB-Modelle auf 64 GB erweitern, während 10-GB-Modelle bis zu 80 GB erreichen können. Das Erreichen dieser Höchstwerte hängt jedoch von der Qualität des physischen Siliziumchips ab.
Da der CMP 170HX A100-Chips aus einer niedrigeren Qualitätsklasse verwendet, hat NVIDIA fehlerhafte oder minderwertige Speicherchips oft bereits werkseitig deaktiviert. Folglich stellt nicht jede Karte den gesamten Speicherstapel zur Verfügung. Viele Nutzer stellen fest, dass sie je nach ihrer spezifischen Hardware-Bin nur 32 GB oder 40 GB erreichen.
Auch die Stabilität variiert je nach Komponentenhersteller. Berichten zufolge sind Karten mit Hynix-Speicher in den 8-GB-Modellen tendenziell stabiler, wenn sie auf 64 GB hochgetaktet werden. Im Gegensatz dazu kommt es bei Samsung-Speicherchips in den 10-GB-Modellen häufig zu Instabilitäten, wenn sie auf 80 GB freigeschaltet werden. Die Speicherbandbreite liegt im Allgemeinen zwischen 700 und 800 GB/s pro Karte, wobei manche Karten möglicherweise niedrigere Taktraten erzwingen, um die Stabilität zu gewährleisten.
Leistungsbeschränkungen bei KI-Aufgaben
Obwohl die VRAM-Erweiterung beträchtlich ist, schränken mehrere Hardware-Engpässe die CMP 170HX im Vergleich zu modernen KI-Beschleunigern ein. Der Chip unterstützt nur Datenformate bis INT8 und verfügt nicht über die FP8-, FP6- oder FP4-Präzision, die in neueren NVIDIA-Architekturen zu finden ist. Seine Leistung wird mit 48 TOPS angegeben.
Zudem ist die Konnektivität ein großes Hindernis. Die Karten sind auf PCIe-Gen2-x4-Geschwindigkeiten beschränkt. Während einige Nutzer versuchen, durch physisches Löten x16-Gen1-Geschwindigkeiten zu erreichen oder Gen2-Geschwindigkeiten freizuschalten, verlangsamt die Standardschnittstelle die Datenübertragung im Vergleich zu aktuellen GPUs erheblich.
Auswirkungen unbd Preisschwankung
Die Veröffentlichung des Unlock-Tools hat zu einer sofortigen und drastischen Veränderung auf dem Sekundärmarkt geführt. Vor dem Erscheinen des Tools lagen die Preise für CMP 170HX-Karten auf Plattformen wie eBay typischerweise zwischen 100 und 200 €. Nachdem bekannt wurde, dass diese Karten für KI umfunktioniert werden können, sind die Preise auf 1.500 bis 2.000 € in die Höhe geschossen. Berichten zufolge kaufen einige Käufer diese Karten in großen Mengen und erwerben bis zu 100 Stück auf einmal.
