KFA2 GeForce RTX 5070 Ti HOF GB203 300 A1  Bild © PCMasters.deKFA2 GeForce RTX 5070 Ti HOF GB203 300 A1 (Bild © PCMasters.de)

Was ursprünglich als Markteinführung Ende 2025 erwartet wurde, entwickelte sich zu einer Reihe von Verschiebungen. Gerüchte deuteten zunächst auf die CES 2026 hin, dann verschoben sie sich auf Ende 2026. Einige Berichte deuten sogar darauf hin, dass wir die Karte möglicherweise erst Anfang 2027 zu sehen bekommen. Es ist ein chaotischer Zeitplan. Dennoch weisen aktuelle Einträge von Seasonic für Netzteilrechner die Karte weiterhin mit einer Leistungsaufnahme von 350 W aus, was darauf hindeutet, dass das Projekt hinter verschlossenen Türen noch am Laufen ist.

Technische Daten und Speichererweiterung

Die RTX 5070 Ti SUPER ist kein komplettes Redesign. Sie nutzt die GB203-GPU und behält die gleiche Anzahl von 8.960 CUDA-Kernen bei wie die Standard-RTX 5070 Ti. Die eigentliche Neuerung betrifft den Speicher. NVIDIA erhöht die GDDR7-VRAM-Kapazität von 16 GB auf 24 GB. Das entspricht einer Steigerung um 50 %.

Wichtig ist dabei, dass es sich hierbei nicht um eine Geschwindigkeitssteigerung handelt. Der Speicher läuft weiterhin mit 28 Gbps auf einem 256-Bit-Bus, was bedeutet, dass die Bandbreite bei 896 GB/s bleibt. Man erhält mehr Platz für Daten, aber nicht unbedingt schnellere Daten. Um diese Änderungen und potenziell höhere Taktraten zu unterstützen, hat NVIDIA die Gesamtleistungsaufnahme der Karte auf 350 W erhöht. Das ist eine Steigerung um 50 W gegenüber dem Vorgängermodell.

Auswirkungen auf die Leistung in der Praxis

Beim Gaming wird es keinen massiven Sprung bei den Bildern pro Sekunde geben. Da der Chip selbst weitgehend unverändert bleibt, wird der grundlegende Leistungszuwachs gering sein. Das ändert sich jedoch, wenn man die Auflösung und die Einstellungen erhöht. Bei 4K mit Ultra-Texturen oder aufwendigem Raytracing verhindert der 24-GB-VRAM das Ruckeln, das auftritt, wenn einer Grafikkarte der Speicher ausgeht. Die größten Gewinner sind hier nicht die Gamer. Es sind KI-Entwickler und Kreative. Bei der lokalen Inferenz großer Sprachmodelle (LLM) oder beim komplexen 3D-Rendering ist der Unterschied zwischen 16 GB und 24 GB oft entscheidend dafür, ob ein Projekt läuft oder komplett abstürzt. Dadurch wird die Karte zu einem brauchbaren Werkzeug für professionelle Arbeitsabläufe, für die normalerweise wesentlich teurere Hardware erforderlich ist.

Preisgestaltung und Marktposition

Einen offiziellen Preis gibt es noch nicht. Die ursprüngliche RTX 5070 Ti kam für 749 US-Dollar auf den Markt, aber es ist unrealistisch anzunehmen, dass die SUPER-Version genauso viel kosten wird. Speicher ist nicht billig, insbesondere bei angespannter Versorgungslage. NVIDIA steht hier vor einem schwierigen Balanceakt. Wenn der Preis zu hoch angesetzt wird, kommt es zu Überschneidungen mit der RTX 5080 SUPER. Wenn er zu niedrig gehalten wird, könnte die GDDR7-Knappheit die Gewinnmargen zunichte machen. Angesichts der aktuellen Marktlage ist ein moderater Aufschlag wahrscheinlich. Käufer sollten sich auf eine Preiserhöhung einstellen, die den zusätzlichen VRAM und die Instabilität des Speichermarktes widerspiegelt.