NZXT H6 RGB ARGB Green  Bild © PCMasters.deNZXT H6 RGB ARGB Green (Bild © PCMasters.de)

Denn selbst Haushalte mit Photovoltaik kaufen weiterhin Strom ein, sobald der eigene Ertrag nicht reicht. Ohne Solaranlage wird die Prüfung noch wichtiger. Dann entscheidet allein der Stromtarif darüber, ob der aktuelle Marktpreis wirklich ankommt. 2026 wird diese Prüfung besonders interessant, weil sinkende Durchschnittspreise längst nicht automatisch bei allen Kundinnen und Kunden ankommen.

Der Vertrag rückt in den Fokus

Der Strompreis für Haushalte liegt im Januar 2026 bei durchschnittlich 37,2 Cent pro Kilowattstunde. Das sind 2,1 Cent weniger als 2025. Ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch zahlt damit rechnerisch rund 73 Euro weniger als im Vorjahr. Dieser Durchschnitt verdeckt jedoch große Unterschiede zwischen den Regionen und Tarifarten. Genau hier entsteht der eigentliche Spielraum. Ein alter Vertrag kann teurer bleiben, obwohl der Markt bereits nachgibt.

Warum 2026 Bewegung im Markt ist

Ein wichtiger Grund für die Entspannung ist der staatliche Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten. Für 2026 sind dafür 6,5 Milliarden Euro vorgesehen. Dadurch sinken Kostenbestandteile, die Stromanbieter unterschiedlich schnell weitergeben. Online verfügbare Tarife liegen im März 2026 teils unter 25 Cent pro Kilowattstunde beim Brutto-Arbeitspreis. Für Haushalte mit normalem Verbrauch kann daraus ein dreistelliges Sparpotenzial entstehen.

Gerade bei schwankenden Preisen lohnt es sich, Stromanbieter zu vergleichen, weil der aktuelle Markt oft günstiger ist als ein älterer Vertrag.

Alte Tarife kosten oft weiter

Raffael Comitz, Energieexperte bei Tarifcheck.de, bringt das Problem auf den Punkt: "In alten Verträgen wird die Preissenkung jedoch nicht unbedingt an Haushalte weitergegeben." Viele Menschen bleiben nach Ablauf der Mindestlaufzeit im bisherigen Tarif, obwohl der Markt bereits neue Preise zeigt. In der Grundversorgung ist der Effekt besonders spürbar. Der Monitoringbericht 2025 nennt für Haushaltskunden einen durchschnittlichen Aufschlag von 6,73 Cent pro Kilowattstunde gegenüber anderen Vertragsformen. Bei 3.500 Kilowattstunden summiert sich das auf rund 236 Euro im Jahr.

Was beim Vergleich zählt

Ein guter Stromvergleich beginnt beim realistischen Jahresverbrauch. Bei Solaranlagen zählt vor allem der Strom, der weiterhin aus dem Netz kommt. Elektrisches Heizen oder das Laden eines E-Autos verschiebt den Verbrauch nach oben und macht den Tarifvergleich entsprechend wichtiger. Der niedrigste Monatsabschlag reicht als Orientierung nicht aus. Aussagekräftiger ist der komplette Jahrespreis. Das macht Vergleiche konkreter.

Entscheidend sind vor allem:

  • Arbeitspreis pro Kilowattstunde
  • jährlicher Grundpreis
  • Laufzeit von höchstens zwölf Monaten
  • Preisgarantie während der Bindung

Ein Bonus kann den ersten Jahrespreis senken. Dabei zählt, wann er ausgezahlt wird und wie teuer der Tarif danach wird.

Wechseln wird einfacher

Seit Juni 2025 läuft der technische Lieferantenwechsel im Strommarkt binnen 24 Stunden an jedem Werktag. Die Versorgung bleibt gesetzlich abgesichert. Auch Comitz betont: "Die ununterbrochene Stromversorgung bei einem Anbieterwechsel wird durch Gesetze sichergestellt." Praktisch bleibt trotzdem wichtig, Kündigungsfristen zu prüfen. Die Grundversorgung kann mit einer zweiwöchigen Frist beendet werden, bei Preiserhöhungen gilt häufig ein Sonderkündigungsrecht.

Stromrechnung aktiv prüfen

Solar-Überschuss ist nur ein Teil der neuen Stromlogik. Entscheidend ist der Preis für den Strom, der tatsächlich aus dem Netz kommt. 2026 belohnt Haushalte, die nicht automatisch im alten Tarif bleiben. Der Stromvergleich wird damit vom Spartipp zur regelmäßigen Kostenkontrolle.