Vorgeschichte:

Vor kurzem haben wir das Mainboard Albatron PX915P Pro mit der PCI-Express Grafikkarte Albatron PCX5750 erhalten. Dieses Mainboard gehört zu den aller ersten Exemplaren, die den neuen Sockel LGA775 und PCIe(PCI EXPRESS) unterstützten. Wir hatten zwar eine passende Grafikkarte, die PCIe fähig war, aber der neuartige Sockel LGA775 Prozessor war nicht auf dem Markt und auch nicht erhältlich, da das ganze vor dem offiziellen Release war! Was sollten wir also tun? Ich habe Intel (USA) angeschrieben und bekam auch prompt eine Antwort. Der Mitarbeiter stellte den Kontakt zu einem Mitarbeiter aus Deutschland her und ich musste erst einmal Infos über uns zusenden und erläutern was ich genau möchte. Das klappte auch noch und er war auch bereit mir so eine CPU zur Verfügung zu stellen, bloß Sie hatten keine mehr! Ich lies mich nicht entmutigen und habe weiterhin versucht einen Intel Pentium 4 Prescott LGA775 aufzutreiben. Nach ungefähr 2 Wochen entdeckte ich eine solche CPU in einem Shop. Eine weitere Woche später kam die CPU endlich, aber kurz bevor diese ankam, musste ich das Mainboard zurückschicken. Der Grund dafür war, ein Konflikt zwischen PCIe und der Northbridge und noch ein Paar andere Konflikte bei der ICH6 Southbridge, die die Performance senken sollten. Intel sollte angeblich gepfuscht haben :) Somit hatte ich die Grafikkarte und die CPU, aber das für die Tests notwendige Mainboard fehlte! 2-3 Wochen später kam direkt aus Taiwan Albatron’s neuestes PX915G Pro (R.1.01) Mainboard, inkl. taiwanesischer Zeitung ^_^.  200€ leichter, aber voller Neugier und Motivation bin ich an den Zusammenbau und die darauffolgenden Tests gegangen.

An dieser Stelle ein herzlicher Dank an Albatron, für die brandneuen Testmuster! Ein Dank geht aber auch an Albatron‘s Marketingfirma Edelman GmbH (bzw. Fr. Schürmann), die uns zur Seite stand, schnellen und zuverlässigen Support bot und perfekt vermittelt hat.

Lieferumfang:

Wenn man sich die Verpackung einmal ansieht, dann merkt man, dass sich jemand viel Mühe und Gedanken gemacht hat. Wie man vielleicht an dem Bild sehen kann, glänzt so ziemlich alles und das Motiv hat es auch in sich! Wenn man dann noch die Verpackung öffnet, stößt man auf viele Kabel und mehr.  Enthalten sind, ein S-ATA Kabel und das dazugehörige Stromanschlusskabel , drei IDE Kabel, ein Floppykabel, eine USB Blende(4 weitere USB Anschlüsse), eine passende Gehäuse Blende, eine Treiber CD, Handbücher für das Mainboard und den IDE-Kontroller und ein Guide zum richtigen Einbau der neuen LGA775 CPUs. Als ich mich dann endlich zum Mainboard vorgearbeitet habe, war ich auch hier erstaunt, denn das Layout war anders und der neuartige Sockel viel mir sofort ins Auge. 

PX915G Pro:

Typisch für Albatron ist, dass das PCB(Layout) in blauer Farbe ist. Ins Auge fiel mir sofort der neue Sockel LGA-775, die neuen PCIe Slots und die vergoldeten Kühler auf den Bridges. Der Sockel sah sehr robust aus, denn hier wurde Metall verwendet. Die CPU wird erst von einer eisernen Klemme bedeckt und dann von einem ebenfalls eisernen Hebel fest an die aus dem Sockel ragenden 755 Pins gedrückt. Die Northbridge wird durch einen großen vergoldeten Kühlkörper passiv gekühlt. Positiv überrascht war ich auch von dem passiv Kühler auf der Southbridge. Diese wurde von den meisten Herstellern bislang vernachlässigt, obwohl sie sich oftmals auf über 55°C erhitzt. Der vergoldete passiv Kühler passt super zum Design. Die Kühlrippen wurden so angeordnet, dass sie einem Albatros darstellen, der Albatron’s Firmenlogo ist.  Für die Northbridge wurde Intel‘s 915G (Grantsdale G) und für die Southbridge Intel‘s ICH6 Chipsatz verwendet. Außerdem verfügt das Mainboard über eine Onboard Grafikkarte, die ich unterschätzt hatte (mehr dazu später). An S-ATA wurde hier auch gedacht, denn das Mainboard hat Platz für 4 Serial ATA150 Festplatten, die als RAID 0, 1, 0+1 System betrieben werden können. Für IDE Laufwerke (ATA100) steht leider nur ein Anschluss zur Verfügung, was für mich zu wenig war. Als Ausgleich sollen die beiden IDE Anschlüsse (ATA133) für RAID 0, 1, 0+1/ATA133 Betrieb sorgen. Der RAID Controller trägt den Namen ITE IT8212F. Der Floppy Anschluss darf natürlich auch nicht fehlen und ist auf dem Mainboard auch zu finden. Für die Anbindung von Steckkarten stehen drei PCI Slots, zwei 1xPCIe und ein 16xPCIe bzw. PEG (PCI EXPRESS For Graphics)  zur Verfügung. Das Mainboard beherbergt außerdem 4 USB 2.0/1.1 Anschlüsse, vier erweiterbare USB Anschlüsse in einer (PCI-Slot)Blenden, einen VGA Anschluss, einen RJ45 Anschluss für 10/100Mbit (VIA VT6105) und ein zweiter für 1Gbits (Marvell MV8001) fähige Ethernet Netzwerke. Ein PS2 Anschluss für Tastatur und ein weiterer für eine PS2 Maus steht auch bereit. Onboard ist auch eine hochwertige Soundkarte von Realtek mit der Bezeichnung ALC880. Für den Arbeitsspeicher hat man 4 Slots verbaut, die bis zu 4GB DDR bzw. DDR2 adressieren und mit 333/400Mhz betrieben werden können. Es gibt noch viele weitere Anschlüsse und Features, die ich nicht erwähnt habe, die aber in der folgenden Tabelle zu finden sind.

CPU Einbau in den Sockel LGA775:

Der Ein- und Zusammenbau des Systems war spannender und interessanter, weil der Sockel LGA775  ganz neu war. Als Erstes habe ich das Handbuch für den CPU Einbau angesehen, da der Sockel sehr empfindlich sein sollte. Die Pins, die aus dem Mainboard hervorragen, könnten sich bei falschem Einbau entweder verbiegen oder sogar abbrechen, was das Mainboard wertlos macht. Auch bei korrektem Einbau haben die meisten Mainboards den Nachteil, dass höchstens nach 20maligem Einbau einer CPU, die Pins hinüber sind. Vorher waren die Pins schon nach max. 3-5maligem Einbau hinüber. Diese Eigenschaft ist für Tester wie mich ein großes Problem, da die CPUs sehr oft ein- und ausgebaut werden! Dieses Problem soll bei MSI Mainboards nicht vorliegen, da hier eine besondere Methode/Klemme verwendet werden soll, durch welche die CPU korrekt in den Sockel plaziert werden kann, dadurch sollen keine Pins beschädigt werden. Der eigentliche Einbau des P4 Prescott Prozessors war sehr einfach. Bügel anheben, dann die Klemme anheben, die CPU richtig einlegen, Klemme auf die CPU legen und dann den Bügel, auch wenn es schwer fällt, runter drücken. Bis hierhin war ich positiv überrascht von dem leichten Zusammenbau. Doch dann musste der BOX Kühler verbaut werden. Ich habe Wärmeleitpaste über die freie und sichtbare Fläche der CPU verteilt. Der CPU Kühler lies sich am Anfang leicht festmachen, indem man die 4 Halterungen in die dafür vorgesehenen Löcher eindrückt. Mit etwas mehr Druck machte es dann „klick“ und das sollte es gewesen sein. Doch man kann das Ganze nicht so einschätzen und dann macht es auch 2 oder 3 mal „klick“ und wenn man dann zufällig auf das Mainboard von der Seite guckt, dann sieht man, dass es sehr durchgebogen ist, was für das Mainboard sicher nicht gesund ist. Ich habe mindestens 20 Minuten gebraucht um die 4 Halterungen gleichmäßig, nicht zu fest und nicht zu lose rein zu drücken. Das war sehr mühselig und zeitraubend! Ich hoffe, dass dieses Problem nur bei den BOX Kühlern von Intel vorliegt, denn man sollte eine unerfahrene Person mit so einem Problem nicht allein lassen. Als weiteres habe ich dann 1Gb(2x512MB) GeIL Arbeitsspeicher, die Grafikkarte PCX5750, eine 80Gb WesternDigital Festplatte und ein DVD Laufwerk verbaut.    

Performance:

Wie schon erwähnt habe ich für die Tests den Intel Pentium 4(Prescott) 520 LGA775 verwendet. Dieser läuft vom Hause aus mit 2,8GHz und einem FSB von 800MHz. Die 800MHz ergeben sich durch die Taktung von 200MHz FSB x 4, die auch schon bei anderen Prescott Prozessoren verwendet wurde. Diese CPUs unterstützt außerdem HyperThreading(HT) Technologie und die Befehlssätze MMX, SSE, SSE2 und SSE3.Die CPU wurde im 0,09µ Verfahren gefertigt und hat im Gegensatz zu ihren Vorgängern 1MB L2 Cache. Es ist kein Geheimnis, dass Intel P4 Prozessoren sehr taktungsfreudig sind und man dort mit wenig Spannungserhöhung hohe Taktfrequenzen erreichen kann. Im BIOS stand es mir von vornherein frei die CPU takten zu dürfen. Diese Möglichkeit habe ich auch sofort genutzt und habe vorsichtig angefangen die CPU zu übertakten. 

Hier die Tabelle der erzielten Ergebnisse:

Ich hätte auch munter weiter takten können, aber dafür bräuchte ich leistungsfähigeren DDR2 Arbeitsspeicher. Den Speicher konnte ich nicht auftreiben und einen Umbau des Mainboards wollte ich nicht vornehmen. Die Ergebnisse habe ich mit dem Standardkühler erreicht, wobei die CPU im Bereich um 57°C lag. Bessere Kühler gab es zu dem Zeitpunkt leider nicht. Um die Onboard Grafikkarte zu testen, habe ich die PCX5750 aus dem PCIe Slot entfernt. Vorgeschlagen wurden 8MB Shared Memory aber ich habe 128MB freigestellt. Aus Interesse habe ich einmal 3DMark03 laufen lassen und war schon nach dem ersten Test mit den Flugzeugen überrascht. Als ich aber das Ergebnis sah, war ich noch überraschter als vorher, denn es waren 1554 „Nüsse“. Um den absoluten Härtetest zu machen, habe ich auch noch Doom 3 laufen lassen und das Spiel lief fast ruckelfrei bei Ultra Einstellungen @ 1024x768 mit durchschnittlich 18 FPS. Bei High oder Normal Einstellungen würde das Game super laufen, wobei man bedenken muss, dass es sich hier um eine Onboard Grafikkarte handelt. Somit könnte man aktuelle Games spielen, ohne sich eine neue PCIe Grafikkarte zu kaufen

Bios:

Das Phoenix - AwardBIOS war in der Version 6.00PG und bot die Menüpunkte: Main, Advanced, Peripherals, Power, HW Monitor, Defaults und Exit. Features wie S-ATA und RAID lassen sich hier deaktivieren, das Intel Logo lässt sich abschalten und viel mehr. Für mich waren die zwei Menüpunkte Frequency/Voltage Control(Advanced) und HW Monitor wichtig. In Frequenzy/Voltage Control findet man die Taktfrequenzen der CPU und des Speichers, außerdem auch die Taktfrequenzen der PCI und PCIe Schnittstellen. Der Multiplikator war auf 14x festgesetzt und ich konnte über die CPU Host(FSB) Frequenz übertakten. Dieser zog die Taktfrequenz des Arbeitsspeichers(System Memory Frequency) immer mit hoch und beeinflusste diesen. Die Voltage darf natürlich nicht fehlen und hier stehen die Spannungen für den DDR Speicher, die Northbridge und die CPU bereit. Sehr vorteilhaft ist die CPU und NB Spannung, denn bei einer Erhöhung der CPU Taktfrequenz muss auch schon mal die Spannung für die CPU erhöht werden, um ein stabiles Arbeiten der CPU zu gewährleisten. Die NB Spannung sollte man auch anheben, denn der steigende und schnellere Transport der Daten von der CPU zum Speicher oder dem PCIe Port, der durch die höhere FSB und CPU Frequenz entsteht, sorgt dafür, dass die Northbridge mehr Power braucht. Wenn die NB dann aber nicht genug Power hat, dann kann das System leicht instabil werden.

Fazit:

Das Mainboard PX915G Pro von Albatron besticht nicht nur mit einer schönen Verpackung, sondern auch mit vielen Features und einer guten Ausstattung. Der neue Sockel LGA775 ist empfindlich, aber für die meisten Benutzer sollte ein einmaliger Einbau der CPU ausreichen. Für den richtigen Sound sorgt eine hoch qualitative Soundkarte von Realtek und die Onboard Grafikkarte bietet gute Performance auch bei aktuellen Games. Wer also nicht viel Geld ausgeben und die Zeit überbrücken möchte, bis er die gewünschte PCIe Grafikkarte gefunden hat, sollte so eine Onboard Übergangslösung nutzen. Der Preis liegt bei 123 € für das Mainboard und ungefähr 150€ für die P4 Prescott 520 LGA775 CPU. Für einen neuen Sockel ist dies meiner Meinung nach ein guter Preis! Wer also aufrüsten möchte sollte diese Lösung auch einmal bedenken. Für eine noch bessere Performance kann man die CPU sehr leicht übertakten. Mit einem guten CPU Kühler sollte das alles kein Problem sein, wobei der BOX Kühler auch schon zum Übertakten ausreichen sollte. Meine Ergebnisse beim Übertakten lassen sich leicht übertreffen, z. B. durch einen besseren CPU Kühler, schnelleren Arbeitsspeicher und eventuell einem Volt-Mod (Speicher, Mainboard). Wobei durch solche Hardware Modifikationen wie V-Mods, die Hardware beschädigt werden kann und der Garantieverfall folgt.

by Bolef2k