Apps
News

Simple Rechnungen machen Funknetze bis zu 10x schneller

Es ist noch gar nicht so lange her, dass uns Wireless-Netzwerke die große Freiheit beschert haben, uns mit unserem Laptop frei zu Hause bewegen zu können. Die Funknetze zur Datenübertragung bei Handys haben wohl eine ähnliche Lebensdauer, doch bisher kommt es gerade bei schnell bewegten Empfängern - wie im Auto oder Zug - zu sogenannten Paketverlusten, bei dem eben ein solches Datenpaket verloren geht und vom Sender erneut angefordert werden muss. Durch ein einfaches Software-Update konnten Wissenschaftler nun das Verhalten mit solchen Paketen deutlich verbessern, sodass höhere Datenraten möglich sind.

Über den Autor Philipp Trulson Alle Artikel ansehen »

...


Diesen Artikel teilen:
Artikel bewerten:
2.0/5

Durch den oben genannten Ablauf mit dem erneuten Anfordern eines verlorenen Pakets kann es teilweise zu sehr hohen Verzögerungen kommen, was gerade auf Reisen den letzten Nerv rauben kann. Um diese Probleme zu lösen haben die Forscher keine fertigen Datenpakete, sondern mathematische Formeln verschickt, deren Lösungen den Daten entsprechen. Kommt nun ein Teil davon nicht an muss das Paket nicht erneut verschickt werden - stattdessen werden nur Gleichungen mit Unbekannten Variablen gelöst und der Inhalt dadurch wiederhergestellt.

Das erfordert zwar beim Empfänger eine gewisse Rechenleistung, doch da auch ältere Taschenrechner solche Gleichungen lösen können sollte sich die Last bei heutigen Quad-Core-Handys in Grenzen halten. Der Gewinn an Bandbreite lässt diesen Nachteil außerdem im Schatten stehen. Technisch nennt sich das Ganze “coded TCP”.

Erste Tests wurden laut Angaben der Wissenschaftler ebenfalls bereits ausgeführt und so konnte im kabellosen Netzwerk des berühmten Massachusetts Institute of Technology (MIT), bei dem der Paketverlust durchschnittlich bei 2 Prozent liegt, der Datendurchsatz im Test von einem auf 16 MBit/s gesteigert werden. Eine etwas praktischere Anwendung fand auch der Zugverbindung von New York nach Boston statt, bei einem ähnlichen Szenario konnte man die Datenrate von 0,5 MBit/s mit Verbindungsabbrüchen auf stabile 13,5 MBit/s steigern. In kabelgebundenen Netzwerken war logischerweise kaum ein Vorteil zu sehen.

Neben dem erwähnten MIT beteiligten sich auch die Universität Porto in Portugal, die Harvard University, das California Institute of Technology und die Technische Universität München an diesem Projekt. Angeblich wurde diese Technologie bereits an diverse Unternehmen lizensiert, sodass durchaus die Chance besteht, dass unsere kabellosen Verbindungen in Zukunft deutlich schneller werden, sei es mit WLAN, UMTS oder LTE.

Quelle: Technology Review


Welovetech