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Online-Spiele: Vom Hobby zur Gefahr?

Das Thema Zocken wird medial seit Jahren skeptisch begleitet, oft sind Vorurteile und Warnungen nicht weit. Die meisten PC-Spieler werden dem ganz klar widersprechen, denn viele sehen es als Entspannung und auch als eine Art Sport bzw. Wettkampf an. Das kann man aber wohl kaum von Glückspielen behaupten, die nachweislich gefährlich sein können, gesellschaftlich aber relativ kommentarlos geduldet werden. Wir wollten auf das Thema aus unserer Sicht beleuchten.

Recht schnell und gern wird speziell in altbackenen TV Magazinen oder Newssparten von Exzessiven Gamern in Asien berichtet, die unter Medikamenteneinfluss ohne Pause zocken, bis der Körper schließlich versagt. Die Realität sieht bei den meisten Gamern hierzulande aber unserer Erfahrung nach ganz anders aus. Selbst bei klassischen LAN-Partys oder längeren Sessions legt man Pausen ein und schläft auch ausreichend. Ohne ausreichenden Schlaf wären die oft auf LAN-Partys ausgetragenen Wettkämpfe und die dafür notwendige Konzentration schlicht unmöglich. Der eine oder andere Energy-Drink wird zwar gelegentlich dazwischengeschoben, aber dieser hat auch seine Grenzen und geringeren Einfluss.

Xbox One Controller am PC nutzen Opener In manchen Fällen artet es sicher aus und man kann es als „Spielsucht“ einstufen. Spieleentwickler geben sich immer Mühe, dass deren Titel auch durchgehend und über einen langen Zeitraum gezockt werden. Anders lassen sich viele kostenlose Spiele, die nur über zusätzliche Ingame-Inhalte Geld verdienen und die teilweise hohen monatlichen Gebühren für Games kaum rechtfertigen bzw. realisieren. In der Berichterstattung werden häufig solche Spiele als Suchterregend dargestellt, die eine niemals endende Entwicklung der eigenen Spielfigur oder der eigenen Item-Sammlung in den Mittelpunkt stellen. Das macht die Mehrheit der Gamer aber nicht zu süchtigen. Manche Suchtexperten beziffern die Anzahl der Süchtigen mit 10%. Diese Situation sollte man nicht kleinreden, aber die Konsumquellen wie Internet und Smartphones betreffen deutlich mehr Menschen, als die Gruppe der klassischen „Gamer“. Viel gravierender sollte das Ganze aber bei anderen legalen „Spielen“ sein: den Glücksspielen.

Heutzutage kann der Wechsel von einer Pokerrunde aus Spaß am Spiel hin zu immer größeren Echtgeld-Einsätzen sehr schnell und unkontrolliert erfolgen. Glücksspiele sind im Internet legalisiert worden und haben einen deutlich negativeren Effekt, als die Games, die Computerspieler „belasten“. Denn schnell hat man einen realen Einsatz gemacht und verloren. Die Spiele bzw. die Software ist so konzipiert, dass der Betreiber gewinnt, sonst wäre es ja kein Geschäftsmodell! Den Spruch „Die Bank gewinnt immer“ kennt man aus der Welt der traditionellen Kasinos und Spielbanken bekanntlich schon lange und nicht zu unrecht.

In den USA sorgen Fantasy-Sportarten, insbesondere Daily-Fantasy-Sports, in der jüngeren Vergangenheit für zahlreiche überschuldete Privathaushalte. Hier werden oft nur geringe Beträge als Startgelder eingesetzt, sodass man die Summe der eigenen Ausgaben leicht unterschätzt und beim Versuch die Verluste wieder „reinzuholen“ schnell Haus und Hof verzockt.

Las Vegas Wie bei Casino.com.de wird dabei mit einem kostenlosen Spiel oder einem Bonus zum Einstieg geworben und dann fängt man an auch einzuzahlen, denn scheinbar glauben viele Nutzer an schnelles und leicht zu gewinnendes Geld. Das verstehen viele Menschen nicht, sie wollen dann am liebsten ihren Einsatz „zurück gewinnen“ und die Welle rollt los.

Das menschliche Gehirn ist so gebaut, dass Langeweile eine höhere Stufe der Abneigung darstellt. Wenn man in einem Raum ohne Unterhaltung sitzt, dann drückt man schon nach wenigen Minuten freiwillig auf einen Buzzer, der einem einen Stromschock verpasst. Diese „Funktionsweise“ hat die Evolution des Menschen beeinflusst, führt aber heutzutage leicht zu Überreitzungen, weil wir dank Smartphones und Internet immer und überall Content jeglicher Art konsumieren können. Da Menschen nicht alle gleich gestrickt sind, kommt der eine besser damit klar als der andere und dies trägt auch dazu bei, dass man unter Umständen eine Sucht entwickeln kann.

Weiterführende Hinweise und Informationen stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bereit.

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