Nun, als erstes sollte man schon einmal dazu schreiben, was die Abkürzung SLI überhaubt bedeutet.
Dabei gibt es aber zwei Erklärungen
SLI=
Scalable
Link
Interface nVidia SLI seit 2004
SLI=
Scan
Line
Interleave, dieser Begriff wurde von 3dfx bereits 1998 eingeführt.
Beide Varianten haben den Hintergrund die Grafikleistung durch die Nutzung von zwei Grafikkarten oder mehr, im Verbund zu erhöhen.
Als nVidia dann 3dfx übernommen hat, wurde auch das SLI mit übernommen, allerdings arbeiten beide Varianten recht unterschiedlich.
Auch ATI experementierte schon vor nVidia mit zwei Grafikeinheiten. Das System nannte sich seinerzeit "Alternate Frame Rendering" und war der Vorläufer zum heutigen
Cross
fire kurz CF.
Auch hier hinkt ein direkter Vergleich zu nVidias SLI.
Die Idee, die Grafikleistung durch zwei oder mehr Grafikkarten zu erhöhen ist somit schon ein alter Hut.
Auch ist diese Idee vom Grundsatz zwar gut, allerdings wurde die theroretische Verdoppelung der Leistung nie ereicht, obwohl aktuelle SLI/CF Gespanne manchmal der verdoppelung schon recht nahe kommen.
Dies liegt wohl aber er darin, dass zum einem die jeweiligen Treiber aber auch die genutzten Programme (Games) besser auf Multi-GPU angepasst wurden.
Allerdings sind das nicht die einzigsten Faktoren, die bei der optimalen Ausbeute der möglichen Leistung zweier Grafikkarten eine Rolle spielen.
Hierbei ist die ganze genutzte Hardware endscheident, wo wir bei nächsten Punkt wären.
Eine er schwächere
CPU erbeutet aus einem SLI/CF Verbund ebenso wenig Efizienz, wie ein nicht richtig ausgelegtes Mainboard.
Aber auch die Arbeitsspeichergröße und das genutzte Betriebssystem ist nicht unwichtig. Wer hier zu wenig Recoursen bereit hält, fällt auf den Hintern und die Efizienz der genutzten Grafikkarten fällt immer weiter zurück, was sogar so deutlich ausfallen kann, dass plötzlich eine der Grafikkarten allein, stärker arbeitet als beide zusammen.
Wer sich also für diese Art der Grafiklösung endscheidet, sollte das von vornherein mit einplanen, denn viele arbeiten zu beginn erst einmal mit nur einer Grafikkarte und stocken zu einem spähteren Zeitpunkt mit einer weiteren ihr System auf.
Hardwareseitig sollte man folgende Dinge beachten.
1- möglichst starke
CPU benutzen (mindestens Quadcore der aktuellen Serien) und gut taktbar sollte sie sein.
2- Mainboard sollte speziel für SLI/CF ausgelegt sein
3- Arbeitspeicher sollte genügend vorhanden sein (ab 4GB)
4- Betriebssystem sollte aktuell sein
5- ausreichend dimensioniertes Netzteil
6- Gehäuse sollte ausreichend Platz haben
Auch sollte man sich vorher endscheiden welchen Grafikkartenhersteller, oder besser gesagt, für welche Variante man mehr tendiert, denn bei vielen Systemen ist immer nur eines der beiden Grafikkartengespanne möglich, also endweder SLI und nVidia Karten oder eben Crossfire und ATI Karten.
Wer sich da nicht sicher ist, sollte zu einer Platform greifen, die beide Möglichkeiten offen hält. An dieser Stelle wäre Intels Sockel LGA 1366 und LGA 1156 genannt, die beides ermöglicht, sowohl SLI wie auch Crossfire.
Wer sich nun für eine Multi-GPU Grafiklösung endschieden hat, sollte aber bedenken, dass solche SLI/CF Verbunde nicht nur Vorteile haben, denn sie bergen auch einige Nachteile in sich.
Sehr bekannt sind da die Microruckler, die dadurch endstehen, dass beide Grafikkarten immer mal Synkronisationsschwierigkeiten bekommen. Durch den internen Abgleich treten dann die Microruckler auf.
Dies ist aber er seltener der Fall, weil die Treiber das mitlerweile recht gut in den Griff bekommen haben.
Auch produzieren solche Gespanne mehr Abwärme, die dann natürlich aus dem Gehäuse muß. Daher sollte zum einem das Gehäuse nicht zu klein sein und zum anderen mit ausreichend Lüftern versorgt werden.
Auch der höhere Stromverbrauch sollte erwähnt werden, welcher nicht nur dafür sorgt, dass ich mehr Geld in ein stärkeres Netzteil stecken muß, sondern auch zu höheren Betriebskosten führt.
Das zusätzlich so ein System kein Leisetreter mehr sein kann, braucht eigentlich auch nicht mehr gesagt zu werden.
Als letzen kritischen Punkt möchte ich erwähnen, dass heutige Grafikkarten fast immer Dualslott Karten sind. Die bedeutet, nutze ich zwei solcher Karten, sind bereits mindestens vier Slotts auf meinem Mainboard belegt.
Das verbauen zusätlicher PCI oder PCIx 1x Karten wird dann sehr schwierig bis gar nicht mehr möglich.
Wer also noch eine Soundkarte und/oder PCIx
SSD Festplatten verbauen will, um nur einige zu nennen, der sollte das auf jeden Fall vorher beachten und ein Mainboard kaufen, wo der Betrieb vieler karten noch möglich ist, denn hier gibt es große Unterschiede.
Auch sollte man dann lieber zu einem Big Tower als Gehäuse greifen, weil zwar manchmal noch alle Karten aufs Board passen, aber dann das gehäuse oder Netzteil im weg ist.
Zum Schluß möchte ich noch auf die Lanes eingehen, die vom Mainboard bereit gehalten werden.
Natürlich sollte man ein Board kaufen, was zwei echte 16x Lanes hat. Wer 500 oder 600€ nur für zwei Grafikkartes ausgibt, sollte sicher nicht 20€ am Mainboard sparen wollen, wo liegt da der Sinn?!
Klar ist aber auch, dass der Leistungsunterschied, von 8x Lanes zu 16x Lanes pro Karte nicht groß ist und wird auf 5-10% eingeschätzt, je nach stärke der Grafikkarten.
Wer also bereits ein Board hat, was zwei mal 8x Lanes nutzt, der braucht dies nicht in Rente schicken. Wer aber das System neu aufbaut, der sollte sich nicht scheuen und diese 20-30€ mehr für ein Board mit zwei echten 16x Lanes auszugeben.
Allerdings ist das auch eine Sache der Plattform die ich nutze. Ein LGA 1366 System bringt mir gar nicht erst die Überlegung nach dem richtigen Board, da es eh nur LGA 1366 Mainboards mit mindestens zwei mal 16x Lanes gibt.
Ein LGA 1156 System hat aber wiederum das Problem, dass es eigentlich keine Mainboards mit zwei echten PCIx 16x Lanes gibt. Um das zu lösen, haben die Mainboardhersteller aber Bretter auf den Markt gebracht, welche mitells zusätzlichen Chip, diese Lanes bereit halten. Allerdings sind diese Mainboards allesamt recht teuer, weshalb man auch gleich wieder zum LGA 1366 greifen kann.
Bei AMD habe ich im Gegenzug das Problem ein Mainboard zu bekommen, welches mir nVidias SLI ermöglicht. Da gibt es am Deutschen Markt nur ein oder zwei Bretter mit nVidias nForce Chipbestückung.
Man sieht, es gibt jede Menge zu beachten und zu überlegen. Dazu ist die Sache recht teuer, auch von den Betriebskosten.
Für die meisten ist daher eine potente Singelgrafikkarte immer noch die beste Lösung.