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Mophie Juice Pack für HTC One im Test

Etwas über zwei Jahre ist es nun her, dass wir uns in einem Test das erste Mal mit mobilen Akkus beschäftigt haben, die unsere Geräte wie Smartphones, Navigationsgeräte oder Spielkonsolen unterwegs mit Energie versorgen können. Inzwischen hat sich viel getan, alles wurde leistungsstärker, Akkus wurden kompakter und neue Designs für "Akku-Hüllen" kamen auf – wie bei dem Mophie Juice Pack für das HTC One, welches wir heute im Test haben.

Mophie Juice Pack for HTC One

Bei Mophie handelt es sich um einen in Kalifornien beheimateten Hersteller von Zubheör für Smartphones und Tablets, wobei man sich schon länger mit Design und innovativen Lösungen von der Konkurrenz absetzen will. Dabei ging man bisher vorrangig auf Apples iPhone, iPad und iPod ein, erweitert das Portfolio nun aber auch um Produkte für das HTC One oder Samsungs Galaxy S3. Ob diese Erweiterung gut funktioniert wollen wir heute herausfinden, wenn wir unser One in die interessante Hülle einsetzen.

Das Interessante im Gegensatz zu anderen Produkten ist der Fakt, dass es sich nicht wie gewohnt um einen externen Akku handelt, sondern um ein Case aus Kunststoff, wie sie bereits oft zum Schutz von Handys zum Einsatz kommen. Darin befindet sich der Energiespeicher, der das Ganze zwar etwas dicker als sonst gestaltet, aber dafür spätestens beim Ladevorgang selbst platzsparender sein dürfte als ein Akku samt USB-Kabel. Zuvor geht allerdings noch ein kurzer Dank an das Team von Mophie, das uns unser heutiges Testmuster bereitgestellt hat!

Als das Juice Pack bei uns ankam präsentierte es sich in einem kompakten, schwarzen Karton mit grünen Akzenten und einem Sichtfenster. Entnehmen wir dann das Gehäuse kommt ein schöner Slogan zum Vorschein – "mophie loves you". Abgesehen davon haben wir dann die Schachtel mit dem Juice Pack selbst in der Hand, welches leicht aus der Verpackung herausgelöst werden kann. Darunter finden sich dann noch ein kurzer Garantiehinweis und ein USB-Kabel zum Aufladen.

Durch das kleine Heftchen erfahren wir unter anderem, dass unser Juice Pack über eine einjährige Garantie verfügt, sollten wir es auf der Mophie Homepage registrieren. Bei dem Ladekabel handelt es sich um ein ca. 80 cm langes USB-auf-micro-USB-Kabel, das entweder an jeden PC bzw. Laptop oder bereits vorhandene USB-Netzteile angesteckt werden kann.

Kommen wir aber zum Objekt der Begierde, dem Juice Pack selbst. Es speichert eine Energie von maximal 9,25 Wh bzw. eine Ladung von 2.500 mAh, als Energiespeicher wird ein Lithium-Polymer-Akku verwendet. Hergestellt wird es aus Kunststoff, der mit einer Soft-Touch Oberfläche überzogen ist, wodurch sich das Case sehr angenehm anfühlt. Dafür ist es wie so oft aber auch recht anfällig für fettige Finger und fängt dann an zu glänzen. Als Farben sind wie beim One auch wahlweise Schwarz oder Silber verfügbar. Mit einem Gewicht von 143 Gramm verdoppelt es allerdings fast exakt das Gewicht des Handys, die Maße von 154 x 73 x 17 Millimetern sind ebenfalls nicht wirklich kompakt.

Um das HTC One zu schützen und zu laden wird es von oben in das Juice Pack eingeschoben und anschließend der "Deckel" aufgesteckt. Dabei wurde auf jedes Detail geachtet: Der Power-Button ist durchlässig für die Fernbedienungs-Funktion, für Kopfhörer und die Kamera wurde großflächig Platz gelassen und auf der Unterseite wurde der micro-USB-Port in die Mitte verlegt, darum herum befinden sich Metallkontakte für eine separat erhältliche Docking Station, die allerdings noch nicht vorgestellt wurde.

Auf der Rückseite des Juice Pack finden sich vier LEDs, die den aktuellen Ladestand anzeigen, sowie ein Knopf zum Anzeigen von eben diesem und ein Schalter, der die Ladefunktion ein- oder ausschaltet.

Im Gegensatz zu anderen Herstellern macht es Mophie den Kunden etwas leichter und liefert das Juice Pack bereits vorgeladen aus, wodurch auch der erstmalige, besonders lange Ladevorgang entfällt. Wie lange der Akku dann zum Laden braucht hängt vom Ladegerät ab. An gängigen Steckdosen-Netzteilen dürfte der Vorgang in ca. 2 - 2,5 Stunden abgeschlossen sein, an einem herkömmlichen USB 2.0 Port muss man allerdings mit ca. 5 Stunden rechnen. Dabei symbolisieren die LEDs an der Rückseite den aktuellen Ladezustand, schalten sich allerdings nach 30 Sekunden ab, um in der Nacht beim Laden nicht zu stören. Das Besondere dürfte außerdem sein, dass die Datensignale durchgeschleift werden, das HTC One kann also in dem Juice Pack an den PC angeschlossen und mit frischen Daten gefüttert werden.

Ist das HTC One in das Juice Pack eingesetzt und der Ladevorgang gestartet wird logischerweise zuerst das Juice Pack geleert, der Akku des One selbst bleibt vorerst quasi unangetastet bzw. wird im Hintergrund geladen. Falls das One jedoch schon vollkommen "leergesaugt" ist sollte ein Ladevorgang ca. 2,5 Stunden dauern. Dabei fällt auch auf, dass das Juice Pack mit 2.500 mAh über etwas mehr Saft verfügt als das HTC One mit 2.300 mAh. Bei einem aktiven Ladevorgang wärmen sich zwar Juice Pack und One etwas auf, zu keiner Zeit wird es jedoch wirklich heiß. Der Empfang wird nicht beeinträchtigt, auch die Sprachqualität verändert sich in keinster Weise.

Abgesehen davon sitzt unser Smartphone allerdings in der Hülle fest und sicher, sodass es auf jeden Fall vor Stößen und Stürzen geschützt sein dürfte. Auf einen Praxis-Test dieses Features haben wir dennoch verzichtet. Die Verarbeitung ist wirklich anstandslos, das Juice Pack wirkt wie aus einem Guss. Einzig der Kopfhörer-Anschluss entpuppt sich als echtes Problem, da zahlreiche Modelle auf angewinkelte Stecker setzen, die - je nach Stecker-Dicke - nicht mit dem Juice Pack kompatibel sind. Folglich muss man sich in diesem Fall entweder andere Kopfhörer zulegen oder das Case zeitweise ablegen.

Fassen wir also den heutigen Test nochmal kurz zusammen. Alles in allem bekommen wir mit dem Mophie Juice Pack für das HTC One einen massiven Energiespeicher, der die Laufzeit unseres Smartphones mal eben verdoppelt. Wer sich überlegt für seinen neu erworbenen Schatz ein Gehäuse zuzulegen, um es vor Kratzern und Rissen zu schützen, hat damit die Möglichkeit beides in einem interessanten Gerät zu vereinen.

Mophie Juice Pack for HTC One

Die Nachteile liegen jedoch auf der Hand, denn nicht nur die Akkuleistung sondern auch das Gewicht wird verdoppelt. Als wäre das HTC One nicht schon groß genug wird es außerdem höher, breiter und tiefer, was vor allem für Leute mit kleinen Händen ein Hindernis darstellen dürfte. Dazu kommt die Tatsache, dass sich Kopfhörer mit gewinkelten Anschlüssen nicht oder nur schwer nutzen lassen, für viele möglicherweise ein K.O.-Kriterium.

Mophie Juice Pack for HTC One Empfehlung

Über eine Eigenschaft haben wir allerdings noch gar nicht gesprochen: Den Preis. Dieser liegt aktuell bei 119,95 Euro laut Pressemitteilung und wird vermutlich auch nicht weiter sinken, da das Juice Pack für das HTC One derzeit nur über den Mophie Shop erhältlich ist - dort jedoch merkwürdigerweise für 99,95 US$. Allerdings haben wir die Erfahrung gemacht, dass es deutlich besser ist, mehr Geld in einen qualitativen Akku zu stecken, als nach kurzer Zeit einen Teil der Kapazität zu verlieren. Von uns bekommt das Juice Pack auf jeden Fall eine klare Empfehlung!

Alternativen bleiben wohl dann bekannte Kombinationen aus kleinen Akkus von Herstellern wie Innergie oder HTC selbst und einem schützenden Case, wie der OtterBox. Was die beste Lösung ist muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.


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