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Wii U Panorama View für Nintendo Wii U im Test

Während Nintendo erst noch die richtigen Kracher für die Nintendo Wii U veröffentlichen möchte, werden uns derweil zahlreiche kleinere Apps vorgestellt. Nach dem Google-Dienst Wii Street U, der es erlaubt die eigene Straße bequem von der Couch aus zu beobachten, möchte Nintendo jetzt mit Wii U Panorama View die User vor die Konsole locken.

Wii U Panorama Screenshot 1

Dabei soll es vor allem die Leute mit Fernweh und wenig Geld in der Tasche erreichen: So ist eine Reise zum brasilianischen Karneval für viele sicherlich unerschwinglich, knapp zwei Euro für circa sechs bis sieben Minuten Brasilien-Flair könnten dagegen vielleicht in der Geldbörse übrig sein.

Zumindest wenn man sich die entsprechende Zeit für den Download nimmt. Nach der Qual der Wahl im eShop gilt es nämlich erstmal je ca. 350 bis 520 MB herunterzuladen und das pro Video. Sicherlich, generell ist diese Datenmenge nicht allzu viel, aber aufgrund der Download-Geschwindigkeit der Nintendo Wii U kann sich dieser Vorgang schon etwas ziehen. Schade auch, dass es keine gesammelte App gibt, sondern alle Wii U Panorama View-Inhalte als eigenständige App präsentiert werden. Aber gut, was geneigte Weltenbummler in Wii U Panorama View erwartet, haben wir für euch herausgefunden.

Wir danken an dieser Stelle dem Presse-Team von Popular PR und Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

Viele Einstellungsmöglichkeiten bietet Wii U Panorama View nicht, ebenso wie eigentlich keine Vorbereitungszeit benötigt wird. Nach dem Starten der ausgesuchten App beginnt auch gleich ein Video abzulaufen, welches die entsprechende Umgebung zeigt. Ein Spieler kann nun mit dem GamePad die Bewegungen steuern, das Video pausieren oder vorspulen. Dabei sei zu beachten, dass es keine wirklichen Dinge zu entdecken gibt, das Gezeigte nicht wirklich beeinflusst werden kann und weitere Mitspieler nur am Fernseher zuschauen können. Wie vielleicht schon deutlich geworden ist: Dadurch, dass es sich wirklich nur um Videos handelt, geht die Atmosphäre etwas verloren, zumal ein etwas störender Fortschrittsbalken beim Pausieren allen Realismus klaut. Übrigens läuft das Video auch wenn das GamePad nicht in die unterschiedlichen Himmelsrichtungen gelenkt wird, um sich umzuschauen.

Wii U Panorama Screenshot 3

Trotz allem lohnt es sich die verschiedenen Blickwinkeleinstellungen zumindest auszuprobieren: Mit dem rechten Analog-Stick kann gezoomt werden, mit dem Linken wird der momentane Blickwinkel um einige Grad in die entsprechende Richtung geneigt. Da man die unterschiedlichen Videos aus allen möglichen Winkeln anschauen kann, ist es natürlich nötig sich gemeinsam mit dem GamePad um die eigene Achse zu drehen, wenn man alles entdecken möchte. Gott sei Dank kann diese nervige Sportübung umgangen werden, indem mit der L- oder R-Taste entgegengesetzt zur aktuellen Blickrichtung geschaut werden kann.

Wii U Panorama Screenshot 5

Technisch kann man bei Wii U Panorama View nicht allzu viel erwarten: Die Videos laufen normal ab und die Idee, bei vollen 360° alles sehen zu können, ist nett. Dennoch sind an manchen Stellen eine leichte Unschärfe zu erkennen oder gar Verpixlung. Schade ist es zudem, dass das Bild nicht angehalten werden kann, um sich so in der entsprechenden Szene umzuschauen. Stattdessen stoppt alles - inklusive Musik - und der Bildschirm wird abgedunkelt. Aber gut, so ist es wahrscheinlich, wenn das Panorama nur aus verschiedenen Bildern besteht und nicht aus einem umfassenden Video.

Was kann es im Urlaub schöneres geben, als eine Kutschfahrt durch verträumte Gegenden? Nur wenig, und genau aus diesem Grund haben wir uns knapp sieben Minuten durch verschiedene, japanische Settings in einer Rikscha fahren lassen. Eine nette Idee, immerhin schaut uns der Rikscha-Fahrer freundlich an und erklärt hin und wieder Besonderheiten der Umgebung. Einziger Haken dabei ist, dass er natürlich nur die japanische Sprache beherrscht und man als Mitfahrer ohne entsprechende Sprachkenntnisse kaum ein Wort versteht. Schade, im wirklichen Leben hätten wir immerhin einen Touristenguide in der Hand gehabt. Da eine stundenlange Fahrt auch ziemlich langweilig sein kann, hat sich Nintendo etwas ganz Tolles einfallen lassen: Nach wenigen Sekunden gibt es immer wieder Zeitsprünge, die einem verschiedene Streckenelemente näher bringen. Ganz nett, wenn man sich zu Beginn eine Strecke hätte aussuchen können, doch so springt die Szenerie stetig und nimmt einem viel Atmosphäre oder Ruhe.

Wii U Panorama Screenshot 2

Falls man doch zum Entspannen kommt, kann es anschließend ja auf nach Brasilien zum Karneval gehen! Mitten drin statt nur dabei ist das Motto und so gilt es auf der Umzugsstraße all die buntgekleideten, fröhlichen und exotisch-aussehenden Menschen zu bestaunen. Interessant dabei ist, dass all die ausgelassenen Menschen uns freundlich anschauen, während wir die Gegend in der Ego-Perspektive (so wie bei allen Ausflügen) betrachten. Während die Musik immer dem Thema entsprechend bleibt, wechselt auch im Karneval häufig die Szenerie, wobei wir uns stetig im Umzug befinden und nur wenige Abschnitte nach vorn transportiert werden. Insgesamt ist es dennoch interessant einmal einen solch bekannten Umzug erleben zu dürfen, auch wenn es nach sieben Minuten irgendwie langweilig wird Dürfte wohl auch daran liegen, dass alles im Fernsehen irgendwie spektakulärer aussah...

Wie man sich vielleicht denken kann, geht es im nächsten Video per Doppeldecker-Bus durch London. Mit knapp zehn Minuten handelt es sich dabei um das wohl bisher längste Wii U Panorama View-Erlebnis. Neben den typischen Sehenswürdigkeiten darf auch zugesehen werden, wie die Tower Bridge hochgezogen und heruntergelassen wird. Zumindest wenn man gute Augen hat, immerhin wird die Geschwindigkeit in dieser Szene stark beschleunigt, wer will sich auch schon in London in Ruhe umschauen? Ansonsten gibt es auch die typischen Schnitte, eine tolle Atmosphäre und eben viel Bus-Feeling.

Das eigentliche Highlight der *Wii U Panorama View-Folgen ist der Vogelflug durch italienische Gegenden. Sich einmal als Vogel fühlen bekommt eine ganz neue Bedeutung, wenn man das GamePad (oder den Flugdrachen) durch die Lüfte steuert. Dank träumerischer Hintergrundmusik vergehen die circa sechs Minuten wirklich wie im Flug. Da kann man schon fast vergessen, dass natürlich auch hier immer wieder störende Schnitte dabei sind, aber wenigstens kann man mal über einen Fluss oder sogar über das Meer schweben.

Es ist schwer Wii U Panorama View zu bewerten: Zum einen ist die Idee des 360°-Blickwinkels eine nette Idee, vor allem bei Ereignissen, die man noch nicht selbst miterleben konnte. Zum anderen ist der Preis etwas hoch gegriffen für das, was geboten wird. Schade ist vor allem, dass die Idee der eigenen Steuerung und des eigenen Entdeckens schnell verfliegt, da sich die Apps (Wieso nicht ein gebündeltes Programm?) wenig Mühe geben den „Video-Charme“ zu verbergen. Letztendlich kann man das Gebotene auch in den circa sieben Minuten ohne Eingabe ablaufen lassen. Zudem lässt sich nicht selbst entscheiden wohin man geht, was man sich näher anschauen möchte, es ist eben nur der Blickwinkel, der beeinflusst wird. Möchte man mit Wii U Panorama View einen Urlaub auf der Couch erleben, sollte man vielleicht lieber die unzähligen Straßen via Google Earth bestaunen. Hier kann wenigstens so viel Zeit an einem Ort verbracht werden, wie man mag. Wem das nicht reicht, der sollte sein Geld lieber für einen richtigen Urlaub sparen.

Stären der Anwendung:

  • Kennenlernen von eventuell fremden Ereignissen
  • 360°-Blickwinkel
  • Verschiedene Settings je App

Schwächen der Anwendung:

  • Lange Downloadzeiten
  • Nur ein ablaufendes Video
  • Keine individuelle, direkte Beeinflussung

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