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Rapoo E6300: Bluetooth Keyboard für iPad im Kurztest

Eingabegeräte begleiten uns bereits seit der Erfindung des Heimcomputers und so sind Maus und Tastatur unsere besten Freunde geworden. In den letzten Jahren gewinnt aber auch die Touch-Eingabe immer mehr an Bedeutung, sei es nun am Bankautomaten, dem Navigationsgerät oder eben auch zu Hause am eigenen Tablet. Doch bei aller Nutzerfreundlichkeit bleibt zu sagen, dass produktives Arbeiten damit nicht wirklich möglich ist. Um zumindest die Texteingabe zu erleichtern hat der chinesische Hersteller Rapoo eine kompakte Bluetooth-Tastatur im Angebot, die vor allem für Apples iPad und iPhone Modelle gedacht ist.

Das lässt sich auch bereits beim ersten Blick erahnen, denn das weiße Design der Rapoo E6300 iPad Tastatur in Kombination mit Aluminium-Elementen passt ohne Frage zu den beliebten Geräten aus Cupertino. Wer es lieber unauffällig mag kann das gute Stück aber natürlich auch in Schwarz bestellen.

Rapoo E6300 Bluetooth Keyboard for iPad

Die Funktion der Tastatur ist schnell erklärt – via Bluetooth 3.0 kann laut Hersteller ohne große Umstände eine Funkverbindung zwischen iPad und Tastatur aufgebaut werden, die über Entfernungen von bis zu 10 Metern beständig bleiben soll. Dazu kommen ein paar spezielle Schnelltasten für das iPad sowie eine Laufzeit von ca. einem Monat, insgesamt klingt also alles recht vielversprechend. Ob man diese Versprechen auch halten kann werden wir heute einmal näher betrachten.

Zuvor geht allerdings wie immer ein Dank an das Team von Reason und Rapoo, die uns freundlicherweise ein Testexemplar haben zukommen lassen.

Wer sich einmal für die Rapoo E6300 Tastatur entscheidet wird möglicherweise von der kompakten Größe überrascht sein, doch so ist es ja meist mit mobilen Geräten. In der Plastik-Verpackung finden sich nach dem Öffnen lediglich die Tastatur selbst sowie eine recht ausführliche Anleitung und ein USB-auf-Micro-USB-Kabel zum Aufladen des integrierten Akkus.

Wir haben heute die weiße Version des Keyboards vor uns liegen, welche mit blauen Akzenten auf den Tasten versehen ist - bei der schwarzen Version wurde Orange als Kontrastfarbe gewählt. Die Buchstaben sind dabei mit 15 Millimetern Breite nicht dünner als bei gängigen Laptop-Tastaturen, mit 13 Millimetern Höhe fallen sie allerdings etwas kleiner aus. Ein sehr unerfreulicher Punkt, der sich bei dieser geringen Größe aber wohl nicht anders realisieren ließ, ist die Position der Umlaute, die am rechten und unteren Rand verteilt sind – hier ist eine gewisse Eingewöhnungszeit vorprogrammiert. Außerdem fallen sie ebenso wie die Satzzeichen mit 11 Millimetern deutlich dünner aus, was sich negativ bemerkbar machen könnte. Der letzte unschöne, äußerliche Punkt sind die vertauschten Zirkumflex- und "Kleiner/Größer-als-Tasten" im Gegensatz zum herkömmlichen deutschen Layout, selbige werden aber auch eher selten im Alltag genutzt.

Ansonsten macht die Tastatur mit 20,6 Zentimeter Breite und 8,2 Zentimeter Tiefe einen rundum schlanken Eindruck, womit sie sogar in die eine oder andere Hosentasche passen dürfte. Wirklich beachtlich ist aber auch, wie flach das Ganze geraten ist – im Bereich des Akkus sind es rund 15 Millimeter Höhe, im vorderen Bereich kommt man gar nur auf 6 Millimeter ohne Gummifüße.

Aber gut aussehen kann bekanntlich jeder, funktionieren muss es auch. Dazu haben wir uns ein Apple iPad 2 geschnappt und die Kombination auf die Probe gestellt. Die Herstellung der Verbindung gestaltet sich dabei sehr einfach, wie bei den meisten Bluetooth Geräten üblich. Zuerst wird die Tastatur auf der Rückseite eingeschaltet, anschließend der Connect-Knopf für wenige Sekunden gedrückt gehalten und schon kann das iPad mit der Tastatur gepaart werden.

Die Handhabung der iPad Tastatur ist im Anschluss ebenfalls unkompliziert, im Normalfall sollte sich das Tablet stets von selbst mit ihr verbinden, vorausgesetzt Keyboard und Bluetooth sind eingeschaltet. Bereits nach den ersten paar Zeilen macht sich allerdings ein "Problem" bemerkbar, denn bei wenigen Tasten erfolgt keine Eingabe, obwohl der spürbare Druckpunkt überschritten wurde – es muss also noch minimal stärker gedrückt werden, bis der Buchstabe erkannt wird. Dieser Punkt verliert aber wieder an Bedeutung wenn man bedenkt, dass wirklich schnelles Tippen mit der Rapoo E6300 aufgrund des geänderten Layouts und der geringen Tastenabstände sowieso schwierig ist und sich die Tasten nur schwer erfühlen lassen.

Das sonstige Tippgefühl ist allerdings recht angenehm, denn zum einen ist die Tastatur durch den Metallboden sehr stabil und gibt beim Tippen nicht nach, zum anderen sind Hub und Druckwiderstand ordentlich, wenn man die geringe Größe im Hinterkopf behält. Des Weiteren sind alle Sondertasten selbsterklärend und bieten von Multimedia-Tasten bis hin zu Shortcuts für Copy-Paste alles, was man sich wünschen könnte. Beim Tippen ist zwar eine wirklich kleine Verzögerung feststellbar, störend fiel diese aber nicht auf.

Über die Laufzeit der Tastatur können wir aufgrund des begrenzten Testzeitraums keine exakten Angaben machen, jedoch mussten wir den Akku in der Zeit nur einmal komplett laden, was über den weit verbreiteten Micro-USB-Port funktioniert. Leider sieht nach einer gewissen Nutzungszeit die Unterseite nicht wirklich schön aus, da sie Fingerabdrücke magisch anzieht. Abgesehen davon würden wir empfehlen die Tastatur immer mit einer Unterlage beziehungsweise auf einem Tisch zu nutzen, für die Platzierung auf dem Schoß ist sie schlichtweg zu klein. Nebenbei sei erwähnt, dass sich die Tastatur grundsätzlich auch mit jedem Bluetooth-fähigen PC oder Mac nutzen lässt. Das macht aber natürlich weniger Sinn, da die meisten Geräte wohl über eine bessere Tastatur verfügen – einzig als Funktastatur für den Wohnzimmer-HTPC, Mac mini oder Apple TV könnten wir sie uns gut vorstellen.

Bleibt zum Abschluss also wie immer noch die Aufgabe, aus dem Genannten ein Fazit zu dem getesteten Produkt zu ziehen. Auf der Pro-Seite stehen auf jeden Fall das Tippgefühl einer richtigen Tastatur und die zahlreichen Shortcuts, auf der Contra-Seite hingegen der Druckpunkt, der nicht so ganz mit dem Aktivierungspunkt von manchen Tasten übereinstimmt. Weder von Vor- noch von Nachteil dürfte wohl die Größe der Tastatur sein, denn sie muss schließlich für den mobilen Betrieb kompakt gehalten werden, andererseits werden damit auch viele Kompromisse bezüglich der Tastenplatzierung notwendig. Alles in allem muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, welche Eigenschaft für ihn wichtiger ist. Wir würden in jedem Fall eine normale Desktop- oder Chiclet-Tastatur vorziehen, da diese ein deutlich besseres Tippgefühl bietet, doch wenn es kompakt sein muss dürfte die Rapoo Tastatur die erste Wahl sein.

Rapoo E6300 Bluetooth Keyboard for iPad

Positiv fällt auf jeden Fall der Preis der Rapoo E6300 iPad Tastatur aus, denn für lediglich 30,00 Euro (Geizhals.de / Stand 21.05.2013) wechselt das Bluetooth Keyboard bereits den Besitzer. Alternativen sind zwar zahlreich auf dem großen Zubehör-Markt zu finden, doch nur wenige bieten ein solches Paket aus Kompaktheit, Funktion und Design in dieser Preisklasse – Apples eigene Wireless Tastatur ist beispielsweise circa zum doppelten Preis erhältlich. Wahrscheinlich wird auch dieses Produkt eine gewisse Zielgruppe finden, für eine ausnahmslose Empfehlung reicht es allerdings nicht, dazu fällt der Tippkomfort einfach zu gering aus. Wer jedoch eine kompakte Tastatur für sein iPhone oder iPad sucht liegt hier richtig.


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