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Tomb Raider für den PC im Test

Tomb Raider geht bereits in die neunte Runde und will wieder an die ehemaligen Erfolge anknüpfen, nachdem es sich in den letzten Jahren nicht mehr gegen Spiele wie Uncharted durchsetzen konnte. Zeitweise konnte man sich nicht einmal mehr sicher sein, ob es nach Tomb Raider Underworld, das 2008 erscheinen ist, noch einen Nachfolger geben wird, oder die Serie so enden wird. Nachdem Square Enix die Serie übernommen hatte, war die Entscheidung über einen Nachfolger der Serie jedoch klar.

Um wieder die Krone im Adventure-Genre zu bekommen, verspricht Square Enix natürlich geballte Action im Zusammenspiel mit einer packenden Geschichte und atemberaubender Grafik. Doch kann das Spiel dem auch gerecht werden oder muss man sich bei Square Enix mit dem zweiten Platz im Adventure-Genre endgültig zufriedengeben? Im Folgenden wollen wir nun klären, ob dies für das neue Tomb Raider möglich ist oder nicht.

Tomb Raider Opener

Allerdings zu allererst ein Dankeschön an Square Enix für die problemlose Bereitstellung eines Tomb Raider Exemplares.

Das Spiel Tom Raider ist in Deutschland gemäß § 14 JuSchG ab 18 Jahren freigegeben und besitzt dadurch keine Jugendfreigabe. Das Spiel ist in drei verschiedenen Versionen verfügbar. In der Standard-, Survival- und Collectros-Edition. Diese unterscheiden sich dabei in ihrem Lieferumfang an Fangegenständen, wie einem Poster, einer Spielfigur, einer Metallbox, ein Artbook und Soundtracks sowie in den verfügbaren Spielinhalten. So erhält man ab der Survival-Edition zusätzlich noch downloadbare Inhalte.

Als minimale Systemanforderung gibt Square Enix folgende Hardwarekonfiguration(en) an:

  • Prozessor (CPU): Intel Core 2 Duo 1,83 GHz (E6300) oder AMD Athlon64 X2 2,1 GHz (4050+)
  • Arbeitsspeicher (RAM): 2 Gigabyte
  • Grafikkarte (GPU): DirectX 9.0c kompatibel mit 512 Megabyte Speicher, Nvidia GeForce 8600 oder AMD Radeon HD 2600 XT
  • Betriebssystem (OS): Windows XP (Service Pack3), Windows Vista, Windows 7/8 (32-Bit oder 64-Bit)
  • Downloadgröße / benötigter Speicherplatz (HDD): 9 Gigabyte / 10 Gigabyte (laut Windows Explorer 10,01 Gigabyte)

Als empfohlene Systemanforderung gibt Square Enix folgende Hardwarekonfiguration(en) an:

  • Prozessor (CPU): Intel Core i5-750 oder AMD Phenom II x4 955
  • Arbeitsspeicher (RAM): 4 Gigabyte
  • Grafikkarte (GPU): DirectX 11 kompatibel mit 1 Gigabyte Speicher, Nvidia GeForce GTX 480 oder AMD Radeon HD 5870

Diese Hardware wird jedoch nur empfohlen und genügt nicht für die wirklichen Anforderungen bei maximalen Einstellungen, unter welchen wir die Performance des Spiels auf unseren Testsystemen gemessen haben. Dabei haben wir in einer Auflösung von 1920x1080 und 1650x1080 Pixeln unter maximalen Einstellungen den im Spiel vorhandenen Benchmark ausgeführt.

Testsystem 1:

  • Prozessor (CPU): Intel Core i7-930 2,93 GHz
  • Arbeitsspeicher (RAM): 12 Gigabyte (6*2 Gigabyte) DDR3 1600 MHz CL 8
  • Grafikkarte (GPU): HD 7970 3 Gigabyte Speicher
  • Betriebsystem (OS): Windows 7 64-Bit

Tomb Raider Benchmark FullHD

Wen ein bis zwei kleine Ruckler nicht stören, der kann das Spiel auch gerne unter höchsten Einstellungen spielen

 

 

Diese Werte verwundern uns dann aber doch etwas. Gibt man an, dass eine HD 5870 in Verbindung mit einem i5-750 und vier Gigabyte Arbeitsspeicher genügen sollte, kann nicht einmal ein i7 aus derselben Generation eine neue HD 7970 und zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher das Spiel in den maximalen Einstellungen dauerhaft flüssig darstellen. Im weiteren Spielverlauf haben wir dementsprechend die Antialiasing-Einstellungen von 4xSSAO auf FXAA zurückgeschraubt, um mehr Bilder pro Sekunde zu erhalten.

Testsystem 2:

  • Prozessor (CPU): Intel Core i7-2600k 3,4 GHz
  • Arbeitsspeicher (RAM): 4 Gigabyte (2*2 Gigabyte) DDR3 1600 MHz
  • Grafikkarte (GPU): GTX 460 1 Gigabyte Speicher
  • Betriebsystem (OS): Windows 7 64-Bit

Tomb Raider Benchmark 1650x1080

Es ist deutlich zu sehen, wie sehr Grafik lastig das Spiel ist.

Zusätzlich ist deutlich zu erkennen, wie sehr das Spiel von einer schnelleren Grafikkarte profitiert und wie wenig von einem schnellen Prozessor, wobei nicht ausgeschlossen ist, dass vier Gigabyte Arbeitsspeicher etwas zuwenig für das Spiel sind und dadurch zusätzlich noch Nachladeruckler entstanden sind. Dennoch ist unschwer zu erkennen, dass uns hier eine durschnittliche CPU bestens ausreicht, während die Grafikkarte zu den schnelleren dieser Zeit gehören sollte.

Natürlich stellt sich nun die Frage, ob die hohen Anforderungen auch in Qualität umgesetzt werden können? Oder ob es sich hier um ein weiteres Spiel handelt, bei dem nicht ganz klar ist, wieso hier so extrem hohe Anforderungen im Verhältnis zur Qualität gestemmt werden müssen.

Tomb Raider Screenshot 01

Anfangs wirkt die Grafik eher schlecht, doch hat man schnell einen Hoffnungsschimmer, dass die Optik sich zum besseren ändert.

Dabei ist der erste Eindruck eher ernüchternd. Die Texturen wirken zu Beginn des Spiels zu niedrig aufgelöst und auch die Effekte sehen eher durchschnittlich aus. Man fragt sich, wo DirectX 11 und vor allem die Leistung der Hardware bleibt.

Tomb Raider Screenshot 02

Bis zum ersten Lagerfeuer muss man sich jedoch gedulden - dennoch werden wir solche Bilder noch öfters sehen.

Doch schnell bekommt man eine Antwort. Sobald man sich aus der Höhle befreit hat, in der das Spiel startet, zeigt das Spiel seine Qualität. Die für uns zu niedrig aufgelösten Texturen werden wir bei Wasserpassagen und auch so ab und an im Spiel noch öfters sehen, allerdings stellen diese Einzelfälle dar. Das Spiel punktet wirklich mit einer sehr ansehnlichen Grafik. Auch wenn man natürlich nicht an Grafikgiganten wie Crysis 3, Medal of Honor Warfighter oder Battlefield 3 vorbeiziehen kann, dazu erlaubt sich das Spiel einfach zu oft eine zu schlechte Grafik. Besonders die Umwelt kann hier einfach nicht mithalten bzw. vorbeiziehen.

Tomb Raider Screenshot

Aber dann blüht das Spiel in seiner vollen Pracht auf -klasse Tiefenunschärfe und Beleuchtung hier.

Dennoch sind beispielsweise Reflexionen ein schöner Effekt, der dem Spiel den letzten Glanz verleiht und die Körper und Gegenstände zusätzlich zur Tessellation plastisch aussehen lässt. Außerdem müssen die gut gelungene dynamische Beleuchtung und die sehr detailreichen Schatten gelobt werden, die dem Spiel in vielen Szenen die nötige Spannung verleihen und selbstverständlich ebenfalls einfach klasse aussehen.

Tomb Raider Screenshot 03

Ein tauriges aber sehr scharf aufgelöst Bild von einem toten Hirsch, den wir eben noch gejagt haben.

Nun weiter zum bereits häufiger in der Presse angesprochenen TressFX. Das Haarrendering soll die Qualität wohl auf ein neues Niveau heben, wenn man AMD glauben darf. Glücklicherweise kann man in den Einstellungen des Spiels TressFX ausschalten, sodass wir hier den exakten Vergleich anstellen können und feststellen, dass man den Unterschied klar feststellt. Doch fällt dies während des Spielens kaum bis gar nicht auf, sondern nur in den Zwischenszenen oder bei manchen Animationen, bei denen nicht interaktiv gehandelt werden muss. Allerdings ist zu bemängeln, dass TressFX lediglich bei Lara greift und andere Figuren davon ausgeschlossen werden, besonders bei Szenen in denen sich die Personen gegenüberstehen ist das nicht besonders elegant. Während Laras Haare nur so durchs Bild flattern und jede noch so kleine Krümmung berechnet wird, sehen die Haare des Gegenübers aus, als wären sie mit fünf Kilo Haarwachs/-gel zu einem festen Klotz geformt worden. An sich aber eine sehr schöne Funktion, die dem Charakter noch mehr Leben einflößt. Wir sind gespannt, wie sich dieser Effekt noch entwickeln wird, bisher ist das aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Tomb Raider Screenshot 04

Bewegungen sind leider in Bildern schwer festzuhalten, aber dennoch wird klar...

 

Tomb RaiderTomb Raider Screenshot 05

...Laras Haare sehen echter aus als jemals zuvor.

 

Tomb Raider Screenshot 06

Dagegen wirken die Haare der anderen Charaktere richtig veraltet.

Tomb Raider Screenshot 07

Auch im Sturm werden die Haare natürlich korrekt berechnet - klasse.

 

Beim Ton gibt es jedoch nichts anzukreiden. Völlig authentisch wirken der Dschungel, die Personen und auch sonst jeder Ton, der im Spiel vorkommt. Die Synchronisation ist im Deutschen, wie auch im Englischen makellos. Ebenfalls klasse sind die vorhandenen Soundtracks, die nicht aus dem Zusammenhang gerissen, sondern einfach nur passend erscheinen. Mal unscheinbar im Hintergrund und ein andermal tosend im Vordergrund, aber immer passend.

Tomb Raider zeichnete sich bisher immer mit einem erstklassigen Einzelspielermodus, der knifflige Rätsel und eine spannende Geschichte enthielt, aus. Kann dieser nach der Übernahme Tomb Raiders von Square Enix weiterhin so bestechen? Diese Frage wollen wir im Folgenden nun klären. Zumindest die Spielzeit ist aus unserer Sicht wirklich ausreichend lang, mit 15,8 Spielstunden auf dem schwersten Schwierigkeitsgrad hat man hier wirklich etwas zu tun. Wobei wir auch nahezu alle Gegenstände gefunden haben bzw. solange gesucht hatten, bis wir fast alle gefunden hatten, dabei ist das schwierigste jedoch immer von Lager zur Lager per Schnellreise zu reisen und nicht die Verstecke zu finden. Da man die Gegenstände einfach markieren kann, nachdem man eine Schatzkarte gefunden hat. Doch was spielt sich innerhalb dieser ca. 15,8 Stunden ab? Zu allererst sei gesagt, dass es sich hier um Laras erstes Abenteuer handelt, also zeitlich vor allen anderen Tomb Raider Titeln spielt. Dieses beginnen wir schiffsbrüchig auf einer Insel, auf der alle Flugzeuge und Schiffe von einem Sturm zerstört werden, ähnlich der Vorgänge des Bermudadreiecks. Irgendetwas Seltsames scheint dort vorzugehen. Allerdings will nur Lara etwas davon wissen alle anderen Überlebenden sind eher skeptisch. Im Laufe des Spiels wird jedoch klar, dass Lara recht behält und etwas Übernatürliches im Gange ist.

Tomb Raider Screenshot 08

Der Teil der Crew, der bis zuletzt überlebt.

Schnell wird aber klar, dass man nicht allein auf der Insel ist, sondern es noch andere gibt, die hier gestrandet sind, das wird nicht zuletzt aus den gefundenen Tagebüchern klar. Eine kleine Zivilisation, deren Einwohner auch von dort weg wollen, hat sich auf dieser Insel gebildet. Zum Pech von Lara und ihren Freunden sind diese aber nicht friedlich gestimmt, sondern sehen in der Freundin von Lara eine Art Opfer für eine Göttin, die für die Stürme verantwortlich sei. Um diese zu beruhigen bzw. einen neuen Körper zu verschaffen muss diese in einem Tempel geopfert werden, dann sollen die Stürme augenscheinlich aufhören.

Tomb Raider Screenshot 09

Freunde hat man kaum in diesem Abenteuer.

Auch die Kommunikation mit der Außenwelt bringt recht wenig, da Hilfe von Außen nicht kommen kann, weil der Sturm Schiffe und Flugzeuge sofort versenken bzw. abstürzen lassen würde. Die Geschichte nimmt also an Fahrt auf und zeigt schnell, wohin die Reise geht. Nacheinander sterben die Mitüberlebenden, bis nur noch die Hälfte der Überlebenden am Leben ist. Scheinbar kann Lara auch kaum jemandem vertrauen, da ihr niemand glaubt und es einen Spitzel zu geben scheint. Dabei gerät Lara sogar fast selbst ins Visier der anderen, da es ihr nie gelingt jemanden zu retten. Bis zum Ende ist selbst dem Spieler nicht so ganz klar, ob es den Verräter gibt oder ob es wirklich nur Zufälle sind.

Tomb Raider Screenshot 10

Leider kommen wir auch zu spät um ihn zu retten...

Doch waren da nicht noch die Flucht und eine Göttin? Richtig, wir sitzen ja noch irgendwo im Nirgendwo fest. Dabei bleibt natürlich wieder alle Arbeit an Lara hängen, da die anderen Charaktere nichts tun außer rumstehen und meckern. Nach dem einen oder anderen Fehlschlag die Insel zu verlassen, entschließt man sich schließlich doch zu dieser Göttin zu reisen. Aufgrundessen, dass Lara klar wird, dass diese Göttin besser nicht befreit werden sollte, falls jemand von der Insel verschwinden will. Dieses Wissen scheinen sich die anderen jedoch nicht angeeignet zu haben und stürzen alle ins Verderben, falls Lara das nicht verhindern kann.

Tomb Raider Screenshot 11

...aber können wir sie retten?

Wie es sich für eine Göttin gehört, hat diese aber natürlich auch Wachen, die sich entgegen dem ersten Eindruck nicht mit den schon länger hier gefangenen „Einheimischen“ verbunden haben, sondern alles töten, was sich bewegt. Man kämpft also einen zwei Fronten Kampf, aber wie heißt es schon so schön, „der Feind meines Feindes ist mein Freund“ - bis einer von beiden tot ist.

Tomb Raider Screenshot 12

Wer die Story übersteht, ist definitiv ein Überlebenskünstler.

Intrigen, Entführungen, halsbrecherische Befreiungsversuche und beinharte Kämpfe machen den Einzelspielermodus wirklich sehr interessant und fesselnd.

Der Einzelspielermodus kann voll überzeugen, zumindest in Hinsicht auf die Geschichte. Bleibt noch offen, wie man bei Square Enix das Ganze für den Spieler verpackt hat, da selbst die beste Geschichte schlecht erzählt werden kann.

Tomb Raider Screenshot 13

Häufig liest man in solchen Büchern und erfährt etwas über die Geschichte.

Allerdings tritt man im Hause Square Enix nicht in diese Falle, die eine gute Geschichte mit sich bringt und ruht sich auf deren Qualität aus, sondern setzt auch bei dem Gameplay klare Zeichen. Das Spiel wirkt rund, durchdacht und fertig. Man vermisst keine Funktionen, die eventuell geplant waren, aber nicht umgesetzt werden konnten, außer evtl. das Wegtragen von Leichen, allerdings war das auch in keinem anderen Tomb Raider möglich. Warum also zu weit vom mehrfach bewährten Spielprinzip abweichen und Gefahr laufen mit Titeln wie Splinter Cell verglichen zu werden? Für uns also kein Problem und voll nachvollziehbar. Dennoch erinnert das Ganze etwas an ein anderes Spiel, die Kletterpassagen und insbesondere der neu ins Spiel gekommene Hacken erinnern, schon sehr an Assassins Creed, ohne dem Spiel einen Vorwurf machen zu wollen, schließlich war klettern ja auch schon in den Vorgängern möglich. Nichtsdestotrotz sehen Innovationen anders aus. Zumal man sich mittlerweile in jedem Adventure-Titeln um die Häuser/Klippen oder Wände schwingt. Eine Neuerung, hinsichtlich des Kletterns, hat man sich aber nicht nehmen lassen. Der Bogen findet im neuen Tomb Raider direkt mehrere Anwendungen. Erstmals in einem Tomb Raider-Spiel dient er nicht nur als lautlose und sehr tödliche Waffe, sondern auch zum Überbrücken von Schluchten. Sobald man ein Kletterseil gefunden hat, kann man mit dem richtigen Bogen in brüchiges Gestein schießen und das Seil mit einem Pfosten verknoten. Entweder rutscht man dann in bester Sam Fischer (aus Splinter Cell) Manier das Seil herunter oder lässt sich mit einem Seilzug ähnlichem Gerät schnell an diesem heraufziehen.

 Screenshot 14

Ziemlich windig oder? Dennoch klettert Lara ohne Probleme mit ihrem neuen Hacken die Felswand hoch.

Selbstverständlich war das noch nicht alles, was das Spiel zu bieten hat. Sehr gut gefallen uns die interaktiven Zwischenszenen, die zwar auch schon aus anderen Titeln bekannt sind, aber auch hier für viel Spannung in brenzligen Situationen sorgen. Zu Anfang ist dabei aber problematisch, dass bei solchen Zwischenszenen immer Zeichen aufleuchten, aber nur zu Anfang beschrieben wird, welches Zeichen zu welcher Taste gehört. Dies erhöht zwar den Schwierigkeitsgrad, sorgt aber auch, besonders zu Anfang, für viel Verwirrung. Des Weiteren erlaubt das Spiel an so genannten Lagern (Lagerfeuer) die Waffen zu modifizieren bzw. Fähigkeiten auszuwählen.

Tomb Raider Screenshot 15

Kaum befreit, muss man dem nächsten Unglück ins Auge sehen.

 

Tomb Raider Screenshot 16

Geschickt ausgewichen, doch jetzt musst der Splitter raus - wenn doch nur immer dieser Hinweis vorhanden wäre, welche Taste zu drücken ist.

Dabei beweist Lara wirklich sehr viel Kreativität und Geschick. Mit genug Bergungsgut wird an einem einfachen Lagerfeuer aus einer alten und fast schon lumpigen Pistole eine, an eine Desert Eagle erinnernde, Kanone, die sogar Burst-Feuerstöße beherrscht. Für unseren Geschmack zwar etwas sehr unrealistisch, aber schließlich handelt es sich hier auch nicht um ein Simulationsspiel.

Tomb Raider Screenshot 17

Wie stellt Lara das nur an, an solch einem Feuer Waffen zu modifizieren?

Die eben erwähnten Fähigkeiten werden dabei mit Fähigkeits-Punkten freigeschaltet, die man nach jedem Stufenaufstieg erhält. Dieser wird erreicht, indem man genug Erfahrung sammelt, die man durch das Töten von Feinden erhält. Dabei sind alle freigeschalteten Fähigkeiten dauerhaft aktiv und im Spielverlauf in ihrer Funktion auch sehr nützlich.

Tomb Raider Screenshot 18

Surviver oder...

Tomb Raider Screenshot 19

...Hunter? Die Entscheidung liegt hier bei euch.

Darüber hinaus kommt man weg von den zwei Pistolen, mit denen jeder Lara kennt und gibt ihr einen Bogen. Selbstverständlich erhält man auch noch weitere Schusswaffen, wie eine Pistole, ein Maschinengewehr und eine Schrotflinte. Dabei erweist sich der Bogen am nützlichsten und tödlichsten. Kaum eine Waffe erreicht diesen Schaden und diese Präzision, sodass dieser schnell zur Lieblingswaffe wird, besonders weil er in vielen Situationen Anwendung findet.

Tomb Raider Screenshot 20

Auch ein Panther hat gegen den Bogen keine Chance.

Die größte Frage bleibt in Hinsicht auf Tomb Raider jedoch noch offen. Sind die Rätsel immer noch genauso knifflig und haarsträubend wie früher? Gerne erinnert man sich noch an das teilweise stundenlange Rumprobieren zurück oder eher an das darauf folgende Lösen der Rätsel. Kann der neueste Teil der Serie dem gerecht werden? Leider nicht. In der Regel sind die Rätsel entweder durch den neu ins Spiel gekommenen Instinkt, der mit „Q“ betätigt wird, direkt gelöst (wichtige Gegenstände leutchen auf) oder Lara fängt an mit sich selbst zu sprechen und gibt die Beschreibung zur Lösung.

Tomb Raider

Rätsel? Nein, eher eine grobe Wegbeschreibung.

Hier verspielt man bei Square Enix leichtfertig extrem viel Potenzial und auch etwas den Charme der Serie zugunsten der breiteren Käufermasse, die sich nicht lange mit Rätseln herumschlagen will. Besonders, da die „Rätsel“ auf dem schwersten Schwierigkeitsgrad, wie auch auf dem leichtesten unverändert bleiben. Zusätzlich sind sogenannte Gräber, die viel Bergungsgut und Erfahrung parat halten, extrem leicht zu passieren. Immer genau ein Hindernis trennt den Spieler von der Schatztruhe. Dabei hat er weder Zeitdruck noch eine begrenzte Anzahl an Versuchen, wird dabei von Feinden gestört, wie in dem allerersten Grab als man von einem Wolf attackiert wird und sich auf beste Indiana Jones Höhlenexpeditionen freut - einfach nur schade.

Nach dem der Einzelspielermodus bereits auf voller Linie überzeugen konnte, bleibt natürlich die Frage, ob sich dieser Trend im Mehrspielermodus fortsetzt oder nicht.

Tomb Raider Screenshot 21

Kann der Mehrspielermodus wirklich gegen den Solomodus bestehen oder verblasst er eher im Schatten des Einzelspielermodus?

Der erste Eindruck ist leider nicht besonders positiv. Es gibt lediglich vier Spielmodi, die mit oder ohne Rangliste gespielt werden können und ein paar Karten sind verfügbar. Besonders kreativ war man dabei auch nicht, da zwei davon dem Team-Deathmatch und dem normalen Deathmatch entsprechen. Wobei lobend erwähnt werden muss, dass der Henker neu im Deathmatch ist und einen neuen Wind in das Geschehen bringt. Denn dieser muss an erster Stelle sein und eine Serie von Kills hingelegt haben. Ist dies geschehen, kann er die Position aller Gegner sehen, bis alle tot sind (Respawn in dieser Zeit ausgeschlossen) oder er getötet wurde.

In den anderen zwei Modi muss man im einen Modus drei verschiedene Checkpoints einnehmen bzw. dies verhindern und 20 Batterien aufsammeln, die jeder Eroberer beim Sterben fallen lässt. Im anderen Modus, der Rettung heißt, zwingt man den Spieler zwar zu etwas mehr Teamspiel, aber nichtsdestotrotz ähnelt er dem vorhergehenden stark und kann auch gut ohne koordiniertes Team gespielt werden. Denn hier müssen einmal zehn medizinische Vorräte gestohlen bzw. die Diebe getötet werden. Dabei stirbt man als Dieb (Überlebender) aber nicht direkt, sondern liegt zuerst am Boden, bis man wieder gerettet oder vom Feind im Nahkampf getötet wird. Ein solcher Nahkampfkill spielt dem Gegner dann erst einen Punkt ein, dieser benötigt 20 Stück davon um die Runde zu gewinnen, wobei in allen Modi drei Runden gespielt werden. Folglich ist die Runde vorbei, wenn entweder genügend Medizin oder Feinde getötet wurden.

Tomb Raider Screenshot 22

Serverliste? Fehlanzeige, ein Spiel wird einfach gefunden, leider auch schade, da man oft in halbleere Lobbies kommt, die lange Zeit nicht starten.

Zusätzlich hat man noch eine Charakterauswahl eingefügt, die allerdings nur von optischer Bedeutung ist, da man einfach den Charakter wechselt und weiter nichts damit verbunden ist. Aber dennoch eine kleine Möglichkeit den recht eintönigen Mehrspielermodus etwas abwechslungsreicher zu gestalten. Des Weiteren gibt es zusätzlich noch ein Ausstattungsmenü, in dem man das Equipment tauschen bzw. modifizieren kann. Das Menü kann dabei aber nur in der Lobby oder im Hauptmenü geöffnet werden. Folglich muss man sich während der Runde und zwischen den Runden mit den vorher angefertigten Kits zufriedengeben. An sich eine nette Idee, da man zum Modifizieren, wie auch im Einzelspielermodus, Bergungsgut benötigt, dass man auf den Karten findet. Allerdings rettet auch diese Funktion den Mehrspielermodus nicht mehr, sondern gibt dem Ganzen noch einen kleinen Reiz zumindest ein paar Level mehr zu spielen.

Tomb Raider Screenshot 23

Nette Spielereien, die hier auswählbar sind, leider aber allesamt aus dem Einzelspielermodus schon bekannt.

Ohne Frage nicht unbedingt der beste Mehrspielermodus, den wir bisher gespielt haben. Das Spiel lebt somit eindeutig von der Story, da der Mehrspielermodus eher ein kleiner Zusatz ist und für ein wenig Abwechslung sorgt, allerdings nicht sonderlich lange fesseln kann, sondern recht schnell eintönig wird.

Tomb Raider Screenshot 25

Da möchte man sich ja fast verstecken, so groß sind die qualitativen Unterschiede zwischen Einzel- und Mehrspielermodus.

 

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Ohne Frage kann man die zu Anfang gestellte Frage klar beantworten. Tomb Raider ist wieder zurück. Und wie! Zumindest auf dem PC steht man wohl ganz vorne. Klasse Grafik, klasse Geschichte, klasse Gameplay, auch wenn man das Gefühl hat, ein etwas vereinfachtes und auf die Masse zugeschnittenes Spiel bekommen zu haben und der Mehrspielermodus mehr enttäuscht als verzückt. Der Einzelspielermodus, der nicht zu kurz kommt, überzeugt dafür ganz klar und weist kaum eine Schwäche auf. Bei einem Kaufpreis ab 29,8 Euro (Stand: 27. März 2013) können wir hier eine ganz klare und deutliche Kaufempfehlung aussprechen. Ein absoluter Kauftipp für alle Adventure-Fans, wobei sich Serienfans nicht mehr so die Zähne an den Rätseln ausbeißen werden wie früher. Wer dafür direkt auf schwer spielt, kommt dennoch auf seine Kosten. Allerdings bleibt der Wiederspielwert dann nicht besonders hoch. Zusammenfassend gesagt: ein klasse Spiel zu einem klasse Preis und das bereits kurz nach dem Release.

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