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Crysis 3 für den PC im Test

Nachdem sich die Alpha und Beta zu Crysis 3 am großen Zulauf von Spielern aus aller Welt erfreuen konnte (Beta wurde auf allen Plattformen insgesamt drei Millionen Mal heruntergeladen), wurde am 21. Februar die Vollversion zu Crysis 3 offiziell veröffentlicht. Viel wurde über die Grafik und das Gameplay spekuliert, nachdem der Vorgänger Crysis 2 zuerst als Paradebeispiel der Portierung von Konsolen auf den PC verschimpft wurde. Allerdings konnte Crytek durch zwei nachgereichte Patches mit Crysis 2 dann doch in die Fußstapfen von Crysis 1 treten, allerdings blieb für Serien-Jünger Crysis 1 der bessere Titel.

Dieser soll nun durch Crysis 3 abgelöst werden. Die verwendete Engine geht dabei bereits in die dritte Runde und steht, laut den Entwicklern, für fantastische Grafik und atemberaubende Physik. Aber natürlich stehen auch andere Gesichtspunkte im Fokus, schließlich lebt ein Spiel nicht nur von der Grafik, der Physik und dem Gameplay, sondern auch von der Story. Diese erschien vielen bei Crysis 2 zu kurz, zu vorhersehbar und unspektakulär. Im verwüsteten New York soll das, laut Crytek und Electronic Arts, nun anders werden. Dieser Frage und der Frage ob die Grafik im Zusammenspiel mit der Physik einen würdigen Nachfolger der erfolgreichen Reihe darstellt, wollen wir in unserem Test beantworten.

Crysis 3 Opener

Doch zuallererst wollen wir uns bei Electronic Arts für die problemlose Bereitstellung von Crysis 3 via Origin bedanken.

Das Spiel Crysis 3 ist in Deutschland gemäß § 14 JuSchG ab 18 Jahren freigegeben und besitzt dadurch keine Jugendfreigabe. Crysis 3 ist in drei verschiedenen Versionen erhältlich: Standard-Edition, Hunter-Edition und Digital Deluxe-Edition. Die Standard-Edition (nicht über Origin erhältlich) und Hunter-Edition enthält dabei lediglich das Spiel Crysis 3 (bei der Hunter-Edition wurde ein Downgrade beim Inhalt vorgenommen) und nicht, wie die Deluxe-Edition. Die Crysis 2 Maximum Edition enthält neben Crysis 2 alle dafür veröffentlichten Zusatzinhalte.

Als minimale Systemanforderung gibt EA folgende Hardware an:

  • Prozessor (CPU): Intel Core 2 Duo 2,4 GHz oder AMD Athlon 64X2 2,7 GHz
  • Arbeitsspeicher (RAM): 2 Gigabyte (Windows 7 & 8) oder 3 Gigabyte (Windows Vista)
  • Grafikkarte (GPU): DirectX 11 kompatibel mit 1 Gigabyte Speicher Nvidia GeForce GTS 450 oder AMD Radeon HD5770
  • Betriebssystem (OS): Windows Vista (Service Pack 2), Windows 7 (Service Pack 1) oder Windows 8
  • Software (Client): Origin
  • Downloadgröße / benötigter Speicherplatz (HDD): 14,5 Gigabyte / 17 Gigabyte (laut Windows Explorer 14,2 Gigabyte + 500 Megabyte Digital Deluxe Content)

Als empfohlene Systemanforderungen gibt EA folgende Hardware an:

  • Prozessor (CPU): Intel Core i5-750 2,4 GHz oder AMD Phenom II x4 805 2,7 GHz
  • Arbeitsspeicher (RAM): 4 Gigabyte
  • Grafikkarte (GPU): DirectX 11 kompatibel mit 1 Gigabyte Speicher, Nvidia GeForce GTX560 oder AMD Radeon HD5870

Diese Angaben werden jedoch nur empfohlen und spiegeln nicht die wirklichen Anforderungen für die maximalen Einstellungen wieder, unter welchen wir die Performance des Spiels auf unseren Testsystemen gemessen haben. Dabei haben wir in einer Auflösung von 1920x1080 Pixeln unter maximalen Einstellungen mit 4xSMAA gespielt und die erste Mission als Testparcours benutzt.

Testsystem 1:

  • Prozessor (CPU): Intel Core i7-930 2,93 GHz
  • Arbeitsspeicher (RAM): 12 Gigabyte (6*2 Gigabyte) DDR3 1600 MHz CL 8
  • Grafikkarte (GPU): HD7970 3 Gigabyte Speicher
  • Betriebssystem (OS): Windows 7 64-Bit

Testsystem 2:

  • Prozessor (CPU): Intel Core i7-2600K (3,4 GHz)
  • 4 Gigabyte (2x2 Gigabyte) DDR3 1600 MHz
  • Grafikkarte (GPU): GTX 460 (1 Gigabyte Arbeitsspeicher)
  • Betriebsystem (OS): Windows 7 64-Bit

Crysis 3 Benchmark FullHD

Crysis 3 Benchmark 1650x1080

Doch nun weiter zur Grafik. Diese ist wirklich sehr gelungen. Von hochauflösenden Texturen bis zur dynamischen Beleuchtung und Tessellation ist alles vorhanden was DirectX 11 zu bieten hat und das wurde dann auch wirklich mit Bravour umgesetzt.

Crysis 3 Screenshot 01

Spielerisch leicht steckt man hier Crysis 2 und Crysis 1 mit sämtlichen dazugehörigen Community-Mods in die Tasche.

Crysis 3 Screenshot 02

Anders als Crysis 2 kann das Spiel schon von Release an mit seiner erstklassigen Grafik glänzen. Dies ist natürlich der von Crytek eigens dafür entwickelten CryEngine 3 geschuldet. Diese leidet aber auch nicht, wie bei Crysis 2, unter dem Qualitätsdowngrade, das durch die Portierung von den Konsolen notwendig wurde.

Crysis 3 Screenshot 03

Im Prinzip kann man an der Grafik wirklich nichts aussetzen, sondern einfach nur sagen: eines der schönsten auf dem Markt erhältlichen Spiele.

Crysis 3 Screenshot 04

Wobei uns dennoch Kleinigkeiten aufgefallen sind. Zum Beispiel sind Texturen, die sich in verwinkelten Ecken oder Ähnlichem befinden, ab und zu recht niedrig aufgelöst und wirken deshalb relativ matschig.

Crysis 3 Screenshot 05

Darüber hinaus beachtete man zwar die Tierwelt im zugewucherten New York, allerdings nicht die dynamische Beleuchtung. Denn entweder haben diese Nager entweder zur Erleuchtung gefunden oder werden von der dynamischen Beleuchtung unglücklicherweise nicht beachtet. Dabei sind wir uns jedoch nicht ganz sicher, welche Vermutung stimmt, da Crysis 3 eine wirklich überragende Grafik bietet und es uns somit fast schlüssiger erscheint, dass diese Eichhörnchen zur sprichwörtlichen Erleuchtung gefunden haben.

Crysis 3 Screenshot 06

Dies sind jedoch wirklich zum Teil zweitrangige Kritikpunkte, die die restliche Grafik locker wegsteckt. Somit bleibt am Ende eine überragende Grafik, die jedoch nicht perfekt ist, sich aber dennoch leicht gegen alle bisher veröffentlichten Spiele durchsetzen kann.

Crysis 3 Screenshot 07

Auch beim Ton gibt man sich bei Crytek natürlich nicht die Blöße. Wieder gibt es von uns nichts zu meckern. Allerdings lässt das Spiel außer bei den Stimmen auch nicht viel Spielraum zum Meckern, da weder die Waffen noch der Fuhrpark mit real vorhandenen Waffen oder Fahrzeugen vergleichbar sind. Außerdem sind die Stimmen in der englischen, wie auch in der deutschen Synchronisation einwandfrei, und somit gibt es, wie schon erwähnt, auch hier wieder nichts zu kritisieren.

Jetzt kommen wir zu einem Aspekt von Crysis 3, der für ein Spiel mit Einzelspielermodus enorme Bedeutung hat: Wir widmen uns der Handlung von Crysis 3.

Crysis 3 Screenshot 07

Böse Zungen behaupten, dass Crysis so etwas nicht besitzt und eher ein spielbarer Benchmark, als ein Spiel ist – zumindest spätestens seit Crysis 2.

Crysis 3 Screenshot 08

Nach unserer Einschätzung trifft das hier jedoch nicht zu. Anders als in Crysis 2 kommt man sich nicht so vor, als würde man von Checkpoint zu Checkpoint geschickt, metzelt dabei noch Horden von Gegnern nieder und sammelt unterwegs noch ein paar willkürlich platzierte Informationen zusammen oder tätigt ein paar schön anzusehende Sprengungen.

Crysis 3 Screenshot 09

Eine gewisse Grundspannung wird schon von Anfang an aufgebaut, da es die vom Alpha-Ceph prophezeite Zerstörung der Erde zu verhindern gilt. Allerdings findet diese Prophezeiung nicht auf irgendeine Weise global statt, sondern ist nur für Prophet sichtbar. Selbstverständlich kommt die Frage auf: Warum man Prophet, der sich am Anfang von Crysis 2 zugunsten von Alcatraz selbst hinrichtet, spielt. Nachdem Alcatraz in Crysis 2 den Anzug anlegt oder angelegt bekommt, verändert der Nanosuit-Anzug langsam seinen Träger und dessen molekularen Aufbau. Somit mutiert Alcatraz zu Prophet beziehungsweise Prophet wird zu Alcatraz. Dies scheint dabei auch nachvollziehbar, da schon in Crysis 1 die Rede davon ist, dass der Anzug die DNA verändert und mit dem Körper zusammenwächst.

Crysis 3 Screenshot 10

Das Spiel beginnt mit der Befreiung von Prophet, da dieser von der Cell-Corporation, die nach der Vertreibung der Ceph-Aliens die Weltherrschaft an sich gerissen haben, eingesperrt wurde. Cell hat die Weltherrschaft ergriffen, indem sie Energie verschenkt haben, die sie aus dem Alpha-Ceph gewonnen haben, der unter dem Nanodom, der sich über New York befindet, festgehalten wird. Somit wurde die Konkurrenz binnen kurzer Zeit ausgestochen. Als das geschah, wurde schnell der Tarif drastisch erhöht und die restliche Menschheit versklavt. Dieses Regime versucht man nun mithilfe der Rebellen, unter anderem auch Psycho der aus Crysis 1 und Warhead (wurde in Warhead auch gespielt) bekannt ist, zunichte zumachen. Da jedoch alle Nanosuit-Besitzer „geskinnt“ d.h. von ihrem Anzug getrennt wurden, ist man selbst der letzte „Mensch“ mit einem Nanosuit und somit die letzte wirkliche Gefahr für Cell-Corporation und ihre Weltherrschaft.

Crysis 3 Screenshot 11

Selbstverständlich hilft man seinen Befreiern den Rebellen und macht Cells Pläne zunichte. Allerdings versucht Prophet auch das drohende Ende der Welt zu verhindern, denn wie sich herausstellt, sind die Ceph gar nicht geschlagen, wie eigentlich angenommen wird. Auch Hargeaves der Entwickler des Nanosuits ist nicht der, der er zu sein scheint. Am Ende wirklich eine sehr gelungene Story, die teilweise auch auf die Vorgänger zurückgreift und die Trilogie um Crysis somit zu schließen scheint, da Crysis 4, laut diverser Spekulationen, evtl. kein futuristischer Shooter mehr sein wird. Mit dem Ende des Spiels hält man sich jedoch auch noch eine Fortsetzung offen. Einziges Manko an der Story ist die Spielzeit. Denn nach bereits sechs Stunden hatten wir den Einzelspielermodus auf der zweitschwierigsten Schwierigkeitsstufe durchgespielt gehabt.

Am Spielverhalten tut sich im Vergleich zu Crysis 2 ebenfalls recht viel. Es gibt unter anderem mehr Waffenaufsätze als zuvor, sodass beispielsweise das SCAR-Gewehr nun auch mit einem Mündungsfeueraufsatz etc. bestückt werden kann. In diesem Beispiel, um den ersten Schuss präziser abzugeben. Allerdings bleibt die allgemeine Tastenbelegung im Vergleich zum Vorgänger weitestgehend gleich, das ist jedoch kein Kritikpunkt, da die Tastenbelegung mittlerweile recht ausgereift ist. Es gibt weder unnütze noch zu wenige Tasten bzw. Funktionen.

Crysis 3 Screenshot 12

Darüber hinaus wurden die Nanosuit-Updates weiter angepasst und erweitert. Diese können, wie schon in Crysis 2, gewechselt werden, um sich auf die jeweiligen Situationen anzupassen. Doch kann nun auch eine Verbesserung der einzelnen Funktionen vorgenommen werden, indem man beispielsweise mit dem Stealth-Upgrade zehn getarnte Messerkills ausführt.

Crysis 3 Screenshot 13

Außerdem stehen dem Nanosuit storybedingt noch weitere Neuerungen zu, z.B. wird in gewissen Situationen kein Energieverlust verbucht und es können, wie schon in Crysis Warhead, natürlich auch Alienwaffen geführt werden, die in solchen Situationen ebenfalls keine Munition verlieren. Eine nette Idee der Entwickler, da in solchen Momenten wirklich die Fetzen fliegen und das ohne, dass dem Spieler zu viel abverlangt wird.

Crysis 3 Screenshot 14

Die Stealth-Kills wurden ebenfalls weiter angepasst. Im Vergleich zu Crysis 2 ist es nun möglich fast ganze Level ohne Einsatz eines Gewehrs zu spielen. Im Prinzip wird einfach mehr Wert darauf gelegt, Gegner ohne Schusswaffen und Alarm ausschalten zu können. Dazu trägt natürlich der neu ins Spiel gekommene Hightech-Bogen seinen Teil bei. Wobei der Schalldämpfer (den es logischerweise nur für Schusswaffen gibt) in den meisten Situationen weiterhin völlig nutzlos ist, da ein erschossener Gegner eigentlich immer gesehen wird. Außerdem wird man von der KI sowieso nicht gefunden, wenn man schnell in Deckung geht und den Tarnmodus aktiviert, daher bringt die Geräuschverminderung ebenfalls sonderlich wenig.

Crysis 3 Screenshot 15

Doch zurück zum neuen Hightech-Bogen, dieser lässt sich, im Gegensatz zu normalen Gewehren oder auch dem Nahkampf (solange keine dementsprechende Nanosuit-Erweiterung aktiviert ist), im Tarnmodus ohne Tarn- oder Energieverlust abfeuern und ist äußerst tödlich. Dabei können auch die Pfeile getauscht (Elektropfeile, Sprengpfeile, etc.) und wieder aufgesammelt werden bzw. die Zugspannung (Verhältnis zwischen maximaler Zugkraft und Spanngeschwindigkeit) verstellt werden, um für alle Situationen gerüstet zu sein.

Crysis 3 Screenshot 16

Zusätzlich wurde die Auswahl an Feinden noch erweitert: Minen, automatische Geschütze sowie stark gepanzerte und bewaffnete Ceph haben den Einzug in Crysis gefunden. Im selben Zug haben die Entwickler jedoch auch eine Hackfunktion für die Geschütze, Minen und Ceph-Kampfmaschinen (nicht für Infanteriesoldaten) mit eingebaut, sodass der Visor (eine Art Fernglas) eine viel größere Rolle spielt als bisher. Denn nur über diesen lässt es sich hacken und Minen und Geschütze „umdrehen“, also gegen die Ceph und Cell richten. Die Kampfmaschinen werden dabei nur temporär handlungsunfähig, somit können sie ihre Panzerung nicht ausfahren und sind leichter zu zerstören. Allerdings können die gehackten Geschütze und Minen auch zurückgehackt werden und agieren dann wieder für die Ceph bzw. Cell und somit gegen den Spieler.

Im Weiteren ist noch zu erwähnen, dass sich neben dem Spielverhalten auch das Spielgefühl, im Vergleich zum Vorgänger, sehr verändert hat. Endlich hat man nicht mehr das Gefühl an einem roten Faden durch das Spiel gezogen zu werden, sondern wieder frei seinen Weg planen zu können. Zwar gibt man dem Spieler keine frei zugängliche Spielwelt, wie in Crysis 1, doch sind die bespielten Abschnitte wesentlich größer und wirken dadurch nicht so eng und auf ihr Ziel ausgerichtet. Zusätzlich gibt der Visor jetzt auch nicht mehr vor, wie man bestimmte Abschnitte überwinden kann bzw. was an bestimmten Stellen des Spiels gemacht werden muss oder sollte. Es wird also endlich wieder mehr Wert auf die spielerische Freiheit gelegt, selbst wenn man am Ende des Tages bereits weit vom ehemaligen Open-World Konzept entfernt ist.

Das eben erwähnte Spielverhalten muss sich natürlich nicht nur im Einzelspielermodus bewähren, sondern auch im Mehrspielermodus. Im Falle von Crysis 3 sogar besonders im Mehrspielermodus, da die Spielzeit der Story enttäuscht hat, bleibt es nun abzuwarten, ob der Mehrspielermodus länger fesseln kann. Schließlich handelt es sich bei Crysis 3 um einen Vollpreistitel für über 50 Euro.

Zuallererst zu den im Spiel vorhandenen Spielmodi. Da wäre neben dem allgemein bekannten (Team-)Deathmatch unter anderem noch der Speer-, Angriff- und Absturzstelle-Modus. Leider ähneln sich diese Modi alle sehr stark, sodass es im Prinzip immer das Gleiche, mit leicht veränderten Spielregeln, ist. Ob man nun eine Absturzstelle oder einen Speer erobert und hält, ist macht nach unserem Eindruck keinen besonderen Unterschied. Einzige Neuheit ist hier noch der Jäger-Modus, in dem man entweder als Cell oder direkt als Jäger agiert. Dabei besitzt man als Jäger nur einen Bogen, hat zusätzlich aber auch einen Tarnmodus ohne zeitliche Beschränkung zur Verfügung. Stirbt man als Cell Agent, wird man als Jäger neu aufgestellt, bis alle Spieler Jäger sind oder die Cell-Spieler eine bestimmte Zeit überlebt haben.

Crysis 3 Screenshot 17

Darüber hinaus gefällt uns, dass für das Spiel eine gewisse Vielfalt an Karten gewählt wurde, die sich dabei nicht wirklich ähneln und, anders als manche Modi, nicht notgedrungen entwickelt wirken. Doch laden die Karten und besonders der eine oder andere Modus viel zu sehr zum Campen ein. Im Zusammenspiel mit dem Tarnmodus sind diese Camper mit Pech kaum zu stoppen und drücken den Spielspaß deutlich nach unten. Da schafft zum Glück die Rebell gegen Cell Spielweise Abhilfe. Dort ist man auf sich gestellt. Ohne Anzug kämpft man gegen andere Spieler, somit kann man weder Tarn- noch Panzermodus benutzen, folglich ergreift das Campen auf manchen Servern nicht mehr überhand. Ein deutliches Plus unserer Meinung nach. Wer sich also mit dem futuristischen Shooter und Gameplay nicht besonders anfreunden konnte oder auf Campen etc. verzichten kann, kann immer noch diese Spielvariante wählen.

Crysis 3 Screenshot 18

Eine weitere Spielvariante stellt die Maximum-Variante dar, die im Prinzip äquivalent zum, aus anderen Spielen bekannten, Hardcore-Modus ist. Hier hat der Spieler weder HUD noch Fadenkreuz, wie auch in den höheren Schwierigkeitsgraden im Einzelspielermodus. Das Ganze stellt eine nette Abwechslung zum normalen Modus dar, da man ausnahmsweise kein Fadenkreuz und keine Energie- und Munitionsanzeige besitzt und somit beispielsweise nie genau weiß, wie viel Panzerung oder Energie man noch besitzt. Zusätzlich muss man sich mehr auf sein Gehör, als auf die Minikarte verlassen und kann unter Umständen mit seiner Kartenkenntnis punkten.

Crysis 3 Screenshot 19

Außerdem lassen sich im neuen Crysis natürlich auch eigene Klassen erstellen. Diese Funktion gefällt uns sehr gut, da sie viel Variation hinsichtlich der verwendeten Waffen und Fähigkeiten zulässt. Bei den fünf freien Plätzen können nicht nur Waffen, sondern auch Fähigkeiten ausgewählt werden. Beispielsweise ein Radar, das anzeigt, wenn Gegner in der Nähe sind.

Crysis 3 Screenshot 20

Schlechter gefällt uns das Balacing des Bogens. Der Bogen ist unserer Ansicht nach etwas zu stark. Er tötet und dies macht nur bei einigen Pfeilen Sinn, denn unabhängig davon wo ein Spieler getroffen wird, stirbt er sofort. Wer also nicht ganz schlecht zielt ist mit dem Bogen oft nur schwer zu besiegen. Im Vergleich tut sich zu Crysis 2 einiges, die ganz große Innovation bleibt aber aus.

Letztlich fällt unser Urteil sehr gut aus, allerdings behält das Spiel dennoch seine altbekannten Ecken und Kanten. Crysis 3 kann endlich im Einzelspieler wieder an alte Erfolge anknüpfen und spielt sich allein wirklich extrem gut, allerdings viel zu kurz und im Mehrspielermodus kann der Titel nicht mit vergleichbaren Spielen mithalten. Selbst wenn man im Mehrspielermodus des neuen Teils mehr auf ein gut abgestimmtes Team setzt, als in den Vorgängern. Dennoch bleiben die Modi, die sich zu ähnlich spielen, ein Kritikpunkt. Die größte Schwachstelle von Crysis ist und bleibt also der Mehrspielermodus, der uns neben dem kurzen Einzelspielermodus zu arm an Innovationen ist, da die Spielmodi alt bekannt und nur neu verpackt worden sind (außer der Jäger-Modus). Dennoch ist eine Steigerung zum Mehrspielermodus des Vorgängers zu verbuchen. Abgesehen davon ist die Grafik natürlich wieder grandios, makellos und Marktführer im Computerspiele-Markt. Wir können kaum etwas an der Grafik auszusetzen und wenn doch ist das als maximales Meckern auf höchstem Niveau zu verstehen. Für alle Crysis-Fans also ein must-have Titel, denn im Vergleich zum Vorgänger steigert man sich, insbesondere hinsichtlich der Grafik und Story, wieder einmal. Wer dem Spiel aber sowieso nie wirklich viel abgewinnen konnte, sollte es lieber beim Händler stehen lassen, denn für diejenigen wird es weiterhin noch der Benchmark aus dem Spieleregal bleiben. Wenngleich die Story des neuesten Teils mittlerweile reifer und emotionsvoller geworden ist, als es noch beim Vorgänger der Fall war.

Crysis 3 Award


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