Multimedia Hardware Testbericht

Gigabyte SkyVision WS100: HDMI-Transmitter im Kurztest

Viele kennen vielleicht folgendes Szenario von zu Hause. Man hat Gäste zu Besuch, möchte ihnen kurz ein Video zeigen, sei es nun ein ganzer Film oder nur ein Musik-Video, hat dieses aber nur auf dem Laptop oder PC gespeichert. Wie bekommt man das aber nun auf den Fernseher, damit man es sich auf der Couch gemütlich machen und die dort eingebauten Lautsprecher nutzen kann, die vermutlich deutlich besser als die des Laptops klingen?

Gigabyte SkyVision WS100

Natürlich, ein HDMI Kabel. Einen entsprechenden Anschluss hat schließlich mittlerweile jeder Laptop und jeder PC. Nur gehen die je nach Länge und Qualität auch schnell ins Geld, sodass sie oftmals recht kurz ausfallen und der Laptop deswegen in direkter Nähe zum Fernseher steht. In unserem aktuellen kabellosen Zeitalter geht das aber auch schöner und so kam es zu Intels Wireless Display (WiDi), womit der Bildschirminhalt ohne große Umstände auf den Fernseher geklont werden soll. Das ist allerdings Intel WLAN-Karten vorbehalten.

Deshalb dreht sich heute alles um eine Wireless HDMI Lösung, die für jeden nutzbar ist und alles etwas komfortabler gestalten soll. Das Ganze hört auf den Namen Gigabyte SkyVision WS100 und soll sowohl Ton als auch Bild mit maximal 1.920 x 1.080 Pixeln über Entfernungen von bis zu 10 Metern übertragen können. Ob man diese Angaben in der Praxis auch erfüllen kann, um uns den einen oder anderen gemütlichen Filmabend zu ermöglichen, soll unser heutiger Test klären.

Dabei geht an dieser Stelle wie immer ein Dank an das Team von Gigabyte, die uns ein Muster des Transmitters zur Verfügung gestellt haben.

Wer sich für das SkyVision WS100 von Gigabyte entscheidet, bekommt einen schwarzen Karton geliefert, in dem bereits alle für den Betrieb benötigten Teile enthalten sind. Auf der Sender-Seite sind das der kleine "HDMI-Stick" sowie ein 50 Zentimeter langes Micro USB Kabel, das zur Stromversorgung des Senders dient. Auf der Seite des Fernsehers wird dann die kleine Empfänger-Box positioniert, die mit Hilfe des mitgelieferten 1,20 Meter langen HDMI-Kabels mit dem Display verbunden wird. Auch hier ist eine Stromversorgung erforderlich, die durch ein Netzteil mit Micro USB Anschluss und ein 1,45 Meter langes Kabel umgesetzt wird. Abgerundet wird das Ganze durch eine gedruckte Kurzanleitung und eine etwas ausführlichere Version auf CD.

Die Größe des Senders hält sich mit 8 Zentimetern Länge im eingesteckten Zustand in Grenzen, durch die Breite von 3,2 Zentimetern wird allerdings schnell der daneben liegende USB Port blockiert, weswegen es hier möglicherweise bei manchen Laptops zu Problemen kommen kann. Im Falle einer Xbox 360 oder PlayStation 3 sollte es keine Probleme geben, bei Grafikkarten wird möglicherweise ebenfalls ein benachbarter Anschluss verdeckt. Das USB Kabel ist in jedem Fall lang genug und die Höhe von 1,6 Zentimetern sollte nicht weiter ins Gewicht fallen.

Der Empfänger ist ebenfalls ca. 8 Zentimeter lang und misst rund 9 Zentimeter in der Breite und 3,2 Zentimeter in der Höhe, womit er sich problemlos in der Nähe des Fernsehers verstauen lassen sollte. Die mitgelieferten Kabel sind dafür ebenfalls lang genug.

Wie schlägt sich das Gespann nun aber im Alltag? Vorab bleibt zu sagen, dass das SkyVision WS100 unabhängig der vorangegangenen Absätze mit jedem Sender und Empfänger kompatibel ist, der über einen HDMI Anschluss verfügt. Sei es Laptop, PC oder Spielkonsole bzw. Fernseher oder Monitor, alles funktioniert. Die gesamte Einrichtung ist denkbar einfach: Der Sender wird in den HDMI Anschluss gesteckt und über das USB Kabel mit Strom versorgt, gleiches gilt für den Empfänger. Netzteil einstecken, HDMI Kabel verbinden, fertig. Das erste Aufbauen einer Verbindung dauert ca. 15-20 Sekunden, danach stand die Verbindung nach durchschnittlich 8 Sekunden. Die Auflösung kann am Sender leicht eingestellt werden, da das Gerät wie ein angesteckter Monitor behandelt wird.

Da das ganze Übertragungssystem auf dem WHDI 1.0 Standard basiert liegt die maximale Auflösung bei 1.920 x 1.080 Pixeln, aber auch alle Auflösungen darunter wie 720p, 480p, 1.280 x 1.024 etc. sind problemlos einstellbar. Funktionen wie 3D oder höhere Auflösungen fehlen allerdings. Unabhängig von der Auflösung soll die Verzögerung unter 1 Millisekunde liegen, was wir mit Augen und Ohren soweit bestätigen können. Als Frequenz wird in Europa ein Bereich von 5,19 – 5,25 GHz genutzt, wobei stets ein offener Kanal gesucht wird, um Interferenzen mit WLAN- und Bluetooth-Geräten zu vermeiden, was in der Praxis auch wunderbar funktioniert hat. In Sachen Ton unterstützt man AC3 und DTS mit bis zu 5.1 Kanälen, was auch Heimkino-Fanatiker befriedigen sollte. Die maximale Entfernung von 10 Metern ist auch realistisch – unter der Bedingung, dass hierbei von der Sichtlinie gesprochen wird. Durch Wände und andere Hindernisse wird das Signal sehr schnell geblockt, sodass hier schon wenige Meter zum Problem werden können.

Alles in allem werden also alle gemachten Versprechen eingehalten. Die Bildqualität ist, wie man es von digitalen Signalen erwartet, hervorragend, eine spürbare Verzögerung existiert nicht. Im Betrieb bleibt anzumerken, dass der 2-Monitor-Betrieb am Laptop den Stromverbrauch stark erhöht und damit die Laufzeit einschränkt, der Sender wird gleichzeitig ziemlich warm. Der Empfänger könnte mit seinen zwei LEDs in einem abgedunkelten Raum etwas stören, diese lassen sich aber auch leicht abkleben. Warum der Empfänger im Betrieb wirklich heiß wird können wir uns leider nicht erklären, eine Gefahr sollte davon aber nicht ausgehen.

Gigabyte SkyVision WS100 Datenblatt
Technik WHDI 1.0
Max. Auflösung 1.920 x 1.080 Pixel
Anschlüsse HDMI
Audio 5.1 Kanäle / bis 48 kHz 24 Bit
Max. Entfernung 10 Meter (Sichtlinie)
Verzögerung < 1 ms
Maße Sender 93 x 32 x 16 mm
Maße Empfänger 93 x 82 x 32 mm

Bleibt zum Abschluss des Tests wie immer eine Zusammenfassung. Kurz gesagt handelt es sich bei dem Gigabyte SkyVision WS100 ein wirklich gelungenes Gerät, wenn eine kabellose Verbindung zwischen zwei HDMI-Geräten hergestellt werden soll. Zumindest unter der kleinen Bedingung, dass die Sichtlinie zwischen Empfänger und Sender relativ frei ist, da die Reichweite sonst stark schrumpft.

Zwar kann der Sender an einem Laptop oder PC andere Anschlüsse verdecken, bei aktuellen Spielkonsolen sollte der Anschluss problemlos möglich sein. Der Empfänger ist leicht am Fernseher zu positionieren und anzuschließen. Einziges Manko dürfte wohl die erforderliche Stromversorgung sein, doch das lässt sich nicht vermeiden, da der HDMI Anschluss keinen Strom führt. Alles in allem ermöglicht man den kabellosen Genuss von FullHD-Inhalten auf einem Fernseher oder Monitor in ein paar Metern Entfernung, was dem SkyVision WS100 unsere Empfehlung beschert.

Bisher klingt alles also recht verlockend, einzig der Preis hat sich mit 99,90 Euro (Geizhals.de / Stand 27.01.2013) wirklich gewaschen. Jedoch muss man gleichzeitig bedenken, dass HDMI Kabel mit einer ähnlichen Reichweite derzeit ca. 20 - 40 Euro kosten und man dort nicht die gleiche "Freiheit" genießen kann. Abgesehen davon ist es im Vergleich mit Konkurrenten wie dem PowerColor JustSling oder dem ASUS Wavi die günstigste und kompakteste Version, auch wenn diese zusätzlich USB übertragen und eine höhere Reichweite bieten. Wer also eine Möglichkeit sucht, seinen Laptop oder andere Geräte auf Entfernungen von 2-10 Metern mit einem Fernseher oder Monitor zu verbinden kann mit dem SkyVision WS100 nichts falsch machen.

Quelle: Eigen

Welovetech