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Battlefield 3: Armored Kill im Kurztest

Mit Back to Karkand und Close Quarters wurde Battlefield 3 bereits zwei mal in seinem Umfang erweitert. Seit wenigen Tagen ist die dritte Erweiterung, der DLC Armored Kill nicht nur für Premium-Nutzer sondern auch für alle Anderen verfügbar. Wir haben uns diese Erweiterung, die immerhin fast ein Jahr nach dem eigentlichen Spiel erschienen ist, angesehen. Welche Stärken und Schwächen Armored Kill hat und ob sich der Kauf des Pakets lohnt, wenn man kein Premium-Nutzer ist, erfahrt ihr in unserem Kurztest.

Wie bereits angedeutet wurde, ist Armored Kill für alle Premium-Kunden sowie Käufer der Premium Edition automatisch gekauft. Alle, die auf diese Komplettpakete verzichtet haben, können den DLC aber auch einzeln erwerben und herunterladen. Für den Kauf des nur als Download erhältlichen Pakets sind 14,99€ einzuplanen.

Bevor wir uns die Vorzüge und die Problemzonen von Battlefield 3: Armored Kill aus der Nähe ansehen möchten wir erneut ein Dankeschön an EA für den bereitgestellten Premium-Account richten.

Anforderungen & Performance Anders als bei unserem Kurztest zu Close Quarters werden wir in diesem Kurztest auch auf die Peroformance eingehen. Der Grund liegt darin, dass Spieler in verschiedenen Foren von schlechterer Performance berichtet haben, als es beim Basisspiel der Fall ist.

Offiziell sind die Systemanforderungen von Armored Kill mit denen von Battlefield 3 identisch. Die großen Maps, komplexe Wettereffekte und eine höhere Explosionsdichte  könnten also, bei Rechnern deren Leistung für das Basisspiel ausreicht, tatsächlich für eine schlechtere Performance sorgen. Wir haben auf dem Rechner der auch schon für die Tests von Battlefield 3 und Close Quarters genutzt wurde auch Armored Kill getestet und die Ergebnisse gegenübergestellt. Dabei haben wir die Grafikeinstellungen „Ultra“ und „High“ benutzt. Die Tests erfolgten alle in Full HD Auflösung, also mit 1920 x 1080 Pixeln. Um die Performance zu ermitteln haben wir bei Battlefield 3 die Mission „Donnerlauf“ bzw. „Thunderrun“ gespielt und die Performance in FPS (Frames per Second / Bilder pro Sekunde) gemessen. Da von Armored Kill keine Szenarien für den Einzelspieler-Modus zur Verfügung stehen haben wir hier mehrere Runden auf den verschiedenen Maps gespielt und die Resultate miteinander verrechnet. Als zusätzliche Vergleichsgröße haben wir die Map „Operation Firestorm“ aus dem Basisspiel mit einbezogen. Unser Testrechner:
  • Intel Core i5-2500K, übertaktet auf 4 GHz
  • Radeon HD 6970
  • 8 Gigabyte Arbeitsspeicher
  • Windows 7 Professional x64

Die Berichte, nach denen Armored Kill schlechtere Performance bedeuten, bzw. mehr Leistung in Anspruch nehmen würde können wir mit unseren Zahlen nicht belegen. Die durchschnittlichen FPS-Werte sind annähernd identisch. Lediglich die Singleplayer-Mission setzt sich ab. Maps Armored Kill fügt Battlefield 3 vier weitere Maps hinzu. Damit erhöht sich die Zahl der Maps zwischen denen man im Serverbrowser wählen kann auf stolze 21. Nachfolgend stellen wir die vier neuen Maps kurz vor. Alborz Mountain

Diese Map kann man, in mancher Hinsicht, als das Herzstück von Armored Kill sehen. Sie ist mit Sicherheit die optisch aufwändigste der vier neuen Maps und nach unserer Ansicht auch die spielerisch abwechslungsreichste. Die Optik der Karte, auf der zwei Teams im Hochgebirge gegeneinander Kämpfen, beginnt im Tal mit einem Waldstück in dem frischer Schnee fällt, führt an einem zugefroren See vorbei die unteren Hänge mit Schneewehen hinauf zu den Passstraßen. Diese engen und verwinkelten Straßen sind komplett eingeschneit und führen zum Teil zwischen enormen Felswänden hindurch. Treffen hier einmal Gegner aufeinander kommt es schnell zu einem erbitterten Gefecht, eine Flucht ist hier nicht möglich. Ist man schliesslich oben auf den Bergen angekommen hat man eine fantastische Aussicht über die Hänge, den See und das Waldstück.

Die Kontrollpunkte die höher liegen sind naturgemäß schwerer einzunehmen und können die Angreifer manchmal zur Verzweiflung treiben. Ein geschickter Einsatz von Flugzeugen und/oder Hubschraubern kann hier von entscheidender Bedeutung sein. Armored Shield Diese Map ist geprägt von offenen, zunächst recht idyllisch wirkenden Graslandschaften. Im Hintergrund zeichnet sich bereits ein Gebirge ab. Weitläufige Wiesen werden durchzogen von gelegentlichem Baumwuchs und diversen mehr oder weniger gut ausgebauten Straßen und Wegen. Die meisten Gebäude die man als Infanterist auf dieser Map findet sind alles andere als befestigt, die meisten haben bereits ungeplante Löcher in ihren Wänden. Diese Map gefällt uns, durch das Spiel der verschiedenen Farben und Lichteffekte besonders gut.

Bandar Desert Auf dieser Map kämpfen zwei Teams, der Name lässt es bereits erahnen, in der Wüste. Je nach Größe der Map und gewähltem Spielmodus sind die Kontrollpunkte unterschiedlich verteilt. Durch den umkämpften Wüstenabschnitt, der bis an die Küste reicht, ziehen sich auch zwei (scheinbar sehr wichtige) Straßen. Hier werden Erinnerungen an das mittlerweile zehn Jahre alte Battlefield 1942 und ausufernde Panzergefechte auf der damaligen Map „Operation Aberdeen“ wach. Die Map macht einen guten Eindruck und passt zum explosiven Setting des DLCs.

Death Valley Hier kämpfen sich die Teams durch ein, an einem Fluss gelegenes Waldstück, in dem mehrere Baustellen liegen und das von zwei großen Straßen großen und mehreren kleinen Baustellen durchzogen wird. Der gleichnamige Nationalpark in Kalifornien hat nichts damit zu tun. Hier ist eine gute Übersicht über die Verbindungen zwischen den Kontrollpunkten besonders wichtig. Anders als in einer offenen Wüste oder auf einem Berghang kann man meist nicht die direkte Verbindung zwischen zwei Orten wählen sondern ist durch durch Bäume und andere natürliche Hindernisse in der Wegfindung für Fahrzeuge etwas eingeschränkt. Die Map wirkt auf uns abwechslungsreich und punktet als Map die bei Abend bzw. Nacht spielt auch durch den etwas ungewohnten Look.

Spielmodi & Weitere Features Armored Kill erweitert Battlefield 3 neben den soeben vorgestellten Maps auch um einen neuen Spielmodus: Tank Superiority (treffend aber eigentümlich heisst dieser Spielmodus in der deutschen Fassung „Panzer-Übermacht“). Und der Name ist Programm, denn in Tank Superiority sind Panzer bzw. gepanzerte Kampffahrzeuge die dominante Größe auf dem Schlachtfeld. Hier gibt es auf der jeweiligen Map nur einen einzigen, ziemlich zentral gelegenen, Kontrollpunkt. Die Folge ist, dass sich das gesamte Kampfgeschehen an diesem Punkt oder an den Zufahrten zu diesem abspielt. Die Infanterie hat in diesem Spielmodus nur wenig Einfluss auf das Spielgeschehen. Lediglich einige fleissige Helfer die das eine oder andere Fahrzeug reparieren sowie ein paar Scharfschützen die sie daran hindern wollen trifft man, von allen die aus brennenden Fahrzeugen fliehen abgesehen, an.

Aber die Action dieser intensiven Gefechte ist keineswegs auf den Boden beschränkt, Kampfhubschrauber und -flugzeuge sind ebenfalls mit von der Partie und dürfen keinesfalls unterschätzt werden. Uns gefällt dieser neue Spielmodus gut. Hat man ein paar Freunde dabei oder ein Team welches sich gut abstimmt, dann geht es hier mächtig zur Sache. Landet man in einem Team aus Einzelkämpfern ist man, wie in den meisten teamorientierten Spielen unserer Zeit, ziemlich aufgeschmissen. Die intensiven Panzergefechte zeigen ganz klar die Stärke der Battlefield-Reihe, es gibt zwar viele gute Shooter, aber nur wenige Spiele die auch den Kampf mit Panzern, anderen Fahrzeugen und diversen Fluggeräten so gelungen abbilden.

Die Tatsache, dass es nur einen Kontrollpunkt gibt nimmt zwar ein wenig die Taktik aus dem Spiel, fördert aber die Action und das Spieltempo. Damit ergänzt Tank Superirority die vorhandenen Spielmodi (insgesamt bietet der Serverbrowser zwölf Einstellungsoptionen für den Spielmodus) sehr geschickt und ist ein gutes Gegengewicht zum infanterielastigen Close Quarters. Damit stimmt die Balance aus Fahrzeugen und Infanterie im Gesamtspiel Battlefield 3 nun wieder. Zusätzlich zu dem neuen Spielmodus sind auf den neuen Maps auch einige neue Fahrzeuge zu finden. Darunter sind die sogenannten „Tank Destroyer“, kleine einsitzige Fahrzeuge, die sehr schnell sind und sich damit ideal für die Jagd auf schwerfällige Panzer eignen. Aber auch die Quads dürfen nicht unterschätzt werden. Es ist zwar für den Passagier kaum möglich von seine Sitzplatz aus irgendetwas zu treffen, aber das Fahren auf den schnellen wendigen Vehikeln bereitet sehr viel Spaß. Mit den Quads kann man in Windeseile die Maps erkunden und feindlichen Panzern ausweichen. Fazit Battlefield 3: Armored Kill ist eine gute Erweiterung für ein hervorragendes Spiel. Die Frostbite 2 Engine zeigt mit den neuen, beeindruckenden Landschaften einmal mehr welches Potenzial in ihr schlummert. Gerade das Schneetreiben auf Alborz Mountain hat uns gut gefallen. Wir haben es hier wahrscheinlich mit einigen der optisch aufwändigsten und spielerisch spaßigsten Panzerschlachten zu tun, die es bisher in einer Erweiterung zu einem Shooter gab. Akustisch geht Battlefield 3: Armored Kill keine neuen Wege und greift im Wesentlichen auf den Sound des Basisspiels zurück.

Spielerisch kann eine Erweiterung wohl kaum den sprichwörtlichen „großen Wurf“ darstellen. Dennoch hat man bei DICE mit „Trank Superirority“ einen neuen Spielmodus ausgeliefert der frischen Wind in die Reihe bringt. Schade nur, dass die Fahrzeuganzahl begrenzt ist. Mehr als 16 Spieler sollten nicht an einer Runde teilnehmen, sonst droht Fahrzeugmangel. Hätte man hier Maps mit mehr Fahrzeugen oder einer Skalierung für mehr Spieler eingebaut, wäre der Modus noch besser. Wer Battlefield 3 wegen des Fuhrparks mag, der kann bei Battlefield 3: Armored Kill bedenkenlos zugreifen. Wer Infanteriegefechte bevorzugt, der braucht nicht unbedingt Geld für eine fahrzeugbasierte Erweiterung auszugeben. Insgesamt erhält Battlefield 3: Armored Kill von uns die folgende Wertung:


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