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Synology DS712+ im Test

Aus dem Hause Synology erreichte uns eine Mail, ob Interesse bestehen würde, deren neuestes Produkt im Bereich privater Netzwerksysteme zu testen, da es mitunter eine verbesserte Version des bekannten DSM (Disk Station Manager) gäbe. Da der durchschnittliche Computernutzer mit großen Datenmengen konfrontiert wird, auf die er nach Möglichkeit von überall aus Zugriff hat, ist dieses Thema natürlich hochaktuell. Basierend auf unserem letzten NAS Test nehmen wir uns heute das neue Synology DS712+ NAS, welches in erster Linie eigentlich eher für kleine sowie mittelständische Unternehmen konzipiert wurde, zur Brust und untersuchen unser Testobjekt wie beim letzten Mal auf seine äußeren und inneren Werte, die Bedienbarkeit sowie die Geschwindigkeit.

Unser Dank geht an dieser Stelle an Synology für die problemlose Bereitstellung eines Testmusters.

In der Redaktion trudelte nach wenigen Tagen ein unauffälliger hellblauer Karton ein, auf dem mit wenigen Blicken ersichtlich wird, was sich im Inneren verbirgt. Im Karton selbst, finden wir neben dem Synology DS712+ NAS folgenden Lieferumfang:

  • AC-Powerkabel
  • 2x 2m RJ45 Netzwerkkabel
  • CD mit Schnellstartanleitung und Benutzerhandbuch
  • 2 Schlüssel für die Festplattenfächer
  • 10 Schrauben zur Befestigung von 3,5 Zoll HDDs
  • 10 Schrauben zur Befestigung von 2,5 Zoll HDDs (auch die Verwendung von SSDs wäre theoretisch möglich)

Das Äußere

Die Vorderseite

Auf der Vorderseite finden wir an dieser Stelle wenig Spektakuläres. So sehen wir hier die zwei Festplatteneinschübe mit den jeweiligen Verriegelungsschlössern, eine Status-LED, jeweils eine LED für die zwei LAN Verbindungen, selbstverständlich auch jeweils eine LED für die HDDs selbst und natürlich den obligatorischen Powerbutton. Desweiteren spendierte man dem NAS hier einen sogenannten Copy-Button um den Inhalt angeschlossener USB-Speichermedien via einem einzigen Knopfdruck auf die verbauten Festplatten zu kopieren. Dies macht natürlich nur dann Sinn, wenn eine USB-Buchse vorhanden ist. Diese hat ihren Platz zwischen den beiden gerade erwähnten Buttons gefunden. Und getreu dem bislang unauffälligen Erscheinungsbild finden wir dezente in weiß gehaltene kleine Schriftzüge die uns über den Hersteller sowie die Modellvariante Aufschluss geben.

Oberseite und Seiten Auf der Oberseite finden wir Nichts. Das hört sich nach wenig an und so soll es auch sein. Passend zur Oberseite finden wir auch an den Seitenteilen bis auf den Markennamen herzlich wenig. Da hier alles gesagt wurde, widmen wir uns wieder einem interessanteren Part: der Rückseite.

Rückseite Auf der Rückseite sticht uns zuallererst einmal der große 92mm Lüfter ins Auge, der das Synology DS712+ auch im Dauerbetrieb bei sommerlichen Temperaturen kühl halten soll. Ob sich der Punkt "unauffällig" auch auf den Bereich Lautstärke anwenden lässt, werden wir an späterer Stelle näher erläutern. Einmal abgesehen vom mittlerweile üblichen Kensingtonlock finden wir Anschlussseitig einen eSata-, 2x RJ45 LAN- sowie zwei USB2.0-Ports zum Integrieren von externen Speichermedien oder auch USB-Druckergeräten. Platz gefunden hat hier auch der Reset-Button, der dafür zuständig ist, IP- und DNS Einstellungen für das Standardadministratorkonto zurückzusetzen.

Unterseite Vier Gummifüße garantieren einen rutschfesten und vor allem sicheren Stand der Diskstation aus dem Hause Synology. Da selbige groß und auch weich genug sind, dürften wir hier mit Vibrationen keine Probleme haben, was sich später auch bewahrheiten wird. Ansonsten, wie für eine Unterseite üblich, finden wir auch hier nichts Spektakuläres.

Gesamteindruck Unauffällig, unauffälliger, Synology DS712+. So sollte die Komparation unserer Meinung nach in Zukunft lauten. Immerhin fügt sich das Gerät in jede Umgebung perfekt ein. Nicht zuletzt ist dies dem schwarzen, robust anmutendem Metall zu verdanken, welches die Tüftler von Synology der Diskstation spendiert haben. Verarbeitungstechnisch gibt es auch hier absolut nichts zu bemängeln. Einziger Wermutstropfen: Fingerabdrücke sieht man hier sofort. Im Grunde genommen ist das aber eigentlich auch egal, immerhin handelt es sich um ein Network Attached Storage System, welches sein Dasein höchstwahrscheinlich sowieso im Hintergrund fristet, es sei denn es wurde von einem Speichermedienfetischisten erworben.

Technische Daten

Somit genug vom Äußeren unseres 157 X 103,5 X 232 mm (HxBxT) großen und im Leerzustand rund 1,69 kg schweren Testobjekts. Denn technisch ist die Diskstation sehr potent aufgestellt. Prozessorseitig wurde auf einen Intel Atom D425 "Pineview" (45nm) Single Core zurückgegriffen, der mit 1,83 Ghz taktet. Dank Intels HT (Hyper Threading) Technologie kann dieser aber gleichzeitig zwei Threads bearbeiten. Beim Arbeitsspeicher setzt man an dieser Stelle auf 1GB DDR3 Speicher um ein flüssiges Arbeiten zu gewährleisten. Selbiger ist in einem SO-DIMM Slot verbaut, was uns die Möglichkeit gibt, den Arbeitsspeicher mittels eines max. 4GB großen Moduls zu erweitern. Aufgrund der aktuellen Preise in diesem Segment eine doch sehr angenehme Tatsache. Festplattentechnisch ist man mittels HotSwap in der Lage im laufenden Betrieb die Platten auszutauschen. Ob dies in der Praxis nötig sein wird, kommt darauf an, ob man wirklich mehr Daten zu verwalten hat, als es die interne maximale Kapazität zulässt. Immerhin können hier bis zu 8 Terabyte verbaut werden, die dem durchschnittlichen Anwender in der Regel ausreichen sollten. Alternativ können ja auch noch externe Speichermedien angeschlossen werden um die maximale Kapazität auf 21TB zu erhöhen.

Mit der aktuellsten Firmware werden Festplatten der Hersteller Hitachi, Seagate, Toshiba, Western Digital und Samsung als kompatibel gekennzeichnet. Um die maximalen 21TB großen Festplatten dieser Hersteller auch schnellstmöglich mit Daten zu füttern, bzw. diese wieder auf den Computer zu transferieren, unterstützt die Synology DS712+ die sogenannte Link Aggregation Technologie, mit der es möglich ist, zwei Ethernet Verbindungen zu einer logischen zusammenzufassen. Dies hat den entscheidenden Vorteil dass die doppelte Datenmenge über diese Verbindung transportiert werden kann, da eine einzelne Verbindung aufgrund der verwendeten Kabel bzw. der Anschlüsse in Punkto Übertragungsgeschwindigkeit meist limitiert sind. Zusätzlich beugt diese "gedoppelte" Verbindung auch der Ausfallsicherheit der Übertragungen vor. Nicht nur deshalb verfügt die Diskstation natürlich auch überzwei 1 Gigabyt LAN-Ports.Alternativ bietet sich mit einem USB-Dongle auch die Möglichkeit per WLAN auf die Diskstation zuzugreifen. Dieser muss aber dann auch extern angeschafft werden um in den Genuss drahtloser Übertragung zu kommen. In Punkto Stromverbrauch und Lautstärke müssen wir uns an dieser Stelle auf die Herstellerangaben berufen, die im Bereich der Lautstärke des 92mm Lüfters mit 19,5 dB(A) und beim Stromverbrauch im Betriebszustand mit 27,5W angegeben sind. Laut den Herstellerspezifikationen soll die Synology DS712+ selbst im Ruhezustand noch stolze 17,6W verbrauchen. Garantie bekommt man volle 3 Jahre seitens Synology zugesprochen, diese aber nur eingeschränkt.

Einbau der Festplatten

Einfacher hätte man es wahrscheinlich nur noch mit der zukunftstechnologie NFC (Near Field Communication) machen können. Den Schlüssel ins Schloss, nach Rechts drehen und schon kann man den Festplatteneinschub der Disk Station entnehmen. Um das Synology DS712+ NAS zu füttern, wird die Festplatte in den Einschub gelegt, mithilfe der mitgelieferten Schrauben dort fixiert und der Einschub wieder in die Station eingeschoben. Im wahrsten Sinne des Wortes abschließend das Schloss mit einer 90° Drehung nach links wieder verriegeln und vóila, das Speichermedium wurde installiert. Da es sich bei unserem Testobjekt um ein klassisches 2-Bay NAS handelt wiederholen wir den Vorgang natürlich um auch die zweite Platte funktionstüchtig einzubauen. Und auch hier wieder: Nichts wackelt, nichts klappert, alles sauber verarbeitet und durchdacht. Genau so wünscht man sich das.

Inbetriebnahme und Installation

Nachdem wir die Synology DS712+ mit dem Stromnetz verbunden haben und selbige via RJ45-Kabel an unseren Router angeschlossen haben, schalten wir unser Testmuster ein. Nach wenigen Sekunden signalisiert uns die blaue Power LED an der Vorderseite durch ihr konstantes Leuchten, dass das Gerät hochgefahren und einsatzbereit ist. Gemäß der auf der CD befindlichen Schnellstartanleitung installieren wir nun die Diskstation. Wir starten das auf der CD befindliche Setup für den Synology Assistent durch einen Klick auf Start und lassen uns vom Installationsassistenten durch den Vorgang führen.

Nach erfolgter Installation sucht der Assistent in unserem Netzwerk nach der Diskstation und findet selbige nach wenigen Augenblicken mit dem Hinweis "Nicht Installiert". Dies bedeutet das auf unserem Gerät noch keine Firmware bzw. kein Betriebssystem aufgespielt wurde, welches wir entweder der CD entnehmen können oder aber auch im Synology Download Center herunterladen können. Starten wir das Setup, haben wir hier die Gelegenheit Synologys Hybrid Raid einzurichten. Selbstverständlich können alternativ auch die gängigeren RAID Verbünde erstellt werden. Hat man sich entschieden sollte mit wenigen Klicks auch die Firmware aufgespielt worden sein, womit wir ab jetzt in der Lage sind, Synologys DS712+ mittels des verbesserten DSM (Disk Station Managers) zu verwalten. An dieser Stelle eine sehr positive Überraschung: Früher war es unumgänglich beim Installieren eine Festplattenprüfung durchzuführen. Dies ist nun optional was uns und auch den zukünftigen Käufer freut, da wir aus der Vergangenheit wissen, das diese Überprüfung meist mehr als eine Stunde gedauert hat. An dieser Stelle verzichten wir auf die Prüfung der Festplatten und sind somit nach wenigen Minuten startklar.

Funktionsumfang

Auf den ersten Blick werden wir anhand der schieren Masse von Anwendungen fast erschlagen. So können wir im Bereich "File Station" Virtuelle Laufwerke und Remote Ordner erstellen bzw. einbinden. Sichern können wir aufgrund der zahlreichen Sicherungslösungen unsere Daten mittels Netzwerksicherung, Lokaler Datensicherung, Desktop-Sicherung via Windows Synologys Data Replicator 3 und auf Mac-basierten Systemen dank Apples Time Machine.

Freigegebene Ordner lassen sich einfach und unkompliziert snychronisieren, LUN-Sicherungen mit maximal 8 Aufgaben können erstellt werden und via USBCopy sind wir in der Lage die Konfiguration zu sichern. Desweiteren kann die Diskstation auch als Server genutzt werden. Wird ein Mailserver erstellt, werden die drei gängigsten Protokolle POP3, SMTP und IMAP unterstützt. Soll ein FTP-Server eingerichtet werden können wir zukünftig die Bandbreite kontrollieren, den passiven FTP Portbereich anpassen, Anonymous FTP und das Übertragungsprotokoll aktivieren. Nutzt man hingegen dieses Produkt als Webstation können bis zu 30 Webseiten virtuell gehostet und auf volle PHP/MySQL Unterstützung zurückgegriffen werden. Selbstverständlich ist die Diskstation auch in der Lage als Druckserver zu fungieren, welcher sich dann mittels LPR, CIFS, IPP, Apple AirPrint, Google Cloud Print als sehr universell erweist. Und auch auf die Einbindung der neuen Smartphone Technologien ist die DS712+ vorbereitet. So gibt es aktuell für Android und iOS ganze fünf Apps, die wir hier zwar aufführen, aber erst später im Detail betrachten. In Google Play bzw. dem App Store finden wir DS photo+, DS audio, DS cam, DS file, und den DS finder. Windows Phone Nutzer müssen sich an dieser Stelle bislang mit der letztgenannten App zufrieden geben.

RAID-Modi

Der Vollständigkeit halber führen wir hier nur kurz auf, welche RAID Systeme man einrichten kann:

  • JBOD (Sammlung von mehreren Festplatten)
  • RAID-0 (Mehrere Platten werden in Blöcke aufgeteilt sodass die Daten auf die Festplatten verteilt werden, Keine Redundanz)
  • RAID-1 (Daten werden gleichzeitig auf zwei HDDs geschrieben, fällt eine aus, sind die Daten vollständig erhalten)
  • RAID-5 (Paritätsmodus zur Speicherung redundanter Daten, Backup zur Wiederherstellung in Größe der kleinsten HDD)
  • RAID-5+Spare (s.o. hier werden mind. 4 HDDs genutzt, eine dient als Hot Spare Laufwerk, Speicherplatz maximal kleinste HDD)
  • RAID-6 (s.o. hier werden Daten auf zwei Festplatten gespeichert)
  • RAID-10 (Leistung von RAID 0, aber Ausfallsicherheit von RAID 1)

Bedienung

Nach erfolgreicher Installation verbinden wir uns über den Synology Assistenten mit der Diskstation. Dazu loggen wir uns mit dem Standarddaten des Administratorenaccounts an und lassen unseren Blick in Ruhe über den sehr aufgeräumten "Desktop" schweifen.

Geöffnet ist bereits die Anwendung "Schnellstart" mittels derer wir uns zuallererst einen neuen Account anlegen, der - wie soll es anders sein - pcmaster heißen wird.

Diesen versehen wir natürlich mit einem Passwort und statten ihn sowohl mit vollen Lese- als auch Schreibrechten aus.

Danach erstellen wir unter Volumes einen neuen gemeinsam genutzten Ordner den wir PCMasters.de Testordner nennen und begrenzen dessen Größe auf 200GB.

Soviel zur ersten Einrichtung. Als nächsten Schritt nehmen wir uns den Dateibrowser zur Brust und sind positiv überrascht, wie einfach das Navigieren dort fällt.

Intuitiv laden wir testweise einen Ordner vom Computer in unseren Testordner per Drag&Drop hoch und werden sofort benachrichtigt das der Upload bereits läuft.

Doch funktioniert das Ganze auch ohne den Dateibrowser, bzw. ohne am DSM angemeldet zu sein? Eine Antwort darauf liefert uns der Synology Assistent. Mittels der Schaltfläche Laufwerk einbinden können wir ein neues Netzlaufwerk erstellen.

Dafür geben wir lediglich unsere Anmeldedaten ein,

wählen den entsprechenden Ordner aus

und weisen diesem einen Laufwerksbuchstaben zu.

Und siehe da, unter "Computer" finden wir im Windows-Explorer auch schon promt unser Netzlaufwerk, auf das wir Daten hoch- sowie runterladen können. (Kleiner Hinweis: Vor der Laufwerkseinbindung mussten wir die Firewall der Diskstation entsprechend konfigurieren)

DiskStation Manager 3.2

Die neue, verbesserte Version des DiskStation Managers lässt keine Wünsche offen, im Gegenteil, sie bietet sogar soviel das wir uns hier an der Stelle auf 3 Anwendungen beschränken, da dies sonst den Rahmen sprengen würde. Im Praxistest haben wir uns auch auf einige wenige Funktionen beschränkt, ganz so, wie es der normale Endverbraucher auch tun würde.

Photo Station 5

Zuallererst müssen wir diese Option unter Systemsteuerung aktivieren um vollen Zugriff auf die Photo Station zu haben. Sinnvoll: Aktiviert man diese Anwendung werden für alle Benutzer Standardordner erstellt die wir im "Datei Browser" unter "Photo" finden. An dieser Stelle sei gesagt, das jeder Benutzer selbst entscheiden kann, ob er die Photo Station nutzen möchte. Denn: Jeder kann sich seine persönliche Photo Station via Systemsteuerung aktivieren oder gegebenenfalls deaktivieren. Aber was kann dieses Tool eigentlich? Haben wir die Verknüpfung auf unserem DSM Desktop angeklickt öffnet sich in einem neuen Tab die Photo Station. Hier können wir mittels der "Hinzufügen" Schaltfläche die Bilder unserer Wahl entweder vom Computer direkt oder aber auch von der Diskstation selbst hochladen. Diese können in beliebigen Alben sortiert werden. Sollten diese Bilder noch bearbeitet werden müssen, stehen uns 3 Funktionen zur Verfügung: Pixlr Editor, Pixlr Express und Picnik. Letzgenannte funktioniert aber dahingehend nicht, da wir nach dem Start der Anwendung auf die Picnik Webseite geleitet werden, wo uns mitgeteilt wird, dass Picnik seine Pforten zum 19. April leider schließen musste. Haben wir die Bilder fertig bearbeitet, können wir sie mit Geotag Informationen über Google Maps versehen, oder sie direkt auf Twitter, Facebook oder Plurk hochladen und teilen. Weiterhin liefert man uns die Möglichkeit direkt in der Photo Station 5 einen eigenen, sogenannten Synology Blog zu erstellen um unsere Freunde an unserem Leben teilhaben zu lassen.

Audio Station

Auch diese müssen wir zuerst aktivieren. Haben wir dies erledigt finden wir die Audio Station auch sofort auf dem Desktop des DiskStation Managers. Starten wir die Audio Station öffnet sich - im Gegensatz zur Photo Station 5- diese auf dem DSM Desktop. Unser erster Eindruck: Aufgeräumt, klar strukturiert und übersichtlich. Standardgemäß sehen wir auf der linken Seite die Auswahlliste der Quellen. Hier haben wir die Auswahl zwischen Bibliothek, persönlichen und gemeinsamen Wiedergabelisten, Internetradio und dem Medienserver (Dieser muss vorab auch in den Optionen aktiviert worden sein). Mittig finden wir die jeweilige Ordnerstruktur bzw. die einzelnen Dateien. Im rechten Bereich finden wir den übersichtlichen Player sowie die aktuelle Wiedergabeliste. Kurzum, es ähnelt doch sehr stark dem optischen Auftritt von iTunes, was an dieser Stelle auch wenig verwunderlich ist, immerhin wurde auch iTunes in Synologys DS712+ integriert. Die Audio Station können wir auch ähnlich dem Windows Media Player zum Mini Player verwandeln wenn die entsprechende Schaltfläche angeklickt wird. Doch funktioniert das alles so wie es soll? Hier werden wir nicht enttäuscht, denn schon nach wenigen Sekunden läuft unser Wunschtitel einwandfrei über den Player der Audio Station. Ein erster Test des Internetradios liefert auch hier den erwarteten Musikgenuss. Überrascht hätte uns auch ein gegenteiliges Ergebnis, laut Synology werden hier auch folgende Formate unterstützt: AAC, FLAC, M4A, MP3, Ogg Vorbis, WMA, WMA und VBR. Läuft unsere Muisk über einen Stream werden mit MP3, M4A und M4B drei gängige Formate erfolgreich wiedergegeben. Im Bereich DLNA/UPnP Medienserver werden 3GP, 3G2, ASF, AVI, DAT, DivX, DVR-MS, ISO, M2T, M2TS, M4V, MKV, MP4, MPEG1, MPEG2, MPEG4, MTS, MOV, QT, SWF, TP, TRP, TS, VOB, WMV, XviD und RMVB (die tatsächliche Wiedergabefähigkeit richtet sich nach dem DLNA/UPnP-Clienten) Video Dateien wiedergegeben. AAC, AIFF, APE, FLAC, M4A, Apple Lossless, MP3, Ogg Vorbis, PCM, WAV, WMA, WMA VBR, WMA PRO und WMA Lossless Audiodateien stellen für die Diskstation auch kein Hindernis dar.

Zusammengefasst: Die Audio Station hat uns vollauf überzeugt. Hier passt alles und läuft so wie man es sich vorstellt.

Die File Station

Wie bei den beiden Anwendungen zuvor sind wir hier restlos begeistert. Die klare Struktur der Anwendung macht es uns leicht dort zu navigieren und unsere Daten zu verwalten. Da die File Station genau gleich konzipiert ist, wie der interne Datei Browser brauchen wir an dieser Stelle nicht viel schreiben und widmen uns dem nächsten und wahrscheinlich technisch interessantesten Punkt, der Geschwindigkeit.

Geschwindigkeit & Benchmarks

Unser Testsetup sieht wie folgt aus: Die Diskstation hängt via CAT5e Kabel an unserer AVM Fritzbox WLAN 7320 (UI), an der logischerweise unser Computer hängt. Wir testen einmal eine 6,73GB große ISO-Datei und einen Ordner dessen 22,5GB vollgepackt sind mit Bildern, Videos, Musikdateien und Dokumenten. Hier messen wir in drei Durchläufen jeweils die Zeit die für den Up- sowie den Download benötigt wird und rechnen uns anhand dieser Werte die durchschnittliche Geschwindigkeit in MB/s aus. Diese mitteln wir auch wieder anhand unserer drei Durchlaufswerte. Beim Ergebnis gilt: Je mehr MB/s, desto besser. AAllerdings müssen wir vorab klarstellen, dass wir technisch leider nicht in der Lage sind, das Link Aggregation Feature zu nutzen womit es uns nicht möglich ist, mehr als 100MB/s zu transferieren. Rein theoretisch sollten wir aber bis zur maximal möglichen 100MB/s Marke kommen können.

Wie sieht es denn nun in der Realität aus? Angefangen haben wir mit dem Upload der 6,73GB großen ISO-Datei die wir vom Computer auf die Diskstation hochladen. Nach 3 Testläufen ist der Test vollbracht. Erreicht haben wir hierbei eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 44,28 MB/s. Wollen wir diese ISO-Datei aber wieder auf unserem Computer haben, müssen wir uns allerdings mit 31,2MB/s begnügen.

Der zweite Teil des Tests sieht es vor, unseren 22,5GB großen Testordner auch schnellstmöglich auf und von der Diskstation zu bekommen. Hier testen wir wieder mit dem gleichen Verfahren. Nach drei Durchläufen liegen beim Upload im Durchschnitt 36,89MB/s an, beim Download hingegen 36,82MB/s.

Diese Werte Im Überblick:

Übertragungsgeschwindigkeit
Übertragungsdaten Übertragungsrichtung Durchschnittliche Übertragungsrate
ISO Upload 44,28 MB/s
ISO Download 31,20 MB/s
Ordner Upload 36,89 MB/s
Ordner download 36,82 MB/s

Diesen erreichten Werten können wir entnehmen, dass die Geschwindgkeitsvorteile klar bei kleineren einzelnen Dateien liegen, wohingegen die Geschwindigkeit stark beim Download einbricht. Dies können wir uns an dieser Stelle nicht erklären, da sich alle drei Durchgänge ziemlich gleich verhalten haben. Transferieren wir hingegen große Datenmengen die in kleine Pakete verteilt sind, liegen die Up- sowie Downloadrate fast gleichauf. Diese Werte liegen zwar weit unterhalb der theoretisch möglichen 100MB/s Grenze, können sich aber dennoch sehen lassen. Was uns aber auffällt: Laden wir größere Daten von der DiskStation, wird das Arbeiten mit dem DSM doch sehr mühselig, da dieser doch größere Verzögerungen beim Ausführen unserer Anweisungen erleidet.

Apps

Wie bereits erwähnt gibt es im Ganzen fünf Apps auf deren jeweilige Android-Varianten wir hier wir hier ein wenig näher eingehen wollen. (Kurze Info: Wir haben in Google Play lediglich 4 Apps gefunden, DS Photo+ war aktuell nicht vorhanden).

DS Audio

Starten wir die App, melden wir uns nach Eingabe der Adresse der DiskStation mit unserem Benutzernamen und Passwort an. Sollten wir mehrere DiskStations haben, müssen wir uns die Adressen nicht merken, die App speichert nämlich einmal eingegebene Adressen selbstständig ab. Auf der Startseite haben wir sechs Schaltflächen, mittels derer wir zwischen Album, Interpret, Genre, Ordner, der Wiedergabeliste oder dem Internetradio wählen können. Haben wir uns entschieden öffnet sich der Player oder unsere Datei wird - falls aktuell schon Musik gestreamt wird - zur Warteschleife hinzugefügt. Auf dem Playerscreen haben wir, wie es sich für einen potenten Player gehört, auch die üblichen Funktionen á la Shuffle, Repeat, Folder Repeat und One Track Repeat. Kurzum: Übersichtlich und praktisch. Mehr kann man hier nicht sagen.

DS File

Die Hauptaufgabe dieser App ist es, den Inhalt unserer Diskstation auch mobil verwalten zu können. Selbstverständlich können Elemente hier bearbeitet, heruntergeladen, verschoben oder auch gelöscht werden. Und diese Aufgabe erfüllt die App tadellos.

DS Cam

Mithilfe dieser Anwendung ist es möglich, angeschlossene Kameras der Diskstation fernzubedienen, ein- oder auszuschalten oder ein Video aufzunehmen, bzw. die Aufnahme anzuhalten. Dies dürfte in der Regel ein eher selten genutztes Feature bleiben. Aber auch wenn weniger genutzt, im Einsatz ist diese App gut durchdacht und erfüllt ihren Zweck.

DS Finder

Bitte? Tatsächlich. Der DS Finder ist eine App die es uns möglich macht, unsere Diskstation mittels eines Piepsignals wiederzufinden. Das funktioniert soweit auch ganz gut, aber wer vergisst denn wo er seine Diskstation hingestellt hat? Wohl aus diesem Grund hat man sich bei Synology gedacht, die App wesentlich nützlicher zu gestalten. Und das haben die Entwickler der App bravourös gemeistert. Mithilfe dieser Anwendung können wir sämtliche Informationen wie z.B. die Betriebszeit oder aber auch die aktuelle Betriebstemperatur ausweisen lassen.Weiterhin ist es auf Wunsch auch ersichtlich, wie es um die Festplatten selbst steht. Hier finden wir Informationen zum Zustand der Festplatten, aber auch zur Nutzung des Speicherplatzes. Letztere Information wird grafisch aufbereitet und macht auf einen Blick ersichtlich, wie viel Platz noch zur Verfügung steht. Über den "Mehr"-Button könnte der Anwender desweiteren seine e-Mails abrufen, die DiskStation herunterfahren oder auch neustarten. Zu guter Letzt kommt man hier auch zum mobilen Desktop der DiskStation um in den Genuss des vollen Funktionsumfangs wie zuhause zu kommen. Diese App ist mit Sicherheit die interessanteste für den datenaffinen Anwender, da er hier alle Möglichkeiten zur Verfügung gestellt bekommt, die er auch am heimischen Computer hätte.

Fazit

Synologys DS712+, welche eher für kleine bis mittelständische Unternehmen gedacht ist, bietet auch dem Privatanwender eine Fülle von Möglichkeiten die ihresgleichen sucht. Das alles verpackt im unauffälligen, schlichten schwarzen Design macht die DiskStation zu einem perfekten Allrounder. Die Einbindung von Smartphones, Sicherungseinrichtungen und der kinderleichten Bedienung des DiskStation Managers hätten wir uns an dieser Stelle nicht besser wünschen können.

Der Endanwender dieser Lösung bekommt für einen Preis von 394€ exklusive Festplatten (Geizhals.at, Stand 21.06.2012) ein sehr potentes und leicht bedienbares NAS mit dem keine Wünsche offen bleiben sollten. Und das, obwohl der recht kleine Single Core Atom in Kombination mit dem Arbeitsspeicher nicht das Ultimo an Hardware darstellt. Dies ist aber wie unser Test zeigt kein wirkliches Argument, da dieser bei der schwierigeren Aufgabe - dem Hoch- sowie Runterladen von vielen kleinen Dateien - noch immer ausreicht. Nicht zuletzt dank dem umfangreichen Softwarepaket und der sehr guten Verarbeitung bekommt die Synology DS712+ von uns den Empfehlungs-Award verliehen.


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