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Boogie Board 8.5 Kurztest

Kreative Köpfe haben es am Computer meistens nicht leicht, wenn sie am liebsten einfach drauf loszeichnen wollen. Gut, es gibt Grafiktabletts zu genüge, aber was wenn man nur mal schnell vor sich hinkritzeln oder ein paar Notizen aufschreiben möchte? Dafür denkt das amerikanische Unternehmen Improv Electronics die Lösung zu haben: Ihr Boogie Board. Wir haben heute den ersten Vertreter der Serie bei uns und schauen einmal, zu was das gute Stück so zu gebrauchen ist.

Ginge es nach dem Hersteller, soll das Boogie Board so ziemlich jeden Notiz- und Schreibblock ersetzen. Die Grundvoraussetzungen sind durchaus gegeben, denn es ist dünn und leicht, aber vielleicht auch etwas zu spartanisch gestaltet. Aber was bräuchte so ein Papierersatz noch alles? Natürlich einen Stift, die Möglichkeit "natürlich" zu schreiben und eigentlich auch eine Speicherfunktion.

Ein Stift liegt dem guten Stück natürlich bei, allerdings wirbt man auch mit dem Argument, dass so ziemlich jeder Gegenstand zum Schreiben geeignet ist – ja, auch der eigene Finger. Mit dem natürlichen Schreibgefühl meinen wir, ob beispielsweise die Schriftdicke proportional zum Anpressdruck des Stifts ist. Und ja, auch das ist der Fall. Kommen wir nun zum einzigen Problem. Ein Speichern der Seiten ist beim Boogie Board 8.5 nämlich nicht vorgesehen. So kann man entweder die Seite immer weiter voll schreiben oder sie mit einem einfachen Knopfdruck löschen. Nicht wirklich optimal, aber sehen wir mal, was das gute Gerät noch so alles mit sich bringt.

Wir danken an dieser Stelle Improv Electronics, die uns freundlicherweise ein Muster für das heutige Review zur Verfügung stellten.

Lieferumfang & Praxis Wenn wir das Boogie Board 8.5 aus seiner natürlichen Umgebung - der Verpackung - nehmen, dann präsentiert es sich uns in einer kleinen Plastikschale. Mit einem Handgriff ist es auch relativ schnell herausgehebelt und offenbart den restlichen Lieferumfang in Form eines Stifts, eines Reinigungstuchs und einer kurzen Anleitung. Diese gibt uns ein paar wertvolle Tipps zum Umgang mit unserem elektrischen Notizblock, beispielsweise die optimalen Betriebstemperaturen von 10 bis 40 °C oder den Hinweis, dass man es nicht unter Wasser tauchen oder zu lange in der Sonne liegen lassen sollte.

Der Stift besteht aus Edelstahl und Kunststoff und liegt durch sein geringes Gewicht gut in der Hand. Die Kunststoffspitze ist etwas abgerundet, was wohl am wichtigsten für das Boogie Board ist. Grundsätzlich kann man mit allem darauf schreiben, nur sollte es nicht zu spitz sein. Das gilt allerdings nur für das Boogie Board 8.5 sowie das Boogie Board 10.5, bei dem neuen Boogie Board Rip mit Speicher ist man auf den beigelegten Stift angewiesen. Das Stofftuch ist eine nette Beigabe und durchaus nützlich, wenn das Board über längere Zeit unbenutzt war und etwas verstaubt ist.

Aber was kann man mit dem Boogie Board 8.5 nun wirklich sinnvolles machen? Das muss wohl jeder für sich herausfinden. Bei uns hat es sich vor allem als Notizblock und To-Do-Liste bewähren können, für einen Einsatz als Einkaufsliste ist es leider etwas unhandlich, sodass wir lieber unser Smartphone dafür benutzen. Dazu kommt ein weiterer kritischer Punkt, nämlich der Transport. Da das Display druckempfindlich ist, sollte man darauf achten, ob und wie man es in der Tasche verstaut, da man im schlimmsten Fall massenhaft weiße Druckflecken hat und der Text unlesbar wird. Demnach empfehlen wir es also für den stationären Einsatz. Somit wäre auch eine Nutzung als Werbetafel in einem Schaufenster denkbar, wobei hier die geringe Größe ein Problem darstellen dürfte. Eine interessante Möglichkeit bietet die Ordner-Version von Improv Electronics, bei der das Boogie Board dank einer Halterung direkt in den Ordner eingeheftet werden kann. Wie jedes Produkt kommt aber auch das Boogie Board 8.5 nicht ohne Schwächen aus. Aufgrund der wirklich kompakten Maße ist keine Halterung für den Stift vorhanden, sodass man sich jederzeit sicher sein sollte, wo man ihn zuletzt abgelegt hat, da es sich mit ihm immer noch am besten schreibt. Dazu gesellen sich weitere Probleme. Da man den Inhalt nicht speichern kann, ist das Boogie Board 8.5 nicht für Kunstwerke geeignet, ansonsten müssten diese abfotografiert und gespeichert werden. Für kleine Notizen ist das allerdings nicht weiter störend, da sich diese ohnehin schnell ändern können. Dazu kommt, dass es keine Radierfunktion gibt - hat man sich verschrieben, kann man versuchen es auszubessern oder muss von vorn beginnen. Den letzten Nachteil bildet der Fakt, dass man die kleine 3V Uhren-Batterie nicht selbst austauschen kann. Aber wer braucht das schon? Laut Improv Electronics sind bis zu 50.000 Löschvorgänge mit einer Batterie möglich, sodass wohl eher andere Komponenten verschleißen werden als die Batterie. Technische Daten: - 8,5 Zoll Bildschirm mit Reflex LCD Technologie - Gewicht: 119 Gramm - Maße: 223 x 142 x 3 Millimeter Fazit Fassen wir zum Abschluss also nochmal alles zusammen. Was bekommt man denn nun mit dem Boogie Board 8.5? Auf jeden Fall ein nettes Gimmick oder Geschenk, falls man wieder einmal ratlos ist, was man den Liebsten unter den Weihnachtsbaum legen könnte. Vielleicht findet nicht jeder sofort einen sinnvollen Einsatzzweck für das gute Gerät, doch als Notizblock am Arbeitsplatz oder kleines Spielzeug für zwischendurch erfüllt es durchaus seine Dienste.

Man sollte dabei allerdings nicht vergessen, dass es eben kein vollwertiges Grafiktablett ist. Eine Speicherfunktion ist hier nicht vorhanden, eine Halterung für den beigelegten Stift sucht man auch vergebens. Und ehrlich gesagt können wir auch dem Werbespruch des Herstellers, dass sich mit dem Boogie Board Papier sparen lässt, nur wenig abgewinnen, da dieses in Herstellung und Entsorgung deutlich belastender für die Umwelt ist. Nichts desto trotz hat sich das Boogie Board 8.5 einen Innovationsaward verdient. Flach, leicht, aus jedem Winkel gut zu lesen und dennoch relativ günstig, so muss es sein.

Leider ist es wie so oft bei unbekannten Produkten auch hier der Fall, dass sie nur schwer zu beziehen sind. In Deutschland gibt es noch keinen offiziellen Distributor, weswegen es bisher nur vereinzelt bei Amazon lieferbar ist, der günstigste Preis liegt bei 29,99 Euro für die schwarze Version. Alternativ ist es auch auf der offiziellen Website zu erwerben, hier liegt die UVP bei 39,99 Euro für die schwarze Variante und 42,50 Euro für Rot, Rosa, Grün, Kobaltblau und Weiß. Für die, die es etwas extravaganter mögen, gibt es für 44,99 Euro noch Ausführungen in Silber und Gold. Als Zubehör sind im Shop auch noch Kleinigkeiten wie eine Tasche oder ein Magnet Kit erhältlich. Wer sich mit dem Boogie Board 8.5 nicht zufrieden gibt, der findet dort auch noch eine Ausführung mit 10,5 Zoll Bildschirm oder auch das neue Boogie Board Rip mit Speicherfunktion.

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