Eingabegeräte Hardware Testbericht

Kampf der Nager: Maus Roundup von Logitech

Wer bei seiner täglichen Arbeit oder auch beim Spielen etwas Hochwertiges in der Hand haben möchte, wird nicht um den Namen Logitech herumkommen. Dieser schweizer Hersteller ist seit einiger Zeit auf seinem Gebiet prädestiniert und bietet ohne Frage einige der besten auf dem Markt erhältlichen Geräte an. Um auch den Bedürfnissen der Computerspieler gerecht zu werden, rief man im Jahr 2005 eine spezielle Serie für eben diese ins Leben. Die darin enthaltene Logitech G5 war ein echter Erfolg und ist dank einer Refresh-Version immer noch sehr beliebt.

Jedoch ist sie auch etwas in die Jahre gekommen, deswegen wollen wir hier ihren Nachfolger, die Logitech G9x und G500 in einem Vergleichstest auf die Probe stellen. Alle drei sind speziell auf Gamer ausgerichtet, sollen dem Spieler einen taktischen Vorteil durch ihre Technik bieten.
Während die G9x von Grund auf neu entwickelt und mit allerlei Extras vollgestopft wurde, sieht man der G500 an, dass es sich im Prinzip um eine G5 handelt, die auf den aktuellen Stand der Technik gebracht wurde. So bieten beide Mäuse das neue MicroGear Scrollrad sowie eine Auflösung jenseits der 5000 dpi.  

  An dieser Stelle geht ein Dank an Logitech für die Bereitstellung eines Samples der G9x und an Henning Schneider für das Anfertigen der Fotos.

Lieferumfang Logitech G5 Bei der Logitech G5 setzte man auf einen relativ großen Pappkarton, in welchem sich eine große Plastikform befindet. Dort sitz alles fest an seinem Platz, umweltfreundlich ist jedoch etwas anderes. Zum Lieferumfang gehören die Maus selbst, ein Gewichtsmagazin, welches mit bis zu 8 Gewichten aus einem edlen Etui bestückt werden kann, ein kleines Handbuch sowie eine CD mit passender Software und Treibern.  

    Logitech G500 Beim Auspacken der Logitech G500 gab es eine erfreuliche Überraschung, denn im Gegensatz zum Vorgänger findet sich die Schale der Maus als einziges Plasteteil der Verpackung, der Rest besteht gänzlich aus Pappe. An dieser Stelle ein Lob an Logitech für diese umweltfreundliche Verpackung. Das mitgelieferte Zubehör ist identisch mit dem der G5, doch die Kapazität des Gewichtsmagazins wurde auf 6 Stück herabgesetzt.  

 

  Logitech G9x Bereits der Karton der G9x zeigt, dass sie etwas ganz Besonderes ist. Im Gegensatz zu ihren beiden Kollegen ist ihrer aufklappbar und präsentiert dadurch auf der Vorderseite die Maus selbst, im Mittelteil einige der technischen Raffinessen und die zweite Griffschale. Damit wären wir auch schon beim Lieferumfang, zu dem die Maus selbst inkl. zweier Griffschalen (XL und Präzisionsgriff), Gewichtsmagazin und Etui sowie Handbuch und Software CD.  

   

Technische Daten


Logitech G5

Logitech G500 Logitech G9x

Abtastung

Abtastung
Abtastung
Maximale Auflösung

2000 dpi

5700 dpi 5000 dpi

Bildverarbeitung

6,4 Megapixel/s

12 Megapixel/s 9 Megapixel/s

Maximale Beschleunigung

20 G 30 G 30 G

Maximale Geschwindigkeit

1,65 m/s 4,19 m/s 3,8 m/s

Reaktion

Reaktion Reaktion
USB-Datenformat

12 Bits/Achse

16 Bits/Achse 16 Bits/Achse
USB-Report-Rate

500/s

1000/s 1000/s

Gleitfähigkeit & Lebensdauer

Gleitfähigkeit & Lebensdauer Gleitfähigkeit & Lebensdauer
Dynamischer Reibungskoeffizient

0,09 µ(k)

0,09 µ(k)

0,09 µ(k)
Statischer Reibungskoeffizient

0,13 µ(s) *

0,14 µ(s) *

0,14 µ(s) *
Gewicht

122-158 g

126-153 g

116-144 g
Klicks

8 Millionen

8 Millionen

8 Millionen
Gleitfüße

250 km

250 km

250 km
  * Oberfläche aus Holzfurnier Die G5 im Detail Dem eingefleischten Logitech Fan wird sofort auffallen, dass sich die G5 stark an ihren Vorgängern orientiert, besonders der MX518. So besitzt sie ebenfalls eine an die rechte Hand angepasste Form und auch die Platzierung des Mausrades und der Seitentasten ähneln stark. Neu und innovativ für die damalige Zeit waren die verstellbare Empfindlichkeit des Lasers sowie die Anzeige eben derer mit Hilfe drei kleiner Balken auf der Maus.   Diese Eigenschaften verdeutlichen die Ausrichtung der Maus auf Gamer, denn vor allem für diese könnten diese Eigenschaften von Bedeutung sein, beispielsweise beim schnellen Wechseln zwischen dem Anvisieren als Scharfschütze und anschließend der schnellen Flucht. Die Tasten zum Verstellen der Empfindlichkeit liegen allerdings unterhalb des Mausrades.  

  Optisch ist die G5 wohl eher Geschmackssache, denn der Silber-/ Rostrot-Look kann gefallen, muss aber nicht. Bei der Refresh Version hat man die Farbgebung stark verändert, so "erstrahlt" diese in den Farben Schwarz und Blau.   Positiv an beiden Versionen ist das 4-Wege-Scrollrad, das neben dem Hoch- und Runterscrollen auch ein seitliches Verschieben eines Dokumentes oder einer Website erlaubt. Nützlich ist auch die Seitentaste, mit der man standardmäßig im Browser zurückblättern kann, diese Taste ist jedoch ebenso wie die zur dpi Änderung frei belegbar. Anzumerken wäre noch, dass mit der Refresh-Version ein zweiter Seitenknopf dazukommt, mit dem man im Browser vorblättern kann. Die G500 im Detail Wer auch nur einen kurzen Blick auf die Bilder der G5 und G500 geworfen hat, dem wird aufgefallen sein, dass sie sich von der Form nur leicht unterscheiden. Damit setzt sie das gewohnte Design fort, welches mittlerweile noch etwas besser an die Form der Hand angepasst wurde. So ist beispielsweise die Einwölbung für den Daumen nicht mehr so tief wie zuvor, stattdessen ist die Auflage mehr in die Breite gezogen. Was sich noch alles am Design geändert hat lässt sich dem Vergleichsbild entnehmen.   Auch die dpi Tasten haben ihre Position gewechselt und sind nun neben der linken Maustaste weitaus besser erreichbar als zuvor, auch bei längeren Fingern. Die Anzeige hat ihren alten Platz jedoch behalten und wird so zwar immer noch etwas vom Finger verdeckt, ist aber dennoch gut ablesbar.   Anscheinend haben Logitechs Designer bei der Optik dieses Mal etwas mehr an die Allgemeinheit gedacht und mit dem schwarz-silbernen Look ein ansprechendes Stück Technik geschaffen. Bei der dpi Anzeige hat sich auch ein klein wenig geändert, so strahlt diese nun in einem satten Rot statt wie bisher orange bis hellrot auf.   Wie beim Vorgänger auch hat man wieder ein 4-Wege-Scrollrad verbaut, allerdings handelt es sich nun um das neue MicroGear Scrollrad. Das sieht durch die Verwendung von etwas Metall edler aus und hat außerdem den Vorteil, dass man mit der kleinen Taste unterhalb des Rades zwischen einem gerasterten und einem freilaufenden Modus wählen kann. Abgesehen davon befinden sich nun drei Knöpfe an der linken Seite, wobei mir immer noch die Standardfunktion der mittleren Taste unbekannt ist. Die G9x im Detail Jeder sieht es sofort, bei der G9x handelt es sich um eine vollkommene Neuentwicklung seitens Logitech. Auffällig beim Auspacken ist auch, dass sie sowohl kleiner als auch leichter als seine Vorfahren ausfällt, was einen sofort etwas skeptisch stimmt, ob sich diese Maus auch gut mit größeren Händen verwenden lässt. Auch ist das Design nicht so stark ergonomisch wie bisher, sondern etwas kantig. Kleine Unterschiede gibt es auch zwischen den zwei mitgelieferten Griffschalen, von denen eine gummiert und etwas kleiner ist (der sogenannte Präzisionsgriff).
Die dpi Tasten befinden sich bei diesem Modell unterhalb der linken Maustaste, was zwar besser ist als bei der G5, allerdings verbesserungswürdig. Da die Anzeige nicht komplett unter dem Zeigefinger verschwindet, aber hier horizontal angeordnet und somit nur schwer ablesbar ist.  

  Statt beim Design etwas aufzufallen, hält man die Logitech G9x entweder in Grau oder Schwarz-grau, je nach Griffwahl. Besonders interessant und auffällig ist das nicht, allerdings besser als bei einem Design Ausrutscher wie der originalen G5. Die dpi Anzeige wird hier jedoch mit mehreren LEDs beleuchtet und kann deswegen eine Vielzahl von Farben darstellen, unter anderem Blau, Orange, Rot und Grün.  

  Auch hier ist das neue MicroGear Scrollrad verbaut, der Schalter zum Wechseln der zwei Modi sitzt jedoch an der Unterseite der Maus, wodurch diese sich eher umständlich umschalten lassen. An der Seite befinden sich zwei Knöpfe, die beliebig belegt werden können, allerdings für lange Finger ein Stück zu weit hinten liegen. Die G5 im Alltag Nachdem wir bereits erläutert haben, wie die G5 aufgebaut ist und welche Eigenschaften sie hat, möchten wir euch jetzt verraten, welche Auswirkungen das im Alltag auf den Nutzer hat. Gleichzeitig möchten wir darauf hinweisen, dass dieser Teil des Reviews auf Grund fehlender Messmöglichkeiten sehr subjektiv gehalten ist. (Ich selbst habe recht große Hände und dünne Finger.)   Durch die an die menschliche Hand angepasste Form eignet sich die Maus problemlos auch für längere Einsätze – egal ob auf LAN Partys oder auch mal am eigenen Arbeitsplatz. Sie liegt perfekt in der Hand, wodurch sie allerdings leider nur für Rechtshänder geeignet ist. Das einzige, was manche Personen an der Form stören könnte, ist die etwas zu klein geratene Daumenablage.
Beim Spielen zeichnet sich die Logitech G5 durch ihre Teflon Füße und die Form von der Konkurrenz anderer Hersteller ab. Erstere erlauben es, die Maus präzise und ohne großen Widerstand über das Mousepad zu bewegen, womit der Spieler weitaus leichter zielen kann. Die angepasste Form hingegen gibt dem Nutzer das Gefühl ein hochwertiges Produkt in der Hand zu haben und keinen Kieselstein. Abgesehen davon sind die Gewichte für die meisten Käufer nur ein nettes Gimmick, allerdings wird dadurch der Schwerpunkt der Maus nach unten verlagert, wodurch man sie präziser bewegen kann.   So könnte man meinen, sie wäre vor allem für Ego Shooter geeignet, mit einer hohen Intensität kann man jedoch auch bei Strategiespielen effektiver agieren, als mit einer normalen optischen Maus. Durch die ungünstige Platzierung der dafür vorgesehenen Tasten unter dem Mausrad sollte man diese Einstellung jedoch vor dem Gefecht vornehmen.   Wie bereits erwähnt, eignet sich die G5 allerdings auch für die Verwendung am Arbeitsplatz. Wer viel im Internet surft wird außerdem feststellen, dass der an der Seite befindliche Knopf zum Zurückblättern extrem nützlich ist. Aber auch Leuten, denen es möglicherweise schwer fällt die kleinen Buttons auf dem Bildschirm zu erwischen, kann man die G5 mit ihrer änderbaren Empfindlichkeit empfehlen. Die G500 im Alltag Wer sich in die G5 verliebt hatte, der wird der G500 zu Füßen liegen – das ist jedenfalls meine persönliche Erfahrung. Man spürt, dass der Vorgänger konsequent weiterentwickelt und Fehler ausgebessert wurden. So liegt auch sie sehr gut in der Hand und durch die verbreiterte Daumenauflage sollte nun jeder seine Hand auf der Maus ablegen können.   Um zu Beginn wieder auf die Spieler zurückzukommen, bleibt zu sagen, dass die Tasten zum Umschalten der Empfindlichkeit neben der linken Maustaste weitaus besser platziert wurden. Abgesehen davon wurde an den Eigenschaften der Maus gegenüber der G5 kaum etwas verändert und so ist auch sie sehr gut für das Spielen geeignet.   Der Laser wurde weiter verbessert und von 2000 auf 5700 dpi gesteigert, das sollten allerdings nur die wenigsten wirklich spüren. Die Teflonfüße gleiten ebenfalls sehr gut, sodass die Maus sich bei einer geeigneten Unterlage regelrecht ohne Widerstand bewegen lässt. Dazu scheint man eine neue Gummierung zu verwenden, da sich die G500 etwas anders anfühlt als ihr Vorgänger. Vorteilhaft ist, dass man dadurch nur sehr schwer von der Maus abrutschen kann.   Ebenso eignet sich die G500 am Arbeitsplatz. Nach wie vor sind Seitentasten vorhanden, mit denen im Browser vor- oder zurückgeblättert werden kann. Zusätzlich ist eine dritte Taste vorhanden, die beliebig belegt werden kann. Als genauso nützlich erwies sich im Dauertest das neue MicroGear Scrollrad. Durch den leicht zu erreichenden Umschalter kann man schnell lange Dokumente durchscrollen und danach wieder präzise Zeile für Zeile weiterscrollen. Ein kleiner Nachteil dieses Scrollrads ist jedoch, dass man bei einem Klick auf das Rad – bspw. zum Öffnen eines neuen Tabs im Firefox – oftmals stattdessen nach rechts drückt, mit etwas Übung gewöhnt man sich jedoch daran.   Eher unwichtig aber dennoch nützlich ist die Verlegung der Produktnummer und PID von der Mausunterseite an den USB Stecker, denn bei der G5 war das Schild nach 3 Jahren Nutzung komplett abgeschabt und unleserlich. Die G9x im Alltag Im Review wurde bereits mehrmals deutlich, dass sich die G9x stark von ihren Mitstreitern unterscheidet. So ist sie die leichteste der drei Mäuse, ebenso wie die kleinste. So kommt es, dass Leute mit großen Händen nur schwer auf Dauer die G9x nutzen können, da sie zu klein ist, um die Hand komplett darauf abzulegen, was wiederum auf Dauer unangenehm wird.   Ein Extra der G9x sind die beiden auswechselbaren Griffschalen welche als Präzisionsgriff und XL Griff bezeichnet werden. Ersterer ist gummiert, was eine etwas präzisere Mausführung erlaubt. Der XL Griff ist – wieder Name bereits erahnen lässt – etwas größer, dafür jedoch nicht gummiert. Der Unterschied ist jedoch eher zu vernachlässigen, ebenso wie das Gimmick die Farbe des LEDs frei auswählen zu können. Ebenso wie bei der G500 lassen sich nun die Profile in einem integrierten Speicher unterbringen und sind damit nicht mehr von dem PC abhängig, an dem die Maus genutzt wird.  

  Aus diesen Eigenschaften ergibt sich auch die Eignung für Spiele. Durch die etwas zu gering geratene Größe lässt sich die G9x ein klein wenig schwerer handhaben als die anderen beiden Kandidaten, für Leute mit kleineren Händen kann das jedoch genau umgekehrt der Fall sein. Ebenso ungünstig sind die Tasten zum Umschalten der Empfindlichkeit platziert, da sie sich genau unter der linken Maustaste befinden. Ganz abgesehen von all diesen kleinen Dingen ist die Technik der G9x ebenso präzise wie die der G500.   Im Büro ist die G9x hingegen etwas unpassend, da bereits ihr aggressives Design auffällt. Leider befindet sich auch der Umschalter für das Scrollrad auf der Unterseite der Maus, wo er dementsprechend schwer zu erreichen ist, außerdem tritt beim Klicken des Rads dasselbe Problem auf wie bei der G500. Die Seitentasten sind ebenfalls vorhanden, für große Hände allerdings etwas zu weit hinten angeordnet.

Fazit Ohne Frage lagen uns zu diesem Test wohl drei der besten und am weitesten entwickelten Mäuse vor, doch die Unterschiede sind teilweise beachtlich. Bedenkt man, dass die Logitech G5 mittlerweile etwas in die Jahre gekommen ist, ist ihre Leistung nach wie vor beachtlich und die G500 ein würdiger Nachfolger. An sich gibt es bei dieser keine nennenswerten Mängel, man könnte sagen Maus und Hand werden beim Gebrauch eine Einheit. Zwar ist die G5 neu kaum noch erhältlich, wer jedoch eine gebrauchte günstig angeboten bekommt, sollte zuschlagen. Ein Grund für die lange Haltbarkeit ist außerdem, dass man jederzeit auf Nachfrage vom Logitech Support neue Gleitfüße bekommt.  

  Bei der G9x ist das nicht anders, allerdings weicht sie stark vom bisherigen Konzept der Logitech Mäuse ab. Unserer Meinung nach ist auch sie ein starkes Stück Technik, allerdings ist der Preis dafür zu hoch angesetzt. Eher sollte man auf die kleinen Spielereien, wie die verschieden farbigen LEDs verzichten. Das ist auch einer der Gründe, warum an keinen der drei Kandidaten der Preis-Leistungs-Award vergeben werden kann. Für den ambitionierten Nutzer mag der Preis sicherlich gerechtfertigt sein, doch für den Normalnutzer sind 45 – 55 Euro schlichtweg zu viel.  

  Der Innovationsaward bleibt ebenfalls im Schrank, da es keine überragenden Neuerungen gibt, es wurde lediglich bestehende Technik weiter stark verbessert. Ganz ohne Awards können wir die Mauselite jedoch nicht aus dem Haus lassen und vergeben deswegen an die Logitech G500 eine offizielle Empfehlung, da es sich wahrscheinlich um einen der besten aktuell erhältlichen Nager weltweit handelt, schweizer Präzisionsarbeit eben. Wir hoffen jedenfalls, dass Logitech sich treu bleibt und auch in Zukunft weiter in der Oberklasse mitmischt, auch wenn wir auf einen Nachfolger der im November erschienen Maus wohl noch eine Weile warten müssen.

Welovetech