UGREEN DXP4800 GT Test (Bild © PCMasters.de)
UGREEN ist im NAS-Bereich inzwischen keine unbekannte Größe mehr und hat sich mit seiner NASync-Reihe als Alternative zu den etablierten Herstellern positioniert. Entsprechend sind auch die Erwartungen an das neue DXP4800 GT nicht gerade niedrig, da es sich innerhalb der eigenen Produktlinie behaupten und gleichzeitig neue Akzente setzen muss.
Wir haben uns das NAS im Test genauer angesehen und geprüft, wie sich die Hardware im Alltag schlägt und ob die Leistung den technischen Daten gerecht wird.
Über UGREEN
Seit 2012 ist der chinesische Hersteller UGREEN am Markt aktiv. Viele kennen die Marke wahrscheinlich vor allem durch Zubehör wie Kabel, Ladegeräte oder Docks. Mittlerweile hat sich das Produktportfolio aber deutlich weiterentwickelt. UGREEN baut inzwischen nicht mehr nur Zubehör, sondern hat mit der NASync-Reihe auch den Einstieg in den NAS-Markt geschafft und bringt dort regelmäßig neue Geräte auf den Markt, die sich gegen die bekannten Hersteller behaupten sollen. Mit dem NASync DXP4800 GT schauen wir uns in diesem Test eines der neuesten Modelle an, das im mittleren Leistungsbereich angesiedelt ist und mit aktueller Hardware sowie umfangreicher Ausstattung überzeugen will.
Technische Details
| UGREEN NASync DXP4800 GT - Technische Daten | |
|---|---|
| Prozessor (CPU) | AMD Ryzen Embedded R2514 (4 Cores, 8 Threads, bis zu 3,7 GHz) |
| Arbeitsspeicher (RAM) | 8 GB DDR4, erweiterbar bis max. 64 GB (ECC kompatibel) |
| Interner Speicher (System) | 64 GB eMMC |
| Laufwerkseinschübe | 4 × SATA 6 Gb/s (3,5”/2,5”), wobei SATA1 und SATA2 zusätzlich U.2 NVMe SSDs unterstützen, 2 × M.2 Gen3 NVMe |
| Maximale Kapazität | bis zu 144 TB |
| Netzwerk | 2 x 10 GbE LAN-Port |
| USB-Anschlüsse | 2x USB-A 3.2 Gen2, 1x USB-C 3.2 Gen2, 2x USB-A 2.0 |
| Sonstige Anschlüsse | 1x SD 3.0, 1x HDMI 4K 60 Hz |
| Betriebssystem | UGOS PRO |
| Abmessungen (L × B × H) | 257 × 178 × 178 mm |
| Stromversorgung | 19 V / 7,9 A Netzteil |
| Preis | 659 € (Affiliate) |
Lieferumfang
Beim Auspacken des NASync DXP4800 GT zeigt sich schnell, dass UGREEN auch hier wieder auf eine saubere und durchdachte Verpackung setzt. Der Karton wirkt nicht nur stabil, sondern auch schick, das Innenleben ist ordentlich strukturiert und alles ist mit Schaumstoff gut gegen Transportschäden geschützt. Jedes Zubehörteil ist separat verpackt und sauber im Lieferumfang verstaut, sodass direkt ein aufgeräumter Eindruck entsteht. Auffällig ist allerdings auch der vergleichsweise hohe Einsatz von Kunststoff bei den einzelnen Zubehörverpackungen. Hier könnte UGREEN aus unserer Sicht künftig noch etwas nachhaltiger werden, ohne dabei aber den guten Schutz der Komponenten aufgeben zu müssen.
Im Lieferumfang enthalten sind folgende Komponenten:
- NASync DXP4800 GT
- 8K HDMI-Kabel, 1 Meter, geflochten
- Netzteil mit Stromkabel, 19 Volt, 7,9 Ampere
- 2x Cat-7-Netzwerkkabel, 1 Meter
- 2x SSD-Silikonpads für die NVMe-SSDs
- Schraubendreher mit Schraubensatz
- 2x Schlüssel zum Verriegeln der Laufwerksschächte
- Dokumentation und Kurzanleitung
Insgesamt ist der Lieferumfang ziemlich vollständig und man kann direkt nach dem Auspacken mit dem Aufbau starten, ohne noch zusätzliches Zubehör besorgen zu müssen.
NAS im Detail - Design & Verarbeitung
Wer bereits ein NAS von UGREEN in den Händen hatte, wird viele Designelemente wiedererkennen. Beim NASync DXP4800 GT setzt der Hersteller allerdings erstmals auf eine neue Farbgebung. Statt des bisher bekannten grauen Metallgehäuses kommt das Modell in einer Kombination aus Schwarz und bronzefarbenen Akzenten daher. Was einem nun besser gefällt, ist reine Geschmackssache.
Beginnen wir auf der Vorderseite und schauen, was UGREEN uns alles liefert. Da es ein 4-Bay-NAS ist, befinden sich hier auch die bekannten vier Laufwerksschächte, die den größten Teil der Front einnehmen. Interessant ist hierbei, dass die ersten beiden Laufwerksschächte (SATA1 und SATA2) zusätzlich auch U.2-NVMe-SSDs unterstützen.
Die beiden weiteren Schächte sind hingegen ausschließlich für SATA-Laufwerke vorgesehen. Die Einschübe lassen sich einfach herausziehen und können bei Bedarf über die beiliegenden Schlüssel am unteren Ende verriegelt werden. Für den Einbau von 3,5-Zoll-Festplatten wird absolut kein Werkzeug benötigt, was den Zusammenbau angenehm unkompliziert macht. Für 2,5-Zoll-Festplatten benötigen wir die beiliegenden Schrauben. Die Trays selbst bestehen aus Kunststoff, wirken aber stabil und sauber verarbeitet.
Unterhalb der Laufwerksschächte sitzt der Ein- und Ausschalter sowie die insgesamt fünf Status-LEDs. Diese informieren unter anderem über den Betriebszustand und die Aktivität der Laufwerke. Ergänzt wird die Front durch die bekannten Anschlüsse, die wir bereits von anderen UGREEN-Modellen kennen. Wir erhalten hier einmal einen SD-3.0-Steckplatz für Speicherkarten, einen USB-C 3.2 Gen2-Port und einen USB-A 3.2 Gen2-Port. Alle Anschlüsse sind dabei gut beschriftet und sauber platziert.
Wer alle vier Laufwerksschächte entfernt, kann zudem einen Blick ins Innere und zu den vier SATA-Ports werfen. Hier fällt uns auf, dass die bronzefarbene Lackierung an einigen Randstellen nicht ganz perfekt ausgeführt wurde. Vereinzelt sind helle Stellen sichtbar, die auf eine nicht vollständig deckende Lackierung hindeuten. Im normalen Betrieb bleibt dieser Bereich jedoch nahezu verdeckt und fällt daher praktisch kaum auf.
Betrachten wir die Seitenflächen, zeigt sich das schlichte Design des Gehäuses. Das gesamte Gehäuse besteht aus Metall und vermittelt einen hochwertigen Eindruck. Durch das vergleichsweise hohe Gewicht steht das NAS zudem sicher auf seinem Platz.
Auf der Rückseite fällt direkt das großflächige Lüftergitter ins Auge. Dieses wird magnetisch gehalten und lässt sich für Reinigungsarbeiten sehr schnell entfernen. Dahinter sitzt dann der große Systemlüfter, der für die Kühlung der verbauten Komponenten verantwortlich ist. Etwas weiter unten geht es weiter mit den zahlreichen Anschlüssen des DXP4800 GT.
Neben den beiden 10-Gigabit-Netzwerkanschlüssen stehen zwei USB-A 2.0-Anschlüsse, ein USB-A 3.2 Gen2-Anschluss sowie die Stromversorgung zur Verfügung. Ein HDMI-Anschluss ist ebenfalls vorhanden und ermöglicht uns die direkte Ausgabe auf einen Monitor oder Fernseher. Ein bisschen schade ist, dass wir auf der Rückseite immer noch keinen USB-C-Port bekommen haben.
Ein Blick auf die Unterseite offenbart die bekannte Wartungsklappe, die mit zwei Schrauben gesichert ist. Dahinter befinden sich die beiden M.2-Steckplätze für NVMe-SSDs sowie die beiden DDR4-Arbeitsspeicherbänke, wovon einer bereits serienmäßig mit 8 GB belegt ist. Das System unterstützt hier auch ECC-kompatiblen DDR4-Arbeitsspeicher, sodass bei Bedarf entsprechend aufgerüstet werden kann.
Interessant ist zudem die Entscheidung, hier weiterhin auf DDR4 zu setzen, während andere Modelle im Portfolio bereits auf DDR5 wechseln. Positiv gefallen haben uns außerdem die großen Gummifüße auf der Unterseite, die für einen sicheren Stand sorgen und keine unnötigen Vibrationen auf den Untergrund übertragen.
Insgesamt hinterlässt das NASync DXP4800 GT also einen sehr guten ersten Eindruck. Lassen wir uns nun in die praktische Einrichtung gehen und schauen, wie sich das NAS hier schlägt.
Praxis – Installation & Einrichtung
Wie bei jedem NAS beginnt für uns auch beim NASync DXP4800 GT alles mit dem Einbau der Laufwerke. Für unseren Test haben wir vier Western Digital Red Plus Festplatten mit jeweils 4 TB Kapazität verwendet. Der Einbau gestaltet sich angenehm unkompliziert. Nach dem Entriegeln lassen sich die Laufwerksschächte einfach aus der Front herausziehen. Für 3,5-Zoll-Festplatten wird dabei kein Werkzeug benötigt. Auch 2,5-Zoll-Laufwerke lassen sich problemlos verbauen, müssen jedoch zusätzlich verschraubt werden. Alternativ zu SATA-Laufwerken lassen sich in den ersten beiden Schächten auch U.2 NVMe SSDs einsetzen. Die seitlichen Halterungen der Trays werden nun leicht auseinandergezogen, die Festplatte eingesetzt und anschließend wieder fixiert. Innerhalb weniger Minuten waren alle vier Festplatten installiert und die Einschübe wieder im Gehäuse eingesetzt. Toll ist, dass dank vorinstallierter Puffer aus Gummi und Schaumstoff die HDDs im Einschub dann bereits leicht entkoppelt sind. Als nächstes installieren wir auf der Unterseite noch zwei Lexar EQ790 1TB NVMe-SSDs. Auch hier ging der Einbau sehr einfach. Wir öffnen die Klappe und stecken unsere beiden Exemplare in die dafür vorgesehene Aufnahme. Nun noch die beiden beiliegenden Kühlpads drauf, damit die Wärme gut an das Gehäuse abgegeben werden kann und fertig.
Anschließend folgt die eigentliche Inbetriebnahme. Dazu verbinden wir das NAS mit dem Stromnetz und schließen mindestens ein Netzwerkkabel an. Nach dem Einschalten benötigt das System einen kurzen Moment zum Hochfahren und signalisiert anschließend seine Betriebsbereitschaft über die Status-LEDs an der Front. Für die Ersteinrichtung bietet UGREEN mehrere Möglichkeiten an. Neben der mobilen App kann das NAS auch direkt über den Browser eingerichtet werden, was wir für unseren Test bevorzugt haben. Dazu genügt der Aufruf der Adresse find.ugnas.com im lokalen Netzwerk. Das NAS wird nach kurzer Zeit automatisch erkannt und kann von uns direkt ausgewählt werden. Der Einrichtungsassistent führt anschließend Schritt für Schritt durch die grundlegende Konfiguration. Zunächst wird ein Administrator-Konto angelegt und ein Gerätename vergeben.
Danach geht es an die Einrichtung des Speichers. Hier können die verbauten Laufwerke zu einem Speicherpool zusammengefasst und mit dem gewünschten RAID-Modus konfiguriert werden. Wir entscheiden uns bei den HDDs für RAID5 im Btrfs-Dateisystem und bei den NVMe-SSDs für ein RAID1 im ext4-Datensystem.
Speziell das RAID5 benötigte bei uns dann acht Stunden für den Aufbau im Hintergrund. Das stört aber nicht wirklich, da wir bereits von Beginn an vollständig damit arbeiten konnten. Positiv fällt dabei auf, dass die einzelnen Schritte verständlich erklärt werden und auch Nutzer ohne größere NAS Erfahrung schnell ans Ziel kommen. Die Oberfläche wirkt aufgeräumt und führt nachvollziehbar durch den gesamten Prozess, ohne den Anwender mit zu vielen Optionen auf einmal zu überfordern. Vom Einsetzen der Festplatten bis zum vollständig eingerichteten System verging in unserem Fall nur wenig Zeit.
Software – UGOS PRO
Nach der abgeschlossenen Einrichtung landen wir direkt auf dem Desktop von UGOS Pro, dem hauseigenen Betriebssystem von UGREEN. Für unseren Test kam die aktuelle Version 1.16.0.0089 zum Einsatz, die zum Testzeitpunkt die neueste verfügbare Version darstellte. Wer bereits mit NAS-Systemen anderer Hersteller gearbeitet hat, wird sich hier schnell zurechtfinden.
Die Oberfläche erinnert in vielen Bereichen an klassische Desktop-Betriebssysteme und setzt auf Fenster, Icons und eine Taskleiste. Besonders positiv fällt auf, wie stark sich UGOS Pro in den letzten Monaten weiterentwickelt hat. Während bei den ersten Versionen noch einige Funktionen fehlten und nicht immer alles auf Anhieb funktionierte, wirkt die Software inzwischen deutlich ausgereifter. Im gesamten Testzeitraum lief das System stabil und wir konnten keine Probleme oder Abstürze feststellen.
Das Herzstück vieler Einstellungen bleibt die Systemsteuerung. Hier verwalten wir unsere Benutzer und Gruppen, richten Freigaben ein, konfigurieren Netzwerkeinstellungen oder passen verschiedene Sicherheitsoptionen an. Auch Dienste wie SMB, NFS, FTP, Rsync oder WebDAV lassen sich hier aktivieren und verwalten. Wer das NAS in ein bestehendes Netzwerk integrieren möchte, findet an dieser Stelle alle wichtigen Optionen.
Für die Verwaltung der Laufwerke steht uns der Speichermanager zur Verfügung. Hier können wir Speicherpools erstellen, RAID-Konfigurationen anpassen, SSD-Caches verwalten und den Zustand der verbauten Laufwerke überwachen. Auch S.M.A.R.T.-Tests können direkt aus der Oberfläche heraus gestartet und ausgewertet werden.
Der integrierte Dateimanager gehört ebenfalls zu den wichtigsten Bestandteilen von UGOS Pro. Dateien lassen sich direkt im Browser kopieren, verschieben, umbenennen oder zwischen verschiedenen Freigaben übertragen. Die Bedienung erinnert dabei stark an den Explorer unter Windows und dürfte den meisten Nutzern sofort vertraut vorkommen. Über das App Center installieren wir bei Bedarf zusätzliche Anwendungen. Die Auswahl fällt zwar weiterhin kleiner aus als bei den etablierten Mitbewerbern, deckt mittlerweile aber viele wichtige Bereiche ab.
Dazu gehören unter anderem Anwendungen für Fotos, Videos, Musik, Backups oder die Überwachung des Systems. Auch eine App für die eigene Kameraüberwachung gibt es von UGREEN jetzt ganz neu.
Besonders interessant bleiben für viele Nutzer auch die Möglichkeiten rund um Docker und virtuelle Maschinen. Beide Funktionen sind inzwischen direkt integriert und ermöglichen es, das NAS deutlich über die klassische Datenspeicherung hinaus zu nutzen. Gerade die AMD-Plattform des DXP4800 GT bringt hierfür genügend Leistungsreserven mit, um auch anspruchsvollere Aufgaben zu übernehmen. Auch die Fotoverwaltung gehört inzwischen zu den stärkeren Bestandteilen von UGOS Pro. Fotos werden automatisch organisiert, Personen können erkannt werden und die Oberfläche wirkt modern und übersichtlich.
Gerade für Nutzer, die ihre Bilder nicht bei einem Cloud-Anbieter speichern möchten, ist das eine interessante Alternative. Dank KI können auch doppelte Bilder, Haustiere oder sogar Text in Bildern erkannt werden, nach denen dann gesucht werden kann.
Ebenfalls neu ist die UGREEN AI App, die verschiedene KI-gestützte Funktionen bündelt. Dazu gehören unter anderem intelligente Fotoanalyse, Objekterkennung und Suchfunktionen, die Inhalte innerhalb der eigenen Datenbank schneller auffindbar machen sollen. Gerade im Bereich Medienverwaltung erweitert das die Möglichkeiten von UGOS Pro noch einmal deutlich. Natürlich auch wichtig für viele Anwender sind die umfangreichen Sicherungsfunktionen. Mit der Backup-Lösung von UGREEN lassen sich sowohl Daten auf dem NAS sichern als auch komplette Computer in die Datensicherung einbinden. Darüber hinaus stehen verschiedene Synchronisationsaufgaben zur Verfügung, um Daten zwischen Geräten oder Speichersystemen automatisch aktuell zu halten.
Trotz der sichtbaren Fortschritte gibt es weiterhin einzelne Bereiche, in denen die Konkurrenz teilweise noch weiter ist. Es gibt zum Beispiel nach wie vor keine Volumenverschlüsselung, was für manche extrem wichtig ist. Weiterhin ist die Auswahl an nativen Anwendungen weiterhin überschaubarer als bei langjährigen NAS-Herstellern. Dafür entwickelt UGREEN die Plattform aber kontinuierlich weiter und liefert regelmäßig neue Funktionen sowie Verbesserungen nach. Insgesamt hinterlässt UGOS Pro auf uns einen sehr reifen Eindruck. Die Oberfläche ist übersichtlich, die wichtigsten Funktionen sind vorhanden und auch die Stabilität ist sehr gut. Für die meisten privaten Nutzer und kleinere Unternehmen bietet das Betriebssystem inzwischen alles, was man von einem modernen NAS erwarten würde.
Mobile App
Neben der klassischen Verwaltung über den Browser bietet uns UGREEN auch eine mobile App für Android und iOS an. Anders als bei einigen anderen Herstellern setzt UGREEN dabei aber auf eine zentrale Anwendung, die nahezu alle wichtigen Funktionen an einem Ort zusammenfasst.
Bereits die Ersteinrichtung des NAS kann vollständig über die App erfolgen. Wer also keinen PC zur Hand hat oder das System lieber direkt vom Smartphone aus einrichten möchte, kann das bequem machen. Im Alltag dient die App anschließend als zentrale Schaltstelle für das NAS. Neben dem Zugriff auf Dateien und Ordner lassen sich auch zahlreiche Systemeinstellungen verwalten. Benutzer können angelegt werden, Speicherpools überprüft oder der aktuelle Zustand des Systems eingesehen werden. Auch Benachrichtigungen und wichtige Systeminformationen sind direkt über die App abrufbar, sodass man sein NAS jederzeit im Blick behält.
Natürlich eignet sich die Anwendung auch hervorragend für den Zugriff auf die eigenen Daten von unterwegs. Wir können Dateien durchsuchen, herunterladen, hochladen oder mit anderen Personen direkt teilen. In Verbindung mit UGREENlink funktioniert dies auch außerhalb des heimischen Netzwerks ohne größeren Einrichtungsaufwand. Positiv aufgefallen ist uns zudem die übersichtliche Gestaltung der Oberfläche. Die App reagiert schnell, wirkt modern und bleibt trotz des großen Funktionsumfangs angenehm einfach zu bedienen. Viele Funktionen der Browseroberfläche wurden sinnvoll für Smartphones angepasst, sodass die Bedienung auch auf kleineren Displays problemlos gelingt.
Leistung und Geschwindigkeit
Für die Leistungsmessung haben wir das NAS über eine direkte 10-Gigabit-Netzwerkverbindung mit unserem MacBook verbunden. Dadurch konnten wir mögliche Flaschenhälse im Heimnetzwerk vermeiden und die Leistung des Systems möglichst direkt ermitteln.
Im Alltag zeigte sich das NAS dabei von seiner schnellen Seite. Beim Schreiben großer Dateien auf den HDD-Speicherpool erreichten wir Transferraten von durchschnittlich etwa 330 bis 400 MB/s. Beim Lesen lagen die Übertragungsraten meist zwischen 400 und 500 MB/s. Für ein System mit vier klassischen Festplatten ist das ein solides Ergebnis und mehr als ausreichend für Datensicherungen, Medienarchive oder größere Dateiübertragungen. Noch deutlich schneller fällt die Leistung aus, wenn die NVMe-Steckplätze genutzt werden. Hier konnten wir beim Schreiben großer Dateien Geschwindigkeiten von rund 800 bis 900 MB/s erreichen. Beim Lesen waren sogar bis zu 1,15 GB/s möglich, womit die vorhandene 10-Gigabit-Netzwerkschnittstelle nahezu vollständig ausgereizt wird.
Die beiden 10-Gigabit-Netzwerkanschlüsse gehören definitiv zu den Besonderheiten des DXP4800 GT. Während für viele Heimanwender bereits ein einzelner 10-Gigabit-Anschluss mehr als ausreichend sein dürfte, profitieren insbesondere Content Creator oder Power-User mit hoher Datenlast von den zusätzlichen Möglichkeiten.
Bei der Lautstärke hinterlässt das NAS ebenfalls einen positiven Eindruck. Im Standardprofil arbeitet der Lüfter angenehm ruhig und bleibt im normalen Betrieb kaum störend. Hörbar ist das System zwar, von einem lauten Betriebsgeräusch kann aber keine Rede sein. Deutlich präsenter waren in unserem Test die Zugriffsgeräusche der verbauten Festplatten, die je nach Modell stärker wahrgenommen werden können als der eigentliche Lüfter. Wer möchte, kann die Lüftersteuerung direkt in der Systemsteuerung anpassen und beispielsweise auch einen leisen Modus wählen, wodurch natürlich die Temperatur auch etwas ansteigt.
In unserem Test haben wir außerdem sowohl ein aktuelles Windows 11 als auch ein Ubuntu in einer virtuellen Maschine betrieben, ohne nennenswerte Probleme. Auch verschiedene Docker-Anwendungen waren kein Problem für das NAS. Genügend Leistung ist also mehr als ausreichend vorhanden.
Stromverbrauch
Beim Stromverbrauch steht das NASync DXP4800 GT insgesamt gut da. Im ausgeschalteten Zustand konnten wir eine Leistungsaufnahme von rund 1 bis 2 Watt messen. Während des Startvorgangs stieg der Verbrauch kurzzeitig auf etwa 59 Watt an und regelte sich dann auf dem Desktop bei rund 40 Watt ein. Unter Last bewegte sich der Verbrauch dann meist zwischen 50 und 60 Watt. Angesichts der verbauten Hardware mit Ryzen-Prozessor, vier Festplatten und zwei 10-Gigabit-Netzwerkanschlüssen gehen die Werte insgesamt in Ordnung. Im Alltag hängt der tatsächliche Stromverbrauch natürlich immer von der Anzahl der verbauten Laufwerke, deren Auslastung sowie den aktivierten Diensten ab.
Die ermittelten Messwerte im Überblick (Betriebszustand / Leistungsaufnahme (Watt)):
- Ausgeschaltet (Standby): ca. 1-2 W
- Anschalten (Boot-Peak): ca. 59 W
- Idle (Leerlauf auf dem Desktop): ca. 40 W
- Datentransfer (Schreiblast): ca. 50-60 W
Externer Zugriff
Wer auch unterwegs auf seine Daten zugreifen möchte, hat beim NASync DXP4800 GT verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste Variante stellt UGREEN selbst über den Dienst UGREENlink bereit. Nach der Anmeldung mit einem UGREEN-Konto lässt sich das NAS mit wenigen Schritten für den Fernzugriff freigeben. Anschließend können wir über die Weboberfläche oder die mobilen Apps auch außerhalb des heimischen Netzwerks auf Dateien und Dienste zugreifen. Die Einrichtung ist unkompliziert und dürfte vor allem für Nutzer interessant sein, die sich nicht näher mit Netzwerkeinstellungen oder Portfreigaben beschäftigen möchten. Entsprechend schnell ist der Fernzugriff eingerichtet und einsatzbereit.
Alternativ kann das NAS auch über eine eigene VPN-Lösung erreichbar gemacht werden. Wer beispielsweise bereits einen Router mit WireGuard-Unterstützung nutzt, kann darüber einen verschlüsselten Tunnel ins Heimnetzwerk aufbauen und anschließend auf das NAS zugreifen, als würde man sich direkt im lokalen Netzwerk befinden. Diese Variante erfordert zwar etwas mehr Einrichtungsaufwand, bietet dafür aber die volle Kontrolle über die eigene Infrastruktur und auch mehr Sicherheit. Welche Lösung letztendlich die bessere Wahl ist, hängt wie so oft vom jeweiligen Nutzer, dem Konfigurationsaufwand und den persönlichen Sicherheitsbedenken ab.
Alternatives Betriebssystem
Das NASync DXP4800 GT wird ab Werk mit UGOS Pro ausgeliefert, das auf einem internen 64-GB-eMMC-Speicher installiert ist. Für die meisten Nutzer dürfte das hauseigene Betriebssystem die erste Wahl sein, dennoch interessieren sich viele Anwender für die Möglichkeiten alternativer Lösungen. Wie bereits bei anderen UGREEN-NAS-Systemen auch, kann beim DXP4800 GT ebenfalls ein anderes Betriebssystem installiert werden. Dazu gehören beispielsweise Unraid oder TrueNAS. Vereinzelt finden sich sogar Projekte, bei denen Synologys DSM auf der Hardware betrieben wird. Wir haben uns im Rahmen dieses Tests ausschließlich auf UGOS Pro konzentriert und keine alternativen Betriebssysteme ausprobiert. Dennoch ist es positiv zu sehen, dass UGREEN den Nutzern diese Freiheit grundsätzlich offenlässt und die Hardware auch für solche Projekte interessant sein kann. Offiziell unterstützt werden alternative Betriebssysteme allerdings nicht, und die Installation erfolgt wie üblich auf eigene Verantwortung.
Fazit
Mit dem NASync DXP4800 GT erweitert UGREEN sein NAS-Portfolio um ein weiteres spannendes Modell. Im Test hinterließ das System bei uns einen positiven Eindruck. Die Verarbeitung ist hochwertig, die Einrichtung gelingt sehr einfach und auch bei Ausstattung und Erweiterbarkeit gibt es wenig zu beanstanden. Vier Laufwerksschächte, zwei M.2-Steckplätze, ECC-Support und zwei 10-Gigabit-Netzwerkanschlüsse sorgen für eine Ausstattung, die einiges an Reserven bereithält.
Im Alltag konnte uns das NAS überzeugen. Die Übertragungsraten fallen hoch aus und die Lautstärke bleibt unauffällig. Mit schnellen NVMe-SSDs und passender Netzwerkinfrastruktur lässt sich die Hardware sehr gut ausreizen. UGOS Pro hat sich zudem sichtbar weiterentwickelt, bietet eine ausgereifte Grundlage für den Alltag und wird regelmäßig mit Updates versorgt. Zwar fehlen im Detail noch einige Funktionen, wie etwa die sehnlich erwartete Laufwerksverschlüsselung, im normalen Einsatz spielt das bei den meisten aber keine so große Rolle.
Innerhalb des UGREEN-Lineups ergänzt das DXP4800 GT die Serie um eine Variante mit klarem Fokus auf Netzwerkleistung. Während das DXP4800 Plus als ausgewogener Allrounder für Heimanwender konzipiert ist und das DXP4800 Pro stärker auf maximale CPU-Leistung und anspruchsvollere Workloads abzielt, geht das GT einen etwas anderen Weg. Der AMD-Prozessor liefert dabei genügend Leistung für klassische NAS-Aufgaben, Docker und virtuelle Maschinen, während die beiden 10-Gigabit-Ports vor allem in schnellen Netzwerken und bei mehreren gleichzeitig angebundenen Clients ihre Stärken ausspielen.
Am Ende bleibt ein sehr stimmiges Gesamtpaket. Wer ein modernes 4-Bay-NAS mit guter Verarbeitung, solider Leistung und starker Netzwerkausstattung sucht, findet im DXP4800 GT eine interessante Alternative im UGREEN-Portfolio. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 659,99 Euro. (Affiliate)
































